● UNSERE PAUKER GEHEN IN DIE LUFT (D|1970)
mit Wencke Myhre, Georg Thomalla, Peter Weck, Mascha Gonska, Ilja Richter, Chris Roberts, Christiane Rücker, Friedrich Schoenfelder,
Rainer Basedow, Gretl Schörg, Elisabeth Stiepl, Hansi Linder, Alexander Grill, Hans Timerding, Mario Schmidt und Siegfried Schürenberg
eine Produktion der Lisa Film | Divina Film | im Gloria Verleih
ein Film von Harald Vock
»Ich wollte die Konkurrenz schon immer ausschalten!«
Petra Thorsten (Wencke Myhre) mischt ihre Klasse nicht nur mit Streichen und Musik auf, sondern möchte auch ihren Flugschein machen. Dumm nur, dass ausschließlich Männer zur Prüfung angenommen werden. So greift sie zu einer List und verkleidet sich als Schüler Thorsten. Gleichzeitig kommt Schuldirektor Oskar Weber (Georg Thomalla) in die Bredouille, da er angeblich in einem einschlägigen Etablissement mit halbseidenen Damen gesichtet wurde. Hat er etwa einen Doppelgänger?
Ob man im Vorfeld tatsächlich von dem immensen Erfolg der Pauker-Filme ausgegangen war, bleibt nur zu erahnen, da jedoch genügend Zuschauer in die Kinos gelockt werden konnten, kam es zu zahlreichen Konkurrenz-Verfilmungen abseits der von Franz Seitz, Terra Filmkunst oder Rialto Film produzierten Reihe. "Unsere Pauker gehen in die Luft" muss sich mit der Verlegenheit herumschlagen, dass für die juvenilen Hauptrollen keine Schauspieler verpflichtet wurden und man eindeutig merkt, dass Wencke Myhre und Chris Roberts eher für das Platzieren ihrer eigenen Hits mit von der Partie sind. So beginnt der Film nach dem Vorspann mit Myhres gleichnamigem Titel-Schlager in voller Länge, was eindeutig auf die bevorstehende Substanzlosigkeit hinweist. Man sieht alle Unarten der deutschen Verwechslungskomödie: Zwillinge, und niemand schnallts, eine Frau verkleidet sich als Man, niemand rafft es, zusammenhanglose Schlager-Einsätze, alberne Gags, stereotype Charaktere, unerklärliche Gebärden und betont gute Laune; es fehlt eigentlich nur noch die Integration des obligatorischen Schimpansen. Schreckliche Darbietungen von Peter Weck, Chris Roberts und insbesondere Ilja Richter sind daher insgesamt kaum auszuhalten, aber wenigstens gibt es als Entschädigung Siegfried Schürenberg, Mascha Gonska oder Christiane Rücker und ein paar andere gerne gesehene Interpreten. Dennoch bleibt "Unsere Pauker gehen in die Luft" aus der Lisa Film Produktion von Karl Spiehs als eines der erfolgreichen Paradebeispiele für die damals gängigen Konkurrenzprodukte im Lümmel-Film-Orbit stehen. Trotz mangelnder inhaltlicher Qualität, schwacher schauspielerischer Leistungen und klischeehafter Handlung, funktionierte der Film sozusagen als Geldmaschine sehr gut. Dies lag auch an einer geschickten Vermarktungsstrategie zwischen Film- und Musikindustrie. Der eigentliche Erfolg basierte auf einer Marketing-Strategie der Plattenfirma Polydor, die Szenenfotos mit dem Verweis auf den entsprechenden Lisa-Film auf die Singles druckte und so die Plattengeschäfte als Werbefläche nutzte. Während der Titelsong floppte, wurden Nebensongs wie "Er hat ein knallrotes Gummiboot" zu großen Hits.
So lässt sich wohl insgesamt sagen, dass der Zweck beziehungsweise Erfolg alle Mittel heiligt. Erneut ist wenig Neues im bunt ausstaffierten Szenario zu erkennen und die Interpreten und Schauspieler lassen sich hier tatsächlich vor jede noch so unlustige Karre spannen. Trotz einiger gerne gesehener Gesichter, die in ihrem Beruf immer für eine hohe Präzision oder klare Arbeitsauffassung standen, ist es unterm Strich sehr schwierig, positive Komponenten anzuerkennen, denn das Angebot ist letztlich dazu da, einem den letzten Nerv zu rauben. Manche würden fragen, wo denn der Unterschied zu allen anderen Paukerfilmen oder Verwechslungskomödien dieser Zeit liegen mag, doch hier kristallisieren sich zahlreiche Unterschiede heraus, die einfach noch schlechter gealtert sind, als das übliche Portfolio. Nach seinem vorläufigen Wallace-Ausstieg blieb Siegfried Schürenberg auch weiterhin gut im Geschäft, wenngleich er sich den neuen Anforderungen zwar beugte, aber immer ein gehobenes Handwerk anbieten konnte. Und hierbei ist es komplett egal, ob der Regisseur schließlich Harald Vock oder Jess Franco heißt. Es ist zu hinterfragen, ob sich der Großteil der Entourage hier oder anderswo beim Abspulen des Klamauks wohlfühlte oder nicht, allerdings gab es in der deutschen Kinolandschaft oder beim Massenkino nur noch begrenzte Angebote, was sich jedoch wieder ändern sollte. Harald Vocks filmisches Schaffen war strikt nach Medien getrennt. Während er als langjähriger NDR-Unterhaltungschef das deutsche Fernsehen mit realistischen, bodenständigen Krimiklassikern wie "Sonderdezernat K1" und "Die Männer vom K3" mitprägte, war seine Kinokarriere als Regisseur und Drehbuchautor in den 1960er- und 70er-Jahren reine Gaudi. Auf der Leinwand beschränkte er sich ganz bewusst auf seichten Klamauk, Schlager- und Verwechslungskomödien wie "Immer Ärger mit Hochwürden" oder eben diesen Film. Ernsthafte, dramatische Stoffe hob er sich konsequent für den Bildschirm auf, die in den meisten Fällen heute in Vergessenheit geraten sind. So wird der gebürtige Hamburger heute beinahe nur noch mit Angeboten aus der Klamauk-Ecke in Verbindung gebracht. Was bleibt ist somit sehr hartes Brot, auch für Genre-Fans.
Ob man im Vorfeld tatsächlich von dem immensen Erfolg der Pauker-Filme ausgegangen war, bleibt nur zu erahnen, da jedoch genügend Zuschauer in die Kinos gelockt werden konnten, kam es zu zahlreichen Konkurrenz-Verfilmungen abseits der von Franz Seitz, Terra Filmkunst oder Rialto Film produzierten Reihe. "Unsere Pauker gehen in die Luft" muss sich mit der Verlegenheit herumschlagen, dass für die juvenilen Hauptrollen keine Schauspieler verpflichtet wurden und man eindeutig merkt, dass Wencke Myhre und Chris Roberts eher für das Platzieren ihrer eigenen Hits mit von der Partie sind. So beginnt der Film nach dem Vorspann mit Myhres gleichnamigem Titel-Schlager in voller Länge, was eindeutig auf die bevorstehende Substanzlosigkeit hinweist. Man sieht alle Unarten der deutschen Verwechslungskomödie: Zwillinge, und niemand schnallts, eine Frau verkleidet sich als Man, niemand rafft es, zusammenhanglose Schlager-Einsätze, alberne Gags, stereotype Charaktere, unerklärliche Gebärden und betont gute Laune; es fehlt eigentlich nur noch die Integration des obligatorischen Schimpansen. Schreckliche Darbietungen von Peter Weck, Chris Roberts und insbesondere Ilja Richter sind daher insgesamt kaum auszuhalten, aber wenigstens gibt es als Entschädigung Siegfried Schürenberg, Mascha Gonska oder Christiane Rücker und ein paar andere gerne gesehene Interpreten. Dennoch bleibt "Unsere Pauker gehen in die Luft" aus der Lisa Film Produktion von Karl Spiehs als eines der erfolgreichen Paradebeispiele für die damals gängigen Konkurrenzprodukte im Lümmel-Film-Orbit stehen. Trotz mangelnder inhaltlicher Qualität, schwacher schauspielerischer Leistungen und klischeehafter Handlung, funktionierte der Film sozusagen als Geldmaschine sehr gut. Dies lag auch an einer geschickten Vermarktungsstrategie zwischen Film- und Musikindustrie. Der eigentliche Erfolg basierte auf einer Marketing-Strategie der Plattenfirma Polydor, die Szenenfotos mit dem Verweis auf den entsprechenden Lisa-Film auf die Singles druckte und so die Plattengeschäfte als Werbefläche nutzte. Während der Titelsong floppte, wurden Nebensongs wie "Er hat ein knallrotes Gummiboot" zu großen Hits.
So lässt sich wohl insgesamt sagen, dass der Zweck beziehungsweise Erfolg alle Mittel heiligt. Erneut ist wenig Neues im bunt ausstaffierten Szenario zu erkennen und die Interpreten und Schauspieler lassen sich hier tatsächlich vor jede noch so unlustige Karre spannen. Trotz einiger gerne gesehener Gesichter, die in ihrem Beruf immer für eine hohe Präzision oder klare Arbeitsauffassung standen, ist es unterm Strich sehr schwierig, positive Komponenten anzuerkennen, denn das Angebot ist letztlich dazu da, einem den letzten Nerv zu rauben. Manche würden fragen, wo denn der Unterschied zu allen anderen Paukerfilmen oder Verwechslungskomödien dieser Zeit liegen mag, doch hier kristallisieren sich zahlreiche Unterschiede heraus, die einfach noch schlechter gealtert sind, als das übliche Portfolio. Nach seinem vorläufigen Wallace-Ausstieg blieb Siegfried Schürenberg auch weiterhin gut im Geschäft, wenngleich er sich den neuen Anforderungen zwar beugte, aber immer ein gehobenes Handwerk anbieten konnte. Und hierbei ist es komplett egal, ob der Regisseur schließlich Harald Vock oder Jess Franco heißt. Es ist zu hinterfragen, ob sich der Großteil der Entourage hier oder anderswo beim Abspulen des Klamauks wohlfühlte oder nicht, allerdings gab es in der deutschen Kinolandschaft oder beim Massenkino nur noch begrenzte Angebote, was sich jedoch wieder ändern sollte. Harald Vocks filmisches Schaffen war strikt nach Medien getrennt. Während er als langjähriger NDR-Unterhaltungschef das deutsche Fernsehen mit realistischen, bodenständigen Krimiklassikern wie "Sonderdezernat K1" und "Die Männer vom K3" mitprägte, war seine Kinokarriere als Regisseur und Drehbuchautor in den 1960er- und 70er-Jahren reine Gaudi. Auf der Leinwand beschränkte er sich ganz bewusst auf seichten Klamauk, Schlager- und Verwechslungskomödien wie "Immer Ärger mit Hochwürden" oder eben diesen Film. Ernsthafte, dramatische Stoffe hob er sich konsequent für den Bildschirm auf, die in den meisten Fällen heute in Vergessenheit geraten sind. So wird der gebürtige Hamburger heute beinahe nur noch mit Angeboten aus der Klamauk-Ecke in Verbindung gebracht. Was bleibt ist somit sehr hartes Brot, auch für Genre-Fans.