SECHS STUNDEN ANGST
● SECHS STUNDEN ANGST (D|1964) [TV]
mit Paul Dahlke, Hans Söhnker, Alexander Kerst, Herbert Tiede, Wolfgang Völz, Wera Frydtberg,
Christiane Schmidtmer, Claude Vernier, Hermann Lenschau, Gisela Fackeldey, Renate Schacht, u.a.
eine Produktion des Südwestfunks
ein Film von Eugen York





»Die Maschine ist zum Tode verurteilt!«
Ein Flug von Paris nach Montréal soll nach der planmäßigen Zeit sechs Stunden in Anspruch nehmen. Als sich die Maschine mit vierzig Passagieren jedoch mitten über dem Atlantik befindet, geht der Anruf eines Unbekannten ein. Er behauptet, es sei eine Zeitbombe an Bord. Kriminalkommissar Bignon (Paul Dahlke) muss die Ermittlungen gegen einen Sekundenzeiger führen, und der Polizeiapparat arbeitet auf Hochtouren am Zusammentragen irgendwelcher Informationen. Doch wer ist der Unbekannte? Ist er überhaupt ernstzunehmen? Währenddessen spitzt sich die Lage an Bord zu, da einige der Passagiere die Nerven verlieren. Flugkapitän Humphrey (Alexander Kerst) hat nun alle Hände voll zu tun, um die Situation vor der Eskalation zu bewahren und niemand weiß, ob die Maschine ihr Ziel jemals erreichen wird...
Eugen Yorks Fernsehspiel "Sechs Stunden Angst" kann zunächst einmal eine sehr straffe Gangart bescheinigt werden, was zunächst an dem Umstand liegen mag, dass die Spieldauer lediglich eine gute Stunde beträgt. Allerdings liegt es aber vor allem an der gewählten Erzählstruktur, denn Spannung, Tempo und Nervosität werden nicht zuletzt wegen des effizienten Drehbuches forciert und es gibt dem Empfinden nach keine einzige Szene, die sich als Staffage herausstellt. Zu Beginn werden die Passagiere am Flughafen vorgestellt und man erahnt bei dieser Gelegenheit, dass es neben der eigentlichen Geschichte noch viele emotionale Verstrickungen untereinander gibt, oder geben wird. Ausgestattet mit einer großartigen Besetzung, kann die Maschine also in ihren Schreckensflug starten, bis auch schon die Bombendrohung des Unbekannten eingeht. Etwas schade hierbei ist, dass der aufmerksame Zuschauer, oder besser gesagt das geschulte Ohr, die Stimme des Täters am Telefon erkennen kann, was jedoch verblüffenderweise nicht großartig ins Gewicht fällt, weil die Auflösung ohnehin recht früh präsentiert wird, um sich auf ein langes, spannendes und ausgekochtes Finale zu konzentrieren. Wieder einmal sind es die charakteristischen Veranschaulichungen, die für Atmosphäre sorgen werden. Ob im Cockpit oder an Bord, in den muffigen Räumen der Polizei oder am Flughafen selbst, es gibt viel Lokalkolorit zu sehen, an dem sich der interessierte Zuschauer erfreuen kann. Als der bedrohliche Anruf eingeht, und man Kriminalkommissar Bignon unverzüglich verständigt, beziehungsweise aus dem Bett wirft, wird einem die Brisanz vor Augen gehalten, die im Vakuum Flugzeug entstehen kann, aber ebenso im Polizeibüro.
Beliebte Stars des deutschen Films werden ab sofort ihr Bestes tun, um für Glaubwürdigkeit zu sorgen. Paul Dahlke auf Seiten von Recht und Ordnung liefert eine präzise Färbung des routinierten Beamten, der sowohl mit Fingerspitzengefühl, als auch mit Daumenschrauben agieren kann. Entgegen seines gemütlich wirkenden Wesens scheint es hier so zu sein, als ob der Motor auf Hochtouren läuft und es entsteht kein Zweifel, dass der ausgefuchste Herr diese zunächst aussichtslos wirkende Angelegenheit klären kann. Alexander Kerst als Pilot demonstriert Verlässlichkeit und so weit es geht auch Sicherheit, obwohl er mit brisanten Aufgaben an Bord konfrontiert wird, vor allem, wenn die Nerven plötzlich blank liegen. Besondere Leistungen zeigen noch Hans Söhnker, der erneut mit einer weltmännischen Note überzeugen kann, was in puncto Arroganz und Zynismus nur von Wolfgang Völz übertroffen wird. Bei den Damen tun sich insbesondere Wera Frydtberg als Stewardess, die die Ruhe bewahren kann, und die reizende Christiane Schmidtmer hervor, außerdem sind die restlichen Leistungen aller Akteure sehr gelungen. Ein Film, in dem die Zeit derartig drängt, wird naturgemäß eine gewisse Grundspannung zu Teil, doch es sind vor allem die hinzugegebenen Finessen, die einen runden Gesamteindruck fabrizieren. Eugen York konzentriert sich in dieser Geschichte nicht nur einseitig, sondern behandelt auch kleinere Nebensächlichkeiten, die einfach an Bord einer Maschine nicht fehlen werden. Das große Plus bleibt allerdings das lange andauernde Finale, in dem es zu Wendungen, Überraschungen, kleineren Paukenschlägen und sogar tragischen Momenten kommt, sodass "Sechs Stunden Angst" im Sinne eines klassischen Unterhaltungsfilms in jeder Hinsicht geglückt ist. Wieder etwas für Nostalgiker und wieder einmal sehenswert!
Eugen Yorks Fernsehspiel "Sechs Stunden Angst" kann zunächst einmal eine sehr straffe Gangart bescheinigt werden, was zunächst an dem Umstand liegen mag, dass die Spieldauer lediglich eine gute Stunde beträgt. Allerdings liegt es aber vor allem an der gewählten Erzählstruktur, denn Spannung, Tempo und Nervosität werden nicht zuletzt wegen des effizienten Drehbuches forciert und es gibt dem Empfinden nach keine einzige Szene, die sich als Staffage herausstellt. Zu Beginn werden die Passagiere am Flughafen vorgestellt und man erahnt bei dieser Gelegenheit, dass es neben der eigentlichen Geschichte noch viele emotionale Verstrickungen untereinander gibt, oder geben wird. Ausgestattet mit einer großartigen Besetzung, kann die Maschine also in ihren Schreckensflug starten, bis auch schon die Bombendrohung des Unbekannten eingeht. Etwas schade hierbei ist, dass der aufmerksame Zuschauer, oder besser gesagt das geschulte Ohr, die Stimme des Täters am Telefon erkennen kann, was jedoch verblüffenderweise nicht großartig ins Gewicht fällt, weil die Auflösung ohnehin recht früh präsentiert wird, um sich auf ein langes, spannendes und ausgekochtes Finale zu konzentrieren. Wieder einmal sind es die charakteristischen Veranschaulichungen, die für Atmosphäre sorgen werden. Ob im Cockpit oder an Bord, in den muffigen Räumen der Polizei oder am Flughafen selbst, es gibt viel Lokalkolorit zu sehen, an dem sich der interessierte Zuschauer erfreuen kann. Als der bedrohliche Anruf eingeht, und man Kriminalkommissar Bignon unverzüglich verständigt, beziehungsweise aus dem Bett wirft, wird einem die Brisanz vor Augen gehalten, die im Vakuum Flugzeug entstehen kann, aber ebenso im Polizeibüro.
Beliebte Stars des deutschen Films werden ab sofort ihr Bestes tun, um für Glaubwürdigkeit zu sorgen. Paul Dahlke auf Seiten von Recht und Ordnung liefert eine präzise Färbung des routinierten Beamten, der sowohl mit Fingerspitzengefühl, als auch mit Daumenschrauben agieren kann. Entgegen seines gemütlich wirkenden Wesens scheint es hier so zu sein, als ob der Motor auf Hochtouren läuft und es entsteht kein Zweifel, dass der ausgefuchste Herr diese zunächst aussichtslos wirkende Angelegenheit klären kann. Alexander Kerst als Pilot demonstriert Verlässlichkeit und so weit es geht auch Sicherheit, obwohl er mit brisanten Aufgaben an Bord konfrontiert wird, vor allem, wenn die Nerven plötzlich blank liegen. Besondere Leistungen zeigen noch Hans Söhnker, der erneut mit einer weltmännischen Note überzeugen kann, was in puncto Arroganz und Zynismus nur von Wolfgang Völz übertroffen wird. Bei den Damen tun sich insbesondere Wera Frydtberg als Stewardess, die die Ruhe bewahren kann, und die reizende Christiane Schmidtmer hervor, außerdem sind die restlichen Leistungen aller Akteure sehr gelungen. Ein Film, in dem die Zeit derartig drängt, wird naturgemäß eine gewisse Grundspannung zu Teil, doch es sind vor allem die hinzugegebenen Finessen, die einen runden Gesamteindruck fabrizieren. Eugen York konzentriert sich in dieser Geschichte nicht nur einseitig, sondern behandelt auch kleinere Nebensächlichkeiten, die einfach an Bord einer Maschine nicht fehlen werden. Das große Plus bleibt allerdings das lange andauernde Finale, in dem es zu Wendungen, Überraschungen, kleineren Paukenschlägen und sogar tragischen Momenten kommt, sodass "Sechs Stunden Angst" im Sinne eines klassischen Unterhaltungsfilms in jeder Hinsicht geglückt ist. Wieder etwas für Nostalgiker und wieder einmal sehenswert!