PRIVATE HOUSE OF THE SS GIRLS
● CASA PRIVATA PER LE SS / PRIVATE HOUSE OF THE SS GIRLS (I|1977)
mit Gabriele Carrara, Marina Daunia, Macha Magall, Thomas Rudy, Vassili Karis, Tamara Triffez, Luce Gregory, Walter Brandi,
Ivano Staccioli, Allan Collins, Giovanni Attanasio, Monica Nickel, Gota Gobert, Cristina Minutelli sowie Lucic Bogoliub Benny
eine Produktion der Distribuzione Associate Regionali
ein Film von Bruno Mattei
»Die beste Waffe ist der Terror!«
SS-Offizier Hans Schellenberg (Gabriele Carrara) soll einen Spezialauftrag ausführen, den er von oberster Stelle erhalten hat. Er soll mögliche Verräter und Spione in den eigenen Reihen ausfindig machen. Um diese zu entlarven, werden zehn Prostituierte von seinem Helfershelfer Professor Jürgen (Allan Collins) auf das abscheulichste konditioniert, um ihren Liebhabern aus Offiziersriegen Informationen zu entlocken. Die eigens dafür eingerichtete "Villa Blumenstrauß" dient ab sofort als Ort für jede erdenkliche Art der Perversion, doch niemand gesteht sich ein, dass das Kriegsende naht …
Das Naziploitation-Genre zeigte sich in seiner ergiebigen wenn auch kurzen Hochphase meist provokant, strapaziös und gerne unappetitlich, sodass einige Beiträge dabei herauskamen, die in ihrer Qualität höchst unterschiedliche Profile zeigen. Bruno Matteis "Private House of the SS Girls" kann ohne viel Diskussion als Erlebnis unterhalb des Bodensatzes dieser kaum an historischer Genauigkeit interessierten Gattung beschrieben werden, da sich hier alle inszenatorischen und darstellerischen Unarten versammeln, die in Verbindung mit der Thematik einen unerträglichen Touch erreichen. Dass die Geschichte völlig an den Haaren herbeigezogen wirkt, sei verziehen, denn immerhin lebten diese Storys ohnehin von der ausschweifenden Fantasie aus dem Nazi-Märchenwald. Unter Verwendung eines Fundaments, das aus wenigen, vage ausbuchstabierten historischen Überlieferungen höchstens mit Spucke und Kaugummi zusammenhält, entfalten sich Eindrücke, die entscheidend von den anvisierten Schockmomenten gleichförmiger Artgenossen abweichen. Dementsprechend werden diese gut 90 Minuten zur Zerreißprobe, sodass die eigenen Durchhalteparolen die der widerlichen Nazi-Entourage übertönen. Der Film entwickelt kein Mitgefühl für irgendjemanden, auch nicht für die Opfer. In keinem Bereich ist Timing oder Dosierung wahrzunehmen, die Gesetze eines handwerklich einigermaßen gut gemachten Films werden mit der Brechstange zerstört, auch wenn er teils interessant fotografiert wirkt. Es ist schwierig, dieses angebotene Konglomerat aus so viel Overacting, Inkohärenz, Geschwätzigkeit und Klischees ohne Camouflage zu ordnen, bis es einem schließlich völlig egal wird, was weiterhin passiert. Bruno Mattei konnte mit "KZ 09" einen wesentlich besseren schlechten Vertreter zum Dunstkreis des Genres beisteuern und er verliert sich hier in der Intention sowie der eigenen Unfähigkeit, das Rad neu zu erfinden. Die Geschichte beginnt mit dem Plan des Ausspionierens möglicher Feinde und der Konditionierung von zehn Nutten, was als Grundlage für den Verlauf noch nicht einmal völlig absurd anmuten möchte. Grotesk wird die Veranstaltung erst durch die weitere Marschrichtung aus Aneinanderreihungen von spekulativem Sex vor Hakenkreuzfahnen, mit allem und jedem, der für die Aufgabe triebig genug erscheint, und sei es ein deutscher Schäferhund. Der Sex-Einschlag wirkt überaus unappetitlich, die Unterlegung mit der Situation nicht selten völlig unangebrachter Musik ermüdend bis Aggressionen schürend.
In diesem Zusammenhang entstehen Phasen der unfreiwilligen, geradezu fatalen Komik, in denen nicht zu unterscheiden ist, ob sich der Film schlussendlich (zu) ernst nimmt, oder eine Genre-Persiflage abliefern möchte. Das eigentlich spärliche Dialog-Angebot wirkt bei Intervallen der Hochkonjunktur überaus prätentiös und gleichzeitig nichtssagend. Schlimm wird es, wenn eine Melange aus Jammern, Winseln und Größenwahn zustande kommt, was hauptsächlich von den wichtigsten Offizieren ausgeht. In diesem Zusammenhang muss Hauptdarsteller und Gelegenheitsschauspieler Gabriele Carrara an den Pranger gestellt werden, der seiner Schlüsselfunktion als invasive Kraft zu keiner Zeit gerecht wird. Schrecklich übertriebene Stilmittel, unbeholfenes bis inadäquates Spiel mit Gestik und Mimik sowie widerlich arrangiertes Sex-Gerangel lassen seinen Hans Schellenberg zu keiner Zeit in ein Schreckgespenst verwandeln, sondern in eine Figur, die trotz ihrer Funktion und Bereitschaft zu zerstören nicht ernst genommen werden kann. Zwar wird erwähnt, dass es sich um einen Teufel in Menschengestalt handle, doch dem Zuschauer wird die Möglichkeit genommen, genügend Fantasie zu entwickeln, ihn sich in derartig prekären Szenen vorzustellen. Marina Daunia und Macha Magall wirken in ihren wenigen Filmauftritten zumindest meistens interessant bis reizvoll und dürfen sich hier als willige Sexwerkzeuge präsentieren, erscheinen unterm Strich leider völlig verschenkt. Sucht man nach einer Leistung ohne Tadel, darf sicherlich Allround-Talent Allan Collins als Professor Jürgen genannt werden, der aus den Frauen fehlerlose Sex-Maschinen erschaffen will, die zum Erreichen der Ziele schließlich auch perfekt sekundieren. Seine pragmatische Herangehensweise und der unaufgeregte Darbietungsstil fabrizieren hier mitunter den besten darstellerischen Szenen des Films. Sucht man nach Nervenkitzel und Schockmomenten, kann lange gesucht werden, denn die passive Regie entscheidet sich gegen einen klassischen Genrevertreter, sondern für einen mit pseudo-philosophischem Geschwafel vollgestopften Film, dessen Strategie – in die Tiefen der Psyche seiner ätzenden Protagonisten einzudringen – völlig gescheitert ist. Schlussendlich bleibt eine Allianz aus Unfähigkeit in fast allen erdenklichen Bereichen und der für einen derartigen Vertreter beinahe ausgeschlossenen Langeweile, sodass der Film schnell als Zumutung abgetan werden kann. "Private House of the SS Girls" ist somit als potenzieller Tiger gestartet und als schäbiger Bettvorleger gelandet.
Das Naziploitation-Genre zeigte sich in seiner ergiebigen wenn auch kurzen Hochphase meist provokant, strapaziös und gerne unappetitlich, sodass einige Beiträge dabei herauskamen, die in ihrer Qualität höchst unterschiedliche Profile zeigen. Bruno Matteis "Private House of the SS Girls" kann ohne viel Diskussion als Erlebnis unterhalb des Bodensatzes dieser kaum an historischer Genauigkeit interessierten Gattung beschrieben werden, da sich hier alle inszenatorischen und darstellerischen Unarten versammeln, die in Verbindung mit der Thematik einen unerträglichen Touch erreichen. Dass die Geschichte völlig an den Haaren herbeigezogen wirkt, sei verziehen, denn immerhin lebten diese Storys ohnehin von der ausschweifenden Fantasie aus dem Nazi-Märchenwald. Unter Verwendung eines Fundaments, das aus wenigen, vage ausbuchstabierten historischen Überlieferungen höchstens mit Spucke und Kaugummi zusammenhält, entfalten sich Eindrücke, die entscheidend von den anvisierten Schockmomenten gleichförmiger Artgenossen abweichen. Dementsprechend werden diese gut 90 Minuten zur Zerreißprobe, sodass die eigenen Durchhalteparolen die der widerlichen Nazi-Entourage übertönen. Der Film entwickelt kein Mitgefühl für irgendjemanden, auch nicht für die Opfer. In keinem Bereich ist Timing oder Dosierung wahrzunehmen, die Gesetze eines handwerklich einigermaßen gut gemachten Films werden mit der Brechstange zerstört, auch wenn er teils interessant fotografiert wirkt. Es ist schwierig, dieses angebotene Konglomerat aus so viel Overacting, Inkohärenz, Geschwätzigkeit und Klischees ohne Camouflage zu ordnen, bis es einem schließlich völlig egal wird, was weiterhin passiert. Bruno Mattei konnte mit "KZ 09" einen wesentlich besseren schlechten Vertreter zum Dunstkreis des Genres beisteuern und er verliert sich hier in der Intention sowie der eigenen Unfähigkeit, das Rad neu zu erfinden. Die Geschichte beginnt mit dem Plan des Ausspionierens möglicher Feinde und der Konditionierung von zehn Nutten, was als Grundlage für den Verlauf noch nicht einmal völlig absurd anmuten möchte. Grotesk wird die Veranstaltung erst durch die weitere Marschrichtung aus Aneinanderreihungen von spekulativem Sex vor Hakenkreuzfahnen, mit allem und jedem, der für die Aufgabe triebig genug erscheint, und sei es ein deutscher Schäferhund. Der Sex-Einschlag wirkt überaus unappetitlich, die Unterlegung mit der Situation nicht selten völlig unangebrachter Musik ermüdend bis Aggressionen schürend.
In diesem Zusammenhang entstehen Phasen der unfreiwilligen, geradezu fatalen Komik, in denen nicht zu unterscheiden ist, ob sich der Film schlussendlich (zu) ernst nimmt, oder eine Genre-Persiflage abliefern möchte. Das eigentlich spärliche Dialog-Angebot wirkt bei Intervallen der Hochkonjunktur überaus prätentiös und gleichzeitig nichtssagend. Schlimm wird es, wenn eine Melange aus Jammern, Winseln und Größenwahn zustande kommt, was hauptsächlich von den wichtigsten Offizieren ausgeht. In diesem Zusammenhang muss Hauptdarsteller und Gelegenheitsschauspieler Gabriele Carrara an den Pranger gestellt werden, der seiner Schlüsselfunktion als invasive Kraft zu keiner Zeit gerecht wird. Schrecklich übertriebene Stilmittel, unbeholfenes bis inadäquates Spiel mit Gestik und Mimik sowie widerlich arrangiertes Sex-Gerangel lassen seinen Hans Schellenberg zu keiner Zeit in ein Schreckgespenst verwandeln, sondern in eine Figur, die trotz ihrer Funktion und Bereitschaft zu zerstören nicht ernst genommen werden kann. Zwar wird erwähnt, dass es sich um einen Teufel in Menschengestalt handle, doch dem Zuschauer wird die Möglichkeit genommen, genügend Fantasie zu entwickeln, ihn sich in derartig prekären Szenen vorzustellen. Marina Daunia und Macha Magall wirken in ihren wenigen Filmauftritten zumindest meistens interessant bis reizvoll und dürfen sich hier als willige Sexwerkzeuge präsentieren, erscheinen unterm Strich leider völlig verschenkt. Sucht man nach einer Leistung ohne Tadel, darf sicherlich Allround-Talent Allan Collins als Professor Jürgen genannt werden, der aus den Frauen fehlerlose Sex-Maschinen erschaffen will, die zum Erreichen der Ziele schließlich auch perfekt sekundieren. Seine pragmatische Herangehensweise und der unaufgeregte Darbietungsstil fabrizieren hier mitunter den besten darstellerischen Szenen des Films. Sucht man nach Nervenkitzel und Schockmomenten, kann lange gesucht werden, denn die passive Regie entscheidet sich gegen einen klassischen Genrevertreter, sondern für einen mit pseudo-philosophischem Geschwafel vollgestopften Film, dessen Strategie – in die Tiefen der Psyche seiner ätzenden Protagonisten einzudringen – völlig gescheitert ist. Schlussendlich bleibt eine Allianz aus Unfähigkeit in fast allen erdenklichen Bereichen und der für einen derartigen Vertreter beinahe ausgeschlossenen Langeweile, sodass der Film schnell als Zumutung abgetan werden kann. "Private House of the SS Girls" ist somit als potenzieller Tiger gestartet und als schäbiger Bettvorleger gelandet.