DIE FINSTERE SONNE - Damiano Damiani

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Richie Pistilli
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DIE FINSTERE SONNE - Damiano Damiani

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Die finstere Sonne (D)
Il sole buio (IT)
El sol oscuro (ES)
Ciemne słońce (POL)
Sol Negro (BRA)
The Dark Sun


IT 1990

R: Damiano Damiani
D: Michael Paré, Jo Champa, Erland Josephson, Luciano Catenacci, Sal Borgese, Tano Cimarosa, Phyllis Logan, Leopoldo Trieste, Geoffrey Copleston, Giovanni Lo Cascio, Riccardo De Torrebruna u.a.



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Deutsche Erstaufführung: 16. August 1996 (TV-Premiere)

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Score: Riz Ortolani

OFDb



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Ruggero Villamarina-Bolt (Michael Paré), der Sohn einer Adligen, kehrt von den USA nach Palermo zurück, um an einer Trauerfeier zu Ehren seiner verstorbenen Mutter teilzunehmen. Diese findet in einem Gefängnis statt, in dem sich seine Mutter zu Lebzeiten als Wohltäterin sozial engagierte. Dort begegnet Ruggero der minderjährigen Lucia Isgrò (Jo Champa), einer jungen Drogendealerin, die gerade einen Selbstmordversuch unternommen hat. Aus Mitleid verschafft Ruggero ihr nicht nur einen regulären Job, sondern kümmert sich auch um sie, nachdem ihr Vater, Alfonso Isgrò (Leopoldo Trieste), von der Mafia in einem Straßencafe ermordet wurde. Während Lucia sich zwischenzeitlich in Ruggero verliebt hat, weist dieser sie zurück, denn für Ruggero stellt Lucia eine kleine Schwester dar, die er vor sich selbst und anderen beschützen möchte. Doch Lucia gibt nicht klein bei, sondern tischt Ruggero ständig Lügen auf, um ihn am Ende doch noch für sich zu gewinnen. Zur gleichen Zeit findet in Palermo ein großangelegter Mafia-Prozess statt, an dem auch sein Stiefvater (Erland Josephson) sowie sein Freund, Kommissar Catena (Luciano Catenacci), beteiligt sind. Kurz darauf gesteht Lucia ihm , dass sie den Mafioso Santovito umgebracht hat, da dieser nicht nur der Mörder ihres Vater war, sondern auch Ruggero aus dem Weg räumen wollte. Nachdem sich Lucia der Polizei gestellt hat, engagiert Ruggero ihr mit Camilla (Phyllis Logan) eine mutige Strafverteidigerin, der es wiederum gelingt, die Inhaftierte gegen die Zahlung einer Kaution wieder auf freien Fuß zu setzen. Währenddessen beginnt Ruggero an jeden zu zweifeln, denn er beschuldigt nicht nur seinen Stiefvater, der geheimnisvolle Boss der örtlichen Mafia zu sein, sondern verdächtigt auch Kommissar Catena der Korrumpierbarkeit. Zugleich entdeckt er nach langem Hin und Her seine wahren Gefühle für Lucia. Was folgt, ist ein bitteres Ende, das inmitten eines erneuten Trauermarschs vonstattengeht.



Damaino Damianis Spätwerk DIE FINSTERE SONNE entpuppt sich als eine Melange aus Liebesgeschichte, Anti-Mafia-Drama und Melodram, wobei es ein wenig so wirkt, als ob der Regisseur sich nicht richtig entscheiden konnte, was er letztendlich wollte. Obwohl der Film im Grunde nicht schlecht ist, wirkt er dennoch ein wenig unentschlossen und stellenweise auch etwas unzulänglich. Offensichtlich wollte Damiani ein wenig zu viel des Guten, denn die verschiedenen Handlungsstränge wirken in ihrem Zusammenspiel oftmals überladen, schleppend und nicht immer stimmig. Zudem wirkt der Film wie eine TV-Produktion. Dementsprechend gelingt es dem Film nicht, Damianis hervorragenden Regiearbeiten aus den 60er- und 70er-Jahren das Wasser zu reichen. Sein nachfolgender Film RACHEENGEL aus dem Jahr 1991 hat mir im Vergleich zum vorliegenden Film ebenfalls ein kleines bisschen besser gefallen. Dennoch sollte festgehalten werden, dass DIE FINSTERE SONNE trotz seiner zahlreichen Mankos sehr gut angesehen werden kann, denn das Gezeigte wirkt in keinster Weise uninteressant. Als Hauptdarsteller verpflichtete Damiani den US-amerikanischen Schauspieler Michael Paré, der seine Rolle mehr schlecht als recht spielt. Seine Darbietung wirkt nicht nur blass, sondern auch etwas hölzern. Ganz anders sieht es hinsichtlich der schauspielerischen Leistung von Jo Champa aus, die ihre Rolle als ausgebufftes Straßenmädchen hervorragend ausfüllt. Ihr Charakter ist instinktiv, spontan, ein wenig verrückt und leicht depressiv. Zudem tischt sie Ruggero ständig Lügengeschichten auf und hält diesen mächtig auf Trab. Die komplizierte Beziehungen der Beiden bildet das Fundament der Erzählung. Die Rolle des Stiefvaters wird wiederum überzeugend von Erland Josephson dargeboten. Gemeinsam mit Luciano Catenacci, der den ermittelnden Kommissar Catena verkörpert, sorgen die beiden dafür, dass Ruggero am Ende dem damiani-typischen paranoiden Verfolgungswahn verfällt, der auch in vielen anderen Filmen des Regisseurs eine tragende Rolle spielt. Ein weiteres kleines Highlight stellen einige hochrangige Nebendarsteller dar, die aus den glorreichen Zeiten des italienischen Genrekinos entstammen und immer gerne gesehen sind: Neben Tano Cimarosa, der den Chauffeur Ruggeros verkörpert, mischen auch noch Sal Borgese als Polizist und Leopoldo Trieste in der Rolle von Lucias Vaters mit. Agerundet wird das Ganze mit einer unaufdringlichen Filmmusik von Riz Ortolani. Hierzulande wurde der Film 1996 von Kabel 1 im TV ausgestrahlt, wobei die Synchronfassung aus den DEFA-Studios stammt.


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