Im Netz der goldenen Spinne (D)
Missione speciale Lady Chaplin (IT)
Mission spéciale Lady Chaplin (F)
L'affaire Lady Chaplin (F)
Mission spéciale Polaris (F)
Operación Lady Chaplin (ES)
Operação Lady Chaplin (BRA)
Misión especial Lady Chaplin (MEX)
077 - Special Mission Lady Chaplin
IT / D / F 1966
R: Alberto De Martino & Sergio Grieco
D: Ken Clark, Daniela Bianchi, Helga Liné, Ida Galli, Alfredo Mayo, Jacques Bergerac, Mabel Karr, Philippe Hersent, Tomás Blanco, José Panizo, Alberto Cevenini, Silvana Bacci u.a.
Deutsche Erstaufführung: 20. Januar 1967
Synchronkartei
Italo-Cinema
Remember it for later
Splatting Image
Score: Bruno Nicolai
IMCDb
OFDb
Ein bereits vor vier Jahren gesunkenes U-Boot bereitet der U.S. Marine mächtiges Kopfzerbrechen, da dieses mit sechszehn weiterhin einsatzfähigen Atomraketen bestückt war und jegliche Bergungsversuche bisher erfolglos blieben. Hinzu gesellen sich heftige Unterwasserstömungen, infolgedessen das versunkene Atom-U-Boot ständig seine Position verändert. Also ein klarer Fall für den amerikanischen Superagenten 077 Dick Malloy (Ken Clark), der auch sogleich im Namen des F.B.I.s voller Tatendrang mit den Ermittlungen loslegt. Dabei zieht er zunächst den renommierten Reedereibesitzer Kobre Zoltan (Jacques Bergerac) zu Rate, da sich dessen Konzern auf die Bergung versunkener Schiffe spezialisiert hat. Da dieser ihm bei diesem verzwickten Fall aber auch nicht wirklich weiterhelfen, sucht Malloy unverrichteter Dinge weiter nach anderweitigen Lösungsmöglichkeiten. Doch dann überschlagen sich urplötzlich die Ereignisse, da sowohl ein wichtiger Informant fremdbestimmt das Zeitliche segnet als auch Malloy ab diesem Moment andauernd von bösartigen Schurkenattackiert wird. Und als wäre das alles noch nicht genug, betritt auch noch die zwielichtige Modeschneiderin Lady Arabella Chaplin (Daniela Bianchi) die Bildfläche, von wo aus sie dann ungefragt im Wettlauf um die Atomraketen munter mitmischt. Just in diesem Moment taucht zu allem Überfluss inmitten des undurchschaubaren Schlamassels das gesuchte Atom-U-Boot an einer völlig anderen Stelle auf. Bleibt also letztlich die Frage, ob es Dick Malloy schlussendlich auch gelingen wird, die unheilvollen Atomraketen vor den kriminellen Interessensgruppen rechtzeitig in Sicherheit zu bringen?
Meinem Empfinden nach zählt Alberto De Martinos OPERATION LADY CHAPLIN zweifelsfrei zu den Spitzenvertretern des Eurospy-Genres, da bei dieser kunterbunten Inszenierung so ziemlich alles zusammenpasst. Neben einem stimmigen Agentenplot und gutaufgelegten Darstellern sind es gerade die sorgfältig arrangierten Bildkompositionen des verdienstvollen Kameramanns Alejandro Ulloa (LASST UNS TÖTEN COMPANEROS, TOTE ZEUGEN SINGEN NICHT, MANAOS – DIE SKLAVENTREIBER VOM AMAZONAS), die diesen erstklassigen Genrebeitrag zu einem wahrhaften Filmjuwel werden lassen. Dabei benötigt Alejandro Ulloa auch meist nur einen gekonnten Kameraschwenk, um von der einen beeindruckenden Bildkompsition gleich zur nächsten überzuwechseln. Hinzu gesellen sich eine dermaßen launensteigernde Farbenfrohheit sowie mächtig viel Zeitkolorit, das den Zuschauer im Kontext der urbanen Großstädte Madrid, New York, London und Paris regelrecht zum Träumen einlädt.
Die reizende Daniela Bianchi (DER CHEF SCHICKT SEINEN BESTEN MANN, OPERATION “KLEINER BRUDER”, BRADOCK – DREI UNZEN BLEI ZUM FÜNF-UHR-TEE) verkörpert dabei die zwielichtige Modedesignerin Ms. Arabella Chaplin, die gemeinsam mit dem skorpionvernarrten Oberschurken Zoltan in einen internationalen Atomraketenskandal verwickelt ist. Dabei zeigt sich die blonde Schönheit kleidungstechnisch als sehr geschmackssicher, denn auch egal welchen Dress Daniela gerade zur Schau trägt, sie sieht darin letztendlich immer richtig schniecke aus. Egal ob im Seniorinnenlook, in Nonnentracht, Militärsuniform oder auch einfach nur in eleganter Abendgaderobe, Daniela macht zu jedem Zeitpunkt des Films eine erstklassige Figur. Nebenbei entwirft sie dann nicht nur im Rahmen ihrer hauseigenen Modelinie "Propolan" hochexplosive Mode für den Hausgebrauch, sondern bedient auch das Maschinengewehr äußerst graziös, mit dessen Hilfe sie wiederum in der fulminanten Eröffungsszene als abtrünnige Ordensfrau verkleidet zwei falsche Glaubensbrüder ins ewige Paradies schickt. Darüber hinaus verpasste ihr die deutsche Synchronisation einen recht merkwürdigen Akzent, der ihren Rollencharakter nicht nur etwas wundersam erscheinen lässt, sondern auch gerade dadurch einen besonderen Unterhaltungswert verleiht. Sobald Daniela in der deutschen Sprachfassung den Mund aufmacht, hört sich das in etwa folgendermaßen an:
"Sie wollen uns wirklisch nischt weiterhelfen..."
"Handelt es sisch dabei um besonders gesischerte Kisten?..."
"Ach ja, das hatte isch vergessen...
Der US-Amerikanische Schauspieler Ken Clark (DIE HÖLLENHUNDE DES DSCHINGIS KHAN, JACK CLIFTON JAGT WOSTOK III, NEBRASKA-JIM) verkörpert den Superagenten 077 Dick Malloy, der eines schönen Tages von New York nach Madrid reisen muss, um ein Schiff mit sechszehn atomaren Sprengköpfen ausfindig zu machen, bevor terroristische Vereinigung oder verfeindete Weltmächte sich diese unter den Nagel reißen. Dabei trifft er dann auch auf die reizende Lady Chaplin, woraufhin das undurchsichtige Intrigenspiel erst richtig beginnt. Ken Clark legt dabei nicht nur eine äußerst solide Darbietung an den Tag, sondern gefiel mir in dieser Rolle trotz einer gewissen Gelackmeiertheit besser als viele seiner konkurrierenden Superagentendarsteller. In weiteren Rollen können auch noch die liebreizende Ida Galli (DER SCHÖNE KÖRPER DER DEBORAH, DER SCHWANZ DES SKORPIONS, SPUREN AUF DEM MOND) und die unverwüstliche Helga Liné (MY DEAR KILLER, BLUTMESSE FÜR DEN TEUFEL, ORGIE DES TODES) bestaunt werden, wobei Frau Stewart auch gerne mal ein nicht gerade alltägliches Hut-Haarschopf-Konstrukt auf ihrem Kopf zur Schau trägt. Als Handlangerin von Lady Chaplin spielt Ida Galli zwar vordergründig eine recht unscheinbare Rolle, aber wie allseits bekannt sein sollte, sind stille Wasser oftmals recht tief... Helga Liné zeigt sich dabei weniger modeinteressiert, denn sie kauft viel lieber massenvernichtende Atomsprengköpfe auf dem illegalen Wege ein.
Alles in allem handelt es sich bei AGENT 077 - IM NETZ DER GOLDENE SPINNE um einen bildschön inszenierten Eurospy-Vertreter, der obendrein zu den Besten des Genres zählt. Seine vollständige Wirkung entfaltete der Film erst so richtig auf der großen Leinwand, wie die Aufführung auf dem zweiten TERZA-Visione (2015) bewies. Die Darstellerriege zeigt sich sehr spielfreudig und der Storyverlauf ist auch recht spannend in Szene gesetzt. Als Höhepunkt bekommt der Zuschauer dann auch noch ein dermaßen hanebüchenes Finale vorgesetzt, dass einem Sehen und Hören dabei vergeht: Ungeachtet der zur Verkaufsschau ausgestellten Atomraketen liefern sich der Superagent und der Superschurke genau inmitten der hochexplosiven Ware einen heftigen Schusswechsel, der mit Leichtigkeit zu einer globalen Atomkatastrophe führen kann. Abschließend sei auch noch auf die erstklassige Filmmusik hingewiesen, die von keinem geringeren als dem einzigartigen Bruno Nicolai stammt. Der Titelsong "Lady Chaplin" entpuppt sich dabei als ein absoluter Ohrwurm, den man dann auch nicht mehr so schnell aus dem Gehörgang bekommt. Leider schaffte es die "Vocal Version" von Bobby Solo aus unerklärlichen Gründen nicht auf die Kauf-CD, auf der ausschließlich die "Instrumental Version" des Titelsongs enthalten ist. Schade!
Fazit: Erstklassig, bildschön, fantastische Musik und atemberaubende Darstellerinnen.
Filmplakate:
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Score:
(Überarbeiter Beitrag aus dem alten Forum - 2016)
