● BLAU BLÜHT DER ENZIAN (D|1973)
mit Ilja Richter, Catharina Conti, Hansi Kraus, Sascha Hehn, Jutta Speidel, Jacques Herlin, Ellen Umlauf, Evi Kent, Hans Terofal,
Alexander Grill, Margot Mahler, Grit Castell, Maja Hoppe, Otto Retzer, Annemarie Wiese und Heinrich Schweiger sowie Eddi Arent
als Gäste: Heino, Jürgen Marcus, Bata Illic, Nicki, Chris Andrews und Wir
ein Lisa Film | im Constantin Filmverleih
ein Film von Franz Antel
»Plötzlich steht das Glück dann vor der Tür!«
In der Alpen-Hotelfachschule Schloss Thannberg verbrennt Lilo (Caterina Conti) aus Versehen das Geld für die Schulkasse. Um die Katastrophe zu vertuschen, verwandeln die Schüler das Internat während der Winterferien heimlich in ein Luxushotel für solvente Gäste. Angeführt von Pinky (Ilja Richter), Stefan (Hansi Kraus) und Gaby (Jutta Speidel) startet die Truppe einen improvisierten Hotelbetrieb. Das Chaos bricht aus, als anspruchsvolle Gäste wie der Großindustrielle H. C. Morton (Heinrich Schweiger) anreisen und die Schüler den Schwindel vor Direktor Bonelli (Jacques Herlin) und Dr. Überlein (Eddi Arent) verbergen müssen. Doch es kommt zu findigen Ideen …
Der Wiener Franz Antel gilt als einer der unbestrittenen Könige des kommerziellen Unterhaltungskinos im deutschsprachigen Raum und war einer der wenigen Regisseure, die den Kunstanspruch bewusst hinter den wirtschaftlichen Erfolg stellten. Seine Handschrift prägte die Gattung der Schlager- und Verwechslungskomödie maßgeblich, die in den 1960er- und 1970er-Jahren ihre Hochphase erlebte. Zu den wichtigsten Produktionsnotizen von "Blau blüht der Enzian" gehört, dass der Film unter der Leitung des erfahrenen Produzenten Erich Tomek für die renommierte Lisa Film realisiert wurde. Das Drehbuch stammte von Kurt Nachmann, einem Stammautor des seichten Kinos jener Ära. Finanziell und konzeptionell war das gesamte Projekt eine direkte Reaktion auf den gigantischen Erfolg des gleichnamigen Chart-Hits des Sängers Heino aus dem Jahr 1972, weshalb das musikalische Fundament des Films gewissermaßen als kalkulierte Hitserie am Fließband entstand. Die Popularität dieser Filme basierte auf einer bewährten Rezeptur aus viel angesagter Musik, harmlosen Liebeskapriolen, fotogenen Urlaubslandschaften und Klamauk à la carte. Filme wie dieser bedienten quasi das Eskapismus-Bedürfnis des Publikums, das sich immer noch nach unbeschwerter Unterhaltung abseits gesellschaftlicher Konflikte sehnte und thematisch tiefgründige Geschichten meistens in den Schatten zu stellen pflegte. In der Tradition des deutschen und österreichischen Heimatfilms und des sogenannten Klamauk-Kinos wurden bekannte Schlagerstars wie Jürgen Marcus, Bata Illic oder Heino selbst nicht nur für den Soundtrack, sondern auch für kurze Schauspiel- oder Performance-Szenen platziert, was die Spieldauer unmissverständlich streckt oder einem die Zeit bestenfalls vertreiben kann. Während das bürgerliche Feuilleton und zeitgenössische Kritiker das Werk oft als anspruchslos und minderwertig verrissen, nahm das Kinopublikum diese Produktionen dankend an. Franz Antel verstand es meisterhaft, die Stars der Jugendzeitschrift Bravo, wie etwa Ilja Richter oder Hansi Kraus, mit den Sehnsüchten der älteren Generation nach alpenländischer Idylle zu verknüpfen. Dadurch schuf er ein langlebiges popkulturelles Phänomen, das bis heute Kultstatus bei Fans des nostalgischen 1970er-Jahre-Kinos genießt. Im Kino konnte der Film mehrere Hunderttausend Kinozuschauer erreichen, möglicherweise sogar ein Millionenpublikum, doch diese Reichweite wurde durch stetige TV-Wiederholungen in immenser Weise multipliziert.
Beurteilt man insbesondere diesen Beitrag nach heutigen Maßstäben, kann er sich praktisch nicht auf der Gewinnerseite wiederfinden, denn das Angebot ist teils strapaziös und überaus repetitiv. Im Vorlauf war auch die hier leicht modifizierte Thematik durch zahlreiche Reihen wie die Lümmel-Filme hinlänglich bekannt, aber auch die Kombination mit Schlager- beziehungsweise Liebesfilm liefert dem Zuschauer nichts Neues. Diese Kritik lässt sich schlussendlich auch bei der hier rekrutierten Besetzung anbringen, die sich bereits in diversen Vorgängern dienstbar machen ließ, dementsprechend immer in die gleichen Rollenprofile zu schlüpfen hatte. Dies lässt sich von Ilja Richter bis Eddi Arent sagen, deren routiniertes Abarbeiten beinahe schon bedauerlich ist, da in vielen Interpreten weitaus mehr steckte, als das, was hier am Fließband per Soll abgeliefert wurde. So lässt sich in den meisten Fällen sagen, dass Karrieren in derartigen Filmen entstanden, aber genauso wieder beendet wurden, als die große Welle am Abebben war. Ilja Richter lässt sich hier erneut auf alle Unarten ein, definiert und modelliert den Begriff des deutschen Kino-Humors dabei unerbittlich mit. Kurz und schlecht: Seine Darbietung im Rahmen von Gehabe, Gestik und Mimik ist unerträglich. Da Hansi Kraus etwas diskreter bei allem vorgeht und erneut als Macher verkauft wird, wird seine Performance nicht reflexartig in den gleichen Topf gerührt, was auch für Sascha Hehn gilt. Catharina Conti und Jutta Speidel bedienen das Bild der hübschen Unangepassten, die meisten anderen spielen Klischees, zu denen sie selbst geworden sind, klassisch aus. Hier sind vor allem Eddi Arent und Hans Terofal zu benennen. Es gibt je nach Präferenzen ein paar rühmliche Ausnahmen in dieser bemüht turbulenten Winterkulisse, doch es findet sich eher Schnee als Offenbarung. Die singenden Gäste wie Heino, Nicki oder Jürgen Marcus bringen die hauchdünne Handlung auf ihre anvisierte Zeit und am Ende stellt sich die Frage, ob die wenigen hier angebotenen Impulse ein Anschauen und Durchhalten überhaupt rechtfertigen können. Nach heutigen Begriffen ist "Blau blüht der Enzian" als eine nicht unerhebliche Strapaze zu bezeichnen, deren Repertoire sich auf längst Dagewesenes beschränkt und keinen neuen Input anzubieten weiß. Dennoch war man genau mit dieser Strategie auf der sicheren Seite und konnte mehrere Hits im Hit landen, was nach heutigen Maßstäben vielleicht einfach schwerer zu begreifen ist, als zur Entstehungszeit. Dennoch bleibt dieser Enzian insgesamt schwer bekömmlich.
Der Wiener Franz Antel gilt als einer der unbestrittenen Könige des kommerziellen Unterhaltungskinos im deutschsprachigen Raum und war einer der wenigen Regisseure, die den Kunstanspruch bewusst hinter den wirtschaftlichen Erfolg stellten. Seine Handschrift prägte die Gattung der Schlager- und Verwechslungskomödie maßgeblich, die in den 1960er- und 1970er-Jahren ihre Hochphase erlebte. Zu den wichtigsten Produktionsnotizen von "Blau blüht der Enzian" gehört, dass der Film unter der Leitung des erfahrenen Produzenten Erich Tomek für die renommierte Lisa Film realisiert wurde. Das Drehbuch stammte von Kurt Nachmann, einem Stammautor des seichten Kinos jener Ära. Finanziell und konzeptionell war das gesamte Projekt eine direkte Reaktion auf den gigantischen Erfolg des gleichnamigen Chart-Hits des Sängers Heino aus dem Jahr 1972, weshalb das musikalische Fundament des Films gewissermaßen als kalkulierte Hitserie am Fließband entstand. Die Popularität dieser Filme basierte auf einer bewährten Rezeptur aus viel angesagter Musik, harmlosen Liebeskapriolen, fotogenen Urlaubslandschaften und Klamauk à la carte. Filme wie dieser bedienten quasi das Eskapismus-Bedürfnis des Publikums, das sich immer noch nach unbeschwerter Unterhaltung abseits gesellschaftlicher Konflikte sehnte und thematisch tiefgründige Geschichten meistens in den Schatten zu stellen pflegte. In der Tradition des deutschen und österreichischen Heimatfilms und des sogenannten Klamauk-Kinos wurden bekannte Schlagerstars wie Jürgen Marcus, Bata Illic oder Heino selbst nicht nur für den Soundtrack, sondern auch für kurze Schauspiel- oder Performance-Szenen platziert, was die Spieldauer unmissverständlich streckt oder einem die Zeit bestenfalls vertreiben kann. Während das bürgerliche Feuilleton und zeitgenössische Kritiker das Werk oft als anspruchslos und minderwertig verrissen, nahm das Kinopublikum diese Produktionen dankend an. Franz Antel verstand es meisterhaft, die Stars der Jugendzeitschrift Bravo, wie etwa Ilja Richter oder Hansi Kraus, mit den Sehnsüchten der älteren Generation nach alpenländischer Idylle zu verknüpfen. Dadurch schuf er ein langlebiges popkulturelles Phänomen, das bis heute Kultstatus bei Fans des nostalgischen 1970er-Jahre-Kinos genießt. Im Kino konnte der Film mehrere Hunderttausend Kinozuschauer erreichen, möglicherweise sogar ein Millionenpublikum, doch diese Reichweite wurde durch stetige TV-Wiederholungen in immenser Weise multipliziert.
Beurteilt man insbesondere diesen Beitrag nach heutigen Maßstäben, kann er sich praktisch nicht auf der Gewinnerseite wiederfinden, denn das Angebot ist teils strapaziös und überaus repetitiv. Im Vorlauf war auch die hier leicht modifizierte Thematik durch zahlreiche Reihen wie die Lümmel-Filme hinlänglich bekannt, aber auch die Kombination mit Schlager- beziehungsweise Liebesfilm liefert dem Zuschauer nichts Neues. Diese Kritik lässt sich schlussendlich auch bei der hier rekrutierten Besetzung anbringen, die sich bereits in diversen Vorgängern dienstbar machen ließ, dementsprechend immer in die gleichen Rollenprofile zu schlüpfen hatte. Dies lässt sich von Ilja Richter bis Eddi Arent sagen, deren routiniertes Abarbeiten beinahe schon bedauerlich ist, da in vielen Interpreten weitaus mehr steckte, als das, was hier am Fließband per Soll abgeliefert wurde. So lässt sich in den meisten Fällen sagen, dass Karrieren in derartigen Filmen entstanden, aber genauso wieder beendet wurden, als die große Welle am Abebben war. Ilja Richter lässt sich hier erneut auf alle Unarten ein, definiert und modelliert den Begriff des deutschen Kino-Humors dabei unerbittlich mit. Kurz und schlecht: Seine Darbietung im Rahmen von Gehabe, Gestik und Mimik ist unerträglich. Da Hansi Kraus etwas diskreter bei allem vorgeht und erneut als Macher verkauft wird, wird seine Performance nicht reflexartig in den gleichen Topf gerührt, was auch für Sascha Hehn gilt. Catharina Conti und Jutta Speidel bedienen das Bild der hübschen Unangepassten, die meisten anderen spielen Klischees, zu denen sie selbst geworden sind, klassisch aus. Hier sind vor allem Eddi Arent und Hans Terofal zu benennen. Es gibt je nach Präferenzen ein paar rühmliche Ausnahmen in dieser bemüht turbulenten Winterkulisse, doch es findet sich eher Schnee als Offenbarung. Die singenden Gäste wie Heino, Nicki oder Jürgen Marcus bringen die hauchdünne Handlung auf ihre anvisierte Zeit und am Ende stellt sich die Frage, ob die wenigen hier angebotenen Impulse ein Anschauen und Durchhalten überhaupt rechtfertigen können. Nach heutigen Begriffen ist "Blau blüht der Enzian" als eine nicht unerhebliche Strapaze zu bezeichnen, deren Repertoire sich auf längst Dagewesenes beschränkt und keinen neuen Input anzubieten weiß. Dennoch war man genau mit dieser Strategie auf der sicheren Seite und konnte mehrere Hits im Hit landen, was nach heutigen Maßstäben vielleicht einfach schwerer zu begreifen ist, als zur Entstehungszeit. Dennoch bleibt dieser Enzian insgesamt schwer bekömmlich.
