
Ein Profi-Ding (D)
Hold-Up, istantanea di una rapina (IT)
Hold-Up, instantánea de una corrupción (ES)
Atraco en la Costa Azul (ES - Arbeitstitel)
Hold-up (F / AU / Int.)
F / IT / ES 1974
R: Germán Lorente
D: Frederick Stafford, Nathalie Delon, Marcel Bozzuffi, Alberto de Mendoza, Enrico Maria Salerno, Calisto Calisti, Manuel de Blas, Miguel del Castillo, Santiago Ontañón, José Luis Chinchilla, Raquel Núñez, Alfonso Giganti, Alessandro Perrella

Score: Franco Micalizzi
Italo-Cinema.de
OFDb


Nachdem der zum Begleitschutz eines millionenschweren Geldtranportes abgestellte Kommissar Robert Cunningham (Frederick Stafford) infolge eines dreisten Raubüberfalls sein Gedächtnis verlor, gibt sich dieser ungehemmt dem Alkohol und dem Glücksspiel hin, um somit der permanenten Gedankenflut und der damit verbundenen Ungewissheit über das Geschehene zu entfliehen. Einzig und allein seine Partnerin Judy (Nathalie Delon) hält in dieser schweren Zeit noch zu ihm.
Doch als Robert eines schönen Abends im Rahmen einer gemütlichen Diavorführung auf das Bild eines Mannes stößt, den er tags zuvor erstmals in einem Casino erblickte, ändern sich plötzlich die Dinge, da ihm dieser am nächsten Tag plötzlich wie aus dem Nichts leibhaftig gegenübersteht. Steve Duggins (Marcel Bozzuffi) - so der Name des vermeintlich unbekannten Mannes - ist seines Zeichens der Urheber des schicksalhaften Raubüberfalls und behauptet außerdem, dass Ex Kommissar Cunningham während seiner aktiven Dienstzeit nicht nur ein korrupter Ordnungshüter gewesen sein soll, sondern auch noch eine der hauptverantwortlichen Personen an dem Überfall, der daraufhin das millionenschwere Diebesgut für sich zur Seite gebracht haben soll. Hoch erzürnt fordert dieser nun mit Nachdruck die Herausgabe der gemeinsamen Beute, doch Robert kann sich auch weiterhin an keinerlei Details des Raubüberfalls erinnern, geschweige denn, an das Versteck der gemeinsamen Beute. Nach und nach kommen Robert aber immer mehr Bruchstücke zusammenhangsloser Erinnerungsmomente zurück, die ihn dabei tatsächlich als Mittäter an dem Überfall erscheinen lassen. Sollte er in seinem vorherigen Leben wirklich ein korrupter Staatsbeamter gewesen sein, der Mitverantwortung an dem begangenen Unrecht trägt?

Nachdem sich dieser Kriminalstreifen bereits seit mehreren Jahre auf meiner Suchliste befand, machte ihn mir ein sehr netter Filmliebhaber völlig unerwartet vor einigen Monaten zugänglich, so dass einem gepflegten Filmvergnügen mit solch namhaften Schauspielern wie Salerno, Buzzoffi, Delon, Mendoza und Stafford nichts mehr im Weg stand. Doch leider konnte der Film den hohen Erwartungen nicht ganz standhalten, da es dem spanischen Drehbuchautor und Regisseur Germán Lorente auf der inszenatorischen Ebene leider nicht so ganz gelang, ein homogenes und zugleich spannungsgeladenes Kriminalfilmspektakel auf die Beine zu stellen. Gründe hierfür sind eine umständliche Erzählweise und mittelprächtige Schnittmontagen, die aufgrund ihrer unmotiviert wirkenden Aneinanderreihung zahlreicher "Set-Pieces" nicht nur den Erzählfluss hemmen, sondern auch ein homogenes Sehvergnügen ausbremsen. Nach einem fulminanten Start folgt im ersten Drittel des Films zunächst gepflegte Langeweile, bevor sich das Blatt dann ab dem zweiten Drittel plötzlich wendet und sich das bis dato vorherrschende Trauerspiel doch noch in einen passablen Kriminalfilm wandelt.
Am meisten hatte ich mich Vorfeld über die Mitwirkung von Enrico Maria Salerno gefreut, da der gebürtige Mailänder zu meinen absoluten Lieblingsdarstellern zählt und gewöhnlich auch nichts anbrennen lässt. Zwar hinterlässt er auch im vorliegenden Fall keinerlei Brandspuren, bleibt aber aufgrund der vorgegebenen Rahmenbedingungen weit hinter seinen eigentlichen Möglichkeiten zurück.
Mehr Infos zum Film und zu seinen Schauspielern stehen wie immer im Rahmen einer ausführlicheren Filmvorstellung auf Italo-Cinema.de zur Verfügung



Deutscher Trailer:
Fassungsunterschiede:
Zur Erstbetrachtung lag mir zunächst die dt. VHS-Fassung vor, welche aber den Film aufgrund ihres falschen Bildformats von vorne herein abwertet. Wie es der Zufall aber so wollte, fiel mir kurze Zeit später eine TV Aufzeichnung der spanischen Filmfassung in die Hände, welche dann aufgrund des augenscheinlich korrekten Bildformats einen gänzlich anderen Film präsentiert, denn die gezeigten Bildkompositionen entfalten sofort eine völlig andere Wirkung und versprühen dabei von Beginn an eine sehr angenehme Wohlfühlatmosphäre. Gleiches gilt für die jeweiligen Sprachfassungen, da die deutsche Synchro im Vergleich zur spanischen TV-Fassung die Wirkung des Film doch etwas auszubremsen scheint. Leider ist es mir aber bis dato noch nicht gelungen, passende und zugleich verständliche Untertitel für die spanische TV-Fassung aufzustöbern, so dass auch weiterhin die deutsche Synchronfassung für ein inhaltliches Verständnis herhalten muss.
Spanische TV-Fassung:

Deutsche VHS-Fassung:

Außerdem weist die spanische TV-Fassung eine 5 min. längere Laufzeit auf, wobei es sich bei den fehlenden Stellen der deutschen VHS-Fassung aber augenscheinlich nur um Szenenkürzungen handelt. So scheint in der spanischen TV-Fassung alleine die Szenerie der gemeinsamen Diashow bereits 2 min länger anzudauern, wobei aber die möglichen Schnitte beim ersten Durchlauf schwer auszumachen waren und somit auch nicht zu sehr ins Gewicht zu fallen scheinen.
Score:

(Beitrag aus dem alten Forum: 02.08.2016)