Ja, ähem, dieser Film ist in der Tat sehr ungewöhnlich. Im Forum hatten wir ja vor einiger Zeit den Film von OPIUM CONNECTION - Ferdinando Baldi besprochen.
Siehe hier: viewtopic.php?p=24274&hilit=Opium#p24274
Hier schon mal das Intro, es gibt einen guten Eindruck davon, dass die Italiener damals auch mit kleineren Budgets absolut professionel aussehende Filme machen konnten:
Inhalt:
Die politischen Umwälzungen im Iran haben Ende der 1970er Jahre den Markt für Heroin durcheinandergebracht. Neue Routen und Absatzwege sind gefragt. Doch die Polizei war nicht untätig und riecht den Braten. Gianni Garko hat hier als Kommissar die grandiose Idee die örtlichen Schmuggler von Neapel einzubinden. Doch zuerst wird der türkische Drogenbaron in die Luft gesprengt. Wird das Teufelszeug tatsächlich in den USA ankommen?
Kritik:
Dieser Film ist ein Cocktail diverser Zutaten, und es wurde sehr viel zusammengekippt. Zum einen sind die Actionszenen von Baldi ein integraler Bestandteil des Films. Dann ist hervorzuheben, dass der Film für Süditalien gedreht wurde. Mit Garko hatte man extra einen Commissario gewählt, der aus der Grenzregion zu Slowenien kommt. Traditionell ist das eine Region mit der der typische Süditaliener gar nichts zu tun hat. Im Zweifel kommt der Mann aus einer Region, die bis 1918 zu Österreich gehört hat, also ein totaler Exot.
Dies ist so gewollt, will man doch den Abstand der Süditaliener zum Rest von Italien hervorheben.
Der Film zeigt viele typische Szenen aus Süditalien und wechselt teilweise sogar das Genre, hier reicht die Themenbreite von leichter Erotik, Familiendrama, Blödelszenen und Lokalkolorit. Dabei stellt der Film die Kleinkriminellen und Schmuggler stets positiv dar, die Verbrecher sind immer die Anderen. Man muss dem Film für eine lange Strecke vorwerfen, dass der Film sich nicht entscheiden kann, was er eigentlich sein will. Die Auswahl des eher mittelmäßig begabten Mario Merola ist auch wieder eine Wahl, die eher mit seiner Herkuft zu tun hat. Er ist kein überzeugender Schauspieler, aber er ist ein süditalienischer Charakter. Nachdem der geneigte Zuseher diese Ode auf Süditalien sehen konnte, kommt der Film plötzlich ganz schön in Fahrt. Ziemlich schlagartig ändert sich der Tonfall des Film mit dem Wechsel des Drehortes in die USA. Und hier kommen die Verfolgungsjagden von Baldi ins Spiel. Die wirklich guten Szenen werden hier komplett einmontiert. Da der Rest des Films auch jetzt ernst sind, funktioniert der Film auf einmal als Polizeifilm richtig gut.
Wichtig, im Unterschied zu dem Film von Baldi sind die Autoverfolgungsszenen mit Musik von den Oliver Onions unterlegt.
Dieser Titel hat zwar textlich überhaupt keinen Bezug zum Inhalt des Films, aber in den Verfolgungszenen funktioniert er trotzdem recht gut.
Hier das legendäre Interview mit Ciro Ippolito. Er erzählt in dem Video, dass Baldi über Jahre sehr traurig darüber war, dass Opium connection so ein Flop war. Ippolito hatte dann die Idee, die aufwendigen Action-Szenen ein zweites Mal zu verwenden und schrieb dann ein Drehbuch um diese Szenen herum. Am Ende war der Film so erfolgreich, dass damit beide Filme sich finanziell gelohnt hatten. Baldi war Ippolito dafür sehr dankbar.
weitere Links:
https://www.ofdb.de/film/31732,Der-Gro% ... Syndikats/
https://www.italo-cinema.de/item/grosse ... dikats-der
https://www.nischenkino.de/der-grosse-k ... odfathers/
https://www.filmdienst.de/film/details/ ... -syndikats
OPIUM WAY - DER GROSSE KAMPF DES SYNDIKATS - Alfonso Brescia (und Ferdinando Baldi)
OPIUM WAY - DER GROSSE KAMPF DES SYNDIKATS - Alfonso Brescia (und Ferdinando Baldi)
Zuletzt geändert von Kent am So., 18.10.2026 18:50, insgesamt 1-mal geändert.