AGENT 3S3 POKERT MIT MOSKAU - Sergio Sollima

Agenten rippen einsam off - Bond-Kopien aus europäischem Klon-Technik-Anbau
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Richie Pistilli
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AGENT 3S3 POKERT MIT MOSKAU - Sergio Sollima

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Agent 3S3 pokert mit Moskau (D)
Agente 3S3, massacro al sole (IT)
Agent 3S3, massacre au soleil (F)
3S3, agente especial (ES)
Agente 3S3 enviado especial (ES)
Al servicio del poder (ES)
Agente Especial 3S3 (BRA)
Agent 3S3: Hunter from the Unknown
Agent 3S3, Massacre in the Sun


IT / F / ES 1966

R: Sergio Sollima
D: George Ardisson, Frank Wolff, Evi Marandi, Michel Lemoine, Fernando Sancho, Eduardo Fajardo, John Karlsen, Claudio Ruffini, Sal Borgese, Romano Puppo, Nello Pazzafini u.a.



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Deutsche Erstaufführung: 24. Oktober 1966

Synchronkartei

Score: Piero Umiliani

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Der Wissenschaftler Professor Karleston (Eduardo Fajardo) wird zu der kleinen karibischen Insel San Felipe verschleppt, welche von einem größenwahnsinnigen Diktator (Fernando Sancho) beherrscht wird. Walter Ross, Agent 3S3 (Giorgio Ardisson) wird darauf angesetzt, aber er ahnt nicht, dass sein Kontaktmann Mendozza längst tot ist und durch einen sowjetischen KGB Agenten (Frank Wolff) ersetzt worden ist. Allerdings hat auch der Kreml ein Interesse daran den Professor zurückholen, denn dieser entwickelte ein hoch giftiges Gas, das mit Raketen zu jedem Platz der Erde gebracht werden kann. (Quelle: Magic-Video)


Der Superagent 3S3 - ein Mann mit Herz, Humor und Härte - gefürchtetet als alle Geheimdienste der Welt - in einem seiner besten Filme: Ein US- und ein UDSSR-Agent praktizieren westöstliche Zusammenarbeit in einem revolutionären Fantasiestaat zum Wohle der Welt. 97 Minuten Tip-Agenten-Action mit George Ardisson als Walter Ross, dem knallharten, durchtrainierten und mit allen Judo- und Karate-Kniffen ausgestattete Supermann. Intelligenz, Humor und schnelle Reaktion in kaum fassbaren Szenen voller Energie und Spannung. Ein faszinierend gut gemachter Agenten-Film, der alle Schablonen sprengt. (Quelle: Arcade)



Infolge des Erfolgs seines Regiedebüts AGENT 3S3 KENNT KEIN ERBARMEN drehte Sergio Sollima ein Jahr später mit AGENT S3S POKERT MIT MOSKAU die Fortsetzung des Agentenfilmspektakels, in dem Giorgio Ardisson erneut in die Rolle des Superagenten Walter Ross schlüpft. Hierzulande folgte 1967 mit AGENT 3S3 SETZT ALLES AUF EINE KARTE eine weitere quasi Fortsetzung, die aber in Wahrheit einen eigenständigen Film darstellt, der von Mino Guerrini inszeniert wurde. Obwohl die beiden Spionagefilme von Sollima bereits erste Sahne sind, gefällt mir Guerrinis Beitrag immer noch einen Tacken besser. Während AGENT 3S3 KENNT KEIN ERBARMEN eine eher linear erzählte und überschaubare Handlung präsentiert, in der überraschenderweise kaum verwirrende Nebenhandlungsstränge vorhanden sind, bietet AGENT 3S3 POKERT MIT MOSKAU einen komplexen und teils verworrenen Handlungsplot, wie man ihn von den meisten italienischen Eurospy-Produktionen her kennt. Gedreht wurde der prominent besetzte Film an Schauplätzen in Berlin und Ibiza. Neben Giorgio Ardisson mischen Frank Wolff als russischer Spion, Fernando Sancho in der Rolle eines unbedarften Diktators, Eduardo Fajardo als dubioser Professor und Evi Marandi als gut getarnter Schutzengel mit. Hinzu gesellen sich Romano Puppo und Nello Pazzafini on kleinen Nebenrollen, wobei Letzterer nach einem erlittenen Filmtod irgendwann später für einen ganz kurzen Moment in einer weiteren Nebenrolle auftaucht. Abgerundet wird das temporeich inszenierte Spionagespektakel erneut mit einer Filmmusik von Piero Umiliani, wobei aber dieses Mal Orietta Berti den Titelsong „Trouble galore“ zum Besten gibt.


Während auch im vorliegenden Fall die deutsche DVD auf der VHS-Fassung von Arcade beruht und somit ein falsches Bildformat sowie eine Laufzeit von ca. 94 Minuten aufweist, bringt es die französische TV-Fassung auf eine stolze Laufzeit von 118 Minuten. Von dieser stammen dann auch die Screenshots, die ich für die Bildergalerien verwendet habe. Was bleibt, ist ein unterhaltsamer Genrevertreter, der nicht nur -je nach Fassung mal mehr oder weniger- temporeich inszeniert wurde, sondern auch sämtliche Ingredienzen beinhaltet, die ein gut gemachter Eurospyfilm benötigt.


Fazit: „Agent 3S3 ist zurück, George Ardisson ist zurück, der Superagent ist zurück in einer neuen, atemberaubenden und aufregenden Mission, die Sie fesseln wird wie nie zuvor!!!“ (Italienischer Werbeslogan)


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Filmplakate:
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Trailer:


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Richie Pistilli
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Re: AGENT 3S3 POKERT MIT MOSKAU - Sergio Sollima

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Interview mit Sergio Sollima: Die Anfangstage


WILD SENTIERI : Sergio Sollimas Filmografie gilt gemeinhin als genreorientiert. Aber was bedeutet Genrekino für Sie?

SERGIO SOLLIMA : 1947 schrieb ich „Cinema in the USA“ und ging darin speziell auf Genres ein. Denken Sie mal darüber nach: Alle Filme lassen sich einem Genre zuordnen. Es ist eine von Journalisten aus Bequemlichkeit erfundene Kontroverse. Der Begriff „Genre“ wird verwendet, um Autoren zu definieren. Charlie Chaplin zum Beispiel drehte Komödien. Sehen Sie nur, wie wenige Autoren es außerhalb eines Genres gibt! Ist Ihnen das schon mal aufgefallen? Wenn Sie eine Botschaft vermitteln wollen, müssen Sie das ganz sicher nicht bis ins kleinste Detail planen.

WILD SENTIERI : Genres haben Sie jedoch geprägt. Wie kam es zu Ihrer Berufung als Regisseur ?

SERGIO SOLLIMA : Ich trete gegen die besten Zuschauer der Welt an. Ich komme aus einem chaotischen Leben. Die Familie Sollima war sehr alt, arabisch-sizilianisch-normannischer Abstammung. Haben Sie schon einmal von Suleiman dem Prächtigen gehört? Ich glaube, meine Vorfahren waren auf den Kreuzzügen. Ich hatte einen sehr liebenswerten Vater und eine willensstarke Mutter.

SENTIERI SELVAGGI : Was für ein Zuschauer waren Sie?

SERGIO SOLLIMA : Einer meiner ersten Kulturschocks war nicht etwa das amerikanische Kino, sondern der Faschismus. Das amerikanische Kino, wie wir es heute kennen, existierte damals noch nicht. Ich sah unzählige Western im Dorfkino – in grauer Vorzeit. Als Erwachsener fand ich meine Inspiration in Schriftstellern wie Dickens, Thackeray, Jerome K. Jerome und Joyce.

SENTIERI SELVAGGI : Und für "Erotica", Ihr Regiedebüt, haben Sie sich ganz konkret an der Literatur orientiert.

SERGIO SOLLIMA : Claudia Mori, die mediterrane Schönheit, die mit Enrico Maria Salerno zusammenarbeitete, gab dort ihr Debüt. Die Idee stammte von einer Gruppe von Freunden wie Alberto Bonucci und Luciano Lucignani. Wir fertigten Skizzen an, die auf Kurzgeschichten italienischer Autoren basierten. Die Skizze, in der Manfredi ein Spielzeugsoldat war, basierte auf Calvino. Meine hingegen basierte auf einer Geschichte von Ercole Patti über Frauen, voller sanfter, subtiler Erotik.

WILD SENTIMENTS : Aber was genau haben Sie vor Ihrer Regiekarriere absolviert?

SERGIO SOLLIMA : Ich besuchte 1941 das Centro Sperimentale. Luigi Chiarini war der Direktor. Ich war der Jüngste, und es gab alte Hasen wie Michelangelo Antonioni, Giuseppe De Santis, Leopoldo Trieste und Luchino Visconti. Visconti war anfangs nicht am Zentrum aufgenommen worden. Danach arbeitete ich als Regieassistent sowohl für Franco Rossi in Turin an seinem zweiten Film, einer Komödie mit Paolo Panelli, als auch für Sergio Corbucci bei „Terra Strana“. Corbucci war ein wirklich angenehmer Mensch. Mein Debüt als Drehbuchautor gab ich mit „Persiane chiuse“, in dem auch andere Newcomer mitwirkten. Ich arbeitete mit Franco Solinas zusammen, das Drehbuch stammte von Fellini und Pinelli, und die Regie, die zunächst dem labilen Gianni Puccini anvertraut worden war, übernahm schließlich Comencini. Ich verspürte einen kreativen Drang, weil mich das eskapistische Kino à la Mario Mattoli langweilte. Meine verstorbene Frau Maria Pia Coen war ebenfalls Drehbuchautorin.

SENTIERI SELVAGGI : Aber Ihre eigentliche Schule war das Theater, nicht wahr?

SERGIO SOLLIMA : Natürlich! 1948 schrieb ich eine Komödie: „L'uomo e il fucile“ . Der junge Nino Manfredi musste anstelle von Ignazio Bosich Russisch lernen. Er sprach sogar Russisch, als wir das Stück in Prag aufführten, wo es den ersten Preis gewann. Die halbe italienische Theaterelite war anwesend: Rossella Falk, Tino Buazzelli, Arnoldo Foa, Luciano Salce und ich, Sergio Sollima, unter der Regie von Luigi Squarzina. Es ging um eine Gruppe Partisanen, die im Auftrag des amerikanischen Geheimdienstes eine Aktion durchführten. Ich schrieb vier weitere Komödien. Dann arbeitete ich mit Marcello Ciorciolini an „I Pallinisti“, einer Satire auf die Laster der Menschen. Wir führten sie zuerst im Piccolo in Mailand auf, dann im Teatro Arlecchino, das heute Flaiano heißt. Drei Monate lang spielte ich im Teatro dei Satiri „Apocalisse a Capri“, eine moderne Farce mit der Debütantin Delia Scala und Mario Scaccia. Es war sehr amerikanisch, im Stil von „Arsen und Spitzenhäubchen“, sozusagen. Corrado Álvaro schrieb in L’ Espresso eine Lobeshymne darüber , und alle waren begeistert. Meine Komödie „ Il destino si chiama A un altro“, die in Genua aufgeführt wurde, löste einen versuchten Aufruhr und Lynchmorde aus, weil sie für die damalige Zeit zu avantgardistisch war. Als Regisseur inszenierte ich sogar eine Striptease- Show im Satiri-Theater in Rom. Dann folgten viele Drehbücher, darunter „Il piatto piange“ und „Tripoli bel suol d'amore“. Ferruccio Cerio, ein Ultrafaschist mit einer charmanten nationalistischen Rhetorik, bat mich, letzteres zu überarbeiten.


Quelle: https://www.sentieriselvaggi.it/la-regi ... o-sollima/



Deutsche VHS-Fassung:


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