Der deutsche Film - aktueller Zustand, Vergangenheit und Perspektiven

Für alles filmbezogene, das forenübergreifend ist.
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alex_wintermute
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Re: Der deutsche Film - aktueller Zustand, Vergangenheit und Perspektiven

Beitrag von alex_wintermute »

Nobody hat geschrieben:
Mi., 18.02.2026 16:04
alex_wintermute hat geschrieben:
Di., 17.02.2026 21:40
Nobody hat geschrieben:
Di., 17.02.2026 21:00
Sorry, aber eine solche Diskussion nur auf Basis des eigenen Geschmacks zu führen, wird schwierig. Die Masse der GEZ Zahler wird wohl eher sagen, sie braucht keine Dokus und die Quoten geben das auch her, aber genau das ist ja das Argument, dass hier der kulturelle Aspekt gefördert wird. Gleichzeitig will man bei Quotenbringern wie im Sport wettbewerbsfähig bleiben und die regionale Vielfalt aufrecht erhalten. Ja, das finde ich schützenswert.

GEZ gehört doch der Vergangenheit an, das heißt jetzt Rundfunkbeitrag. Ein wahrlich krasser Unterschied, nicht nur in der Namensgebung. Die Gebühren der GEZ = Gebühreneinzugszentrale sind/waren übrigens viel ehrlicher als der neue und moderne Rundfunkbeitrag. Ein Beitrag ist eine Leistung in Geld, die für eine Gegenleistung geleistet wird, bei Möglichkeit der Nutzung. Eine Gebühr dagegen wird als direkte Gegenleistung für eine tatsächlich in Anspruch genommene Leistung erhoben. So sollte es sein! Warum soll ich bitte jeden Monat einen Beitrag von 18,36 EUR zahlen müssen, für das seltsame ARD/ZDF Programm, was mich null interessiert und ich überhaupt nicht nutze? Das ist doch vollkommener Rip Off. Wer das ARD/ZDF Programm gerne konsumieren möchte, darf das gerne tun und dafür 3-stellige Summen im Jahr bezahlen. Habe damit keinerlei Probleme, aber lasst bitte die Menschen in Ruhe, die nichts mit dem ARD/ZDF Programm anfangen können. Den monatlichen Betrag würde ich jedenfalls viel lieber in Filmprojekte junger Nachwuchsregisseure stecken wie schon an anderer Stelle erwähnt. Und zum Thema Dokumentarfilm, gerade aktuell auf T-Online zu lesen, das ZDF hat vor Kurzem die Umwelt Dokumentationsreihe "Im Einsatz für …" mit Hannes Jaenicke eingestellt. Das Thema ist aktueller denn je und eine Folge dieser angeblich interessanten Dokumentationsreihe hat gerade mal nur um die 200.000 EUR an Produktionskosten gekostet. Wir stecken nicht nur inmitten einer Klimakrise, sondern kurz vor einer Umweltkatastrophe. Weltweit. Ausgerechnet ich muss das auch noch als Oldschool Benziner V8 HEMI Muscle Car Lover erwähnen. Und was macht das ZDF: Es streicht ausgerechnet diese Dokumentationsreihe, stattdessen gibt es so eine seichte Scheiße wie "Das Traumschiff" weiter zu bewundern. Und für interessante Dokumentationsfilme brauche ich wirklich nicht ARD/ZDF, die gibt es auf ganz anderen TV-Sendern, Streamingdiensten oder auf Youtube sowie ab und an im Kino auf großer Leinwand zu sehen. In meinem Fall sind die monatlichen Rundfunkbeiträge eiskalte Abzocke. Ich würde gerne meinen jährlich anfallenden Betrag für Nichts, der im 3-stelligen EUR Bereich liegt, zur Filmförderung junger und angehender Regietalente in Deutschland weitergeleitet sehen.
Wie gesagt, das alles ab deinem Geschmack festzumachen ist eine sinnlose Diskussion. So funktioniert die Kulturförderung in weiten Teilen nun einmal.

Wie sieht denn die Kulturförderung des ARD/ZDF Senders deiner Meinung nach exakt aus?

TRAXX
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Re: Der deutsche Film - aktueller Zustand, Vergangenheit und Perspektiven

Beitrag von TRAXX »

alex_wintermute hat geschrieben:
Mi., 18.02.2026 09:58
Also mir ist es völlig egal, ob jemand homosexuell, bisexuell, lesbisch, asexuell oder hetro ist.
Ich habe dir auch nicht unterstellen wollen, dass es das für dich nicht ist. ;) Ich denke/hoffe das können wir alle hier unterschreiben.
Nur, das ist ja nicht der Punkt hier.[/quote]
alex_wintermute hat geschrieben:
Mi., 18.02.2026 09:58
Man sollte Menschen, die in unterschiedlichen Arbeitsbereichen bei einer zukünftigen Filmproduktion tätig sein sollen, nicht nach irgendwelchen Kriterien wie Geschlecht, Sexualität, Hautfarbe oder ethnische Gruppe auswählen, sondern nach deren einzubringende Leistung, Fähigkeiten und Kompetenz. Wer eine Top Leistung aufgrund seiner individuellen Fähigkeiten wie z.B. als Schauspieler, Kameramann, Editor, Setdesigner, Maskenbildner, Kostümdesigner, etc. abliefern kann und aus der Sicht des Regisseurs für seinen zukünftigen Film mit Blick auf den Oscar perfekt für die Umsetzung seiner filmischen Vision geeignet sein könnte, der sollte eben genau deswegen in das Filmteam von ihm aufgenommen werden.
In einer perfekten Welt wäre das auch genau so!
Nur leben wir aber nicht in einer perfekten Welt und dann kommen irgendwelche zahlenschiebenden Markforscher-Fuzzis an und erklären dir als Kreativkopf, dass du gefälligst einen Weissen in der Hauptrolle zu besetzten hast, weil der 18 % mehr Kartenverkäufe generiert. Oder der Produzent zwingt dir seine untalentierte Nichte in einer tragenden Rolle auf.
Über diese Einschnitte in den Kreativprozess haben wir uns schon immer geärgert. Die Diversity Regeln sind jetzt nicht das perfekte Gegengift dafür, aber durchaus eine Möglichkeit das Ganze etwas abzuschwächen.

Und mal ganz generell zu deiner den-Teufel-an-die-Wand-malende Haltung: Jeder kann sich mit den Diversity Regeln den Arsch quer rüber abwischen. ;)
Niemand wird durch irgendeinen inneren oder gar äußeren Zwang genötigt diese zu befolgen. Wenn ich z.B. "all white" drehen will, dann kann ich das auch tun. Letztendlich entscheidet der Markt, ob mein Film erfolgreich ist oder nicht.

Nobody
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Re: Der deutsche Film - aktueller Zustand, Vergangenheit und Perspektiven

Beitrag von Nobody »

alex_wintermute hat geschrieben:
Mi., 18.02.2026 19:30



Wie sieht denn die Kulturförderung des ARD/ZDF Senders deiner Meinung nach exakt aus?
Habe ich doch schon geschrieben. Konzerte, Regionalberichterstattung und -Sendungen, Dokus, die alle kein Massenpublikum anziehen. Dass das nicht deinem Geschmack entspricht, ist nicht relevant, zumal es deinem Argument zu den vermeintlich besseren deutschen Filmen zuwiderläuft, die, wie Traxx richtig gesagt hat, auch keine nationalen Blockbuster waren. Wenn man nach dem geht, was die Mehrheit will und sieht, dann haben wir Sport, Dschungelcamp, Kinderfilme und Komödien. Wer etwas Gehaltvolleres will, ob im Kino oder im Fernsehen, dem muss bewusst sein, dass das mit Steuern bezahlt wird und defacto ist die Rundfunkgebühr kaum etwas anderes, nur dass sie sogar zweckgebunden ist. Kinofilme werden übrigens auch alle über Fördertöpfe (=Steuern) cofinanziert. Man kann das kritisch sehen, für unzeitgemäß halten oder undemokratisch finden, ähnliche Kritik gibt es in GB mit Blick auf die BBC, aber eine Abschaffung wird das Niveau von Kino und vor allem Fernsehen ganz gewiss auch nicht steigern.

Arizona Colt
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Re: Der deutsche Film - aktueller Zustand, Vergangenheit und Perspektiven

Beitrag von Arizona Colt »

Nobody hat geschrieben:
Mi., 18.02.2026 20:38
alex_wintermute hat geschrieben:
Mi., 18.02.2026 19:30



Wie sieht denn die Kulturförderung des ARD/ZDF Senders deiner Meinung nach exakt aus?
Habe ich doch schon geschrieben. Konzerte, Regionalberichterstattung und -Sendungen, Dokus, die alle kein Massenpublikum anziehen. Dass das nicht deinem Geschmack entspricht, ist nicht relevant, zumal es deinem Argument zu den vermeintlich besseren deutschen Filmen zuwiderläuft, die, wie Traxx richtig gesagt hat, auch keine nationalen Blockbuster waren. Wenn man nach dem geht, was die Mehrheit will und sieht, dann haben wir Sport, Dschungelcamp, Kinderfilme und Komödien. Wer etwas Gehaltvolleres will, ob im Kino oder im Fernsehen, dem muss bewusst sein, dass das mit Steuern bezahlt wird und defacto ist die Rundfunkgebühr kaum etwas anderes, nur dass sie sogar zweckgebunden ist. Kinofilme werden übrigens auch alle über Fördertöpfe (=Steuern) cofinanziert. Man kann das kritisch sehen, für unzeitgemäß halten oder undemokratisch finden, ähnliche Kritik gibt es in GB mit Blick auf die BBC, aber eine Abschaffung wird das Niveau von Kino und vor allem Fernsehen ganz gewiss auch nicht steigern.
Dem kann ich nur beipflichten. Ich durchforste regelmäßig das TV Programm, da ich (für mich) interessante Filme und Sendungen gerne für mein NAS aufzeichne. Und da laufen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern eine ganze Menge interessanter Sachen.

3sat etwa hat regelmäßig Thementage, so z.b. kurz nach Weihnachten einen zum Thema Western. An Silvester und Neujahr werden klassische und moderne Konzerte gezeigt. Häufig laufen auf 3sat interessante Natur-Dokumentationen über die Alpen oder alle möglichen anderen Orte der Welt. Auch Filme abseits des Mainstreams haben ihren Platz. Noch vor wenigen Wochen lief etwa Nymphomaniac von Lars von Trier.

Der BR etwa hat Feitagsabends immer Filmklassiker im Programm. Oft Western. Demnächst etwa Spiel mit das Lied vom Tod oder Django und Sabata - Wie blutige Geier. Die regionale Berichterstattung in allen Dritten wurde ja bereits erwähnt.

Arte zeigt unzählige Filmklassiker von der Stummfilmzeit bis zu aktuellen Filmen, insbesondere auch viele teils unveröffentlichte oder jedenfalls nicht in HD erhältliche Filme. Vor wenigen Tagen lief z.b. der Italoklassiker Die Klette. Außerdem würdigt arte viele Filmgrößen mit knapp einstündigen Dokumentationen (z.B. Leone, Cardinale, Trintignant, Scorsese, Eastwood, Carpenter etc.). Und unzählige interessante Dokumentationen von historischen Themen über Tagespolitik bis hin zu Natur und Tierwelt laufen dort auch.

Zudem gibt es bei ARD und ZDF auch Sport (nicht nur Fußball, auch sog. Randsportarten) und Kabarett. Und vor allem relativ ausgewogene Nachrichtensendungen, über die man wirklich froh sein kann, wenn man sie etwa mit us-amerikanischen Nachrichtensendungen vergleicht.

Ja, es laufen auch Serien wie Das Traumschiff und die unzähligen Krimis oder teils antiquierte Show-Formate. Aber es gibt auch abseits davon eine ganze Menge interessante Sendungen, wie ich versucht habe aufzuzeigen.

TRAXX
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Re: Der deutsche Film - aktueller Zustand, Vergangenheit und Perspektiven

Beitrag von TRAXX »

Kent hat geschrieben:
Mi., 18.02.2026 09:58
^^
Mir geht es darum, dass Drehbücher auch einen Hauch von Realität haben sollten, und nicht nur nach solchen "gut gemeint" Gesichtspunkten gedreht werden sollte.
Hierzu folgendes, ich habe im letzten Jahr eine Folge der Serie: "Morden im Norden" gesehn.
Der Plot war wie folgt:

Eine junge blonde Sprengmeisterin kommt mit einem Bombengürtel in eine Behörde, sie möchte die Abschiebung ihres afghanischen Freundes verhindern, wenn dies nicht geschieht, würde sie ansonsten den Bombengürtel den sie trägt aktivieren und die Polizeibehörde in die Luft sprengen. Ihr Afghane weiß natürlich nichts davon. Glücklicherweise gelingt es der Polizei mit Hilfe ihres afghanischen Freundes die Missverständnisse aufzuklären.

So ein Inhalt ist einfach nur grottendämlich. Zu 99% ist ein Sprengmeister in Deutschland meist ein grauhaariger Typ, der nach seiner Zeit bei der Bundeswehr diesen Beruf ergreift. Aber nein, man möchte den Zuschauer wieder erziehen und zeigen, dass auch Frauen in Männerberufen erfolgreich sein können etc. Der ganze Inhalt ist maximal an den Haaren herbeigezogen, die Thematik, dass Muslime unter Generalverdacht gestellt werden ist so überhöht, dass ich gar nicht weiß, wer sich solchen Unfug freiwillig anguckt, wenn er nicht gerade an Demenz leidet.
Mir ist unverständlich, dass gerade diese ganzen Vorarbendserien so unglaublich müllig sind.
Ja, dem kann ich nur beipflichten!
Sowas ist oberpeinlich und das eigentliche Problem bei dieser ganzen Wokeness-Sache (formely known a Political Correctness).

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alex_wintermute
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Re: Der deutsche Film - aktueller Zustand, Vergangenheit und Perspektiven

Beitrag von alex_wintermute »

TRAXX hat geschrieben:
Do., 19.02.2026 20:30
Kent hat geschrieben:
Mi., 18.02.2026 09:58
^^
Mir geht es darum, dass Drehbücher auch einen Hauch von Realität haben sollten, und nicht nur nach solchen "gut gemeint" Gesichtspunkten gedreht werden sollte.
Hierzu folgendes, ich habe im letzten Jahr eine Folge der Serie: "Morden im Norden" gesehn.
Der Plot war wie folgt:

Eine junge blonde Sprengmeisterin kommt mit einem Bombengürtel in eine Behörde, sie möchte die Abschiebung ihres afghanischen Freundes verhindern, wenn dies nicht geschieht, würde sie ansonsten den Bombengürtel den sie trägt aktivieren und die Polizeibehörde in die Luft sprengen. Ihr Afghane weiß natürlich nichts davon. Glücklicherweise gelingt es der Polizei mit Hilfe ihres afghanischen Freundes die Missverständnisse aufzuklären.

So ein Inhalt ist einfach nur grottendämlich. Zu 99% ist ein Sprengmeister in Deutschland meist ein grauhaariger Typ, der nach seiner Zeit bei der Bundeswehr diesen Beruf ergreift. Aber nein, man möchte den Zuschauer wieder erziehen und zeigen, dass auch Frauen in Männerberufen erfolgreich sein können etc. Der ganze Inhalt ist maximal an den Haaren herbeigezogen, die Thematik, dass Muslime unter Generalverdacht gestellt werden ist so überhöht, dass ich gar nicht weiß, wer sich solchen Unfug freiwillig anguckt, wenn er nicht gerade an Demenz leidet.
Mir ist unverständlich, dass gerade diese ganzen Vorarbendserien so unglaublich müllig sind.
Ja, dem kann ich nur beipflichten!
Sowas ist oberpeinlich und das eigentliche Problem bei dieser ganzen Wokeness-Sache (formely known a Political Correctness).

Hm... also ich habe absolut nichts gegen "Woke", wie der Begriff, das Wort bzw. der Bezug ursprünglich gemeint gewesen ist. Leider wurde der Begriff im Laufe der Zeit vornehmlich von weißen Menschen für ihre anscheinend gut gemeinten Zwecke missbraucht bzw. allerlei Dinge hinzugedichtet. Ursprünglich wurde der Begriff "Woke" Anfang/Mitte des 20. Jahrhunderts von der afroamerikanischen Gemeinde verwendet, um ein stärkeres Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeit, insbesondere im Zusammenhang mit Rassismus zu beschreiben. Der Begriff wurde auch im Kontext der Bürgerrechtsbewegung der 50er und 60er Jahre in den USA vor allem von der afroamerikanischen Bevölkerung genutzt, um ein Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeit, Rassismus und Diskriminierung zu signalisieren, was ich sehr gut finde. Im Laufe der Zeit hat sich die Bedeutung des Wortes bzw. Begriffes "Woke" jedoch radikal verändert. Leider zum Negativen.

TRAXX
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Re: Der deutsche Film - aktueller Zustand, Vergangenheit und Perspektiven

Beitrag von TRAXX »

alex_wintermute hat geschrieben:
Do., 19.02.2026 21:18

Hm... also ich habe absolut nichts gegen "Woke", wie der Begriff, das Wort bzw. der Bezug ursprünglich gemeint gewesen ist. Leider wurde der Begriff im Laufe der Zeit vornehmlich von weißen Menschen für ihre anscheinend gut gemeinten Zwecke missbraucht bzw. allerlei Dinge hinzugedichtet. Ursprünglich wurde der Begriff "Woke" Anfang/Mitte des 20. Jahrhunderts von der afroamerikanischen Gemeinde verwendet, um ein stärkeres Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeit, insbesondere im Zusammenhang mit Rassismus zu beschreiben. Der Begriff wurde auch im Kontext der Bürgerrechtsbewegung der 50er und 60er Jahre in den USA vor allem von der afroamerikanischen Bevölkerung genutzt, um ein Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeit, Rassismus und Diskriminierung zu signalisieren, was ich sehr gut finde. Im Laufe der Zeit hat sich die Bedeutung des Wortes bzw. Begriffes "Woke" jedoch radikal verändert. Leider zum Negativen.
Das ist richtig.
Man müsste vor diese Begriffe immer ein "über" anbringen, also z.B. über-woke. Damit man klarmacht, dass hier übers Ziel hinausgeschossen wurde.

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alex_wintermute
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Re: Der deutsche Film - aktueller Zustand, Vergangenheit und Perspektiven

Beitrag von alex_wintermute »

Nobody hat geschrieben:
Mi., 18.02.2026 20:38
Wer etwas Gehaltvolleres will, ob im Kino oder im Fernsehen, dem muss bewusst sein, dass das mit Steuern bezahlt wird und defacto ist die Rundfunkgebühr kaum etwas anderes, nur dass sie sogar zweckgebunden ist. Kinofilme werden übrigens auch alle über Fördertöpfe (=Steuern) cofinanziert. Man kann das kritisch sehen, für unzeitgemäß halten oder undemokratisch finden...

Da irrst du dich gewaltig. Der Rundfunkbeitrag hat nichts mit Steuern zu tun. Der Rundfunkbeitrag Ist keine Steuer, sondern ein Beitrag. Er wird von den Landesrundfunkanstalten erhoben, nicht vom Finanzamt. Er ist zweckgebunden, d.h. das Geld darf nur für den öffentlich rechtlichen Rundfunk verwendet werden. Eine echte Steuer, nennen wir sie einfach mal "Rundfunksteuer" würde vom Staat erhoben und in den allgemeinen Staatshaushalt fließen. Es wäre staatliches Geld im Haushalt von Bund/Ländern. Dann würde der Rundfunk direkt vom Staatshaushalt abhängig, also politisch leichter steuer und lenkbarer. Als Beitrag wird das Geld formal nicht über den Staatshaushalt, sondern über die Rundfunkanstalten selbst abgewickelt. Was sagen wir mal einfach "halbwegs sicher" ist. Eine Steuer ist eine allgemeine, nicht zweckgebundene Abgabe an den Staat, ohne direkte Gegenleistung. Der Rundfunkbeitrag ist eine zweckgebundene Abgabe zur Finanzierung einer bestimmten öffentlichen Leistung, bei Möglichkeit der Nutzung, erhoben von den Rundfunkanstalten. Das ist schon ein starker Unterschied wie ich finde.

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Re: Der deutsche Film - aktueller Zustand, Vergangenheit und Perspektiven

Beitrag von TRAXX »

alex_wintermute hat geschrieben:
Fr., 20.02.2026 21:57
Da irrst du dich gewaltig.
Nee, tut er eigentlich nicht, da er die Rundfunkgebühr nur defacto mit Steuern gleichsetzt, also dass die GEZ-Gebühr etwas sehr ähnliches wie eine Steuerabgabe ist.
Nobody hat geschrieben:
Mi., 18.02.2026 20:38
[...]dass das mit Steuern bezahlt wird und defacto ist die Rundfunkgebühr kaum etwas anderes[...]

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alex_wintermute
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Re: Der deutsche Film - aktueller Zustand, Vergangenheit und Perspektiven

Beitrag von alex_wintermute »

TRAXX hat geschrieben:
Fr., 20.02.2026 22:42
alex_wintermute hat geschrieben:
Fr., 20.02.2026 21:57
Da irrst du dich gewaltig.
Nee, tut er eigentlich nicht, da er die Rundfunkgebühr nur defacto mit Steuern gleichsetzt, also dass die GEZ-Gebühr etwas sehr ähnliches wie eine Steuerabgabe ist.
Nobody hat geschrieben:
Mi., 18.02.2026 20:38
[...]dass das mit Steuern bezahlt wird und defacto ist die Rundfunkgebühr kaum etwas anderes[...]

Das hat beides, also Gebühr und Beitrag, nichts mit Steuern zu tun.

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Re: Der deutsche Film - aktueller Zustand, Vergangenheit und Perspektiven

Beitrag von TRAXX »

alex_wintermute hat geschrieben:
Fr., 20.02.2026 22:51
Das hat beides, also Gebühr und Beitrag, nichts mit Steuern zu tun.
Hat er auch nicht behauptet - immer noch nicht. ;)
Er weiss (wie so ziemlich jeder hier), dass die GEZ-Beiträge keine Steuern sind, sonst würden sie ja auch Rundfunksteuern oder GEZ-Steuern heißen.
Er hat lediglich beides miteinander verglichen und Ähnlichkeiten zwischen festgestellt. Vornehmlich ging's ihm darum, dass man zu beidem verpflichtet ist bzw. sich beidem legal nicht entziehen kann.
Das war sein Punkt - und sonst nichts. Und du kannst da natürlich anderer Meinung sein, nur solltest du dann auch genau da argumentativ andocken und nicht ständig den Erklärbär geben, dass Gebühren/Beiträge ungleich Steuern sind.

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alex_wintermute
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Re: Der deutsche Film - aktueller Zustand, Vergangenheit und Perspektiven

Beitrag von alex_wintermute »

TRAXX hat geschrieben:
Sa., 21.02.2026 07:18
alex_wintermute hat geschrieben:
Fr., 20.02.2026 22:51
Das hat beides, also Gebühr und Beitrag, nichts mit Steuern zu tun.
Hat er auch nicht behauptet - immer noch nicht. ;)
Er weiss (wie so ziemlich jeder hier), dass die GEZ-Beiträge keine Steuern sind, sonst würden sie ja auch Rundfunksteuern oder GEZ-Steuern heißen.
Er hat lediglich beides miteinander verglichen und Ähnlichkeiten zwischen festgestellt. Vornehmlich ging's ihm darum, dass man zu beidem verpflichtet ist bzw. sich beidem legal nicht entziehen kann.
Das war sein Punkt - und sonst nichts. Und du kannst da natürlich anderer Meinung sein, nur solltest du dann auch genau da argumentativ andocken und nicht ständig den Erklärbär geben, dass Gebühren/Beiträge ungleich Steuern sind.
...

Genug zu dem Thema von meiner Seite aus.

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Kent
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Re: Der deutsche Film - aktueller Zustand, Vergangenheit und Perspektiven

Beitrag von Kent »

Beim ZDF gab es wieder einen Film mit sehr guten Kritiken und eher schlechten Einschaltquoten.
Sehr interessant ist der Inhalt, für mich fast schon typisch für eine Produktion der Öffis:
Frau Dr. Stanat ist eine angesehene Wissenschaftlerin, die über den Klimawandel forscht. ihr Ehemann hat einen Migrationshintergrund und ist Hausmann.
Da ihr das Thema Klimawandel sehr am Herzen liegt, publiziert sie hierüber Artikel und nimmt die Einladung zu einer Talkshow an.
Nach der Ausstrahlung beginnt für sie ein Spießrutenlauf. Boulevardmedien, Internetportale und viele Männer beleidigen sie im Internet. Die Polizei ist hilflos.
Durch einen glücklichen Zufall trifft Frau Dr. Stanat dann eine andere Klimaaktivistin mit der sie sich dann austauschen kann. Diese empfielt ihr die Hilfe einer NGO, die aktiv gegen Hass und Hetze vorgeht.
Bei der NGO trifft sie dann weitere Frauen, die Opfer von Hass und Hetze von Männern im Internet waren. Gemeinsam verarbeiten die Frauen die Situation.
Das ZDF war nach der Ausstrahlung darüber entäuscht, dass die Quoten deutlich schlechter ausgefallen sind, als man erwartet hat.
https://www.watson.de/unterhaltung/stre ... m-tv-durch

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