DER ALTE

Der Tummelplatz für alle Serienjunkies und Binge-Watcher!
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Prisma
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Re: DER ALTE

Beitrag von Prisma »

Sid Vicious hat geschrieben:
Do., 24.11.2022 21:59
Die Episoden aus der Mediatheke sichere ich auch alle auf DVD, die Quali wird nicht schlechter als die auf den Kauf DVDs sein. Ich muss aber sagen, dass Stephan Derrick mein Lieblingsermittler bleibt.

Ich habe mal reingeschaut und die Qualität der DVDs ist schon schlechter, das stimmt. Was das Treppchen der Ermittler angeht, so muss ich Derrick leider nach hinten durchreichen, denn Köster ist gerade wegen seines Zynismus und der stoischen Art mein Favorit. Bei den Krimiserien würde ich Erik Ode als "Der Kommissar" an zweiter Stelle sehen, wobei es zwischen Ode und Lowitz in meiner Gunst kaum einen Unterschied gibt. Dann kommt Derrick hinter den beiden aber auch vor unzähligen anderen, also wars nur Klagen auf hohem Niveau. :mrgreen:

Sid Vicious hat geschrieben:
Do., 24.11.2022 21:59
Heute steht noch Episode 9 an.

Die Folge ist auch nicht schlecht und Sigmar Solbach spielt derartig unsympathisch, dass Köster sich sich gar nicht erst die Mühe macht, seine Antipathie zu verbergen. War für dich nach acht Folgen schon ein Schnarcher dabei?

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Prisma
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Re: DER ALTE

Beitrag von Prisma »



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● KRISTA KELLER-DI CERAMI als ANNABELLE MOLDAU in
DER ALTE - VERENA UND ANNABELLE (D|1977)



Immer wieder kommt der Name Annabelle zur Sprache, der seit Jahren verschwundenen Zwillingsschwester der Literaturkritikerin Verena Moldau, und nach fortlaufender Zeit macht sich im Publikum die Befürchtung breit, dass sie überhaupt nicht mehr existiert. Verena erhebt schwere Anschuldigungen gegen ihre Zwillingsschwester, die angeblich schon mehrere Mordanschläge auf sie verübt haben soll. Der Zuschauer zweifelt nicht zuletzt wegen Krista Keller-di Ceramis unberechenbaren Performance, sondern auch wegen der Tatsache, dass etliche Zusammenhänge fehlen, oder erst gar nicht zusammenpassen wollen. Dann - nach weit über zwanzig Minuten - taucht Annabelle tatsächlich auf, und es wird nur zwei Fraktionen geben: Diejenigen die behaupten, sie haben es stets gewusst und die anderen die verschweigen, dass sie es nicht gewusst haben. Der erste Weg der lange vermissten Frau führt zu ihrem abgelegten Liebhaber, der offenbar mit beiden Schwestern liiert gewesen ist und sich dafür nicht einmal geniert. Mit ihrem Partner Heinz Drache entwickelt sich eine beinahe unangenehme Gesprächsdynamik, die eindeutig von Annabelle diktiert, aber durch Werner Preuss' Anzüglichkeiten immer wieder gestört wird. Man stellt sich die aufrichtige Frage, was diese Dame eigentlich genau will, die immer wieder davon spricht, ein Problem besprechen zu müssen, es aber noch etwas wegschieben wolle. Preuss scheint dabei taube Ohren zu haben, da er sich zu sehr von der extravaganten Optik seines Gegenübers gerne ablenken lässt. Vergleicht man die Schwestern miteinander, so kommt es zu einem himmelweiten Unterschied und das nicht nur im Rahmen der Erscheinung, sondern auch der charakterlichen Eigenschaften. Annabelle, wirkt auf den ersten Blick elegant, allerdings in einer merkwürdig verspielten Art und Weise, wegen der man denkt, dass sie sich mit allen Mitteln als Hingucker präsentieren muss, was offensiv auf Werner Preuss abgezielt ist.

Zusätzlich erscheint sie überaus mondän, und als sie berichtet, dass sie sich die letzten Jahre hauptsächlich in Fernost gelebt hat, ist auch ohne Erklärungen sicher, dass es sich um ein Lotterleben gehandelt haben dürfte. Dem Anschein nach lässt sie sich gerne von wohlhabenden Männern aushalten, auch ihren Ex-Liebhaber spricht sie ganz unverblümt auf dessen Vermögensverhältnisse an. Es scheint, dass derartige Sondierungsgespräche für sie üblich sind, bevor man sich schließlich näher kommt und einigt, was Annabelle stets selbst in der Hand zu haben scheint. Ihre Art wirkt bemerkenswert oberflächlich und kaltschnäuzig, aber ebenso bestimmend, resolut und gleichzeitig ausweichend. Ihr ehemaliger Freund bildet sich ein, alte Amouren wieder aufleben lassen zu können, doch merkt zu keinem Zeitpunkt, auf welchem falschen Dampfer er sitzt. Annabelle Moldau fragt ihn über ihre Schwester aus, was sie ein Stück weit rehabilitiert, denn wenn sie die Anschläge selbst verübt hätte, wüsste sie über die privaten Verhältnisse Bescheid - so meint man zumindest. Andererseits hat die auffällig zurecht gemachte Dame auch Kreide gefressen und verwirrt nicht nur den Zuschauer auf ganzer Linie. Man muss unweigerlich an Verena Moldau denken, die einem bedauernswert und völlig labil in Erinnerung geblieben ist. Hätte man ihre Warnungen vor dem Phantom Annabelle ernster nehmen sollen, mehr über die Hintergründe erfahren müssen? Die Schlüssel liegt in der Beziehung der beiden Zwillingsschwestern und ist von erfahrenen Krimi-Fans vielleicht sogar schnell dechiffriert. Im weiteren Gespräch findet sich somit eine ganz eindeutige Tendenz, denn die Besucherin lässt die Katze schließlich aus dem Sack: »Es geht dir gut, aber du bist nicht reich. Möchtest du reich sein?« Die Antwort und das weitere Gespräch finden schließlich in Off statt und zunächst ist es das mit der Kennenlern-Show der Annabelle Moldau gewesen, die sich in beinahe unverschämter Manier selbst vorgestellt hat.

Bis es in einer zweifelhaften Bar und mit noch dubioseren Gestalten weitergehen kann, ist ihr unzuverlässiger Ex-Liebhaber längst zur Polizei gerannt, vermutlich wegen gekränkter Eitelkeit. Krista Keller-di Cerami macht ein regelrechtes Happening aus diesem Präzisions-, beziehungsweise Camouflage-Auftritt indem sie mit Hochtouren drauf los spielt, dies auch im vollen Umfang mit jedem Beteiligten und vor allem den Publikum tut. Es macht ihr sichtlichen Spaß, auch wenn sie gerade die gequälten Emotionen der Verena Moldau zu präsentieren hat, aber auch das Selbstverständnis und die Überheblichkeit der Annabelle. Dabei entsteht ein klassisches Wechselbad der Gefühle, weil es im Sinne der Dramaturgie entstehen muss. Die Interpretin bietet zahlreiche Pendants an, die wechselseitig darauf abzielen, die andere Figur zu diskreditieren. Dabei belastet nicht nur Verena ihre Schwester, sondern diese lenkt den Verdacht in kryptischen Bemerkungen kurzerhand auf sich selbst. Wie es scheint, sucht die Heimkehrerin einen potenziellen Mörder, der ihr Leben nach dem Tod der Nebenbuhlerin finanziell absichert und all die Vergeltung erhält, die ihr nach deren Ansicht auch zusteht. Keller-di Cerami zieht bei dieser eigens erfundenen und von ihr beherrschten Show alle erdenklichen Register ihres individuell gefärbten Expressionismus, der in seiner gnadenlosen Intensität verblüfft, begeistert, abstößt, aber nie langweilt. Wohin diese Reise geht, scheint Regisseur Alfred Vohrer nur noch lose vorzugeben, wenn sich die Keller selbstständig macht, dabei alle Kontrahenten aber auch Verbündete abschüttelt, um unangreifbar zu bleiben. Glücklicherweise hat man mit Köster einen bissigen Ermittler am Werk, der sich auch nicht durch Täuschungsmanöver der extremsten Sorte abschütteln lässt. Krista Keller-di Cerami prägt diese neunte Episode der Reihe wie keine Zweite, und es muss lange überlegt werden, ob Hauptkommissar Köster überhaupt jemals einer derartigen Konfrontation ausgesetzt war.


VERENA UND ANNABELLE KRISTA KELLER

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Sid Vicious
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Re: DER ALTE

Beitrag von Sid Vicious »

Mir hat die Episode, VERENA UND ANNABELLE, auf jeden Fall zugesagt. Die Lösung wurde allerdings früh - mittels eines entsprechenden Dialogs – vorexerziert. VERENA UND ANNABELLE mag ich - auch wenn dem Hobby-Sherlock schnell die Lösung offeriert wird - als ein Highlight der Reihe bezeichnen, da ich von der Inszenierung fortwährend gefesselt wurde.

Unser kleiner Zyniker und Chefermittler bekommt mit Krista Keller-di Cerami eine interessante Gegenspielerin.
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Re: DER ALTE

Beitrag von Prisma »

Sid Vicious hat geschrieben:
So., 04.12.2022 14:49
Mir hat die Episode, VERENA UND ANNABELLE, auf jeden Fall zugesagt.

Das höre ich sehr gerne, zumal es meistens eher durchwachsene bis schlechte Einschätzungen für die Episode gibt. Derartige Einschätzungen hängen nicht selten mit der Leistung von Krista Keller-di Cerami zusammen, die vielleicht zu häufig als Strapaze wahrgenommen wird. Ich mag die Folge auch sehr, zumal Alfred Vohrers verspielte Handschrift hier auch immer wieder deutlich zu sehen ist, und er dank Keller-di Ceramis Präsenz und Einsatz eine tolle Schauspielerfolge auf die Beine stellen konnte. In der Serie hat es derartig exaltierte Veranstaltungen nicht allzu häufig gegeben, in dieser Form vielleicht gar nicht, aber wenn ich exaltiert sage - was vor allem auf die Regie und die Titelrollen zutrifft - meine ich das natürlich im Sinn von mutig und durchaus positiv.


Sid Vicious hat geschrieben:
So., 04.12.2022 14:49
Unser kleiner Zyniker und Chefermittler bekommt mit Krista Keller-di Cerami eine interessante Gegenspielerin.

Der Eindruck, dass Köster sich an irgend jemandem die Zähne ausbeißt, entstand in der Serie nicht allzu häufig, aber bei Verena oder Annabelle scheint es manchmal fast soweit zu sein. Ihm kommen natürlich sein Weitblick, seine Menschenkenntnis und die Routine zugute, aber auch die Denkfehler gewisser Personen. Ich mag das Zusammenspiel, das aufgeregte und unaufgeregte Tendenzen gegeneinander ausspielt, bei dem ich oft zu sehen glaube, dass Siegfried Lowitz es hier und da ein bisschen zu viel des Guten wird. :mrgreen:

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Re: DER ALTE

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A13.1.jpg (68.22 KiB) 5220 mal betrachtet


● FOLGE 13: EIN UNKOMPLIZIERTER FALL (D|1978)
mit Siegfried Lowitz, Michael Ande, Henning Schlüter
Gäste: Sylvia Lukan, Klausjürgen Wussow, Lisa Kreuzer, Diana Körner, Hans Zander, Christian Spatzek, Klaus Krüger, u.a.
Eine Produktion der Neue Münchner Fernsehproduktion | im Auftrag von ZDF | ORF | SRG
Regie: Dietrich Haugk

»Ihre Überlegungen in dieser Hinsicht sind etwas primitiv!«


Nach dem tödlichen Unfall seiner achtjährigen Tochter ist Karl Markolm verzweifelt, doch seine Frau Hanna verweigert jedes Gespräch über diesen schrecklichen Schicksalsschlag, bis der Tag nach der Beerdigung wie üblich in einem erbitterten Streit und gegenseitigen Schuldzuweisungen gipfelt. Markolm betrinkt sich und lässt sich von einer Prostituierten aufreißen, die wenig später erwürgt aufgefunden wird. Alle Indizien scheinen gegen den Verdächtigen zu sprechen, doch ist dieser Fall wirklich so unkompliziert, wie es zunächst aussieht? Wenig später macht Köster die Bekanntschaft mit Hanna Markolm, die auch kein Licht ins Dunkel bringen will...

Die Titel-Ankündigung eines vermeintlich unkomplizierten Falles lässt bei Krimi-Experten sicherlich bereits im Vorfeld alle möglichen Alarmglocken klingeln, denn die Wahrscheinlichkeit ist naturgemäß sehr hoch, dass Komplikationen aller Couleur auf einen erfahrenen Fuchs wie Hauptkommissar Köster zukommen werden. Zunächst wird man allerdings mit einem modifizierten Intro konfrontiert, das die obligatorische Titelmusik von Peter Thomas vermissen lässt, um direkt im Anschluss klagende, beinahe verheißungsvolle und schmerzerfüllte klassische Musik zu vernehmen, bei der es zu einem kurzen Schwenk über einen Friedhof kommt, auf dem soeben offenbar ein Kind beerdigt wurde. Die Eltern fahren zurück in ihre luxuriöse Alltagshölle, also nach Hause, um sofort wieder in den schmutzigen Ring zu steigen. Langsam aber sicher werden Pietät, Stolz, Geschmack und Rücksicht abgelegt, um sich gegenseitig mit dem ältesten Tafelsilber des Hauses zu überschütten: Schuldzuweisungen. Ein verzweifelter Vater möchte über den Tod seines Mädchens sprechen, seine Frau pocht darauf, Haltung zu bewahren. Doch das ist längst nicht alles. Unter Dietrich Haugks konfrontativer Regie kommt es zu erschreckenden Szenarien, da man eine Mutter wortwörtlich sagen hört, dass ihr Kind ein boshaftes Ungeheuer gewesen sei, welches keine Gelegenheit ausgelassen haben soll, sie zu quälen. Der Atem stockt und man verachtet die von Sylvia Lukan gespielte Person der Hanna Markolm, bewundert aber gleichzeitig ihr außergewöhnliches schauspielerisches Talent. Egoismus im Quadrat treibt den Hausherrn in eine Bar und zu einer Prostituierten, die man wenig später ermordet auffindet. Alles scheint - wie es der Titel vollmundig ankündigt - auf der Hand zu liegen, doch Köster ist misstrauisch und bohrt in der Tiefe, was die hier bloßgestellte bessere Gesellschaft in Aufruhr und wahlweise Empörung versetzt. Schnell stellt sich heraus, dass diese dreizehnte Folge der noch jungen Serie zu einem morbiden Klassiker der Reihe werden könnte, auch wenn der Kriminalfall eigentlich herkömmlicher Natur zu sein scheint.

Regisseur Haugk konzentriert sich auf die psychologischen Klippen dieser überaus traurigen Angelegenheit und lässt seine Hauptdarsteller Siegfried Lowitz, Sylvia Lukan und Klausjürgen Wussow zu denkwürdigen Höchstleistungen auflaufen, was auch für die hier angebotene Dialogarbeit gilt, die in Intervallen immer wieder zum Hochgenuss wird. Es lässt sich mit Bestimmtheit sagen, dass man bis dato noch keine derartig hasserfüllte Atmosphäre gesehen hatte. Ein Ehepaar verachtet sich, trennt sich aber nicht, weil es die Familie der Frau nicht vorsieht. Überhaupt lebt man in einem unerträglichen Korsett nebenher, das man niemandem an den Hals wünschen würde. Die Ermittlungen im Hause Markolm werden zum unangenehmen Spießrutenlauf für Köster, wobei er wesentlich weniger Probleme mit ihm als mit ihr hat. Bei Hana Markolm, die die Trauergefühle ihres Mannes peinlich nennt, gefriert einem das Blut in den Adern. Wenn ihr alles zu viel wird, blockt sie ab, pocht auf Unpässlichkeit, oder trinkt ausgiebig, überhaupt handelt es ich um eine überaus arrogante Person, für die man überhaupt kein Mitgefühl empfinden kann, zumal sich immer mehr schwarze Abgründe auftun. Ermittlungstechnisch läuft in Folge 13 alles ziemlich anschaulich und rund, sodass man nie ins Zweifeln kommt, dass dieser Fall ungelöst bleiben könnte, doch es wird wohl verschiedene Arten von Opfern geben, die das Mitgefühl hervorrufen, mit welchem der Nachhall gefüllt sein wird. Am Ende kann dieser Fall als Einheit mehr als überzeugend, animiert sogar zum Nachdenken, und wird so oder so im Gedächtnis bleiben. Insbesondere Sylvia Lukan, die mit Regisseur Haugk verheiratet war, bietet ein unheilvolles Kabinettstückchen an. Im Grunde genommen ist es unglaublich, was hier zu sehen und vor allem zu hören ist, und es könnte alles zwischen Trigger-Mord und Totschlag passiert sein. Als Zuschauer wird man sogar ein klein wenig an der Nase herumgeführt, da es so viele ablenkende Nebenschauplätze gibt, die einen richtiggehend verwirren. Köster leistet hier allerdings eine exzellente Dechiffrierarbeit und lässt sich vom Pöbel der oberen Zehntausend nicht an der Nase herumführen.

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● FOLGE 14: BUMERANG (D|1978)
mit Siegfried Lowitz, Michael Ande, Jan Hendriks, Henning Schlüter, Heiner Lauterbach und Xenia Pörtner
Gäste: Alwy Becker, Hans Caninenberg, Roland Renner, Joachim Ansorge, Richard Münch, Andrea Dahmen, Michael Maien, u.a.
Eine Produktion der Neue Münchner Fernsehproduktion | im Auftrag von ZDF | ORF | SRG
Regie: Alfred Vohrer

»Bevor ich einen Mord begehe, hätte ich doch lieber einen Skandal!«


Laura Mattis wird im Badezimmer ihrer Wohnung erschossen. Wie sich herausstellt, ist das Appartement in Besitz des Ingenieurs Dr. Werner Berger, der offenbar ein Verhältnis mit der attraktiven Frau hatte. Bei den Befragungen stößt Kommissar Köster auf das große Schweigen, schließlich sind die Hauptverdächtigen daran interessiert, einen gesellschaftlichen Skandal zu vermeiden. Dr. Bergers Frau scheint von der laufenden Affäre nichts geahnt zu haben, trifft sich jedoch ebenfalls sehr häufig privat mit einem Herrn aus ihrem Tennis-Club. Köster nimmt alle Verdächtigen ins Visier...

»Dass Frauen immer so neugierig sein müssen!«, ist der besiegelnde Satz der kleinen Geburtstagsrunde bei Anna Gautier, die nach einem Telefonanruf wohl alleine weiter feiern muss. Zuvor war Hauptkommissar Köster ungewöhnlich ausgelassen und beinahe überschwänglich zu beobachten, offenbar hatte er es tatsächlich geschafft, den Dienst einmal an der Garderobe abzulegen. Obwohl er seine Freundin Anna ermahnte, nicht an den Apparat zu gehen, tat sie es doch, wohl wissend, dass Köster das Klingeln nicht einfach so ignorieren könnte. Was dabei herauskommt ist die Meldung eines Mordes - was sonst? Die Ermittlungen führen in eine gut ausgestattete Wohnung einer Dame, deren Mäzen es schließlich nur noch zu suchen und finden gilt. Der sehr atmosphärische Einstieg in diese bereits 14. Folge der Serie kann in unheimlicher Manier überzeugen, da der Täter die Wohnung geschmeidig wie eine Katze betritt und man nur dessen Füße und auffällige Schuhe zu sehen bekommt, doch verliert inmitten von Tennis-Courts, Nobelkarossen, Millionenvillen und obligatorischem Schaulaufen schnell den Drive in den Sphären der sogenannten besseren Gesellschaft. Die Befragungen erweisen sich aufgrund hoch konzentriert aufspielender Interpreten als dicht, außerdem können hier besondere Pointen im Rahmen der Dialogarbeit gesetzt werden, doch leider fängt das Ganze an, sich weiter hinzuziehen. Köster erschüttert die Befragten beziehungsweise Verdächtigen mit erdrückenden Fakten und Informationen, die ihm exklusiv zur Verfügung stehen. Der Mörder dürfte jedoch exklusivere haben, was auch er nur zu gut weiß. Musikalisch eingängig unterlegt mit einer Begleitung, die zwischen mysteriösem Flair und Spannung hin- und herpendelt, kann der Verlauf seine von Alfred Vohrer anvisierten Stärken ausspielen, doch der Vergleich zu den meisten Vorgängern setzt der Folge "Bumerang" deutlich zu. Die Hauptfiguren sind mit Hans Caninenberg und Alwy Becker exzellent gewählt und die beiden beliebten Interpreten tun alles, um dem Zuschauer etwas familiäres Spektakel zu bieten. Der Haussegen hängt schief, sobald man sich von der gesellschaftlichen Etikette entfernt.

Wenige Verdächtige schränken den Radius potenzieller Verbrecher oder gar Mörder ein, was der weitgehend spannungsarmen Folge wie ein schwerer Mühlstein um den Hals hängt, wenngleich alles versucht wird, ein paar falsche Spure zu stricken, den Zuschauer somit aufs Glatteis zu führen. Als große Stärke entfaltet sich im Rahmen der Konzentration auf Lowitz und Ande, deren Ermittlungsarbeit akribisch geschildert wird. Interessanterweise zeigt sich Alfred Vohrer in dieser Episode nicht nur für die Regie verantwortlich, sondern auch für das Buch, was darauf schließen lässt, dass es sich möglicherweise um ein (von ihm gewünschtes) Experiment handeln könnte. Diese Doppelstrategie geht jedoch leider nicht besonders gut auf, da sich das Konstrukt in zu vielen voneinander isolierten Intervallen wiederfindet. Gegen Ende kommt vor allem für Vohrer typische Action auf, die Spannung schaut außerdem ein wenig über den Tellerrand, doch die Auflösung bietet keine der außergewöhnlichen Sternstunden dieser Serie, sodass man sich hier einfach seine persönlichen Goodies heraussuchen muss, um mit "Bumerang" einigermaßen klarzukommen zu können. Insgesamt hätten dichtere Charakterzeichnungen oder bissigere Konfrontationen zwischen den Familienmitgliedern und deren Bekanntschaften noch etwas mehr herausreißen können, außerdem wäre es gut angekommen, wenn sich eine Prise Brisanz in Wort, Tat und gesellschaftlichen Verstrickungen herauskristallisiert hätte, doch die Personen bleiben erstarrt und in Einzelfällen beinahe lethargisch zurück. Letztlich bleibt die Gewissheit, dass dieser Mordfall der Titelfigur einen schönen Abend durchkreuzt hat, denn es handelte sich ganz offenbar um eine der seltenen Gelegenheiten in Kösters Privatleben, sich einmal von beruflichen Pflichten und Bürden freimachen zu können. Hinter vorgehaltener Hand könnte man also fast zu dem Fazit kommen, dass diese Folge so viel Verlust nicht wert war, allerdings kann man sich wie üblich an den positiven Komponenten festhalten, die unter Vohrers Regie zwar nicht fehlen, aber auch nicht so stark wie sonst vertreten sind. So bleibt ein Mord, der Rätsel aufgibt und diese nicht restlos löst.

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Re: DER ALTE

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A15.jpg (75.25 KiB) 1264 mal betrachtet


● FOLGE 15: ZEUGENAUSSAGEN (D|1978)
mit Siegfried Lowitz, Michael Ande, Jan Hendriks, Karl Obermayr
Gäste: Bruno Hübner, Maria Singer, Walter Sedlmayr, Maria Stadler, Hans Stadtmüller, Ralf Wolter, Werner Asam und Hannes Stein
Eine Produktion der Neue Münchner Fernsehproduktion | im Auftrag von ZDF | ORF | SRG
Regie: Theodor Grädler

»In der Not erinnert man sich des ungenauen Beobachters!«


Eine alte Frau wird erst mehrere Tage nach ihrem Tod aufgefunden. Die Ermittlungen ergeben, dass sie erschlagen wurde und alles deutet auf Raubmord hin. Doch leider liegt der Fall nicht so klar auf der Hand, wie zunächst vermutet, denn die Befragungen der Zeugen ergeben völlig unterschiedliche Aussagen. Dementsprechend lassen sich Tatzeit und der Kreis der Verdächtigen nicht so einfach einfassen. Eine heiße Spur stellt jedoch eine beiläufige und scheinbar belanglose Beobachtung eines kleinen Mädchens dar …

Der besonders pragmatisch klingende Episodentitel dieser 15. Folge der Reihe hört sich beinahe so an, als weise er lediglich auf eine absolute Selbstverständlichkeit hin. Kommissar Köster und sein Team waren bislang mit kaum etwas anderem beschäftigt, die verfügbaren Zeugen in die Mangel zu nehmen oder sie auch gerne einmal in eine Falle tappen zu lassen, da der Zweck schließlich alle Mittel heiligt. Was dabei herauskommt, gleicht häufig einer klassischen Wundertüte. Dass für den Titel dennoch dieser Aufhänger gewählt wurde, liegt an der einfachen Tatsache, dass die besagten Zeugenaussagen von höchst unterschiedlicher Qualität und Richtung sein werden. Häufig nicht deckungsgleich, oft ausgeschmückt, übertrieben und hin und wieder kaum plausibel, muss sich Köster durch ein Dickicht der Profilierungsgier, mangelhafter Präzision, Ungenauigkeit und Eitelkeit kämpfen, um zunächst wichtige Strohhalme zu finden, die in irgendeiner Hinsicht hilfreich sein könnten. Der Zuschauer steht in diesem speziellen Fall vor ganz ähnlichen Problemen, denn die dazugehörenden Zeugen stellen zwar eine absolute Notwendigkeit dar, sind aber nicht selten mit äußerster Vorsicht zu genießen. »Wissen Sie, das ist doch merkwürdig. Wir sind ne Großstadt und doch ist das hier noch ein Dorf!« Verblüfft und beinahe schon irritiert ist dies die wohl handfesteste Erhebung des Alten. Zu sehen ist Kleinbürgertum aus dem Bilderbuch, Gehässigkeit gegenüber jedem Nachbarn und auch die Grundausstattung des Misstrauens darf nicht fehlen. Aber man kennt sich, oder glaubt es zumindest. Natürlich darf auch die pure Neugierde nicht fehlen, die sich durch den Tag eines jeden windet, um bei jeder sich bietenden Gelegenheit ausgelebt zu werden. Natürlich diskret, denn die Nachbarn sollen ja nichts erfahren, aber jeder weiß hinlänglich, mit wem man es zu tun hat. Die Berichterstattungen wirken schlussendlich nicht nur lückenhaft, sondern zum Teil auch wie aus dem Märchenwald, allerdings weiß Köster nur zu gut, dass auch bei derartigen Erzählungen ein wahrer Kern zu finden sein könnte. Wahrzunehmen sind Leute, die sich dem Empfinden nach bereits 100 Jahre lang kennen müssen, aber unterm Strich nichts Signifikantes voneinander wissen.

Man schätzt sich nicht gegenseitig, vermutlich weil man zu viele Gemeinsamkeiten ausmachen kann, aber man braucht sich, um stets auf dem neusten provinziellen Stand zu sein. Der Dialekt und die hier angebotenen Typen lassen Theodor Grädlers Beitrag zu einer der wohl am meisten volkstümlichen Episoden der Reihe werden, die innerhalb von 100 Folgen und in dieser Beziehung nicht viel Konkurrenz bekommen sollte. Es wird geplaudert, geplappert, beschuldigt, fabuliert und unterm Strich beschädigt, aber auch beschönigt, dass sich die Balken biegen. Doch wird auch gelogen? Dies gilt es herauszufinden, und zwar unter der Federführung eines sichtlich ungeduldigen Kommissar Köster, der alles versucht, sein Nervenkostüm anzubehalten. Die Leute des Umfeldes wehren sich dagegen, Fremde in ihre gemütliche Isolation zu lassen. Vertreten sind Menschen unterschiedlichster Standes, sodass der Verdacht, dass es sich um eine der unzähligen Milieu-Studien handeln könnte, erst gar nicht aufkommen will. Dies stellt sich als großer Vorteil heraus, da die Episode authentisch wirkt und daher tatsächlich von nebenan sein könnte. Verdächtig sind jedoch alle, die es sich erlauben können, auch die vermeintlich Unschuldigen. Köster agiert auf vielen Ebenen, versucht sich anzugleichen, die Leute dort abzuholen, wo man sie dummerweise vorfindet, sodass er am Ende eins mit den Grundvoraussetzungen wird, um irgendwie weiterzukommen. Das Motiv liegt mit Raubmord eigentlich auf der Hand, doch ist es am Ende wirklich so einfach? Die Zeugen leisten Widerstand, die Aussagen stiften Verwirrung, sodass man geduldig warten muss, bis die richtige Person etwas sagt. Besetzt mit Schauspielern des Münchener Karrees, sieht man gut aufgelegte Zeugen, unter denen insbesondere Walter Sedlmayr, Maria Singer, Hans Stadtmüller, Hannes Stein oder Maria Stadler hervorstechen. Auch wenn sich bis hierhin so weit alles gut anhört, krankt Folge 15 an Intervallen des Tempoverlustes, der durch die langgezogenen Befragungen nur unterstrichen werden. Theodor Grädler vergisst im Münchener Roulette, Spannung, Tempo und etwas mehr Abwechslung einzubauen. "Zeugenaussagen" weiß am Ende zwar eigentümlich zu unterhalten, kann vergleichsweise jedoch kaum einem der Vorgänger das Wasser reichen.

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Re: DER ALTE

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A16.jpg
A16.jpg (84.32 KiB) 299 mal betrachtet


● FOLGE 16: DER PELIKAN (D|1978)
mit Siegfried Lowitz, Michael Ande, Henning Schlüter und Xenia Pörtner
Gäste: Rosemarie Fendel, Christian Berkel, Gustl Halenke, Dieter Schidor, Eva-Ingeborg Scholz, Ralf Wolter, Erni Singerl und Siegmar Schneider
Eine Produktion der Neue Münchner Fernsehproduktion | im Auftrag von ZDF | ORF | SRG
Regie: Johannes Schaaf

»Ich habe meinen Mann erschossen!«


Auf seinem späten Nachhauseweg beobachtet Hauptkommissar Köster, wie eine Frau an einem Kanal Vorbereitungen trifft, um sich selbst umzubringen. Als er zu ihr eilt, springt sie panisch ins Wasser, doch Köster kann sie retten. Er fragt die Schauspielerin namens Sarah Deller nach ihren Motiven, doch erhält lediglich vage Antworten. Von ihrem Retter nach Hause gebracht, findet sie in ihrer Wohnung eine Leiche vor. Sie selbst schaltet die Polizei ein und behauptet, ihren Mann erschossen zu haben. Als Köster und Frau Deller sich am Tatort wieder treffen, versucht er ein Geflecht unstimmiger Aussagen zu ordnen …

Nach einem recht volkstümlichen Vorgänger wartet die 16. Episode der Reihe gleich mit etwas Action und Dramatik auf, um einen Fall anzubahnen, der zunächst völlig ungeordnet und chaotisch wirkt. Dies ist natürlich auf die Begleitumstände und die Hauptperson bezogen, die die Rolle einer Schauspielerin innehat. So ist zu vermuten, dass Köster es mit doppelten Täuschungsmanövern und reichlich Glatteis zu tun bekommt, allerdings müssen sich die Rahmenbedingungen erst einmal erschließen. Ein Suizidversuch konnte im letzten Moment vereitelt werden, Siegfried Lowitz’ Bodydouble spring mutig ins Wasser, um die Frau, die sich selbst geknebelt hatte, vor dem sicheren Tod zu bewahren. Betrachtet man den Episodentitel unter religiösen Gesichtspunkten, glaubt man unmittelbar zu wissen, wer nicht für den angezeigten Todesfall verantwortlich sein dürfte, doch Kommissar Köster hindert den sogenannten "Pelikan" an der Selbstzerstörung. Übrigens läutet ein streunendes Kätzchen diesen unübersichtlichen Fall ein und es bilden sich teils unerwartete Kreise ab, die in gewisse Kreise führen werden und hier quasi als gesellschaftliche Aufreger verkauft werden. Zur Verwunderung Kösters wird das soeben gerettete Leben ihm noch eine Leiche aufs Tableau bringen. Ein Mann wurde erschossen, dessen Aufmachung einige Fragen aufwirft: »Das sieht doch eher aus wie ein Schauspieler?« Kösters Versuch, die Situation und die toten Tatsachen diskret und blumig abzuwickeln, wird von der Adressatin und Ehefrau des Toten hämisch unterbrochen. »Stellen Sie sich doch nicht so dumm! Er war andersherum. Homosexuell …« Sie verweist damit gleichzeitig auf eine Ehe, die sich offenbar in völlig entgegengesetzte Richtungen entwickeln musste. Die Episoden-Titelfigur bietet sich jedenfalls umgehend als Täterin an, unemotional, unberührt, aber verdächtig redselig. Im Kopf des Zuschauers sitzt "Der Pelikan" und lässt einen gedanklich nicht um den Verdacht einer Finte herumkommen, da es der Titel eindeutig ankündigt. Außerdem hat man es mit einer Schauspielerin zu tun, die jede Rolle vorspielen könnte. Von hier an verdichten sich alle Verdachtsmomente für das aufmerksame Publikum, welches sich innerhalb einer sehr dialoglastigen Folge selbst auszurichten versucht, um den Fall zu klären.

Doch die Regie inszeniert tückisch, sodass man unter Johannes Schaaf mehrere Möglichkeiten in Betracht ziehen sollte. Der anfängliche Schwung der Folge kann leider nicht wieder aufgegriffen werden und die Ermittlungen samt ihrer Hauptverdächtigen plätschern vor sich hin beziehungsweise winden sich durch das Geschehen, ohne wirkliche Akzente zu setzen. So bleibt der Fall lediglich in Ansätzen bemüht, phasenweise recht langweilig und leider mit Allüren und gängigen Milieu-Klischees vollgestopft. Hinzu kommt eine auffällige Geschwätzigkeit aus dem dramaturgischen Märchenwald, die die Strapazierfähigkeit des Publikums irgendwann auf eine empfindliche Probe stellen könnte. Epizentrum dieser Angelegenheit ist und bleibt Rosemarie Fendel, die eine seltsam unterkühlte Hysterie in Kombination mit schaustellerischer Lethargie anbietet. Ihre unterschwelligen Emotionen werden genau wie das Aufkommen von Temperament von Verschleierungstaktiken gedeckelt. Sarah Deller war offenbar längst egal, was Nachbarn und Umfeld von ihr und dem Lebenswandel ihres Gatten dachten. Für das Skript zeigt sich übrigens ein gewisser Jan Gutova verantwortlich, hinter dessen Pseudonym Rosemarie Fendel steckt, sodass sich ihre Dominanz wie ein nicht zu bewegender Schleier über das Szenario legt. Es ist klar, dass sich der Schlüssel des Falles nur über sie finden lassen wird und schon während der Ermittlungen wird ebenfalls ersichtlich, dass man es auch nur mit wenigen ausgewählten Verdächtigen zu tun bekommt, was die vorhandenen Pluspunkte immer radikaler zusammenstreicht. Die restliche Gast-Besetzung präsentiert keinerlei Offenbarungen, eher eine sterile Routine beim Abspulen des Geforderten im Rahmen dramaturgischer Folklore. Henning Schlüter weiß hingegen zu überzeugen und liefert ein nervös und ungeduldig aufgeladenes Kabinettstückchen, welches sich im Zusammenspiel mit Siegfried Lowitz zu herrlichen Szenen entwickelt. Jan Hendriks ist übrigens in dieser Episode nicht vertreten. "Der Pelikan" kann lediglich in kurzen Momenten für Aufsehen sorgen aber am Ende keineswegs überzeugen, da sich ein Fall anbietet, der letztlich doch zu konstruiert und verzerrt dargestellt wirkt. Das Potenzial der Titelfigur verliert sich dabei in den Weiten inszenatorischer Labyrinthe.

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