● ISABELLA - DUCHESSA DEI DIAVOLI / ISABELLA - MIT BLANKER BRUST UND SPITZEM DEGEN (I|D|1969)
mit Brigitte Skay, Mimmo Palmara, Fred Williams, Elina De Witt, Thomas Astan, Hansi Linder, Salvatore Borgese, Mario Novelli,
Renato Baldini, Enzo Andronico, Gioia Desideri, Mario De Vico, Gianni Pulone, Giacomo Furia, Furio Meniconi und Tino Scotti
eine Produktion der Cinesecolo | Hape Film | im Alpha Filmverleih
ein Film von Bruno Corbucci
mit Brigitte Skay, Mimmo Palmara, Fred Williams, Elina De Witt, Thomas Astan, Hansi Linder, Salvatore Borgese, Mario Novelli,
Renato Baldini, Enzo Andronico, Gioia Desideri, Mario De Vico, Gianni Pulone, Giacomo Furia, Furio Meniconi und Tino Scotti
eine Produktion der Cinesecolo | Hape Film | im Alpha Filmverleih
ein Film von Bruno Corbucci
»Du erregst mich!«
Die dreijährige Isabella überlebt als Einzige das Massaker des grausamen Barons von Nutter (Mimmo Palmara) an ihren adeligen Eltern. Eine Gruppe von Sinti und Roma nimmt das verwaiste Mädchen auf und zieht es als Teil ihrer Gemeinschaft groß. Viele Jahre später erfährt die junge, unerschrockene Isabella (Brigitte Skay) von ihrer wahren Herkunft und dem Unrecht, das ihrer Familie angetan wurde. Entschlossen, ihr rechtmäßiges Erbe zurückzufordern, zieht sie gemeinsam mit ihrem Verbündeten Gilbert (Fred Williams) an den französischen Hof. Bewaffnet mit außergewöhnlichem Geschick im Schwertkampf, strategischem Geschick und den Waffen einer Frau nimmt sie den Kampf gegen die Unterdrücker auf …
Der Spielfilm "Isabella – Mit blanker Brust und spitzem Degen" entstand im Jahr 1969 als italienisch-deutsche Koproduktion unter der Regie von Bruno Corbucci, dem jüngeren Bruder des berühmten Western-Regisseurs Sergio Corbucci. Für den Regisseur markierte das Werk einen wichtigen Wendepunkt in seiner Karriere, da es seinen Einstieg in das Genre der Erotikkomödie und des freizügigen Abenteuerkinos darstellte. Das Drehbuch basierte direkt auf der gleichnamigen Comic-Serie "Isabella" von Renzo Barbieri und Giorgio Cavedon. Diese Vorlage besaß in Italien historischen Charakter, denn sie gilt bis heute als der erste offen erotische Comicstrip des Landes und erfreute sich zum Zeitpunkt der Verfilmung dementsprechend enormer Popularität. Um eine möglichst werkgetreue Umsetzung zu garantieren, wurde Schöpfer Giorgio Cavedon direkt in das Autoren-Team des Films eingebunden und die Veröffentlichung des Films fiel mitten in die Phase der weltweiten gesellschaftlichen Umbrüche und der sexuellen Liberalisierung Ende der 1960er Jahre. Eine kämpfende Heldin in den Mittelpunkt eines Action- und Mantel-und-Degen-Films zu stellen, war für die damalige Kinolandschaft ein recht gewagter Schritt. Dennoch erlangte das Werk im Nachhinein kaum Reputation als emanzipatorisches Statement, da die Kamera die deutsche Hauptdarstellerin und Erotik-Expertin Brigitte Skay auffallend oft nackt im Bild platzierte. Für zusätzlichen popkulturellen Charme sorgte der eingängige Soundtrack, den der Komponist Sante Maria Romitelli beisteuerte und für ein wirklich gutes Flair sorgen kann. Ein besonders kurioser Aspekt der Filmhistorie betrifft die internationalen Schnittfassungen und Alternativtitel. Während der Film in Italien am 30. August 1969 ungekürzt starten konnte, kam er am 15. Mai 1970 stark verändert in die bundesdeutschen Kinos und so wurde die deutsche Kinofassung massiv gekürzt. Nahezu alle politischen Hintergründe der Handlung sowie längere romantische Passagen wurden entfernt, wodurch sich der Fokus fast ausschließlich auf die Action- und Erotikszenen verschob. Im englischsprachigen Raum vertrieb man das Werk unter gänzlich verschiedenen Titeln, in Deutschland wiederum kursierten im Laufe der Jahre via Super-8-Heimkino und Videokassetten ebenso extreme Alternativtitel, die das Werk je nach Zielpublikum als historischen Abenteuerfilm oder reißerischen Sexploitation-Film vermarkten sollten.
Die Besetzung von "Isabella – Mit blanker Brust und spitzem Degen" vereint prägende Gesichter des europäischen Genrefilms der späten 1960er und 1970er Jahre. Die aus Mannheim stammende Brigitte Skay übernahm die titelgebende Hauptrolle der rachsüchtigen Adligen und wird hier sehr bestimmend als Blickfang und Identifikationsfigur eingesetzt. Nicht selten ist sogar von dem Höhepunkt ihrer Filmkarriere die Rede. Die Rolle verlangte ihr nicht nur physisches Geschick in den Action- und Fechtszenen ab, sondern machte sie aufgrund der extrem freizügigen Inszenierung auch zu einem gefragten Gesicht des europäischen Erotik- und Sexploitation-Kinos. Im Anschluss an diesen Film feierte sie noch weitere internationale Erfolge, konnte jedoch nie den richtig großen Durchbruch landen. Fred Williams verkörpert Isabellas Verbündeten und war in dieser Ära ein international gefragter Frauenschwarm und Charakterdarsteller, dementsprechend regelmäßig in berüchtigten Genrefilmen zu sehen. Der erfahrene italienische Schauspieler Mimmo Palmara übernahm den Part des skrupellosen Hauptantagonisten, der Isabellas Familie auslöscht. Palmara war ein absoluter Veteran des italienischen Kinos und insbesondere durch das Sandalenfilm-Genre weltbekannt und sorgt hier für die nötige Brisanz. Es sind viele weitere, gute italienische Bekannte in diesem sehr unterhaltsamen Streifen zu sehen, allerdings auch wenige von deutscher Seite. So darf man sich über das Auftauchen der immer schönen Hansi Linder Freuen und sich bei Thomas Astans Performance durchaus fragen, ob man ihm eine derartige Präsenz auf internationaler Bühne zugetraut hätte. Die zentrale Figur bleibt allerdings stets Brigitte Skay, deren Ausstrahlung perfekt auf das umtriebige Angebot abgestimmt ist. Ihre Intention bleibt Rache, ihre Dynamik kann innerhalb ihrer eigenen Filmografie als beispiellos beschrieben werden. Insgesamt gesehen hat Regisseur Corbucci einen überraschend unterhaltsamen und kurzweiligen Film auf die Beine gestellt, dessen reißerische Tendenzen nur noch für mehr Aufmerksamkeit sorgen. Geschickt verknüpft mit prickelnden Erotikstrecken, darf es zeitweise immer wieder derb zugehen, sodass ein größtmögliches Publikum zufriedengestellt werden kann. Nach diesem Film ist jedenfalls klar, dass man bei einer Affinität für Brigitte Skay auch eine ebenso starke für Isabella entwickeln dürfte. Die Wahrscheinlichkeit, dass es umgekehrt genau so sein dürfte, ist ebenso groß. Macht wirklich Spaß.
Der Spielfilm "Isabella – Mit blanker Brust und spitzem Degen" entstand im Jahr 1969 als italienisch-deutsche Koproduktion unter der Regie von Bruno Corbucci, dem jüngeren Bruder des berühmten Western-Regisseurs Sergio Corbucci. Für den Regisseur markierte das Werk einen wichtigen Wendepunkt in seiner Karriere, da es seinen Einstieg in das Genre der Erotikkomödie und des freizügigen Abenteuerkinos darstellte. Das Drehbuch basierte direkt auf der gleichnamigen Comic-Serie "Isabella" von Renzo Barbieri und Giorgio Cavedon. Diese Vorlage besaß in Italien historischen Charakter, denn sie gilt bis heute als der erste offen erotische Comicstrip des Landes und erfreute sich zum Zeitpunkt der Verfilmung dementsprechend enormer Popularität. Um eine möglichst werkgetreue Umsetzung zu garantieren, wurde Schöpfer Giorgio Cavedon direkt in das Autoren-Team des Films eingebunden und die Veröffentlichung des Films fiel mitten in die Phase der weltweiten gesellschaftlichen Umbrüche und der sexuellen Liberalisierung Ende der 1960er Jahre. Eine kämpfende Heldin in den Mittelpunkt eines Action- und Mantel-und-Degen-Films zu stellen, war für die damalige Kinolandschaft ein recht gewagter Schritt. Dennoch erlangte das Werk im Nachhinein kaum Reputation als emanzipatorisches Statement, da die Kamera die deutsche Hauptdarstellerin und Erotik-Expertin Brigitte Skay auffallend oft nackt im Bild platzierte. Für zusätzlichen popkulturellen Charme sorgte der eingängige Soundtrack, den der Komponist Sante Maria Romitelli beisteuerte und für ein wirklich gutes Flair sorgen kann. Ein besonders kurioser Aspekt der Filmhistorie betrifft die internationalen Schnittfassungen und Alternativtitel. Während der Film in Italien am 30. August 1969 ungekürzt starten konnte, kam er am 15. Mai 1970 stark verändert in die bundesdeutschen Kinos und so wurde die deutsche Kinofassung massiv gekürzt. Nahezu alle politischen Hintergründe der Handlung sowie längere romantische Passagen wurden entfernt, wodurch sich der Fokus fast ausschließlich auf die Action- und Erotikszenen verschob. Im englischsprachigen Raum vertrieb man das Werk unter gänzlich verschiedenen Titeln, in Deutschland wiederum kursierten im Laufe der Jahre via Super-8-Heimkino und Videokassetten ebenso extreme Alternativtitel, die das Werk je nach Zielpublikum als historischen Abenteuerfilm oder reißerischen Sexploitation-Film vermarkten sollten.
Die Besetzung von "Isabella – Mit blanker Brust und spitzem Degen" vereint prägende Gesichter des europäischen Genrefilms der späten 1960er und 1970er Jahre. Die aus Mannheim stammende Brigitte Skay übernahm die titelgebende Hauptrolle der rachsüchtigen Adligen und wird hier sehr bestimmend als Blickfang und Identifikationsfigur eingesetzt. Nicht selten ist sogar von dem Höhepunkt ihrer Filmkarriere die Rede. Die Rolle verlangte ihr nicht nur physisches Geschick in den Action- und Fechtszenen ab, sondern machte sie aufgrund der extrem freizügigen Inszenierung auch zu einem gefragten Gesicht des europäischen Erotik- und Sexploitation-Kinos. Im Anschluss an diesen Film feierte sie noch weitere internationale Erfolge, konnte jedoch nie den richtig großen Durchbruch landen. Fred Williams verkörpert Isabellas Verbündeten und war in dieser Ära ein international gefragter Frauenschwarm und Charakterdarsteller, dementsprechend regelmäßig in berüchtigten Genrefilmen zu sehen. Der erfahrene italienische Schauspieler Mimmo Palmara übernahm den Part des skrupellosen Hauptantagonisten, der Isabellas Familie auslöscht. Palmara war ein absoluter Veteran des italienischen Kinos und insbesondere durch das Sandalenfilm-Genre weltbekannt und sorgt hier für die nötige Brisanz. Es sind viele weitere, gute italienische Bekannte in diesem sehr unterhaltsamen Streifen zu sehen, allerdings auch wenige von deutscher Seite. So darf man sich über das Auftauchen der immer schönen Hansi Linder Freuen und sich bei Thomas Astans Performance durchaus fragen, ob man ihm eine derartige Präsenz auf internationaler Bühne zugetraut hätte. Die zentrale Figur bleibt allerdings stets Brigitte Skay, deren Ausstrahlung perfekt auf das umtriebige Angebot abgestimmt ist. Ihre Intention bleibt Rache, ihre Dynamik kann innerhalb ihrer eigenen Filmografie als beispiellos beschrieben werden. Insgesamt gesehen hat Regisseur Corbucci einen überraschend unterhaltsamen und kurzweiligen Film auf die Beine gestellt, dessen reißerische Tendenzen nur noch für mehr Aufmerksamkeit sorgen. Geschickt verknüpft mit prickelnden Erotikstrecken, darf es zeitweise immer wieder derb zugehen, sodass ein größtmögliches Publikum zufriedengestellt werden kann. Nach diesem Film ist jedenfalls klar, dass man bei einer Affinität für Brigitte Skay auch eine ebenso starke für Isabella entwickeln dürfte. Die Wahrscheinlichkeit, dass es umgekehrt genau so sein dürfte, ist ebenso groß. Macht wirklich Spaß.
