LA BANDA VALLANZASCA - Mario Bianchi

Harte Kerle, grobe Keilereien, heiße Feger und unbarmherzige Gangster.
Antworten
Benutzeravatar
Richie Pistilli
Beiträge: 5510
Registriert: Sa., 31.10.2020 17:25
Wohnort: Provinzmetropole an Rhein und Mosel
Kontaktdaten:

LA BANDA VALLANZASCA - Mario Bianchi

Beitrag von Richie Pistilli »

pstr.jpg


La banda Vallanzasca (IT)
The Vallanzasca Band


IT 1977

R: Mario Bianchi
D: Enzo Pulcrano, Gianni Diana, Stefania D'Amario, Franco Garofalo, Antonella Dogan, Paolo Celli, Liliana Chiari, Enrico Maisto, Franco Marino, Gilberto Galimberti, Mario Bianchi, Claudio Fragasso



img2024-06-23-15h45m54s207.png


Italienische Erstaufführung: 15.12.1977

Bretzelburger

Drehortvergleich

Score: Gian Paolo Chiti & Sergio Montori

IMCDb

OFDb



0.png
1.png
3.png
4.png

5.png
6.png
7.png
8.png

9.png
10.png
11.png
12.png



Nach dem Einzug eines neuen Zellengenossen, wird dieser vor den Augen der beiden Gefängnisinsassen Roberto (Enzo Pulcrano) und Italo (Gianni Diana) stürmen plötzlich drei Vermummte die Zelle und ermorden kurzerhand den Neuzugang. Natürlich fällt der Verdacht auf die beiden Anwesenden, die infolgedessen zwei Wärter überwältigen und daraufhin das Weite suchen. Unterschlupf finden sie in einem leerstehenden Haus, in dem sich zur gleichen Zeit ein Liebespaar vergnügt. Das Vergnügen endet aber abrupt, nachdem die beiden von Roberto und Italo entdeckt wurden. Als Nächstes besorgen sich die beiden Flüchtigen eine Waffe, ohne für diese aber beim Händler zu zahlen. Was folgt, ist ein Überfall auf eine Hochzeitsgesellschaft, der schließlich mächtig in die Hose geht, denn die Handlanger des Gangsterbosses, dessen Tochter gerade ihre Vermählung feiert, hauen ihnen ordentlich die Hucke voll. Just in diesem Moment stürmt eine weitere Gangsterbande die Hochzeitsfeier und befreit Roberto und Italo kurzerhand aus den Fängen ihrer Peiniger. Im Gegenzug sollen die Beiden von da an ein paar Jobs für die Bande erledigen, die selbst nur als Zelle im Auftrag einer mächtigen Organisiation agiert. Während Italo eine handelsübliche Polizeikontrolle zum Verhängnis wird, entführt Roberto im Auftrag der Organisation die adrette Tochter (Stefania D'Amario) eines einflussreichen Ölmagnats, die er daraufhin in einem verlassenen Bauernhaus versteckt. Gemeinsam mit dem Bandenmitglied Pino (Franco Garofalo), der sich ebenfalls im Bauernhaus eingenistet hat, wartet Roberto auf neue Instruktionen, die bis Weiteres aber ausbleiben. Dies hat wiederum zur Folge, dass die Atmosphäre im Bauernhaus immer angespannter wird, denn Pino ist ein Mann ohne Anstand, Nerven und Gewissen.




50.jpg




Anstatt seinem auserwählten Filmtitel gerecht zu werden und Renato Vallanzasca alias dem "schönen Renè" gerecht zu werden, inszenierte Mario Bianchi einen Streifen, der rein gar nichts mit seinem Namensgeber zu tun hat. Laut einem User von Gente Di Rispetto soll Renato Vallanzasca, der zur Zeit der Filmveröffentlichung im Gefängnis saß, über den Etikettenschwindel dermaßen angesäuert gewesen sein, dass er beinahe rechtliche Schritte gegen Bianchi eingeleitet hätte. Wie bei den meisten Poliziotteschi von Mario Bianchi wird auch LA BANDA VALANZASCA von oberlippenbärtigen Schauspielern bestimmt, die mal mehr und mal weniger mit ihren schauspielerischen Darbietungen überzeugen. Zumindest bieten die meisten von ihnen ein markantes Äußeres, was für einen bodensätzigen Polizeifilm bereits die halbe Miete darstellt. Hinzu gesellen sich haufenweise J&B-Bottles, Archivszenen eines Autorennens, eine verlassenes Westernfilmset, in dem die finale Ballerorgie stattfindet und eine Menge reichhaltiger Dialoge, an denen kein Geringerer als Claudio Fragasso mitwirkte. Natürlich ließ es sich Mario Bianchi nicht nehmen, sein Machwerk auch noch mit unerotischen Sexszenen anzureichern, die unweigerlich das Bedürfnis nach einem ausgiebigen Duschgang nach sich ziehen. Zwischendrin wird auch immer mal wieder etwas Action geboten, denn Roberto ist ein Mann, der keine Gefangenen macht. Als wahrlich unehrenhaft entpuppt sich die von Franco Garofalo verkörperte Filmfigur Pino, die gemeinsam mit Roberto und der entführten Antonella die zweite Filmhälfte bestimmt. Das Ende des Films ist zudem von Pessimismus geprägt, indem kurz auf die Machenschaften der bleiernen Jahre verwiesen wird. Alles in Allem ein konfuser Genrebeitrag, der des öfteren ganz ordentlich am Bodensatz kratzt.



13.png
14.png
15.png
16.png

17.png
18.png
19.png
20.0.png

21.png
22.png
23.png
25.png

26.png
27.png
28.png
31.png



Filmplakate:
► Text zeigen


Doku über Renato Vallanzasca (IT):
► Text zeigen


Score:
► Text zeigen


Trailer:


Antworten