THE SWINGING BARMAIDS - Gus Trikonis

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Prisma
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THE SWINGING BARMAIDS - Gus Trikonis

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● THE SWINGING BARMAIDS / ROOM SERVICE SEX / EAGER BEAVERS (US|1974-75)
mit Bruce Watson, Laura Hippe, Katie Saylor, Renie Radich, William Smith, Zitto Kazann, Jim Travis,
Ray Galvin, John Alderman, Andre Tayir, Dick Yarmy, Milt Kogan, Judith Roberts und Dyanne Thorne
eine Produktion der Carlin Company
ein Film von Gus Trikonis

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»I'm sick of all this sex and violence!«


Die Cocktailkellnerin Boo-Boo (Dyanne Thorne), gerät mit Tom (Bruce Watson), einem Gast im Swing-A-Ling Club aneinander. Dieser fühlt sich von ihren beiläufigen Kommentaren derartig erniedrigt, dass er ihr in deren Appartement folgt und sie brutal ermordet. Einige ihrer Kolleginnen überraschen ihn vor Ort und können daher ein genaues Phantombild bei der Polizei erstellen. Doch Tom verändert sein Aussehen und nimmt einen Job im gleichen Club an, da er es auf die anderen Frauen abgesehen hat und die Mordserie fortsetzt. Niemand erkennt ihn, während Polizeileutnant Harry White (William Smith) schwört, den Killer zur Strecke zu bringen …

Das US-amerikanische Exploitation-Kino hat in seiner sich austobenden Tradition einige Aushängeschilder und Klassiker zu bieten, wenngleich Gus Trikonis "The Swinging Barmaids" nicht unbedingt zu ihnen gezählt wird. Der Erfolg derartiger No-Budget-Filme bemisst sich jedoch nicht an einem kommerziellen Millionenerfolg an Kino-Kassen, da dieser aufgrund der geringeren Ausgaben erst gart nicht eingespielt werden musste. Außerdem liefen Geschichten wie diese recht erfolgreich in Drive-In-Kinos und erreichten langfristig gesehen einen gewissen Kultstatus. Vom Titel her angelehnt an den Hit "The Swinging Cheerleaders", wurde dieser Proto-Slasher nur wenig später abgedreht, um ein gewisses Momentum ausnutzen zu können. Die Geschichte wirkt dabei einfach aber unheimlich wirksam, da sofort nackte Tatsachen und wilde Todeskämpfe in die Arena geschickt werden, die das Zielpublikum überzeugen werden. In einem Club bedienen höchst aufregende Barmädchen ihre Gäste in noch aufregenderen Aufmachungen, die einen Hauch von Nichts darstellen. Unzählige Hände grapschen ihnen beim Gang durch die angeheizte und besoffene Menge an die Ärsche und Titten, aber genau das gehört zum einträglichen Geschäft. Zunächst werden die Titelmädchen einmal untereinander vorgestellt, sodass es gleich zu einem Catfight und entsprechenden Handgreiflichkeiten kommt. Zentrale Figur der ersten knapp 15 Minuten wird die naturgewaltige Dyanne Thorne sein, deren üppige Argumente beinahe aus einer Art Burlesque-Corsage quillen. Einen Gast nennt sie beim Bedienen immer beiläufig "Sunny", was ihn bis in den Blutrausch reizt. Dieser ist offenbar mit einer Handkamera gedreht, was eine Atemlosigkeit und schrille Triebkraft fabriziert, die diesen Todeskampf nicht gerade leicht erscheinen lässt. Und das nicht nur für das Opfer. Der Täter macht anschließend ein paar Schnappschüsse von der Toten, was ihn eindeutig in die Ecke eines wahnsinnigen Irren rückt, dessen Hass sich gegen die Frauen richtet, die er nicht haben kann. Wenn er sie als affektiert, eitel, hochnäsig oder einfach nur zu sexy identifiziert, könnte es gefährlich werden. Doch zunächst müssen einige Zeuginnen beseitigt werden, die ihn trotz veränderten Aussehens irgendwann identifizieren könnten. Der Film entwickelt eine dreckige Eigendynamik, die sich ausdrücklich rau und brutal zeigen will, da sich hier jeder Beteiligte auf das primitive Potenzial besinnt und verlassen kann.

Manches stimmt hier hinten und vorne nicht, aber es ist absolut egal. Die nächsten Opfer sind im Visier des psychopathischen Killers, der sich in die Bar einschleicht, in der seine Zielscheiben arbeiten. Auffällig hier ist das sehr starke Auswalzen der Todeskämpfe und Ermordungsszenen, was für eine atemlose Spannung sorgt. Bei seinen Taten geht er linear vor, was jedoch nicht für die Auswahl seiner Methoden gilt. So wird alles zwischen Erstechen, Ersäufen, Strangulieren oder dem Herbeiführen einer Luftembolie gezeigt und auch wenn sich die Opfer nach Kräften wehren, kommt eine gewisse Unerbittlichkeit auf, die hier sogar schockieren kann. In schauspielerischer Hinsicht bewegt sich das Angebot im grünen Bereich. Bruce Watson schafft es, als völlig irre identifiziert zu werden und die Damen Laura Hippe, Katie Saylor, Renie Radich oder Dyanne Thorne kreieren vornehmlich einen aufregenden Sex-Appeal, der ihrer Bar alle Ehre macht. Polizeiarbeit und Ermittlungen werden vor allem von William Smith repräsentiert, dem man es ansieht, dass ihn irgendwelche gestörten Killer absolut ankotzen. Sowohl er als auch sein Kontrahent vertreten eine spröde Vorgehensweise, sodass sich ein gewaltbereiter Showdown andeutet. Die unerschrockene Regie bietet viel Trash, Sex und Krempel an, allerdings auch ein aussagekräftiges Panorama der die Mid-70s, welches für interessante visuelle Energieschübe sorgt. Im Ganzen ist der Film schon spannend ausgefallen, zumindest spannend genug, um stringent bei der Stange halten zu können. Der Verlauf wirkt rastlos und in ausgewählten Sequenzen aggressiv, sodass sich insgesamt ein positiver Gesamteindruck etablieren kann. Natürlich wäre es noch aufwertender gewesen, Miss Thorne nicht allzu schnell bei den Opfern verheizt zu haben, aber ihre Kolleginnen können ebenso überzeugen, wenn auch weniger als Kultfiguren. Insgesamt sollte man den Film nicht wegen des uneindeutig klingenden Originaltitels liegen lassen, denn er vertreibt einem die Zeit wirklich auf teils atemberaubende Weise. "The Swinging Barmaids" bleibt ein Beitrag, der vor allem in eine Dyanne Thorne-Werkschau gehört und darüber hinaus in den Sphären nicht gerade kultiviert wirkender B-Ware unterhalten kann. Falls man nicht nach dem tieferen Sinn des Ganzen sucht, ist die Bedienung durch sie Bardamen klasse, außerdem wird auch kein auswegloser Versuch gestartet, die Beweggründe eines Durchgeknallten in irgendeiner Weise aufzuklären oder zu rechtfertigen. Umso besser!

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Prisma
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● DYANNE THORNE als BOO-BOO JOHNSON in
THE SWINGING BARMAIDS (US|1974)



Bevor Dyanne Thorne zur Kultfigur "Ilsa" avancierte, war die Amerikanerin in vielen anderen und interessanten, wenngleich auch weniger polarisierenden Rollen zu sehen, die ihre Intention unterstreichen, sich zu einem Markennamen zu entwickeln. Ausgestattet mit ungemein auffälligen weiblichen Attributen, war sie gut für Rollen zwischen Sex und Krempel, sodass Charaktere wie Boo-Boo dabei herauskommen konnten. Eng eingeschnürt in eine aufreizende Corsage, hat sie die Männer im Club nicht nur mit Drinks zu bedienen, sondern auch mit ein bisschen mehr. Für sie und ihre Kolleginnen sind die Anzüglichkeiten und das Antatschen an der Tagesordnung und daher völlig normal. Am Beispiel Boo-Boo lässt sich sogar erkennen, dass es einen Spaß fabrizieren kann, den Spieß einfach umzudrehen. So kann Gästen ganz ungeniert der Spiegel vorgehalten werden, indem sie deutlich oder durch die Blume mitgeteilt bekommen, dass sie das, was zu sehen ist, niemals haben werden. Mit einem Mann kommt ein Gespräch zustande, dass einem gleich zu Beginn merkwürdig vorkommt, da es mit Aggression und Überheblichkeit aufgeladen ist. Eigentlich ist nichts bis wenig durch die gewechselten Worthülsen passiert, doch für die aufreizende Kellnerin wird just in diesem Moment ein heimliches Todesurteil formuliert, dass von Willkür und neurotischen Zuständen getrieben zu sein scheint. Ihre letzten Worte werden daher vehement in Richtung des unscheinbar wirkenden Barbesuchers formuliert, der sich nach Dienstschluss an ihre Fersen heften wird. Dyanne Thorne gehören die ersten knappen 15 Minuten dieses Films, die sie ganz nach Art des Hauses zu formen weiß. Das Szenario ist vor allem durch sie aufgeladen mit Sex, ihr unbekannter Kontrahent sorgt passenderweise für den noch fehlenden Crime, sodass sich die Befürchtungen des Publikums wenig später in ihrem Appartement bewahrheiten werden. Die zunächst nur in Nuancen wahrgenommene Aggression entlädt sich in diesen vier Wänden auf eine Art und Weise, die eine gewisse visuelle Probe darstellt, denn es wird brutal und unbarmherzig zugehen,. Außerdem lässt es sich die Regie nicht nehmen, ihre beiden Interpreten in die Niederungen der Perversion zu schicken. Einer von beiden ist für sie zuständig, die andere Mittel zum Zweck, indem sie für Fotos missbraucht wird. Aufgebahrt wie eine Puppe, ein lebloses Spielzeug, aber mit sichtbaren Spuren der Gewalt versehen, macht der Killer voller Zufriedenheit erst einmal ein paar Schnappschüsse.

Ob es ihn lediglich angeilt, wird im Verlauf nie wirklich geklärt werden, sodass man sich schließlich sein eigenes Psychogramm zurechtbastelt. Zuvor findet ein drastischer und darstellerisch sichtlich strapaziöser Todeskampf zwischen Jäger und Beute statt, der teils erschreckende Züge annimmt, zumal sich sowohl Dyanne Thorne, als auch ihr Partner Bruce Watson total verausgaben. Die innerhalb der modischen Gesetze der Mid-70s hergerichtete Thorne beweist hierbei Mut zur Unansehnlichkeit, da sie schreckliche Todesgrimassen zu schneiden hat, sich außerdem ergebnislos wehrt, bevor der wahnsinnige Besucher ihren Hoffnungen auf das Überleben ein abruptes Ende setzt. Es entwickeln sich eigenartige Eindrücke, die aus der Erwartungshaltung resultieren, denn man rechnet einfach nicht mit einem derartig frühen Ende von Dyanne Thorne, die allerdings zahlreiche Kurz- und Gastauftritte in ihrer Karriere vorzuweisen hat, die vom Umfang her noch wesentlich übersichtlicher ausgefallen sind. Insgesamt liefert die US-Amerikanerin in der ihr zur Verfügung stehenden Zeit genügend Sex-Appeal und gewährt erneut tiefe Einblicke, sodass sie ihre Über-Weiblichkeit zu keinem Geheimnis werden lässt. Eine frühe Konfrontation mit einer Kollegin in der Umkleide der Bar und das Wortgefecht mit ihrem späteren Peiniger und Mörder lassen darauf schließen, dass Boo-Boo auch gerne einmal die Krallen ausfährt und sich von niemandem Anweisungen und gute Ratschläge geben lassen will. In wenigen ausgewählten Momenten erscheint sie daher zickig aber vollkommen selbstbewusst, die Bestätigung dürften ihr bereits unzählige Männer gegeben haben. Ohne viel über sie erfahren zu können, endet sie auch schon als Leiche auf Fotos ihres wahnsinnigen Verfolgers, doch sie bleibt als erstes Opfer in einer Reihe weiterer Morde in deutlicher Erinnerung, zumal sie optisch gesehen beispiellos bleibt. Die Zeigefreudigkeit dieses Auftrittes empfiehlt sie schließlich für ihre bekanntesten Rollen, die wenig später in maßgeblich potenzierter Intensität folgen sollten. Dyanne Thorne nimmt in dieser Produktion eine Sonderstellung ein, da ihre Erscheinung wie ein Alleinstellungsmerkmal wirkt, welches ihre Kolleginnen kaum zu bieten haben. Dies bezieht sich jedoch nicht ausschließlich auf ihre optischen Qualitäten, sondern die merkliche Extravaganz ihrer Art zu interpretieren. Ihre Karriere definiert sich somit nicht nur über ihre Filmklassiker, denn es gibt noch wesentlich mehr zwischen "Ilsa" oder "Greta" zu entdecken. Man muss nur hinschauen.



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