Panische Zeiten (D)
Panic Time
D 1980
R: Udo Lindenberg
D: Udo Lindenberg, Walter Kohut, Eddie Constantine, Vera Tschechowa, Hark Bohm, Helga Feddersen, Karl Dall, Leata Galloway, Werner Veigel, Günter Netzer, Renate Schubert, Fritz Rau u.a.
Deutsche Erstaufführung: 17.04.1980
Filmportal
Score: Udo Lindenbrg
Artikel aus dem Spiegel (16/1980)
OFDb
Panik-Rocker Udo Lindenberg wird nach einem Konzert entführt. Politische Extremisten, angeführt von dem machtgierigen Dr. K. (Walter Kohut), wollen mit seiner Hilfe die Bundesregierung stürzen. Udos Manager beauftragt den coolen, aber erfolglosen Privatdetektiv Coolman (Udo Lindenberg), den Rockstar wieder herbeizuschaffen. Unterstützt von Udos drei schwergewichtigen Leibwächtern Felix (Felix Scholz), Klaus (Klaus Kauroff) und Otto (Otto Wanz), geht Coolman auf Spurensuche in Hamburgs Subkultur. Tipps erhält er von seinem Freund, Geheimagent Lemmy Caution (Eddie Constantine). Aber Udo kann sich selbst befreien, aus einem Hubschrauber springt er über dem Meer ab und wird auf einer Insel von der Nichte des Leuchtturmwärters aufgelesen. Von dort aus verbreitet er seine Friedensbotschaft, wird schließlich Bundeskanzler und schaltet alle Atomkraftwerke ab. [Inhaltsangabe: Turbine]
Ein hanebüchener Film, der dennoch Freude bereitet. Zurückversetzt ins Jahr 1980 macht Udo Lindenberg ordentlich Stimmung gegen 'die da oben', wobei im Gegensatz zur traurigen Gegenwart damit keine verschworene Elite gemeint ist, die unter allen Umständen einen perfiden Plan zum Schaden der Menscheit umsetzen möchte, sondern um die neoliberal-autoritären Männer (Tendenzen der zum damaligen Zeitpunkt regierenden SPD/FDP-Koalition miteingeschlossen), die uns mit ihrer ignoranten Politik der letzten Jahrzente die momentane Suppe maßgeblich eingebrockt haben, von der niemand mehr weiß, ob man sie überhaupt noch irgendwie ausgelöffelt bekommt. Und genau diese Spezies an korrupten Politikern lässt im vorliegenden Film den ahnungslosen Udo L. aus H. entführen, um ihn schließlich für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Doch Udo wäre nicht Udo, wenn er den Forderungen des von Walter Kohut gespielten Staatsschutzbeamten so einfach nachgeben würde, denn dieser verlangt vollen Ernstes von ihm, sein zukünftiges Dasein im unpolitischen Dunstkreis des heile-Welt-Schlagers zu fristen. Etwa zur gleichen Zeit wird der ebenfalls von Udo Lindenberg verkörperte Privatdetektiv Coolman mit der Suche nach sich selbst beauftragt. Was folgt, ist eine turbulente Reise durch das Hamburg der frühen 80er, die mit jeder Menge Heiterkeit, Zeitkolorit, albernen Sprüchen sowie ein paar Slapstickeinlagen angereichert wurde. Neben Udo Lindenberg, der sich neben seiner dargebotenen Doppelrolle auch noch für das Drehbuch und die Regie verantwortlich zeigte, mischen auch noch solch illustre Schauspieler und Schauspielerinnen wie beispielsweise Eddie Constantine, Vera Tschechowa, Walter Kohut, Hark Bohm, Helga Feddersen, Karl Dall, Werner Veigel oder Günter Netzer mit. Schade, dass der Film nicht mehr zeigt, wie die erste Amtsperiode der vollchaotischen Panik-Partei letztendlich verlief...
Filmplakate:
► Text zeigen