Spion für Deutschland (D)
Meisterspion Gimpel (D)
Allarme a New York (IT)
L'Espion de la dernière chance (F)
Gimpel, maestro de espías (ES)
O Espião (POR)
Os Espiões Também Amam (BRA)
Espía para Alemania (ARG)
Spy for Germany
D 1956
R: Werner Klingler
D: Martin Held, Nadja Tiller, Walter Giller, Gustav Knuth, Heinz Drache, Günter Pfitzmann, Werner Peters, Ralph Lothar, Franz Nicklisch, Viktor Staal, Monika Burg, Martin Kosleck u.a.
Deutsche Erstaufführung: 4. Dezember 1956
Filmportal
Score: Werner Eisbrenner
OFDb
"Eine Atombombe hat die Kraft von Millionen Tonnen Dynamit. [...] Totale Vernichtung im Umkreis von mehreren Kilometern - durch einen Lichtblitz, in dessen Kern 6000 °C herrschen. Dann kommt eine Druckwelle, die jedes Haus zum Einsturz bringt und ungedeckt stehenden Menschen die Haut vom Leibe reißt - wenn sie nicht schon vorher verbrannt ist. Und nicht zu vergessen die Radioaktivität an sich."
Im Zweiten Weltkrieg erhält der Top-Agent Erich Gimpel (Martin Held) von den Nazis den Auftrag zu untersuchen, wie weit die Amerikaner mit dem Bau einer Atombombe sind. Mit einem U-Boot gelangen er und ein Komplize (Walter Giller) nach Amerika. Dort werden sie vom FBI gejagt. Bald darauf ist Gimpel auf sich allein gestellt. Auf der Flucht verliebt er sich in die Amerikanerin Joan (Nadja Tiller), die nichts von seiner Agententätigkeit ahnt. Schließlich wird Gimpel gefasst und zum Tode verurteilt... [Quelle: Filmjuwelen]
Werner Klinglers Film SPION FÜR DEUTSCHLAND beruht auf einer wahren Begebenheit, die der echte Erich Gimpel in seinem gleichnamigen Buch festhielt, welches wiederum Herbert Reinecker als Vorlage für das Drehbuch diente. Der echte Erich Gimpel war in den 30er-Jahren als Funker für eine Bergbaugesellschaft in Peru tätig. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs begann auch Gimpels Karriere als Geheimagent der im Dienst der Nationalsozialisten stand. 1944 nahm er im Rahmen der Geheimoperation "Unternehmen Elster" den Spionageauftrag an, das NS-Regime über den Fortschritt der Alliierten im Kriegsgeschehen auf dem Laufenden zu halten. Gemeinsam mit dem übergelaufenen Amerikaner William Colepaugh, den er bereits während einer Mission in Den Haag kennengelernt hat, wurde Gimpel am 29. November 1944 von den Nazis in die USA eingeschleust, wo er dann kurz darauf von seinem vermeintlichen Freund an das F.B.I. verraten wurde. 1945 wurde Gimpel von einem US-amerikanischen Militärgericht wegen Verschwörung und Verletzung des Artikels 82 der Genfer Konvention zum Tod durch den Strick verurteilt. Infolge des unerwarteten Tods von Präsident Roosevelt wurde die Vollstreckung jedoch zunächst ausgesetzt, da in den Vereinigten Staaten während einer Staatstrauer keine Todesstrafen vollzogen werden. Roosevelts Nachfolger, Harry S. Truman, wandelte bei seinem Amtsantritt die verhängte Todesstrafe in eine lebenslange Haftstrafe um. Zehn Jahre später wurde Gimpel begnadigt und aus dem Bundesgefängnis Alcatraz entlassen.
Werner Klinglers Verfilmung orientiert sich einerseits an dem gleichnamigen Buch, das Gimpel zusammen mit Will Berthold nach seiner Haftentlassung verfasste, andererseits wurde der Tatsachenbericht mit zahlreichen Ergänzungen ausgeschmückt, wie beispielsweise die Liebesgeschichte mit der von Nadja Tiller verkörperten Amerikanerin Joan. Außerdem soll Gimpel, der von Martin Held gespielt wird, für das NS-Regime explizit den Forschungsstand der Alliierten zum Atom- und Wasserstoffbombenbau ausspionieren. Obwohl der Film einige Unzulänglichkeiten aufweist, entpuppt sich dieser als ein spannungsreicher Streifen, der sich sehr gut ansehen lässt. Aufgrund der freiwilligen Kollaboration des Hauptprotagonisten mit dem Nazi-Regime sowie dessen unermüdlichen Tatendrangs, den er während seines Spionageauftrags in den USA an den Tag legte, gestaltete sich für mich der Beziehungsaufbau zu seinem Filmcharakter als äußerst schwierig. Ebenso hielt sich hinsichtlich seines Schicksals mein Mitleid in Grenzen, da ihm die tödlichen Folgen seines Handelns von vorne herein bewusst waren, als er dem Auftrag der Nazis aus freien Stücken zusagte. Ansonsten bietet der Film eine solide Geschichte, die spannend inszeniert wurde. Hinzu gesellt sich eine prominente Besetzung, von denen sämtliche Schauspieler und Schauspielerinnen in ihren Rollen überzeugende Darbietungen abgeben. Sehr gut hat mir die Rolle von Werner Peters gefallen, der einen hilfsbereiten Gefängniswärter spielt, der das Herz am rechten Fleck trägt. Alles in Allem ein sehenswerter Film, der lediglich aufgrund der Haltung seines Hauptprotagonisten einen kleinen Beigeschmack hinterlässt.
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