DER ROMMEL-SCHATZ
● IL TESORO DI ROMMEL / DER ROMMEL-SCHATZ / DER ROMMELSCHATZ (I|1955)
mit Dawn Addams, Paul Hubschmid, Wolfgang Lukschy, Bruce Cabot, Andrea Checci, John Stacy, Fanfulla und Isa Miranda
eine Produktion der Imperial Film | Translux | im Nora Filmverleih
ein Film von Romolo Marcellini
»Ich habe ja immer gewusst, dass ich ihn wieder finde!«
Kurz vor Ende des Afrikafeldzugs soll Generalfeldmarschall Erwin Rommel mehrere Stahlkisten mit Geheimdokumenten und Gold auf ein Schiff verladen haben, um sie vor dem Zugriff der Engländer zu schützen. Sie kamen jedoch nie in Deutschland an. Der Legende nach sollen die Kisten im Meer versenkt worden sein. Schatzsucher aus aller Welt waren immer wieder ergebnislos nach dem verschollenen "Rommel-Schatz" auf der Suche. Genau wie die zwei ehemaligen deutschen Soldaten von Brunner (Paul Hubschmid) und Petersen (Wolfgang Lukschy), die allerdings von Agenten aus Ost und West unter Druck gesetzt werden, die sich ebenfalls für das Gold und vor allem die Dokumente interessieren …
Der Abenteuerfilm "Der Rommel-Schatz" basiert auf einer der geheimnisvollsten Legenden der Nachkriegszeit, denn er bemüht den Mythos um das versunkene Gold des deutschen Afrikakorps. Historischen Berichten nach handelte es sich dabei um Raubgut – vor allem jüdisches Vermögen und Goldbarren – das 1943 von einer SS-Einheit unter Walter Rauff in Tunesien beschlagnahmt wurde. Auf dem Rückzug der Achsenmächte soll die Beute in sechs Stahlkisten vor der Küste Korsikas im Meer versenkt worden sein. Obwohl Generalfeldmarschall Erwin Rommel persönlich wohl nie etwas mit diesem Raubgut zu tun hatte, brannte sich der Begriff "Rommel-Schatz" in das kollektive Gedächtnis ein und löste in den 1950er-Jahren ein wahres Schatzsucher-Fieber aus. Genau diesen geschichtlichen Mythos griff der ambitioniert wirkende Film auf, um die Legende zu befeuern und sich am Ende den Luxus einer Art Deutungshoheit zu erlauben. Die Dreharbeiten spiegeln das internationale Flair des Cast wider und führten das Team für die Außenaufnahmen direkt an die Originalschauplätze in Ägypten. Ein zentraler Aspekt der Produktionsnotizen ist allerdings die Beteiligung des legendären österreichischen Tauchpioniers und Meeresforschers Hans Hass. Er wirkte bei diesem Projekt nicht nur als Co-Produzent an der Seite von Luigi Rovere mit, sondern war zusammen mit dem italienischen Freitauch-Pionier Raimondo Bucher auch maßgeblich für die aufwändigen Unterwasseraufnahmen verantwortlich, die hier am Ende hauptsächlich in Erinnerung bleiben werden. Da der Film im damals modernen CinemaScope-Breitwandverfahren gedreht wurde, stellte die Kameraarbeit unter Wasser eine enorme technische Herausforderung für die damalige Zeit dar. Wichtig für das Verständnis des Films ist zudem seine zeitgenössische Einbettung: Mitte der 1950er-Jahre war die Suche nach im Zweiten Weltkrieg versunkenen Schätzen ein populäres Motiv im Unterhaltungskino. Der Film verknüpft diese spannende Schatzsucher-Mentalität geschickt mit Elementen des klassischen Agenten-Thrillers, indem er die Jagd nach dem Gold mit dem Kampf um geheime Dokumente zwischen Ost- und West-Geheimdiensten sowie privaten Interessengruppen im beginnenden Kalten Krieg kreuzt.
Um diesen Beitrag neben der behandelten Thematik interessant für den internationalen Markt zu machen, wartet er mit einer hochkarätigen Besetzung auf, die hier von der britischen Hollywood-Schauspielerin Dawn Addams angeführt wird. Als in Gefahren verwickelte und immer mehr bedrohte Unschuld zeichnet Addams einen für die damalige Zeit nicht unüblichen Part, der von ihr mit sehr viel Charme und Sex-Appeal ausgestattet wird. Im Grunde genommen fungiert sie neben so vielen Kriminellen Elementen als emotionaler Anker des Films, deren Motivation rein partnerschaftlicher Natur bleibt, da sie sich zu dem Helden der Geschichte hingezogen fühlt, somit zum idealen Druckmittel werden könnte. Paul Hubschmid bricht dabei nicht mit der Schablone des idealisierten Helden, interessanterweise jedoch mit dem Bild des skrupellosen deutschen Soldaten, der von persönlicher Habgier getrieben sein könnte. An seiner Seite agiert Wolfgang Lukschy, der seine Präsenz ebenso wie Hubschmid auszuspielen weiß. Die zwielichtigen Drahtzieher verkörpern das Kairo der Nachkriegszeit als Schmelztiegel der Spione. Die italienische Charakterdarstellerin und international bekannte Isa Miranda als zwielichtige Mrs. Fischer nutzt ihren Nachtclub als Zentrale für Intrigen, während Andrea Checchi für die klassischen Agenten-Motive aus dem beginnenden Kalten Krieg steht. Gerade diese beiden Interpreten versetzen der Handlung zahlreiche Nadelstiche. Der Film verzichtet hierbei weitgehend auf eine simple Schwarz-Weiß-Zeichnung. Stattdessen prallen die Interessen von ehemaligen Kriegsteilnehmern, profitgierigen Kriminellen und Geheimdiensten aufeinander, was die typische, leicht paranoide Atmosphäre von Kairo in den 1950er-Jahren einfängt. Für den Zuschauer bleibt alles jedoch nur ein Abenteuer, das durch seine spannenden Phasen punkten kann, ganz zu schweigen von den vielen, spektakulär eingefangenen Unterwasseraufnahmen. Hier nutzte Hans Hass übrigens eine revolutionäre Technik, indem von ihm selbst mitentwickelte Unterwassergehäuse für Kameras eingesetzt wurden. Romolo Marcellinis "Der Rommel-Schatz" bleibt als ambitioniertes Projekt in Erinnerung, dessen Handlung teils konventionell und routiniert wirkt, in den richtigen Momenten jedoch Spannung und Nervenkitzel aufzubauen weiß.
Der Abenteuerfilm "Der Rommel-Schatz" basiert auf einer der geheimnisvollsten Legenden der Nachkriegszeit, denn er bemüht den Mythos um das versunkene Gold des deutschen Afrikakorps. Historischen Berichten nach handelte es sich dabei um Raubgut – vor allem jüdisches Vermögen und Goldbarren – das 1943 von einer SS-Einheit unter Walter Rauff in Tunesien beschlagnahmt wurde. Auf dem Rückzug der Achsenmächte soll die Beute in sechs Stahlkisten vor der Küste Korsikas im Meer versenkt worden sein. Obwohl Generalfeldmarschall Erwin Rommel persönlich wohl nie etwas mit diesem Raubgut zu tun hatte, brannte sich der Begriff "Rommel-Schatz" in das kollektive Gedächtnis ein und löste in den 1950er-Jahren ein wahres Schatzsucher-Fieber aus. Genau diesen geschichtlichen Mythos griff der ambitioniert wirkende Film auf, um die Legende zu befeuern und sich am Ende den Luxus einer Art Deutungshoheit zu erlauben. Die Dreharbeiten spiegeln das internationale Flair des Cast wider und führten das Team für die Außenaufnahmen direkt an die Originalschauplätze in Ägypten. Ein zentraler Aspekt der Produktionsnotizen ist allerdings die Beteiligung des legendären österreichischen Tauchpioniers und Meeresforschers Hans Hass. Er wirkte bei diesem Projekt nicht nur als Co-Produzent an der Seite von Luigi Rovere mit, sondern war zusammen mit dem italienischen Freitauch-Pionier Raimondo Bucher auch maßgeblich für die aufwändigen Unterwasseraufnahmen verantwortlich, die hier am Ende hauptsächlich in Erinnerung bleiben werden. Da der Film im damals modernen CinemaScope-Breitwandverfahren gedreht wurde, stellte die Kameraarbeit unter Wasser eine enorme technische Herausforderung für die damalige Zeit dar. Wichtig für das Verständnis des Films ist zudem seine zeitgenössische Einbettung: Mitte der 1950er-Jahre war die Suche nach im Zweiten Weltkrieg versunkenen Schätzen ein populäres Motiv im Unterhaltungskino. Der Film verknüpft diese spannende Schatzsucher-Mentalität geschickt mit Elementen des klassischen Agenten-Thrillers, indem er die Jagd nach dem Gold mit dem Kampf um geheime Dokumente zwischen Ost- und West-Geheimdiensten sowie privaten Interessengruppen im beginnenden Kalten Krieg kreuzt.
Um diesen Beitrag neben der behandelten Thematik interessant für den internationalen Markt zu machen, wartet er mit einer hochkarätigen Besetzung auf, die hier von der britischen Hollywood-Schauspielerin Dawn Addams angeführt wird. Als in Gefahren verwickelte und immer mehr bedrohte Unschuld zeichnet Addams einen für die damalige Zeit nicht unüblichen Part, der von ihr mit sehr viel Charme und Sex-Appeal ausgestattet wird. Im Grunde genommen fungiert sie neben so vielen Kriminellen Elementen als emotionaler Anker des Films, deren Motivation rein partnerschaftlicher Natur bleibt, da sie sich zu dem Helden der Geschichte hingezogen fühlt, somit zum idealen Druckmittel werden könnte. Paul Hubschmid bricht dabei nicht mit der Schablone des idealisierten Helden, interessanterweise jedoch mit dem Bild des skrupellosen deutschen Soldaten, der von persönlicher Habgier getrieben sein könnte. An seiner Seite agiert Wolfgang Lukschy, der seine Präsenz ebenso wie Hubschmid auszuspielen weiß. Die zwielichtigen Drahtzieher verkörpern das Kairo der Nachkriegszeit als Schmelztiegel der Spione. Die italienische Charakterdarstellerin und international bekannte Isa Miranda als zwielichtige Mrs. Fischer nutzt ihren Nachtclub als Zentrale für Intrigen, während Andrea Checchi für die klassischen Agenten-Motive aus dem beginnenden Kalten Krieg steht. Gerade diese beiden Interpreten versetzen der Handlung zahlreiche Nadelstiche. Der Film verzichtet hierbei weitgehend auf eine simple Schwarz-Weiß-Zeichnung. Stattdessen prallen die Interessen von ehemaligen Kriegsteilnehmern, profitgierigen Kriminellen und Geheimdiensten aufeinander, was die typische, leicht paranoide Atmosphäre von Kairo in den 1950er-Jahren einfängt. Für den Zuschauer bleibt alles jedoch nur ein Abenteuer, das durch seine spannenden Phasen punkten kann, ganz zu schweigen von den vielen, spektakulär eingefangenen Unterwasseraufnahmen. Hier nutzte Hans Hass übrigens eine revolutionäre Technik, indem von ihm selbst mitentwickelte Unterwassergehäuse für Kameras eingesetzt wurden. Romolo Marcellinis "Der Rommel-Schatz" bleibt als ambitioniertes Projekt in Erinnerung, dessen Handlung teils konventionell und routiniert wirkt, in den richtigen Momenten jedoch Spannung und Nervenkitzel aufzubauen weiß.
