● DA SHE / FRAUEN IM FOLTERCAMP (HK|1980)
mit Hung Yen, Feng Chi, Ming Chen, Shen Chan, Jenny Liang, Han Chiang, Fei Ai, Hsin-Nan Hung, Kin-Ping Chow und Mei-Chao Kao
ein Produktion der Shaw Brothers | im Avis Filmverleih
ein Film von Mou Tun-Fei
»Holt das Benzin!«
Eine Gruppe von Flüchtlingen will illegal nach Hongkong gelangen, wird jedoch von einer Bande skrupelloser Menschenhändler abgefangen und in deren Lager gebracht. Dort werden die Frauen und Männer tagein, tagaus gedemütigt, gefoltert und vergewaltigt. Viele von ihnen überleben die Höllenqualen nicht, doch diejenigen, die übrig geblieben sind, werden weiter an eine Zuhälterbande verschachert. Der Traum von einem besseren Leben in Hongkong rückt in unerreichbare Ferne, bis sich die Unterdrückten zu einem blutigen Aufstand aufraffen, da sie die unmenschlichen Qualen nicht mehr aushalten …
»Am 24. Oktober 1980 verkündete der Gouverneur der Kronkolonie Hongkong eine neue Politik bezüglich der illegalen Einwanderer. Bereits mehrere Wochen vor Ablauf der festgesetzten Frist bildeten sich endlose Menschenschlangen vor dem Gebäude der Einwanderungsbehörde. Stunden, ja, oft tagelang standen diese Menschen im strömenden Regen, um die begehrte "grüne Karte" zu bekommen, die sie zu rechtmäßigen Bürgern von Hongkong machte. Geduldig und voller Hoffnung warteten sie darauf, eingelassen zu werden. Sie gehörten einer glücklichen Minderheit an, die bereits jahrelang in Hongkong lebte, und die nun eine Chance bekam, ihren Wohnsitz offiziell bestätigen zu lassen. Unsere Geschichte befasst sich jedoch mit dem Schicksal jener Unglücklichen, die oft unter abenteuerlichen Umständen und mit letzten Kräften die Grenze erreichten, jenen, die das Paradies erwarteten und die Hölle vorfanden.« Dieser anfängliche Off-Kommentar mit entsprechender Bebilderung von Warteschlangen vor Behörden versucht vordergründig, einen seriösen beziehungsweise kritischen Unterton anhand der Thematik zu verbreiten, die hier auf das Publikum zukommt. Die wahren Ambitionen sind jedoch nach kürzester Zeit nicht mehr zu verbergen. In das Publikum dürfte sich schließlich niemand verirrt haben, der sich nicht im Klaren darüber ist, was auf einen zukommt, ebenso wenig wie Zuschauer, die sich getäuscht fühlen, wenn es allzu brutal, sadistisch und unmenschlich zugeht. Die deutsche Titelankündigung berichtet hierbei nur von der halben Wahrheit, denn es sind nicht nur Frauen, die wie Vieh gehalten und zur Schlachtbank geführt werden. Aufwühlend ist der völlig unbarmherzige Tenor, der sich spätestens im Camp in Vollkommenheit breitmacht und es bleibt mehr als erstaunlich, was man hier alles geboten bekommt. "Frauen im Foltercamp" stellt daher nicht nur Ankündigung sondern, gleichzeitig ernstzunehmende Ansage dar, sodass der Film im Jahr 1986 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert wurde, um obendrein nicht um eine Beschlagnahmung herumzukommen. Geht man bei dieser Produktion vom isolierten Zielpublikum aus, kann ohne zu zögern gesagt werden, dass dieses bestens bedient wird und vielleicht noch ein bisschen mehr.
Es gibt vielleicht nur wenige Gründe, sich in ein derartig deftig und widerwärtig aufgezogenes Szenario zu verirren, aber am Ende werden darunter vielleicht auch nur zwei Fraktionen übrigbleiben. Die Zuschauer, die schon genug gesehen und sich daher kaum beunruhigen lassen, oder solche, die gerne weitere Grenzüberschreitungen hätten sehen wollen. Zynisch genug, dass genau die Überschreitung einer physischen Grenze zum Erlangen eines besseren Lebens Auslöser für diesen Verlauf darstellt, in dem nicht im Geringsten auf irgendwelche Sentiments geachtet wird. Es gibt viele ähnliche Genre-Vertreter, die nicht über die hier angebotene Konsequenz im Sinne einer absolut schockierenden Inszenierung verfügen, daher zahlreiche Weichmacher einbauen, um nicht zu sehr anzuecken oder die einfach miserabel inszeniert sind. Der chinesische Regisseur Mou Tun-Fei kann von sich sagen lassen, dass er hier eine regelrechte Referenz des Genre-Kinos anbietet, die selbst innerhalb ihrer exzessiven Intervalle nach noch mehr Schockmomenten sucht - oder wenn man so will - an der Erfindung einer achten Todsünde feilt. Jeder Zuschauer dürfte ganz individuelle Trigger verspüren, die hier so reichhaltig angeboten werden, dass man bestimmt fündig wird. Jedes derartige Filmcamp ist nur so ätzend wie der jeweilige Boss. »Der Chef hier ist unberechenbar. Er ist ein total Verrückter. Er treibts mit allen! Irgendwie ist er abartig, er benutzt Männer genauso wie Frauen für seine perversen Gelüste, dieses Schwein!« Wen sieht man? Ein hageres Männchen mit Hinkebein und Stock, aber von einer perversen Aggression getrieben, die ihresgleichen zu suchen hat. Seine Schergen liegen vollkommen auf seiner Wellenlänge, wenn es um Demütigung, Qual, Folter, Verstümmelung oder Vergewaltigung geht. Die Regie stellt das Publikum in diesem Zusammenhang auf ernsthafte Proben, denn alles sieht zwischen dem ganzen Schmutz, Elend und den harten Bandagen ziemlich authentisch aus. Diese Eindrücke werden hier und da lediglich durch das stellenweise überspitzte Spiel mit Gestik und Mimik von einigen Darstellern relativiert, auch dass man bei Prügel und Kämpfen die gleichen akustischen Effekte hört, wie in einem Bud Spencer-Film, wirkt zunehmend störend, da die mühsam konstruierte Schein-Realität leicht untergraben wird.
Menschen werden zusammengepfercht und solange geprügelt, bis sie sich nicht mehr rühren. Ob Kinder unter ihnen sind, gibt diesem menschlichen Abschaum wohl noch einen größeren Kick. Die Toten oder möglicherweise nur Halbtoten sollen sofort verbrannt werden, das Benzin sprudelt in Fontänen, die heißen Flammen lodern. Eine Frau, die sich schützend in einen Stacheldrahtzaun einwickelt, um sich schlimmeren Qualen zu entziehen, wird bei lebendigem Leib angezündet. Die Verantwortlichen haben offensichtlich Spaß am Zerstören, doch dies sind nur wenige Beispiele der gewaltsamen Willkürherrschaft im Foltercamp. Der Film verfügt über einen recht langen Vorlauf, bevor es zu widerwärtigen und aufwühlenden Szenen im Lager kommt. Der Motor der Geschichte bleibt der Wunsch nach einem besseren Leben. Um dies zu erreichen, nehmen die Flüchtlinge große Risiken auf sich, doch wer bei einem derartig Perversen wie dem Chef landet, lernt die Hölle kennen, solange man noch lebt. Frauen werden an einen feisten Zuhälter verschachert, der vor den Augen der Frauen um die Preise feilscht. Anschließend werden die Summen auf die Arschbacken der zukünftigen Nutten geschrieben. Das Szenario ist generell sehr sexualisiert, und zwar in einer Art und Weise, die einem Schauer und Ekel über den Rücken treiben. Hier sind vornehmlich die Vergewaltigungen zu nennen, die visuell so gut wie ausgereizt werden. "Frauen im Foltercamp" kann von sich behaupten, wesentlich solider inszeniert zu sein, als viel Artgenossen, von denen er sich zusätzlich über die grausame Exposition abheben will. Die Thematik ist brisant aufgearbeitet und mit zynischen Spitzen präpariert, was auch für das bittere Ende des Verlaufs gilt. In darstellerischer Hinsicht kommt ein überzeugendes Angebot zusammen, zumal sich die jeweiligen Schauspieler nicht scheuen, auch überaus derbe Szenen zu modellieren. Schlussendlich bleibt ein vollkommen trostlos verlaufender Film, der sich seiner Gewaltbereitschaft bewusst ist und das Publikum stets zu schockieren versucht. In den meisten Fällen wird dieses recht simple Rezept auch über explizite Bilder und unmenschliche Vorgehensweisen aufgehen, bis man zu dem Schluss kommen muss, es mit einem zweifelhaft-anerkennungswürdigen Klassiker des Subgenres zu tun zu haben.
»Am 24. Oktober 1980 verkündete der Gouverneur der Kronkolonie Hongkong eine neue Politik bezüglich der illegalen Einwanderer. Bereits mehrere Wochen vor Ablauf der festgesetzten Frist bildeten sich endlose Menschenschlangen vor dem Gebäude der Einwanderungsbehörde. Stunden, ja, oft tagelang standen diese Menschen im strömenden Regen, um die begehrte "grüne Karte" zu bekommen, die sie zu rechtmäßigen Bürgern von Hongkong machte. Geduldig und voller Hoffnung warteten sie darauf, eingelassen zu werden. Sie gehörten einer glücklichen Minderheit an, die bereits jahrelang in Hongkong lebte, und die nun eine Chance bekam, ihren Wohnsitz offiziell bestätigen zu lassen. Unsere Geschichte befasst sich jedoch mit dem Schicksal jener Unglücklichen, die oft unter abenteuerlichen Umständen und mit letzten Kräften die Grenze erreichten, jenen, die das Paradies erwarteten und die Hölle vorfanden.« Dieser anfängliche Off-Kommentar mit entsprechender Bebilderung von Warteschlangen vor Behörden versucht vordergründig, einen seriösen beziehungsweise kritischen Unterton anhand der Thematik zu verbreiten, die hier auf das Publikum zukommt. Die wahren Ambitionen sind jedoch nach kürzester Zeit nicht mehr zu verbergen. In das Publikum dürfte sich schließlich niemand verirrt haben, der sich nicht im Klaren darüber ist, was auf einen zukommt, ebenso wenig wie Zuschauer, die sich getäuscht fühlen, wenn es allzu brutal, sadistisch und unmenschlich zugeht. Die deutsche Titelankündigung berichtet hierbei nur von der halben Wahrheit, denn es sind nicht nur Frauen, die wie Vieh gehalten und zur Schlachtbank geführt werden. Aufwühlend ist der völlig unbarmherzige Tenor, der sich spätestens im Camp in Vollkommenheit breitmacht und es bleibt mehr als erstaunlich, was man hier alles geboten bekommt. "Frauen im Foltercamp" stellt daher nicht nur Ankündigung sondern, gleichzeitig ernstzunehmende Ansage dar, sodass der Film im Jahr 1986 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert wurde, um obendrein nicht um eine Beschlagnahmung herumzukommen. Geht man bei dieser Produktion vom isolierten Zielpublikum aus, kann ohne zu zögern gesagt werden, dass dieses bestens bedient wird und vielleicht noch ein bisschen mehr.
Es gibt vielleicht nur wenige Gründe, sich in ein derartig deftig und widerwärtig aufgezogenes Szenario zu verirren, aber am Ende werden darunter vielleicht auch nur zwei Fraktionen übrigbleiben. Die Zuschauer, die schon genug gesehen und sich daher kaum beunruhigen lassen, oder solche, die gerne weitere Grenzüberschreitungen hätten sehen wollen. Zynisch genug, dass genau die Überschreitung einer physischen Grenze zum Erlangen eines besseren Lebens Auslöser für diesen Verlauf darstellt, in dem nicht im Geringsten auf irgendwelche Sentiments geachtet wird. Es gibt viele ähnliche Genre-Vertreter, die nicht über die hier angebotene Konsequenz im Sinne einer absolut schockierenden Inszenierung verfügen, daher zahlreiche Weichmacher einbauen, um nicht zu sehr anzuecken oder die einfach miserabel inszeniert sind. Der chinesische Regisseur Mou Tun-Fei kann von sich sagen lassen, dass er hier eine regelrechte Referenz des Genre-Kinos anbietet, die selbst innerhalb ihrer exzessiven Intervalle nach noch mehr Schockmomenten sucht - oder wenn man so will - an der Erfindung einer achten Todsünde feilt. Jeder Zuschauer dürfte ganz individuelle Trigger verspüren, die hier so reichhaltig angeboten werden, dass man bestimmt fündig wird. Jedes derartige Filmcamp ist nur so ätzend wie der jeweilige Boss. »Der Chef hier ist unberechenbar. Er ist ein total Verrückter. Er treibts mit allen! Irgendwie ist er abartig, er benutzt Männer genauso wie Frauen für seine perversen Gelüste, dieses Schwein!« Wen sieht man? Ein hageres Männchen mit Hinkebein und Stock, aber von einer perversen Aggression getrieben, die ihresgleichen zu suchen hat. Seine Schergen liegen vollkommen auf seiner Wellenlänge, wenn es um Demütigung, Qual, Folter, Verstümmelung oder Vergewaltigung geht. Die Regie stellt das Publikum in diesem Zusammenhang auf ernsthafte Proben, denn alles sieht zwischen dem ganzen Schmutz, Elend und den harten Bandagen ziemlich authentisch aus. Diese Eindrücke werden hier und da lediglich durch das stellenweise überspitzte Spiel mit Gestik und Mimik von einigen Darstellern relativiert, auch dass man bei Prügel und Kämpfen die gleichen akustischen Effekte hört, wie in einem Bud Spencer-Film, wirkt zunehmend störend, da die mühsam konstruierte Schein-Realität leicht untergraben wird.
Menschen werden zusammengepfercht und solange geprügelt, bis sie sich nicht mehr rühren. Ob Kinder unter ihnen sind, gibt diesem menschlichen Abschaum wohl noch einen größeren Kick. Die Toten oder möglicherweise nur Halbtoten sollen sofort verbrannt werden, das Benzin sprudelt in Fontänen, die heißen Flammen lodern. Eine Frau, die sich schützend in einen Stacheldrahtzaun einwickelt, um sich schlimmeren Qualen zu entziehen, wird bei lebendigem Leib angezündet. Die Verantwortlichen haben offensichtlich Spaß am Zerstören, doch dies sind nur wenige Beispiele der gewaltsamen Willkürherrschaft im Foltercamp. Der Film verfügt über einen recht langen Vorlauf, bevor es zu widerwärtigen und aufwühlenden Szenen im Lager kommt. Der Motor der Geschichte bleibt der Wunsch nach einem besseren Leben. Um dies zu erreichen, nehmen die Flüchtlinge große Risiken auf sich, doch wer bei einem derartig Perversen wie dem Chef landet, lernt die Hölle kennen, solange man noch lebt. Frauen werden an einen feisten Zuhälter verschachert, der vor den Augen der Frauen um die Preise feilscht. Anschließend werden die Summen auf die Arschbacken der zukünftigen Nutten geschrieben. Das Szenario ist generell sehr sexualisiert, und zwar in einer Art und Weise, die einem Schauer und Ekel über den Rücken treiben. Hier sind vornehmlich die Vergewaltigungen zu nennen, die visuell so gut wie ausgereizt werden. "Frauen im Foltercamp" kann von sich behaupten, wesentlich solider inszeniert zu sein, als viel Artgenossen, von denen er sich zusätzlich über die grausame Exposition abheben will. Die Thematik ist brisant aufgearbeitet und mit zynischen Spitzen präpariert, was auch für das bittere Ende des Verlaufs gilt. In darstellerischer Hinsicht kommt ein überzeugendes Angebot zusammen, zumal sich die jeweiligen Schauspieler nicht scheuen, auch überaus derbe Szenen zu modellieren. Schlussendlich bleibt ein vollkommen trostlos verlaufender Film, der sich seiner Gewaltbereitschaft bewusst ist und das Publikum stets zu schockieren versucht. In den meisten Fällen wird dieses recht simple Rezept auch über explizite Bilder und unmenschliche Vorgehensweisen aufgehen, bis man zu dem Schluss kommen muss, es mit einem zweifelhaft-anerkennungswürdigen Klassiker des Subgenres zu tun zu haben.