Claus Holm
● DER ADLER VOM VELSATAL (D|1957)
mit Waltraut Haas, Renate Ewert, Klaus Heintel, Richard Häussler, Sepp Rist, Stanislav Ledinek und Ilse Steppat
eine Produktion der Hans Deppe Film | im Europa Filmverleih
ein Film von Richard Häussler
DER ADLER VOM VELSATAL
● DER ADLER VOM VELSATAL (D|1957)
mit Waltraut Haas, Renate Ewert, Klaus Heintel, Richard Häussler, Sepp Rist, Stanislav Ledinek und Ilse Steppat
eine Produktion der Hans Deppe Film | im Europa Filmverleih
ein Film von Richard Häussler
»Seit wann trägt denn ein Birnbaum Äpfel?«
Im Velsatal geht ein Wilderer um. Auch Toni Erlbacher (Claus Holm), der Erbe des Adlerhofes, gerät unter Verdacht, da er neuerdings in der berüchtigten Grenzschänke verkehrt, in der hauptsächlich Schmuggler und lichtscheues Gesindel ihr Unwesen treiben. Aber Toni möchte Gina, die Tochter der verrufenen Wirtin Coletta (Ilse Steppat) heiraten, doch sein Vater droht ihm unter diesen Umständen damit, ihn zu enterben. Zuvor war Toni mit Andrea (Waltraud Haas), der Tochter des Försters Strobl (Sepp Rist) verlobt, und nach dem Zerwürfnis der beiden ist Andreas Vater nicht mehr sehr gut auf ihn zu sprechen. Vielmehr noch, er ist der festen Überzeugung, dass es sich bei Toni um den Wilderer handelt. Eines Nachts will der Förster den maskierten Mann stellen, doch am nächsten Tag wird er erschossen aufgefunden...
Der hauptsächlich als Schauspieler bekannte Richard Häussler versuchte sich in den 50er Jahren ebenfalls als Regisseur, schließlich brachte er es sieben Mal auf den Regiestuhl und betätigte sich im Genre des Heimatfilms, der insbesondere in dieser Dekade seine Blütezeit erlebte. Die Grundgerüste dieser Beiträge waren so gut wie immer gleich, hauptsächlich geht es um Liebe, Leidenschaft, Gerechtigkeit oder beispielsweise provinzielle Engstirnigkeit, ein Happy-End schien jedoch stets garantiert. "Der Adler vom Velsatal" unterscheidet sich keineswegs von Konkurrenzproduktionen und bietet angesichts der soliden Bearbeitung einen hohen Unterhaltungswert, vorausgesetzt man kann mit derartigen Filmen überhaupt etwas anfangen. Richard Häussler konzentriert sich auf charakteristische Landschaftsaufnahmen und bedrohliche Situationen, außerdem bekommt man viele unterschiedliche Charaktere angeboten, die dem Verlauf jeweils einen festen Stempel aufdrücken können. Sicherlich wimmelt es auch von diversen Klischees in der malerischen Bergkulisse, jedoch sollte einfach auch betrachtet werden, dass dem Kinogänger von damals genau das geboten wurde, was er sehen wollte. In dieser Geschichte sieht man etliche Darsteller, die erstens jedes Genre problemlos und glaubhaft bedienen konnten, zweitens absolvierten einige dieser Interpreten wenige Jahre später einen nahtlosen Übergang ins Kriminalfach, als dem Heimatfilm die Zugkraft ausging. Im vermutlich imaginären Velsatal spielt sich in den Grenzgebieten zwischen Österreich und Italien nächtlich immer das gleiche Szenario ab. Schmuggler sind am Werk und die Gendarmerie ist mit der Situation überfordert. Auch die Bewohner, die Arbeit, Idylle, Ruhe und Ordnung gewohnt sind, sehen sich plötzlich mit der neuen italienischen Kaschemmen-Wirtin konfrontiert, deren Ruf ihr vorauseilt und Fragen zu ihrer Vergangenheit aufwirft.
Das Tauziehen zwischen Gut und Böse, zwischen Not und Tugenden wird gleich von vorne herein ausladend dargeboten, klassische Sympathieträger und dubiose Figuren werden auf einem Präsentierteller serviert. Hauptdarsteller Claus Holm macht seine Sache hier wirklich gut und er kann dem Zuseher das Mitfiebern zu seiner hin- und hergerissenen Figur Toni abverlangen. An seiner Seite glänzt Heimatfilm-Star Waltraut Haas mit einer Interpretation, die vollkommen der Anforderung entspricht. Eine weitere ansprechende Leistung sieht man des Weiteren von Renate Ewert, die wie üblich etwas Geheimnis und unkonventionelles Verhalten an den Tag legen darf, außerdem wissen die restlichen Darsteller wie insbesondere Klaus Heintel, Stanislav Ledinek oder Sepp Rist zu gefallen. Richard Häussler war hier nicht nur als Regisseur tätig, sondern er verschaffte sich gleich eine wichtige Rolle im Film, tritt aber erst recht spät in Erscheinung. Der große Clou ist und bleibt allerdings Ilse Steppat als verruchte Wirtin, die hier alle Register ziehen wird. Ihr wildes Temperament wirkt einschüchternd, ihre laute Stimme versucht ihre Kritiker stets zu übertönen und sie wirkt wie üblich auf ihre Art und Weise gefährlich und hinterhältig. Erneut großartig, diese Dame! Wenn sich die Geschehnisse durch Nötigung, Täuschung und schließlich Mord zuspitzen, kommt man zusätzlich in den Genuss einer kurzen Gerichtssequenz, doch Richard Häussler höchstpersönlich wird diesen Fall hinter und vor der Kamera aufrollen und lösen, was zugegebenermaßen ein bisschen zu glatt geht. Die in Phasen etwas seichte Inszenierung ist ausgleichsweise mit manchen Finessen und etwas Tragik bestückt worden, sodass der Weg bis zum glücklichen Ende ziemlich kurzweilig ausgefallen ist. "Der Adler vom Velsatal" ist unterm Strich eines der unterhaltsameren Exemplare des einschlägigen Heimatfilms geworden. Insgesamt unterhaltsam!
Der hauptsächlich als Schauspieler bekannte Richard Häussler versuchte sich in den 50er Jahren ebenfalls als Regisseur, schließlich brachte er es sieben Mal auf den Regiestuhl und betätigte sich im Genre des Heimatfilms, der insbesondere in dieser Dekade seine Blütezeit erlebte. Die Grundgerüste dieser Beiträge waren so gut wie immer gleich, hauptsächlich geht es um Liebe, Leidenschaft, Gerechtigkeit oder beispielsweise provinzielle Engstirnigkeit, ein Happy-End schien jedoch stets garantiert. "Der Adler vom Velsatal" unterscheidet sich keineswegs von Konkurrenzproduktionen und bietet angesichts der soliden Bearbeitung einen hohen Unterhaltungswert, vorausgesetzt man kann mit derartigen Filmen überhaupt etwas anfangen. Richard Häussler konzentriert sich auf charakteristische Landschaftsaufnahmen und bedrohliche Situationen, außerdem bekommt man viele unterschiedliche Charaktere angeboten, die dem Verlauf jeweils einen festen Stempel aufdrücken können. Sicherlich wimmelt es auch von diversen Klischees in der malerischen Bergkulisse, jedoch sollte einfach auch betrachtet werden, dass dem Kinogänger von damals genau das geboten wurde, was er sehen wollte. In dieser Geschichte sieht man etliche Darsteller, die erstens jedes Genre problemlos und glaubhaft bedienen konnten, zweitens absolvierten einige dieser Interpreten wenige Jahre später einen nahtlosen Übergang ins Kriminalfach, als dem Heimatfilm die Zugkraft ausging. Im vermutlich imaginären Velsatal spielt sich in den Grenzgebieten zwischen Österreich und Italien nächtlich immer das gleiche Szenario ab. Schmuggler sind am Werk und die Gendarmerie ist mit der Situation überfordert. Auch die Bewohner, die Arbeit, Idylle, Ruhe und Ordnung gewohnt sind, sehen sich plötzlich mit der neuen italienischen Kaschemmen-Wirtin konfrontiert, deren Ruf ihr vorauseilt und Fragen zu ihrer Vergangenheit aufwirft.
Das Tauziehen zwischen Gut und Böse, zwischen Not und Tugenden wird gleich von vorne herein ausladend dargeboten, klassische Sympathieträger und dubiose Figuren werden auf einem Präsentierteller serviert. Hauptdarsteller Claus Holm macht seine Sache hier wirklich gut und er kann dem Zuseher das Mitfiebern zu seiner hin- und hergerissenen Figur Toni abverlangen. An seiner Seite glänzt Heimatfilm-Star Waltraut Haas mit einer Interpretation, die vollkommen der Anforderung entspricht. Eine weitere ansprechende Leistung sieht man des Weiteren von Renate Ewert, die wie üblich etwas Geheimnis und unkonventionelles Verhalten an den Tag legen darf, außerdem wissen die restlichen Darsteller wie insbesondere Klaus Heintel, Stanislav Ledinek oder Sepp Rist zu gefallen. Richard Häussler war hier nicht nur als Regisseur tätig, sondern er verschaffte sich gleich eine wichtige Rolle im Film, tritt aber erst recht spät in Erscheinung. Der große Clou ist und bleibt allerdings Ilse Steppat als verruchte Wirtin, die hier alle Register ziehen wird. Ihr wildes Temperament wirkt einschüchternd, ihre laute Stimme versucht ihre Kritiker stets zu übertönen und sie wirkt wie üblich auf ihre Art und Weise gefährlich und hinterhältig. Erneut großartig, diese Dame! Wenn sich die Geschehnisse durch Nötigung, Täuschung und schließlich Mord zuspitzen, kommt man zusätzlich in den Genuss einer kurzen Gerichtssequenz, doch Richard Häussler höchstpersönlich wird diesen Fall hinter und vor der Kamera aufrollen und lösen, was zugegebenermaßen ein bisschen zu glatt geht. Die in Phasen etwas seichte Inszenierung ist ausgleichsweise mit manchen Finessen und etwas Tragik bestückt worden, sodass der Weg bis zum glücklichen Ende ziemlich kurzweilig ausgefallen ist. "Der Adler vom Velsatal" ist unterm Strich eines der unterhaltsameren Exemplare des einschlägigen Heimatfilms geworden. Insgesamt unterhaltsam!