ENID BLYTON'S FÜNF FREUNDE

Der Tummelplatz für alle Serienjunkies und Binge-Watcher!
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Prisma
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Re: ENID BLYTON'S FÜNF FREUNDE

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● FOLGE 04 | FIVE GO TO SMUGGLER'S TOP [1] / FÜNF FREUNDE AUF SCHMUGGLERJAGD [1] (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanish, Michele Gallagher, Michael Hinz
Gäste: Ronald Fraser, Ingrid Hafner, John Carson, Ron Pember, Jonathan Wilmot, Charlotte Avery
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: Peter Duffell



Die Ferien der Fünf Freunde beginnen mit Komplikationen: Da auf Kirrin Cottage ein Sturm gewütet hat das Haus der Kirrins durch einen Baum beschädigt wurde, müssen Julian, Dick, Anne und George ihre Ferien bei den befreundeten Lenoirs verbringen. Da George trotz Verbots auch Timmy dorthin mitgenommen hat, ihr Gastgeber Mr. Lenoir Hunde aber über alles hasst, muss ein breit angelegtes Versteckspiel stattfinden. Onkel Quentin arbeitet gemeinsam mit Lenoir ein Projekt aus, die umliegenden Sümpfe trocken zu legen. Der größte Gegner dieses Vorhabens ist der altmodische und überaus seltsam erscheinende Mr. Barling, der alles beim Alten lassen möchte, da er auch jetzt noch vom Schmuggel profitiert. Sooty, der Sohn der Lenoirs, hat seinen Vater schon mehrmals darauf hingewiesen, bei Nacht derartige Aktivitäten beobachtet zu haben, doch niemand glaubt ihm, bis er und Professor Kirrin auf einmal spurlos verschwunden sind...

Mit "Fünf Freunde auf Schmugglerjagd" geht wieder eine Doppelfolge an den Start, deren zwei Teile so atmosphärisch dicht geworden sind, wie der in den Sümpfen gezeigter Nebel. Es geht dieses Mal überaus geheimnisvoll zu, sodass der Zuschauer dazu animiert wird, gemütlich rätseln zu können, wer noch zum Kreis der Verbrecher zählen könnte. Neben der hervorragend eingefangenen Moorlandschaft mit ihren schier Tausend Gesichtern und aufblinkenden Signalen der Schmuggler, gibt es weitere Rätsel in persona eines tauben Hausdieners und eines verdächtigen Gastgebers, die beide breites Misstrauen erwecken und denen man vielleicht alles zutrauen würde. Auch dass man Timmy ständig in Schränken und geheimen Gängen verstecken muss, fördert den Spannungsbogen und dürfte vor allem das junge Publikum fordern, da man Timmy die Strapazen deutlich ansehen kann. Schnell schließen sich die Fünf Freunde mit den beiden Kindern der Lenoirs zusammen, um gemeinsam auf Spurensuche zu gehen, wobei mal wieder Julian seine Qualitäten als Anführer unter Beweis stellen kann, er allerdings auf Sooty und Marybelle angewiesen ist, die sich mit den Gegebenheiten vor Ort am besten auskennen. Die Folge entwickelt sich zu einem interessantes Tauziehen mit den Erwachsenen, die erneut den Kardinalfehler begehen werden, ihre jungen Kontrahenten maßlos zu unterschätzen, woraus sich unter anderem ihre große Stärke ergibt. George geht aus der Sorge um Timmy wieder einmal eigene Wege, aber ansonsten arbeitet man erfolgreich Hand in Hand. Neben der sympathischen Stammbesetzung agieren ganz besonders überzeugende Gast-Darsteller in diesem ersten Teil der vierten Folge, die ihre Stärken immer wieder ganz plötzlich entfalten kann, da sie auf eine mysteriöse Spannung setzt.

Erstmals wird hier das noch häufig angewandte Konzept vorgestellt, das eingespielte Team unter bestimmten Umständen um weitere Kinder, also um tatkräftige Helfer zu erweitern, welches den jungen Zuschauern nicht nur Werte, sondern auch ein Gefühl von Zusammenhalt und Stärke vermitteln soll. Dieses immer wieder schöne Zugeständnis an die Zielgruppe wirkt daher perfekt auf die Geschichte und die Voraussetzungen abgestimmt und lädt dazu ein, erneut mitzufiebern. Merkwürdige Personen, denen man vor allem nicht im dichten Nebel begegnen möchte, bestimmen das Umfeld, und die Schauplätze lassen eine merkliche Gruselatmosphäre aufkommen, die durch das Haus der Lenoirs mit den vielen geheimen Verstecken und Gängen noch zusätzlich verstärkt wird. Auch die Musik stellt sich insbesondere hier als hervorragender Verstärker heraus und wirkt besonders charakteristisch. Dass Regisseur Peter Duffell mit nicht immer nachzuvollziehenden Geschehnissen zu spielen weiß, was sehr häufig als Stilmittel Verwendung fand, macht einen Großteil der oft beklemmenden Atmosphäre aus, die in den richtigen Momenten tatsächlich so wirkt, als ob es kein Entrinnen geben würde. "Fünf Freunde auf Schmugglerjagd" bleibt als insgesamt starke Folge in Erinnerung, die vor allem wegen ihrer atmosphärisch dichten Inszenierung in Erinnerung bleibt, aber auch in puncto der Verbrecher und zwielichtiger Gestalten für Aufsehen sorgen kann. Vielleicht wirken sie nicht immer durch und durch gefährlich, aber immerhin drohen sie über die Maßen an, Timmy etwas anzutun, wenn sich die Kinder nicht beugen. So bleibt ein spannender Einstieg in diese Doppelfolge, die Neugierde bezüglich weiterer Geschehnisse wecken kann, nicht zuletzt, weil sie mit einem überzeugenden Cliffhanger am Ende der Episode aufwarten kann.

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Re: ENID BLYTON'S FÜNF FREUNDE

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● FOLGE 05 | FIVE GO TO SMUGGLER'S TOP [2] / FÜNF FREUNDE AUF SCHMUGGLERJAGD [2] (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz
Gäste: Ronald Fraser, Ingrid Hafner, John Carson, Ron Pember, Jonathan Wilmot, Charlotte Avery
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: Peter Duffell



Julian, Dick, Anne, George und Marybelle sind fest davon überzeugt, dass Block, der undurchsichtige Butler, mit dem Verschwinden von Sooty und Professor Kirrin zu tun hat, können ihm aber nichts nachweisen. Außerdem ist George besorgt um Timmy, der sehr lange in seinem Versteck bleiben musste, aber ebenfalls verschwunden ist. In der Zwischenzeit verhört der wütende Mr. Lenoir die Kinder und verlangt Aufklärung über die Geschehnisse, stößt dabei aber nur auf demonstratives Schweigen, bis jeder mit Stubenarrest bestraft wird. Während die Kinder ergebnislos über den Verbleib der Verschwundenen rätseln, finden sie auf dem Boden eine Schraube. Diese erste heiße Spur führt sie in einen Geheimgang und in die dunklen Katakomben unter dem Anwesen der Lenoirs...

Die Fortsetzung der Doppelfolge "Fünf Freunde auf Schmugglerjagd" unterscheidet sich stilistisch gesehen wenig von ihrem Vorgänger und geht nahtlos in die dichte, mit Nebel durchzogene Atmosphäre über. Die Kinder haben ein Rätsel zu knacken, das der Zuschauer bereits beim Cliffhanger der ersten Folge erklärt bekam, aber diese Schilderung ist ebenfalls recht interessant, da man dabei zusehen kann, wie die Ermittlungsarbeit der aufmerksamen Jungdetektive aussehen kann und dass sie nicht so schnell aufgeben werden. Was weiterhin offen gehalten wird, ist die Frage, bei welcher der eigenartigen Gestalten es sich um Mittäter der gesamten Aktion handelt und wer letztlich rehabilitiert wird. Durch den skurrilen Mr. Barling wirken die Machenschaften der Schmuggler insgesamt jedoch schon etwas antiquiert und büßen aufgrund seiner Verschrobenheit an Bedrohlichkeit ein, doch das Umfeld trägt im Wesentlichen zur spürbaren Spannung bei. Angebote wie dunkle, geheime und unbekannte Gänge, in denen man sich verirren kann und somit verloren wäre, Personen, die aus dem Nichts auftauchen und die Kinder in ihre Gewalt bringen, eine atmende Sumpflandschaft, in der man die Hand vor Augen nicht sieht, können einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Überall lauern latente Gefahren, die wesentlich beunruhigender wirken, als der Täter an sich. Die jungen Schauspieler wirken erneut sehr überzeugend, beinahe schon routiniert und verbreiten einen natürlichen Charme, der immer wieder aufs Neue begeistern kann. Die Gäste dieser Episode stehen ihren mittlerweile erfahrenen Kollegen in nichts nach, sodass sich "Fünf Freunde auf Schmugglerjagd" innerhalb der Serie zu einer der beachtlichsten Folgen entwickelt, vor allem im inszenatorischen Sinn.

Die bereits in den Vorgängern platzierte Teamarbeit geht schließlich weiter und wird von den Kindern immer mehr verfeinert, sodass sich in der noch jungen Serie der Eindruck verhärtet, dass den Freunden die Verbrecher aller Couleur bessern nicht in die Hände fallen, da sie instinktiv kurzen Prozess machen. Bei einer speziell für Kinder konzipierten Serie ist das Integrieren von absoluter Verlässlichkeit, einhergehend mit Spannung und leichtem Nervenkitzel sehr wichtig, der in seiner graphischen Darstellung allerdings nie über das Ziel hinausschießen darf. In diesem Zusammenhang kam es bereits bei der deutschen Erst-Ausstrahlung zu leichteren Kürzungen, insbesondere bei angedeuteten Gewaltspitzen. Insgesamt beweist Regisseur Peter Duffell ein erstaunlich gutes Gespür bei der Abstimmung der wichtigsten Inhalte und der Führung seiner jungen Schauspieler. Entsprechende Ansprüche des Publikums werden hier nicht nur erfüllt, sondern in vielen starken Momenten sogar deutlich übertroffen. Mit "Fünf Freunde auf Schmugglerjagd" darf man auf einen der richtig spannenden Fälle blicken, allerdings nicht auf die spektakulärste Final-Auflösung, was ein wenig schade ist, hätte ein derartiger Clou die fünfte Folge doch formvollendet. So hat man es am Ende dann sozusagen nur mit Old-School-Gaunern zu tun, und eben nicht mit den perfidesten Verbrechern, die die Kinder und die 26teilige Serie je gesehen haben. Dennoch ist eine der überzeugendsten Inszenierungen entstanden, die in den Bereichen Atmosphäre und Aufbau sehr beeindruckt. Die wandlungsfähige Musik unterstützt die fortwährend vorangetriebene Handlung wieder einmal ausgezeichnet und als Anhänger der Serie bleibt wohl nur zu sagen, dass man die nächsten spannenden Fälle wieder einmal kaum erwarten kann.

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Re: ENID BLYTON'S FÜNF FREUNDE

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● FOLGE 06 | FIVE GO OFF IN A CARAVAN / FÜNF FREUNDE BEIM WANDERZIRKUS (GB|1978)
Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz
Gäste: Peter Cartwright, Gary Dundaven, Brian Glover, Sean Lynch
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: Peter Duffell



Julian, Dick, Anne, George und Timmy sind mit Wohnwagen unterwegs, die von Pferden gezogen werden. Auf der Suche nach einem geeigneten Rastplatz trauen die Fünf Freunde ihren Augen nicht. In einem Bach sehen sie einen echten Elefanten. So lernen sie den jungen Nobby kennen, der Mitglied des Wanderzirkus ist, in dessen Nähe sie auch ihr Quartier aufschlagen. Schnell freunden sich die Kinder an, und als Nobby ihnen den Zirkus zeigen will, wird die erste Begeisterung schnell ausgebremst, da sie dessen unfreundlichen Onkel namens Tiger Dan und den genauso unsympathischen Akrobaten Lou kennenlernen, bis die neugierigen Kinder kurzerhand hinaus geworfen werden. Dan und Lou wollen die Fünf Freunde so schnell wie möglich loswerden, da ihre Wohnwagen direkt vor dem geheimen Eingang zu einer unterirdischen Höhle stehen. Für die Kinder wird es ab sofort unangenehm...

Folge 6 beginnt sehr idyllisch inmitten eines schönen Panoramas, die Sonne scheint, alles ist grün und man ist guter Dinge. Doch wer die Fünf Freunde kennt, weiß, dass es nicht sehr lange so bleiben wird. Es ist innerhalb der Serie übrigens der erste Fall, der die Ganoven nicht wegen Professor Kirrins wissenschaftlicher Arbeiten anlockt, sondern hier wird das Zufallsprinzip zuschlagen, was für Abwechslung sorgt und daher gut ankommt. Die dargestellte Selbstständigkeit und Offenheit der Kinder ist insgesamt wieder einmal sehr beeindruckend und transportiert eine Art Vorbildcharakter, außerdem wird jeder der jungen Protagonisten in der kurzen Spieldauer charakterlich differenziert dargestellt, und zwar so optimal, wie es eben möglich war. Der klare Aufbau in "Fünf Freunde beim Wanderzirkus" schmeichelt der Geschichte, in der eigentlich gar nicht so schrecklich viel passiert, und es entsteht ein gelungener Einteiler, der seine Unterhaltungsambition ernst nimmt. Was vor allem junge Zuschauer neben den herkömmlichen Zutaten anspricht, sind die vielen Tiere im Szenario, die teils für exotische Eindrücke sorgen können. Abgesehen von Timmy, sieht man den besagten Elefanten, der von Nobby im Bach geschrubbt wird. Man sieht noch viele andere, aber geläufige Exemplare beim Zirkus, wie etwa einen Schimpansen, der zur Lösung des Rätsels beitragen wird, außerdem Nobbys Hund, der anstelle von Timmy vergiftet wird, da er nach Georges Behauptung niemals etwas von Fremden annimmt. Neben den jähzornigen und impulsiven Gaunern, die zusehends aggressiver werden, was wieder einmal durch die kompetente Synchronisation zum Ausdruck gebracht wird, ist die Methodik durch Androhungen, den beteiligten Tieren etwas anzutun, ein treffsicheres Stilmittel um Spannung aufzubauen..

Eine gute Unterhaltung mit aktuellen Themen und Kontrasten für Kinderaugen macht die Serie sehr geradlinig und verlässlich. Auch hier zeigt sich das strategische Vorgehen und das Planen der erweiterten Fünf als ziemlich ausgekocht, da das oberste Ziel ist, eine entscheidende Falle zu stellen. Was sehr amüsant erscheint, ist die wie vielerorts geschilderte Rolle der Polizei, die immer nur dann auftaucht, wenn man die Verbrecher beinahe nur noch zu Übergeben braucht und die eigentliche Arbeit längst getan ist. Die unterirdische Höhle mit ihren Geheimnissen kommt einem so langsam aber sicher schon bekannt vor, tut aber der Spannung keinen Abbruch, obwohl der Zuschauer von vorne herein genau weiß, worum es sich bei dieser Wanderzirkus-Folge handeln, beziehungsweise wohin sie führen wird. Interessant ist die Tatsache in Form einer Randnotiz, dass die Kinder hier quasi vor der Strenge und Ungeduld des Onkel Quentin flüchten, dann aber auf andere Komplikationen und Reaktionen unterschiedlicher Erwachsener stoßen, als würden sie kriminelle Machenschaften wie ein Magnet anziehen. In Folge 6 wird Dick in angenehmer Art und Weise ein bisschen mehr als die anderen Kinder hervorgehoben. Bei dieser Gelegenheit kann er endlich auch einige Kostproben seines berüchtigten Humors zum Besten geben, um seine Schwester Anne damit zu ärgern und anzusticheln, außerdem hat er wie immer großen Hunger, was bei einer derartig geballten Form von Abenteuer aber auch kein Wunder ist. Langsam aber sicher begreift man, dass alle Beteiligten vor oder hinter der Kamera zu richtigen Profis avancieren konnten, was der Serie einen zusätzlichen Reiz gibt. Schlussendlich handelt es sich um einen angenehmen und schön erzählten Einteiler der Serie, bei dem vor allem die Kinder einen großen Spaß beim Dreh gehabt haben dürften.

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