EINE JUNGFRAU IN DEN KRALLEN VON ZOMBIES
● LA NUIT DES ÉTOILES FILANTES / CHRISTINA, PRINCESSE DE L'ÉROTISME / I DESIDERI EROTICI DI CHRISTINE /
EINE JUNGFRAU IN DEN KRALLEN VON ZOMBIES / DAS GRAUEN VON SCHLOSS MONTSERRAT (B|F|I|LIE|1973)
mit Christina von Blanc, Britt Nichols, Anne Libert, Rosa Palomar, Paul Muller, Alice Arno, Antônio do Cabo, Jesús Franco, Nicole Guettard und Howard Vernon
eine Produktion der Prodif Ets. | Brux International Pictures | CFFP | Eurociné | J.K. Films
ein Film von Jess Franco
»Der Tod greift nach euch mit seinen Tausend Händen!«
Ernesto (Paul Muller), der Vater von Christina (Christina von Blanc), begeht unverhofft Selbstmord. Auf dem Weg zur Testamentseröffnung im elterlichen Schloss Montserrat wird sie eindringlich gewarnt, sich von dem Ort fernzuhalten, der angeblich unbewohnt sein soll. Zum Erstaunen Christinas trifft sie auch ihre totgeglaubten Verwandten, die allesamt völlig emotionslos und seltsam reagieren. Bereits in der ersten Nacht wird Christina von bizarren Alpträumen gequält, in denen sie unter anderem auch von ihrem toten Vater heimgesucht wird. Dieser verkündet zu ihrem Entsetzen, dass er ermordet wurde. Von nun an nimmt das Grauen unerträgliche Formen an …
Jess Francos auf unendliche Weiten angelegter Filmfundus bietet oft nicht den Variantenreichtum an, den man vielleicht erwarten würde, denn dafür ist der Gusto des Regisseurs ein zu einseitiger Tatbestand. Zwar bekommt das Publikum Filme unterschiedlichster Couleur angeboten, doch sein Haupt-Stilmittel der Repetition ist kaum zu übersehen. In "Das Grauen von Schloss Montserrat", der landläufig auch unter dem primitiver klingenden Titel "Eine Jungfrau in den Krallen von Zombies" bekannt ist, sind es wie so häufig Sequenzen zwischen Traum, Realität und Alptraum, die das Szenario in Gang bringen und als Motor für eine Geschichte ohne viel wirkliche Substanz fungieren. Eine anstehende Erbschaft treibt die über die Maßen anziehend wirkende Protagonistin in das Schloss ihrer Väter, in dem sie von einer Bagage empfangen wird, die einem Gruselkabinett entsprungen sein könnte. Bei dieser Gelegenheit empfiehlt sich eine regelrechte Franco-Stammbesetzung, die sich bereits in so manchem seiner Filme profilieren konnte oder dies noch tun würde. Augenmerk der Inszenierung liegt auf dem Ungewissen und Geheimnisvollen, man spürt förmlich, das die namenlose Bedrohung zum Greifen nah ist. Lediglich Christina kommt nicht auf diesen Gedanken, die betont naiv ins gewetzte Messer zu laufen hat. Ihr Vater beging angeblich Selbstmord, zurück bleibt eine allseits erstaunliche Gleichgültigkeit, bis die Traumphasen beginnen, die Story zu dominieren. Christina von Blanc wirkt für die Gestaltung der Chronologie des Grauens wie geschaffen und essenziell; Jess Franco tut in diesem Zusammenhang das, was er offenbar am besten kann: Er dirigiert die Weiblichkeit und fabriziert in Verbindung mit deren Bedrohung eine temporäre Grundspannung, die allerdings immer wieder durch ablenkende Einfälle unterwandert wird. Dies wäre vielleicht nur in dem speziellen Fall als fatal zu betrachten, wenn es nicht als gewollt wirken würde. Beim Thema Nervenkitzel bliebt der Verlauf auf einem oft unbestimmten Niveau, der sich entfaltende Alptraum wirkt wie ein Labyrinth, aus dem es nur einen Exit gibt, nämlich den Tod. Krude Gestalten geben zu denken, verwirren und beunruhigen, da sie obendrein die passenden Gesichter zur Verfügung stellen.
Die Darbietungsstile von Howard Vernon, Paul Muller oder etwa Anne Libert wirken genau genommen ein wenig phlegmatisch und es bleibt zu hinterfragen, ob dies alles nur an die laufende Geschichte angepasst oder doch durch und durch undynamisch ist. Freunde derartiger Veranstaltungen werden allerdings kaum hinterfragen, was genau bei der Schauspielführung geschehen ist, denn man hat sich an die Top-Scorer des Spaniers gewöhnt und freut sich förmlich über jedes Wiedersehen. Ein solches bekommt man ohnehin in gefühlt jedem Film auch unter Beteiligung Jess Francos selbst geboten, dessen Figur hier jedoch zu sehr auf Vordergründigkeit angelegt ist, ohne dabei wichtige Erklärungen zu geben. Dass handeln nicht immer erklärt werden muss, versteht sich von selbst, doch wenn ein Film über eine schwache dramaturgische Schärfe verfügt, womöglich keine besitzt, gleichen Interpretationsversuche einem Roulette. Nicht selten werden der Produktion schwere Geschütze wie das Aufflammen von Lyrik, Sinnlichkeit und Sinnhaftigkeit bescheinigt, was allerdings nur dann zu erfassen ist, wenn man sich als Zuschauer auf der richtigen Seite platzieren konnte. Die oft kryptischen Dialoge wirken zuweilen prätentiös, das Handeln der Personen höchstens an die quälende Unberechenbarkeit von (Alp)Träumen angepasst und der Verlauf ist trotz allerlei Güter aus dem Gemischtwarenladen des Obskuren recht gut nachzuvollziehen. Für erotische Schauer sorgt neben Christina von Blanc noch die aufregende Portugiesin Carmen Yazalde alias Britt Nichols, in einem der interessantesten Parts dieser Geschichte. Der wiederkehrende Alptraum nimmt immer vehementere Formen an, mündet hierbei in ein Finale, das den Verlauf insgesamt aufwerten kann. Am Ende bleibt "Eine Jungfrau in den Krallen von Zombies" in der ursprünglichen Fassung besser anschaubar als in der getunten, wenngleich insgesamt nicht zu leugnen ist, dass sich phasenweise zu langatmige Sequenzen breitmachen, die quasi die Geschichte einer kaum zu verbergenden Ideenlosigkeit erzählen. Erneut fabriziert Jess Franco also einen isolierten Fall, der für Fans mehrere Möglichkeiten des Zugangs bietet, Kritiker jedoch in dem bestätigen dürfte, was bereits vor dem Anschauen auf der Hand gelegen hat.
Jess Francos auf unendliche Weiten angelegter Filmfundus bietet oft nicht den Variantenreichtum an, den man vielleicht erwarten würde, denn dafür ist der Gusto des Regisseurs ein zu einseitiger Tatbestand. Zwar bekommt das Publikum Filme unterschiedlichster Couleur angeboten, doch sein Haupt-Stilmittel der Repetition ist kaum zu übersehen. In "Das Grauen von Schloss Montserrat", der landläufig auch unter dem primitiver klingenden Titel "Eine Jungfrau in den Krallen von Zombies" bekannt ist, sind es wie so häufig Sequenzen zwischen Traum, Realität und Alptraum, die das Szenario in Gang bringen und als Motor für eine Geschichte ohne viel wirkliche Substanz fungieren. Eine anstehende Erbschaft treibt die über die Maßen anziehend wirkende Protagonistin in das Schloss ihrer Väter, in dem sie von einer Bagage empfangen wird, die einem Gruselkabinett entsprungen sein könnte. Bei dieser Gelegenheit empfiehlt sich eine regelrechte Franco-Stammbesetzung, die sich bereits in so manchem seiner Filme profilieren konnte oder dies noch tun würde. Augenmerk der Inszenierung liegt auf dem Ungewissen und Geheimnisvollen, man spürt förmlich, das die namenlose Bedrohung zum Greifen nah ist. Lediglich Christina kommt nicht auf diesen Gedanken, die betont naiv ins gewetzte Messer zu laufen hat. Ihr Vater beging angeblich Selbstmord, zurück bleibt eine allseits erstaunliche Gleichgültigkeit, bis die Traumphasen beginnen, die Story zu dominieren. Christina von Blanc wirkt für die Gestaltung der Chronologie des Grauens wie geschaffen und essenziell; Jess Franco tut in diesem Zusammenhang das, was er offenbar am besten kann: Er dirigiert die Weiblichkeit und fabriziert in Verbindung mit deren Bedrohung eine temporäre Grundspannung, die allerdings immer wieder durch ablenkende Einfälle unterwandert wird. Dies wäre vielleicht nur in dem speziellen Fall als fatal zu betrachten, wenn es nicht als gewollt wirken würde. Beim Thema Nervenkitzel bliebt der Verlauf auf einem oft unbestimmten Niveau, der sich entfaltende Alptraum wirkt wie ein Labyrinth, aus dem es nur einen Exit gibt, nämlich den Tod. Krude Gestalten geben zu denken, verwirren und beunruhigen, da sie obendrein die passenden Gesichter zur Verfügung stellen.
Die Darbietungsstile von Howard Vernon, Paul Muller oder etwa Anne Libert wirken genau genommen ein wenig phlegmatisch und es bleibt zu hinterfragen, ob dies alles nur an die laufende Geschichte angepasst oder doch durch und durch undynamisch ist. Freunde derartiger Veranstaltungen werden allerdings kaum hinterfragen, was genau bei der Schauspielführung geschehen ist, denn man hat sich an die Top-Scorer des Spaniers gewöhnt und freut sich förmlich über jedes Wiedersehen. Ein solches bekommt man ohnehin in gefühlt jedem Film auch unter Beteiligung Jess Francos selbst geboten, dessen Figur hier jedoch zu sehr auf Vordergründigkeit angelegt ist, ohne dabei wichtige Erklärungen zu geben. Dass handeln nicht immer erklärt werden muss, versteht sich von selbst, doch wenn ein Film über eine schwache dramaturgische Schärfe verfügt, womöglich keine besitzt, gleichen Interpretationsversuche einem Roulette. Nicht selten werden der Produktion schwere Geschütze wie das Aufflammen von Lyrik, Sinnlichkeit und Sinnhaftigkeit bescheinigt, was allerdings nur dann zu erfassen ist, wenn man sich als Zuschauer auf der richtigen Seite platzieren konnte. Die oft kryptischen Dialoge wirken zuweilen prätentiös, das Handeln der Personen höchstens an die quälende Unberechenbarkeit von (Alp)Träumen angepasst und der Verlauf ist trotz allerlei Güter aus dem Gemischtwarenladen des Obskuren recht gut nachzuvollziehen. Für erotische Schauer sorgt neben Christina von Blanc noch die aufregende Portugiesin Carmen Yazalde alias Britt Nichols, in einem der interessantesten Parts dieser Geschichte. Der wiederkehrende Alptraum nimmt immer vehementere Formen an, mündet hierbei in ein Finale, das den Verlauf insgesamt aufwerten kann. Am Ende bleibt "Eine Jungfrau in den Krallen von Zombies" in der ursprünglichen Fassung besser anschaubar als in der getunten, wenngleich insgesamt nicht zu leugnen ist, dass sich phasenweise zu langatmige Sequenzen breitmachen, die quasi die Geschichte einer kaum zu verbergenden Ideenlosigkeit erzählen. Erneut fabriziert Jess Franco also einen isolierten Fall, der für Fans mehrere Möglichkeiten des Zugangs bietet, Kritiker jedoch in dem bestätigen dürfte, was bereits vor dem Anschauen auf der Hand gelegen hat.
