MEIN ONKEL THEODOR ODER WIE MAN IM SCHLAF VIEL GELD VERDIENT
● MEIN ONKEL THEODOR ODER WIE MAN IM SCHLAF VIEL GELD VERDIENT / MEIN ONKEL THEODOR (D|1975)
mit Gert Fröbe, Barbara Rütting, Josef Moosholzer, Axel Schiessler, Rolf Patzer, Henry Gregor, Werner Schwier, Alfred Edel
David Bennent, Andreas Mollier, Michael Reimers, Joachim Held, Hasso Preiß sowie Alexander Huchel und Wera Frydtberg
eine Produktion der Ehmck Film | Im Jugendfilm Verleih
ein Film von Gustav Ehmck
»Denn die nackte Wahrheit ist gewöhnlich sehr banal!«
Der chronisch faule Familienvater Traugott Wurster (Gert Fröbe) fällt eines Tages in einen mysteriösen Dauerschlaf. Da seine Frau Martha (Barbara Rütting) arbeiten muss, schickt sie beinahe alle der sechs Söhne aus dem Haus. Markus (Alexander Huchel) landet beim griesgrämigen Onkel Theodor (Gert Fröbe), der Kinder in seinem Umfeld eigentlich nicht vertragen kann. Während Onkel und Neffe sich langsam zusammenraufen, hat die Mutter eine geschäftstüchtige Idee, wie der schlafende Traugott im Schaufenster eines Möbelhauses endlich das dringend benötigte Geld verdienen kann …
Der deutsche Spielfilm mit dem auffallend langen Titel "Mein Onkel Theodor oder Wie man im Schlaf viel Geld verdient" richtet sich vordergründig an ein jüngeres Publikum, verweigert sich jedoch erfreulicherweise den damals omnipräsenten und schenkelklopfenden Mustern der hiesigen Klamauk-Welle. Realisiert wurde das Projekt von Gustav Ehmck, der hier als Regisseur, Autor und über seine eigene Produktionsfirma in Personalunion agierte. Diese einseitige Dominanz hinterlässt spürbare Spuren. Dramaturgisch bleibt die Geschichte in ihrer Aussage oft vage, im Erzähltempo unentschlossen und als klassisches Kinostück letztlich ausbaufähig. Dennoch hebt sich die Prämisse wohltuend von den damals am Fließband reproduzierten Verwechslungskomödien ab. Visuell stand sichtlich das Werk von Jacques Tati Pate, dessen Klassiker "Mein Onkel" unverkennbare Impulse für das hier gezeigte, oft skurrile Lokalkolorit der bundesrepublikanischen Provinz lieferte. Für Barbara Rütting bedeutete dieses Projekt zwar den endgültigen Abschied von der Kinoleinwand, woraufhin sie sich fortan primär auf Rollen im Fernsehen konzentrierte. Das eigentliche strukturelle Problem des Films liegt in den Nebenrollen, die kaum nennenswerte Zugpferde bieten, weshalb das gesamte humoristische Gewicht fast ausschließlich auf Gert Fröbe lastet. Für Fröbe stellte diese Mehrfachanforderung jedoch kein Problem dar, sodass man ihm den einen wie den anderen Part gerne abnimmt. Die zeitgenössische Kritik reagierte seinerzeit dennoch mit einem pauschalen Verriss, was vor allem an der damaligen Übersättigung des Marktes lag. Das Komödienkino der späten 1960er und frühen 1970er Jahre war derart durchwässert von lauten Albernheiten und billigen Softsex-Streifen, dass die vom intellektuellen Anspruch des Neuen Deutschen Films geprägten Interessenten reflexartig alles, was nach derartig kommerzieller Unterhaltung roch, in dieselbe negative Schublade steckten. Im direkten Vergleich zu diesen oft flachen Kalauern und Versatzstücken der Vorjahre ist dieser pauschale Vorwurf bei Ehmcks Groteske jedoch eher ungerechtfertigt.
Die Inszenierung verzichtet weitestgehend auf Plumpheit, setzt stattdessen auf feinsinnigen Slapstick und besitzt im Kern wesentlich mehr inszenatorischen Ehrgeiz, als man ihr damals zugestehen wollte. Dennoch geriet der reguläre Kinoverleih im Dezember 1975 zu einem kommerziellen Misserfolg, weshalb das Material später an die ARD verkauft und zu einer sechsteiligen Kinderserie umgeschnitten wurde. Erst in diesem episodischen TV-Format entfaltete die Erzählung jenen eigentümlichen Charme, der sie für viele Zuschauer zu einer nostalgischen Kindheitserinnerung mit Charme werden ließ. Dass man mit dem Film heute trotz handwerklicher Schwächen gut leben kann, liegt primär an der Spielfreude des Hauptcasts, welche die eklatante Ideenlosigkeit bei der Besetzung der Nebenrollen mühelos auffängt. Neben Gert Fröbe, der die Doppelrolle als gegensätzliche Brüder mit spürbarer Vitalität ausfüllt, überzeugt Barbara Rütting mit einer sehr geerdeten, empathischen Leistung, die nötig ist und den Zuschauer stets mitnimmt. Die Kinolandschaft jener Tage hatte für die gereifte Mimin offenbar keine adäquaten Rollen mehr parat, weshalb sie zuvor schon in ungewöhnlichen Nischenfilmen wie Jess Francos "Todesrächer von Soho" zu sehen war. Da der Markt überwiegend nur noch flache Massenware anbot, verlagerte die profilierte Darstellerin ihre Arbeit ganz auf den Bildschirm, wo sie dem Publikum noch für ein weiteres Jahrzehnt in mehr oder weniger anspruchsvollen TV-Produktionen erhalten blieb. Auch Wera Frydtberg bereichert das Ensemble routiniert, während der junge Alexander Huchel die Rolle des Markus erfrischend unverkrampft präsentiert. In einer weiteren Nebenrolle ist zudem der junge David Bennent zu sehen, der hier sein frühes Kinodebüt gab. Zwar versagen Maske und Synchronisation beim schlafenden Traugott Wurster streckenweise kläglich, doch Fröbe transportiert dessen Laissez-Faire-Haltung mit enormer Präsenz, während er den cholerischen Theodor als kantiges Gegenstück anlegt. So bleibt am Ende kein perfektes Genre-Aushängeschild, aber ein sympathisch-anarchischer Flop, an dem Liebhaber dieser Kino-Ära ihre Freude haben können.
Der deutsche Spielfilm mit dem auffallend langen Titel "Mein Onkel Theodor oder Wie man im Schlaf viel Geld verdient" richtet sich vordergründig an ein jüngeres Publikum, verweigert sich jedoch erfreulicherweise den damals omnipräsenten und schenkelklopfenden Mustern der hiesigen Klamauk-Welle. Realisiert wurde das Projekt von Gustav Ehmck, der hier als Regisseur, Autor und über seine eigene Produktionsfirma in Personalunion agierte. Diese einseitige Dominanz hinterlässt spürbare Spuren. Dramaturgisch bleibt die Geschichte in ihrer Aussage oft vage, im Erzähltempo unentschlossen und als klassisches Kinostück letztlich ausbaufähig. Dennoch hebt sich die Prämisse wohltuend von den damals am Fließband reproduzierten Verwechslungskomödien ab. Visuell stand sichtlich das Werk von Jacques Tati Pate, dessen Klassiker "Mein Onkel" unverkennbare Impulse für das hier gezeigte, oft skurrile Lokalkolorit der bundesrepublikanischen Provinz lieferte. Für Barbara Rütting bedeutete dieses Projekt zwar den endgültigen Abschied von der Kinoleinwand, woraufhin sie sich fortan primär auf Rollen im Fernsehen konzentrierte. Das eigentliche strukturelle Problem des Films liegt in den Nebenrollen, die kaum nennenswerte Zugpferde bieten, weshalb das gesamte humoristische Gewicht fast ausschließlich auf Gert Fröbe lastet. Für Fröbe stellte diese Mehrfachanforderung jedoch kein Problem dar, sodass man ihm den einen wie den anderen Part gerne abnimmt. Die zeitgenössische Kritik reagierte seinerzeit dennoch mit einem pauschalen Verriss, was vor allem an der damaligen Übersättigung des Marktes lag. Das Komödienkino der späten 1960er und frühen 1970er Jahre war derart durchwässert von lauten Albernheiten und billigen Softsex-Streifen, dass die vom intellektuellen Anspruch des Neuen Deutschen Films geprägten Interessenten reflexartig alles, was nach derartig kommerzieller Unterhaltung roch, in dieselbe negative Schublade steckten. Im direkten Vergleich zu diesen oft flachen Kalauern und Versatzstücken der Vorjahre ist dieser pauschale Vorwurf bei Ehmcks Groteske jedoch eher ungerechtfertigt.
Die Inszenierung verzichtet weitestgehend auf Plumpheit, setzt stattdessen auf feinsinnigen Slapstick und besitzt im Kern wesentlich mehr inszenatorischen Ehrgeiz, als man ihr damals zugestehen wollte. Dennoch geriet der reguläre Kinoverleih im Dezember 1975 zu einem kommerziellen Misserfolg, weshalb das Material später an die ARD verkauft und zu einer sechsteiligen Kinderserie umgeschnitten wurde. Erst in diesem episodischen TV-Format entfaltete die Erzählung jenen eigentümlichen Charme, der sie für viele Zuschauer zu einer nostalgischen Kindheitserinnerung mit Charme werden ließ. Dass man mit dem Film heute trotz handwerklicher Schwächen gut leben kann, liegt primär an der Spielfreude des Hauptcasts, welche die eklatante Ideenlosigkeit bei der Besetzung der Nebenrollen mühelos auffängt. Neben Gert Fröbe, der die Doppelrolle als gegensätzliche Brüder mit spürbarer Vitalität ausfüllt, überzeugt Barbara Rütting mit einer sehr geerdeten, empathischen Leistung, die nötig ist und den Zuschauer stets mitnimmt. Die Kinolandschaft jener Tage hatte für die gereifte Mimin offenbar keine adäquaten Rollen mehr parat, weshalb sie zuvor schon in ungewöhnlichen Nischenfilmen wie Jess Francos "Todesrächer von Soho" zu sehen war. Da der Markt überwiegend nur noch flache Massenware anbot, verlagerte die profilierte Darstellerin ihre Arbeit ganz auf den Bildschirm, wo sie dem Publikum noch für ein weiteres Jahrzehnt in mehr oder weniger anspruchsvollen TV-Produktionen erhalten blieb. Auch Wera Frydtberg bereichert das Ensemble routiniert, während der junge Alexander Huchel die Rolle des Markus erfrischend unverkrampft präsentiert. In einer weiteren Nebenrolle ist zudem der junge David Bennent zu sehen, der hier sein frühes Kinodebüt gab. Zwar versagen Maske und Synchronisation beim schlafenden Traugott Wurster streckenweise kläglich, doch Fröbe transportiert dessen Laissez-Faire-Haltung mit enormer Präsenz, während er den cholerischen Theodor als kantiges Gegenstück anlegt. So bleibt am Ende kein perfektes Genre-Aushängeschild, aber ein sympathisch-anarchischer Flop, an dem Liebhaber dieser Kino-Ära ihre Freude haben können.