Der Spion, der aus dem Speiseeis kam (D)
Le spie vengono dal semifreddo (IT)
I due mafiosi dell'F.B.I. (IT)
Il clan dei due mafiosi (IT)
L'espion qui venait du surgelé (F)
As Sensuais Espias do Dr. Goldfoot (POR)
O Fabricante de Loiras Explosivas (POR)
Bonecas Explosivas (BRA)
Dr. Goldfoot contra el mundo
Spies Come from Half-Cold
The Spy Came from the Semi-Cold
Two Mafia Guys from the FBI
Dr. Goldfoot and the Sex Bombs
Dr. Goldfoot and the Girl Bombs
Dr. Goldfoot and the 'S' Bomb
Dr. G and the Girl Bombs
IT 1966
R: Mario Bava
D: Vincent Price, Ciccio Ingrassia, Franco Franchi, Fabian, Laura Antonelli, Ennio Antonelli, Francesco Mulé, Veriano Ginesi, George Wang, Mario Bava, Moa Tahi, Louis M. Heyward u.a.
Deutsche Erstaufführung: 9. Januar 2017 [ARTE-Mediathek]
Italo-Cinema
In meinem Herzen haben viele Filme Platz 3.0
Cinecensura #1
Cinecensura #2
Locationvergleich
Score: Lallo Gori (IT) / Les Baxter (USA)
IMCDb
OFDb
"Donnerwetter! Die Piranhas sollten länger fasten. Die fressen doch einen Viertelochsen standardmäßig in 25 Sekunden."
Der verrückte Wissenschaftler Dr. Goldfoot (Vincent Price) ist zurück und wartet mit einem neuen teuflischen Plan auf, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Mit einer eigens dafür konstruierten Maschine erschafft er weibliche Roboter-Klone, die beim Küssen eine explosive Sprengkraft entwickeln. Das Ziel der verführerischen Bomben sind ranghohe NATO-Generäle, welche die explosiven Plagiatsfrauen wuchtartig beseitigen sollen. Die einzige Ausnahme stellt General Willis dar, der Dr. Goldfoot wie aus dem Gesicht geschnitten gleicht. Durch den Diebstahl seiner Identität möchte sich Dr. Goldfoot Zugang zu einer Atombombe zu verschaffen, die er anschließend zur Herbeiführung eines atomaren Weltkriegs über Moskau abwerfen möchte. Franco (Franco Franchi) und Ciccio (Ciccio Ingrassia), zwei tollpatschige Hotelangestellte mit dem Traum, Spione zu werden, sollen diesen Wahnsinn verhindern. Unterstützt werden sie dabei von dem in Ungnade gefallenen Ex-Agenten Bill Dexter (Fabian) sowie der Sekretärin Rosanna (Laura Antonelli), die die Drei aber zunächst aus der Gewalt des durchgeknallten Wissenschaftlers befreien müssen.
Ursprünglich war DER SPION, DER AUS DEM SPEISEEIS KAM als Fortsetzung für ZWEI TROTTEL GEGEN GOLDFINGER angedacht, doch als plötzlich "American International Pictures" als Koproduzent in die Planung miteinstieg, änderte der italienische Produzent Fulvio Lucisano kurzerhand seine Pläne und drehte den Film als Fortsetzung zu dem US-amerikanischen Film DR. GOLDFOOT UND SEINE BIKINI-MASCHINE, der ein Jahr zuvor mit Vincent Price und Frankie Avalon in den Hauptrollen international seine Kinopremiere feierte. Als Regisseur verpflichtete Lucisano Mario Bava, der aber zunächst dankend ablehnte. Da Bava aber zu dieser Zeit als Auftragsregisseur vertraglich an Lucisano gebunden war, blieb ihm letzten Endes keine andere Wahl als zähneknirschend seinen Platz auf dem Regiestuhl einzunehmen. Zu allem Überfluss musste Mario Bava diesen Film auch noch in zwei Varianten drehen, nämlich eine für den italienischen Markt, in der das Komiker-Duo Franco und Ciccio stärker im Mittelpunkt steht, als auch eine Fassung für den amerikanischen Markt, die sich wiederum stärker auf die von Vincent Price verkörperte Figur des Dr. Goldfoot konzentriert. Außerdem enthält die italienische Schnittfassung eine Filmmusik von Lallo Gori, wohingegen die amerikanische Fassung Musik von Les Baxter bietet. Gedreht wurde der Film überwiegend in den Cinecittà Studios in Rom. Rückwirkend betrachtet, bezeichnete Vincent Price DER SPION, DER AUS DEM SPEISEEIS KAM als den grässlichsten Film, in dem er je mitgespielt habe - und bei dem alles nur Denkbare völlig schiefgegangen sei.
Ansonsten herrscht im Film von vorne bis hinten der Klamauk, für den sich in erster Linie das italienische Komiker-Duo Franco und Ciccio verantwortlich zeigen. Da ich persönlich klamaukhaften Humor genauso wenig abgewinnen kann, wie den gesichtsakrobatischen Grimassen von Franco Franchi - der übrigens auf mich wirkt, als hätte er literweise LSD zu sich genommen. Dementsprechend bietet der Film nonstop Nonsens. Eine kitschige 007-Kopie, die sich letztlich als entzückender Schund offenbart. Wendungsreich, rasant und völlig überdreht. Manche Szenen erinnern obendrein an die glorreiche Stummfilmzeit. Hinzu gesellen sich Zeitraffereffekte, ein Swimmingpool voller beißwütiger Piranhas, die jeden Morgen einen Rehrücken zum Früstück serviert bekommen und eine Maschinerie, die sämtliche Frauen dieses Planeten beliebig duplizieren kann. Ein feuchter Traum für die erbärmlichen Wichte der Manosphäre. Am Ende kommt es auch noch zu einem Kubrick-Zitat, indem Bava DR. SELTSAM zitiert. Hierzulande wurde DER SPION, DER AUS DEM SPEISEEIS KAM erstmals im Januar 2017 von ARTE als Stream in ihrer Mediathek zur Verfügung gestellt. Dabei handelte es sich um die italienische Schnittfassung, die mit deutschen Untertiteln versehen wurde. Obwohl ich mit überdrehtem italienischen Slapstick wenig anfangen kann, war der Film für meinen Geschmack gerade noch noch ansehbar.
Filmplakate:
► Text zeigen
Titelvorspann / Score:
► Text zeigen
Trailer #1:
► Text zeigen
Trailer #2: