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Re: HINTER GITTERN - DER FRAUENKNAST

Verfasst: So., 31.05.2026 07:42
von Prisma


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● FOLGE 37 | DER NEUE (D|1998)
in den Hauptrollen: Barbara Freier, Cheryl Shepard, Claudia Loerding, Katy Karrenbauer und Franziska Matthus
mit Katharina Wackernagel, Imke Barnstedt, Klaus Wennemann, Burkhard Heyl, Marie-Ernestine Worch, Annette Frier, Karl-Heinz von Liebezeit und Urs Remond
eine Produktion der Grundy UFA | im Auftrag von RTL
Regie: Bodo Schwarz



Susanne Teubner befürchtet, dass ihre Tochter Nina der bevorstehenden Aussage vor Gericht nicht gewachsen sein wird, doch ihre Schwiegermutter versucht ohnehin alles, um diese zu verhindern, damit die Wahrheit über ihren Sohn nicht ans Licht kommt. Uschi König hingegen bekommt über den 18. Geburtstag ihrer Tochter Sonja Hafturlaub, die gerade mit schweren Enttäuschungen zu kämpfen hat, da ihr Freund und Manager Marc Schneider sie nur ausgenutzt hat. Da dieser anschließend unverschämte finanzielle Forderungen an Sonja richtet, möchte die junge Frau noch einmal mit ihm reden, doch dieser Besuch wird schwerwiegende Folgen für alle Beteiligten nach sich ziehen …

Für Uschi steht der letzte Hafturlaub vor ihrer frühzeitigen Entlassung an, doch sie muss sich eingestehen, dass sie zahlreiche familiäre Probleme zu regeln hat, die vor allem mit ihrer Tochter zusammenhängen. Diese schießt bei ihrem Manager und Freund Marc Schneider gerade einige Fotos, träumt weiterhin von der ganz großen Karriere, doch es kommt wie erwartet vollkommen anders. Zwei Männer platzen ins Shooting, werden lapidar mit Ronny und Dirk vorgestellt, die sich unmittelbar danach anzüglich präsentieren und sie begrapschen. Auf Sonjas Beschwerde hin kommt lediglich eine einfache, wenn auch eindeutige Antwort: »Na was wohl, Süße. Der da filmt, wie die beiden dich ficken!« Uschis Bedenken werden plötzlich Wirklichkeit, Sonja verlässt die Wohnung, doch man ahnt, dass es das noch nicht gewesen sein kann. In der Zwischenzeit spricht Susanne mit ihrem Anwalt über das weitere Prozedere. Ihre Tochter soll so gut es geht schonend behandelt werden, doch Dr. Maybach weist auf das Haifischbecken hin, in welches sie sich alle begeben werden. Er visiert eine recht unorthodoxe und rechtlich fragwürdige Möglichkeit hin, Susanne mit ihrer Tochter zu vereinen, und das vor dem Prozess. Die 37. Episode veranschaulicht ihre Thematik in zwei parallel ablaufenden und mit unterschiedlichen Problemen aufgeladenen Handlungssträngen, die den Titel sehr anschaulich unterstreichen. Das Gesetz der Serie versichert zwar indirekt, dass nicht zwei Katastrophen auf die beliebten Protagonistinnen zukommen werden, aber die wahrscheinliche Gefahr zumindest einer liegt deutlich auf der Hand. Doch zunächst verwandelt sich die angesammelte Euphorie in Resignation und Frust, da nichts so läuft, wie Susanne oder Uschi es sich vorgestellt hatten. Außerdem liegen Marlies Teubner und Marc Schneider wie der Inbegriff zweier scharfer Damoklesschwerter über dem Szenario. Thematisch wird sich die Zeit genommen, weiter in die Vergangenheit zu leuchten und aufklärend zu wirken. Gleichzeitig werden die hohen Widerstände von allen Seiten her aufgezeigt, die sich erfahrungsgemäß in den richtigen Momenten entladen können. Zwar wünscht man sich ein doppeltes Happy End, aber zunächst müssen die Möglichkeiten und somit die Luft nach unten sondiert werden.

»Ich meine, Susannes neuer Prozess ist völlig ungewiss. Mit Bewährung kann sie ja sobald nicht rechnen. Sollen Nina und Martin in die Haftanstalt ziehen?« Marlies Teubner reagiert ablehnend, als sie hört, dass es genau um derartige Möglichkeiten gehe und ihr Einverständnis, Tür und Tor zu öffnen. Sie reagiert zunächst sachlich-skeptisch und lässt die Möglichkeit offen. Sie verlangt ein Gespräch mit ihrer Schwiegertochter, um dort ihr wahres Gesicht zu zeigen. Da sie wie bei Prozessbeginn keinen Einfluss mehr auf den neuen Anwalt hat, kündigt sie unverblümt an, dass sie alle Hebel in Bewegung setzen werde, diesen Prozess zu verhindern. Immerhin lebt sie weiterhin fest in dem Glauben, dass es sich nur um Verleumdungen handelt und ihr Sohn zu sexuellem Missbrauch nicht fähig gewesen wäre. »Ihr habt sie wohl nicht mehr alle, als ob die Kinder nicht schon genug gesehen hätten!« Susanne Argumentation läuft gegen eine Wand. »Du willst Nina seelisch darauf vorbereiten, ihren Vater durch den Dreck zu ziehen. Überleg dir, wozu du deine Tochter da benutzt!« Was bildest du dir eigentlich ein? Hast du gedacht du bringst meinen Sohn um und danach geht das Familienleben fröhlich weiter, als wäre nichts geschehen? Nicht mit meinem Einverständnis und nicht so lange du hier im Gefängnis sitzt. Und du wirst hier noch sehr lange sitzen. Und ich hoffe, du vergisst nie warum!« Es scheint, als sei die Sache vom Tisch, bevor sie überhaupt angefangen hat. Bei den Königs deutet sich derweil eine Annäherung an. Ausgelassene Stimmung, Erinnerungen ohne Vorwürfe und Erleichterung, bis Marc Schneider sich über seinen Anwalt meldet, der eine hohe Geldforderung stellt. Dass er mit Sonja Pornos drehen will, ahnt Uschi dabei noch nicht, aber Sonja möchte die Angelegenheit alleine regeln. Es kommt, wie es kommen muss, ihr Zuhälter in Gedanken pocht auf sein vermeintliches Recht und argumentiert mit Verdienstausfall. Der Abend nimmt eine tragische Wendung, sodass die Weichen wieder unbarmherzig für die nächsten Episoden gestellt werden, um die Ahnungen von Glücksmomenten im Keim zu ersticken. Doch dies gilt nicht für alle Beteiligten, denn die Regie weist auf einige Lichtblicke hin, die ohne jeden Zweifel noch entgegenwirkend aufgerollt werden, auch wenn sie mit leichter Erpressung und Nötigung eingeleitet sind.

Re: HINTER GITTERN - DER FRAUENKNAST

Verfasst: Mo., 22.06.2026 15:12
von Prisma


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● FOLGE 38 | RACHE (D|1998)
in den Hauptrollen: Barbara Freier, Katy Karrenbauer, Claudia Loerding und Franziska Matthus
mit Klaus Wennemann, Annette Frier, Isabella Schmid, Rainer Frank, Karl-Heinz von Liebezeit, Burkhard Heyl, Günter Barton, Imke Barnstedt und Urs Remond
eine Produktion der Grundy UFA | im Auftrag von RTL
Regie: Bodo Schwarz



Für Uschi bricht nach dem Tod ihrer Tochter eine Welt zusammen. In ihrer Verzweiflung zeigt sie Marc Schneider an, den ehemaligen Manager ihrer Tochter, den sie für deren Tod verantwortlich macht. Obwohl die Polizei ihn verhaftet, wird er kurz danach wieder auf freien Fuß gesetzt. Schneider setzt die Königs durch seinen Anwalt unter Druck und Uschi warnt, dass sich dessen Mandant auf keinen Fall auf der Beerdigung zeigen soll. Doch Uschi hat längst einen folgenschweren Entschluss gefasst. In der Zwischenzeit kämpft Susanne immer noch für ihre Rechte, doch Dr. Kaltenbach sind die Hände gebunden. Diese stellt sich mittlerweile die Frage, ob sie an anderer Stelle nicht mehr ausrichten könnte …

»Wenn Sie keine Drogen gefunden haben, dann schlage ich vor, Sie verlassen jetzt unverzüglich die Wohnung meines Mandanten!« Marc Schneider scheint den richtigen Haifisch an seiner Seite zu haben, denn die Polizei zieht ergebnislos ab. Die anschließende Order, dass sein Anwalt dafür sorgen solle, dass diese Knast-Mutti ihr Maul hält, sorgt für Hellhörigkeit, denn es liegt ein bedeutender Showdown in der Luft. Der Titel "Rache" klingt dabei mehr als unmissverständlich und der treue Zuschauer weiß genau, dass Uschi König bereits wegen eines mörderischen Rachemotivs im Knast sitzt. Ihre Szenen voller Verzweiflung und Verbitterung unterstreichen den Verdacht, dass sie es jederzeit wieder tun würde, falls der Anlass es verlangt. Des Weiteren hört man die Nachtigall in Reutlitz trapsen, da Frau Dr. Kaltenbach quasi mit der Nase darauf gestoßen wird, in ihrem Gefängnis an der falschen Stelle zu sitzen, falls sie ernsthaft etwas bewirken wolle. Die Justizverwaltung ruft, doch eine Serie opfert ihre besten Pferde im Stall nicht so leichtfertig. Oder zugunsten zukünftiger Reibungsflächen in Reutlitz doch? Es bleibt abzuwarten, ob die Anstalt einen Tyrannen im Chefsessel Platz nehmen lassen wird. Uschi ist derweil mit einer Verleumdungsklage konfrontiert, Schneider provoziert sie bis aufs Blut, sodass sich ein folgenschwerer Entschluss anzubahnen scheint. Unter den Frauen wirbt Dr. Kaltenbach weiterhin für einen modernen und humanen Strafvollzug, man kann das Augenrollen der Adler buchstäblich hören. Die Folge thematisiert die Ohnmacht vor den Mühlen der Justiz sehr anschaulich, denn ohne triftige Beweise läuft natürlich nichts. Selbst wenn diese geliefert sind, können Geld und entsprechend skrupellose und aalglatte Anwälte noch einige Stellschrauben drehen, um die Wahrheit umzudefinieren, das Strafmaß quasi gegen null herabzusetzen. Der Zuschauer verlangt Gerechtigkeit, auch wenn diese mit Ungerechtigkeit herbeigeführt werden müsste. Uschi liest in Sonjas Tagebüchern und lässt das Publikum an ihrer Gefühlswelt teilhaben. Die Episode verläuft wellenförmig. Immer wieder befasst sich die Regie mit dem zweiten Hauptthema des modernen Strafvollzugs, denn es soll ein Projekt mit Fußfesseln für Freigängerinnen etabliert werden, sodass man Höhenluft für Susanne Teubner wittert.

»Verzeihung, ich sagte, ich bin wegen des Antrags hier. Aber ich habe nicht gesagt, dass ich ihn unterschreibe!« Von wem schon könnte diese kalte Dusche kommen? Richtig, Marlies Teubner schlägt den Beteiligten und allen Zuschauern jegliche Hoffnungen aus dem Kopf. Das vierwöchige Projekt könne keinesfalls in ihrem Haus stattfinden, immerhin müsse man verstehen, dass sie nicht mit der Mörderin ihres Sohnes unter einem Dach leben könne. Dr. Kaltenbach fährt von einer Wand gegen die nächste, ihr ist die Frustration über ihre gebundenen Hände deutlich anzusehen. Zuvor zeigte sich in einem Gespräch zwischen Lollo und Uschi, dass diese nichts mehr zu verlieren zu haben scheint. »Ich weiß nicht, was ich bin, oder was ich fühle … Wahrscheinlich gar nichts mehr!« Man fühlt mit Uschi, in der offenbar alles kaputtgegangen ist. Sie sucht nach dem Sinn ihrer Kämpfe, Taten und natürlich nach dem Sinn des Lebens. All diese Fragen werden sich für sie nicht hinter Knastmauern beantworten können, denn Rache ist ein starkes Gefühl, oft stärker als Liebe. Ihrem Mann berichtet sie glaubhaft, dass Marc Schneider für sie kein Thema mehr sei, bis ihr Mann die Karten auf den Tisch legt: Marc Schneider ist wieder auf freiem Fuß. Die Knast-Gerechtigkeit nimmt also ihren Lauf und Walter bekommt eine dramaturgische Schlüsselrolle zugedacht. Der Zuschauer der ersten Minute weiß zu genau, was die Stunde geschlagen hat, denn die Gesetze des Knastlebens müssen sich immer und immer wieder verwirklichen. Susannes Anwalt macht ihr und der Kaltenbach einen schmackhaften Vorschlag, der Marlies Teubner ausbooten könnte, doch das letzte Wort der Justizverwaltung gleicht einem noch lauteren Lockruf für Dr. Kaltenbach. Uschi wird anschließend von Schneiders Anwalt konsultiert, der ihr einen unverschämten Deal vorschlägt, der aus Nötigung, Dreistigkeit und grenzenloser Skrupellosigkeit besteht. »Sagen Sie ihrem Mandanten, dass er ein verkommenes Stück Dreck ist. Und sagen Sie ihm auch, dass ich keine Ruhe geben werde, bis er bekommt, was er verdient!« Man findet sich auf Sonjas Beerdigung ein und das ohnehin große Drama bekommt einen weiteren Akt zugedacht. "Rache" ist und bleibt eine der stärkeren Folgen der zu diesem Zeitpunkt immer noch frühen Phase und stellt wichtige Weichen wie üblich gnadenlos.