FRAU WIRTINS TOLLE TÖCHTERLEIN - Franz Antel

Sexwellen, Kriminalspaß und andere Krautploitation.
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Prisma
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FRAU WIRTINS TOLLE TÖCHTERLEIN - Franz Antel

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● FRAU WIRTINS TOLLE TÖCHTERLEIN / LEVA LO DIAVOLO TUO DAL... CONVENTO (D|A|I|1972)
mit Teri Tordai, Gabriele Tinti, Margot Hielscher, Femi Benussi, Paul Löwinger, Christina Losta, Hans Terofal, Galliano Sbarra, Kurt Großkurth, Alena Penz,
Franz Muxeneder, Marika Mindszenty, Sonja Jeannine, Joanna Jung, Dolores Schmidinger, Raoul Retzer, Raimund Folkert, Ursula Reit und Jacques Herlin
ein Neue Delta Film | der Malory Produktion | Cinemar Produzione Cinematografica | im Constantin Filmverleih
ein Film von Franz Antel

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»Mir ist schon wieder ein Teufel erschienen!«


Die Wirtin von der Lahn, mittlerweile Gräfin Süderland (Teri Tordai), lacht sich buchstäblich zu Tode, als sie den Leichenbestatter ihres Mannes und die Dienstmagd in flagranti in einem Schrank erwischt. Um die rechtmäßige Erbin des Vermögens zu finden, reist der Testamentsvollstrecker Vincent van der Straten (Gabriele Tinti) in ein Schwarzwälder Klosterinternat, steht jedoch vor einem großen Rätsel. Gleich fünf freizügige Klosterschülerinnen kommen als Nachkommen für das beträchtliche Vermögen infrage. Sehr zum Missfallen der strengen Mutter Oberin (Margot Hielscher) stiften die Mädchen reichlich Chaos, während die Suche im Hintergrund weitergeht …

Die deutsch-österreichisch-italienische Erotikkomödie "Frau Wirtins tolle Töchterlein" aus dem Jahr 1972 markiert den offiziellen sechsten und letzten Teil der erfolgreichen "Wirtin von der Lahn"-Filmreihe, jeweils unter der Regie von Franz Antel. Obwohl die Grundidee um das Ableben der berüchtigten Wirtin, die Suche nach ihrer Erbin im Nonnenkloster und die finale Enthüllung das Potenzial für eine amüsante Verwechslungskomödie hergibt, fällt die Umsetzung aufgrund erheblicher struktureller Schwächen. Aufgrund einer dreijährigen Pause zum Vorgängerfilm wegen einer deutlichen Ermüdung des Formats, des Aufstiegs des moderneren Report-Films sowie der Vollauslastung des umtriebigen Regisseurs, ist von diesem letzten Teil nicht mehr viel zu erwarten. So präsentiert sich dieses Finale als klassischer Schwanengesang einer sterbenden Kinoreihe, wie man sie schon häufig zu Gesicht bekam. Gemessen an den Millionen-Erfolgen der ersten Teile war der Film an den Kassen kein großes Happening mehr und wirkte auf das Publikum wie ein substanzloses, eilig zusammengeschustertes Ersatzteillager, welches es am Ende auch ist. Um Produktionskosten einzusparen und das schrumpfende Budget zu kaschieren, setzte Antel massiv auf das Recycling von altem Archivmaterial und füllte die Handlung mit zahlreichen Rückblenden aus den früheren Filmen auf, was hier tatsächlich einen großen zeitlichen Block ausmacht. Diese Mogelpackung wird besonders beim Umgang mit der Hauptdarstellerin Teri Tordai spürbar, was beim Kinopublikum für erhebliche Enttäuschungen sorgte. Als unangefochtenes Herzstück und Werbegesicht der Reihe wurde sie im Vorspann und auf den Filmplakaten weiterhin prominent als Hauptattraktion vermarktet, stand aber tatsächlich nur für wenige Minuten zu Beginn des Films vor der Kamera, bevor ihre ikonische Figur den skurrilen Lachtod starb; die vielleicht einzige amüsante Szene dieser Geschichte. Zwar bleibt Tordai durch die eingestreuten Filmschnipsel im Bewusstsein der Zuschauer präsent, doch das bloße Recycling früherer Glanzszenen kann das Fehlen der echten Titelfigur in der aktuellen Handlung nicht im Entferntesten ausgleichen. Um gegen die zeitgenössische Konkurrenz wie etwa des Bahnhofskinos zu bestehen, ist der Humor zugunsten des Niveaus der vieler früherer Geschichten untergeordnet und driftet in den damals typischen und überaus plumpen Kinoklamauk ab.

Gleichzeitig geht es in den neu gedrehten Heuboden- und Klosterszenen deutlich zeigefreudiger, offensiver und schlüpfriger zu, wobei explizitere Handlungen wieder einmal nur indirekt angedeutet werden. Hierfür engagierte man eine neue Riege von Titelmädchen aus dem damals florierenden Softsex- und Exploitation-Kino, allen voran die attraktive Italienerin Femi Benussi. Diese fungiert als internationales Zugpferd für den europäischen Markt und kann im Rückblick mit weit über 80 Filmen die mit Abstand größte und produktivste Karriere aller sich präsentierenden Töchterlein anbieten, die hauptsächlich deutsche Sexfilm-Karrieren vorzuweisen haben. Die gewohnt klamaukigen und vertrauten Wohlfühl-Rahmen für das Stammpublikum sichern derweil die üblichen Verdächtigen des entsprechenden Films dieser Zeit im Hintergrund, wie etwa Paul Löwinger, Hans Terofal, Erich Padalewski oder Jacques Herlin. Ein völlig überraschender schauspielerischer Lichtblick in dieser filmischen Grabrede ist die Platzierung der ehrwürdigen Mutter Oberin durch die unverkennbare Margot Hielscher. Für die ehemalige Diva der UFA-Ära ist dieser Auftritt in einer kriselnden Kinolandschaft als reiner Brotjob zu werten, vielleicht ebenso wie für den italienischen Hauptdarsteller Gabriele Tinti, den beide jedoch mit bemerkenswerter Professionalität, Charme und Präsenz lösen und ausfüllten. Insbesondere diese beiden wichtigen Vertreter der Entourage machen das möglicherweise nur einmalige Ansehen dieses Streifens durchaus lohnenswert, da es Hielscher mit ihrer hauseigenen Eleganz und Würde, Tinti mit unaufdringlichem Charme und einer mehr als annehmbaren Auffassung des Humors versucht. Letztlich steht der Film exemplarisch für das typische Muster einer auslaufenden Filmreihe, bei der eine einst profitable Marke unter wirtschaftlichem Druck vor dem endgültigen Aus noch ein letztes Mal radikal ausgeschlachtet wurde. Wer schließlich auf der Suche nach neuen "Frau Wirtin"-Impulsen ist, wird hier derb enttäuscht werden, wofür das Fehlen der schönen Teri Tordai am meisten verantwortlich ist, auch wenn sie hier permanent in Rückblenden präsent zu sein scheint. Dies muss schließlich als reine Marketing-Strategie innerhalb einer globalen Fantasielosigkeit hingenommen werden, macht den Film allerdings noch schwerer bekömmlich, als er es ohnehin schon ist. Vom Amüsement und Charme des ersten Teils ist leider nichts mehr übriggeblieben.

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