● BOOKER / BOOKER (US|1989/90)
in den Hauptrollen | Richard Grieco | Marcia Strassman | Carmen Argenziano | Katie Rich | Lori Petty
eine Serie von Jefferson Kibbee | Kim Manners | Jorge Montesi | Mark Sobel | Jan Eliasberg | u.a.
eine Stephen J. Cannell Production | im Auftrag der FOX Broadcasting Company
in den Hauptrollen | Richard Grieco | Marcia Strassman | Carmen Argenziano | Katie Rich | Lori Petty
eine Serie von Jefferson Kibbee | Kim Manners | Jorge Montesi | Mark Sobel | Jan Eliasberg | u.a.
eine Stephen J. Cannell Production | im Auftrag der FOX Broadcasting Company
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Als das US-Netzwerk FOX die Krimiserie "Booker" im Herbst 1989 an den Start brachte, ist diese Platzierung auf eines der rasantesten popkulturellen Phänomene der späten 1980er-Jahre zu werten. Die von den Serienschöpfern Stephen J. Cannell und Eric Blakeney konzipierte Produktion war das direkte Resultat eines ungeplanten Fan-Hypes innerhalb der Kultserie "21 Jump Street – Tatort Klassenzimmer". In der dritten Staffel wurde der Schauspieler Richard Grieco als rebellischer Officer Dennis Booker zunächst nur als temporäre Ergänzung des Ensembles eingeführt, doch seine immense Bildschirmpräsenz und der rapide ansteigende Fluss an Fanpost führten dazu, dass er den eigentlichen Hauptdarsteller Johnny Depp zeitweise in den Schatten stellte. Da sein prominenter Kollege Depp ohnehin bestrebt war, die Serie in Richtung einer Kinokarriere zu verlassen, nutzten die Produzenten die Gunst der Stunde, um Griecos Charakter ein eigenes, völlig maßgeschneidertes Format zu geben. Die Dreharbeiten der 22 Episoden umfassenden Staffel erstreckten sich folglich über den gesamten Jahreswechsel von 1989 bis ins Frühjahr 1990 hinein. Stilistisch distanzierte sich das Spin-off spürbar von der thematischen Ausrichtung der Mutterserie. Während "21 Jump Street trotz ernsterer sozialer Belange stets das jugendliche Ensemble-Gefühl einer Highschool-Undercover-Einheit transportierte, setzte die Konkurrenz vollends auf eine Ästhetik der stilisierten Coolness, die bereits im ikonischen, von Billy Idols Megahit "Hot in the City" untermalten Intro manifestiert wurde. Es kam zum Stilbruch mit dem klassischen Polizeifilm-Szenario, denn nach seinem Ausscheiden aus dem Polizeidienst wird Booker als interner Ermittler von der US-Niederlassung des fiktiven japanischen Großkonzerns Teshima Corporation engagiert. Aus dieser Konstellation zieht die Serie auch heute noch ihren primären Reiz, der auf einem klassischen "Fish out of water"-Prinzip basiert.
Dem von Hierarchien geprägten Ambiente der Chefetagen wurde ein Motorrad fahrender, chronisch autoritätshassender Protagonist in Lederjacke gegenübergestellt. Trotz der bewussten visuellen und inhaltlichen Abgrenzung hielten die Autoren die Querverbindungen innerhalb der gesamten Serie intakt, sodass das Format maßgeblich von einer engen erzählerischen Verzahnung mit der Hauptserie lebte. Im Laufe der Ausstrahlung kam es immer wieder zu Crossover-Momenten und Gastauftritten etablierter Figuren, während Booker seiner alten Wirkungsstätte, der markanten Jump-Street-Kapelle, wiederholt Besuche abstattete. Selbst Johnny Depps Charakter Tom Hanson blieb durch namentliche Erwähnungen in den Dialogen präsent. Ihren dramaturgischen Höhepunkt fand diese Synergie in der Doppelfolge "Die Höhle des Löwen", die als direktes, zweiteiliges Crossover zwischen beiden Serien konzipiert, aber bei "Booker" wesentlich dynamischer gelöst wurde. Für das deutsche Publikum birgt die Erstausstrahlung der Serie zudem ein ganz besonderes Kuriosum. Als der Privatsender Sat.1 die Serie im Spätherbst 1990 unter dem schlichten Titel "Booker" (ohne jeden erläuternden Untertitel) ins Programm nahm, geschah dies vor der deutschen TV-Ausstrahlung jener "21 Jump Street"-Episoden, in denen Richard Grieco überhaupt erst eingeführt wurde. Die deutschen Zuschauer lernten den exzentrischen Ermittler somit als völlig eigenständigen Charakter kennen, lange bevor die enge Verwandtschaft zur Mutterserie im Fernsehen chronologisch aufgelöst wurde. Trotz des beträchtlichen medialen Interesses war der Ableger kein dauerhafter Erfolg und wurde nach nur einer Staffel wieder abgesetzt. In der Rückschau wird deutlich, dass die Figur des Dennis Booker als mysteriöser, disruptiver Gegenpol innerhalb eines funktionierenden Ensembles effektiver operierte, als alleiniger Fixpunkt einer eigenen Serie, wenngleich dieses Format auch wirklich einen großen Reiz hat.
Dem von Hierarchien geprägten Ambiente der Chefetagen wurde ein Motorrad fahrender, chronisch autoritätshassender Protagonist in Lederjacke gegenübergestellt. Trotz der bewussten visuellen und inhaltlichen Abgrenzung hielten die Autoren die Querverbindungen innerhalb der gesamten Serie intakt, sodass das Format maßgeblich von einer engen erzählerischen Verzahnung mit der Hauptserie lebte. Im Laufe der Ausstrahlung kam es immer wieder zu Crossover-Momenten und Gastauftritten etablierter Figuren, während Booker seiner alten Wirkungsstätte, der markanten Jump-Street-Kapelle, wiederholt Besuche abstattete. Selbst Johnny Depps Charakter Tom Hanson blieb durch namentliche Erwähnungen in den Dialogen präsent. Ihren dramaturgischen Höhepunkt fand diese Synergie in der Doppelfolge "Die Höhle des Löwen", die als direktes, zweiteiliges Crossover zwischen beiden Serien konzipiert, aber bei "Booker" wesentlich dynamischer gelöst wurde. Für das deutsche Publikum birgt die Erstausstrahlung der Serie zudem ein ganz besonderes Kuriosum. Als der Privatsender Sat.1 die Serie im Spätherbst 1990 unter dem schlichten Titel "Booker" (ohne jeden erläuternden Untertitel) ins Programm nahm, geschah dies vor der deutschen TV-Ausstrahlung jener "21 Jump Street"-Episoden, in denen Richard Grieco überhaupt erst eingeführt wurde. Die deutschen Zuschauer lernten den exzentrischen Ermittler somit als völlig eigenständigen Charakter kennen, lange bevor die enge Verwandtschaft zur Mutterserie im Fernsehen chronologisch aufgelöst wurde. Trotz des beträchtlichen medialen Interesses war der Ableger kein dauerhafter Erfolg und wurde nach nur einer Staffel wieder abgesetzt. In der Rückschau wird deutlich, dass die Figur des Dennis Booker als mysteriöser, disruptiver Gegenpol innerhalb eines funktionierenden Ensembles effektiver operierte, als alleiniger Fixpunkt einer eigenen Serie, wenngleich dieses Format auch wirklich einen großen Reiz hat.