KNIE NIEDER UND FRISS STAUB - Aldo Florio

Staubige Dörfer, schweigsame Pistoleros und glühende Colts.
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Sid Vicious
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KNIE NIEDER UND FRISS STAUB - Aldo Florio

Beitrag von Sid Vicious »

Originaltitel: Anda muchacho, spara!
Regisseur: Aldo Florio
Kamera: Emilio Foriscot
Musik: Bruno Nicolai
Drehbuch: Bruno Di Geronimo, Eduardo Manzanos Brochero, Aldo Florio
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Nach vielen Jahren Zwangsarbeit in einem Steinbruch gelingt Roy Greenford gemeinsam mit einem Mithäftling, Emiliano, die Flucht. Doch die Strapazen fordern eine enorme physische Energie, die Emiliano nicht aufbringen kann und somit dem Ruf des Sensemanns folgend ins Jenseits einzieht. Kurze Zeit später trifft Roy, mittlerweile ebenfalls am Ende seiner Kräfte angelangt, auf den Goldschürfer Joselito, der den Ausbrecher gesund pflegt und einhergehend von drei Schurken berichtet, welche die mexikanischen Goldsucher mittels ihrer Schergen misshandeln und gnadenlos ausbeuten. Roy, der der Geschichte aufmerksam folgte, macht sich, dank Joselito zu alten Kräften zurückgekehrt, einige Tage später auf den Weg in die benachbarte Ortschaft. Seine erste Anlaufstation ist der hiesige Friseursalon, wo er den Barbier mit einem Wort: E M I L I A N O, dermaßen aus der Fassung bringt, das der Figaro geschwind zur Flinte greift. Doch die doppelläufige Arie wird von Roys Colt postwendend abgewürgt, sodass der Barbier Knall auf Fall seinen letztmöglichen Atemzug vollendet. Wer das Spielzeug des Todes, den Colt, derart effektiv bedienen kann, der evoziert in seinem Umfeld große Aufmerksamkeit, sodass die Handlanger der eingangs umrissenen Ausbeutertrinität (namentlich Redfield, Newman und Lawrence) hellhörig werden. Infolgedessen berichten sie ihren Dienstherren umgehend von dem ominösen Fremden, der (mit dem Ziel das ohnehin kriselnde Dreiergespann gegeneinander auszuspielen) schon bald in deren Dienste tritt. Welche Ziele verfolgt Roy Greenford? Ist er auf der Suche nach Rache oder giert er einfach nur nach Reichtum?

Die gestellten Fragen erhalten sukzessive ihre Antworten, denn das sorgfältig verfasste Drehbuch präsentiert sich als ein bedeutsamer Begleiter eines Italo-Western, der sehr viel richtig macht und meines Erachtens sein üppiges Potential in der höchsten Spielklasse der Italo-Western entfaltet. Begleitet von einer tollen, von Bruno Nikolai aus der Wiege gehobenen Musikkomposition, die eine Nähe zu den Tondichtungen eines Ennio Morricone registrieren lässt, werden wir unmittelbar nach unserem Filmeintritt mit der Flucht eines Strafgefangenen, der uns fortan als Reflektorfigur dient, konfrontiert. Auf die unmittelbar aufgerufene Frage, warum der Strafgefangene, Roy Greenford, eine Haftstrafe verbüßen musste, liefert uns „Knie nieder und friss Staub“ allerdings keine Antwort. Es wird ergo weder der Grund für die Freiheitsstrafe noch die Aussicht, dass Roy unschuldig inhaftiert wurde (wie es bei den Identifikationsfiguren in ähnlich konstruierten US-Western zumeist der Fall ist), mitgeteilt. Seine Biografie könnte demgemäß ein schwarzes Kapitel enthalten, welches ihn im Vergleich zu seinen verkommenen, niederträchtigen wie habgierigen Gegenspielern generell zu keinem wirklich besseren Menschen macht. Seine Divergenz zu diesen Typen begründet sich im Wesentlichen mit einem gewissen Maß an Menschlichkeit, die Roy davor bewahrt, jene abartigen Taten zu vollziehen, die zum täglich Brot seiner Kontrahenten, deren Bösartigkeit mittels ihrer unermesslichen Gier nach Reichtumsmaximierung fortwährend aufrecht erhalten wird, gehören. Er grenzt sich demnach nicht durch besonders edle Taten (wie sie viele Westerner in den US-Lichtspielen ausführen oder, um es noch deutlicher zu illustrieren, wie sie Old Shatterhand praktiziert) vom inhumanen Gesindel ab, sondern dadurch, dass er gewisse Taten einfach unterlässt, was ihn zwar nicht sonderlich adelt, aber zumindest in einem besseren Licht erscheinen lässt als jene Bagage gegen die er in den Kampf zieht.

Die Jagd nach Gold gehört zum italienischen Western wie die Jagd nach harten Dollars und die damit einhergehende Brutalität und Rücksichtslosigkeit, die ihre Antagonisten offenbaren, um sich den begehrten Reichtum einzuverleiben. Der Goldrausch sowie die amerikanische Umschreibung Goldrush benamsen übrigens nicht die ein und dieselbe Sache. Der Begriff Goldrausch steht für den Rausch, in den die emsigen Goldschürfer nach der Bekanntmachung eines Goldfunds versetzt werden. Die Begrifflichkeit Goldrush allegorisiert hingegen die Bewegung (die Massen pilgern zum Fundort), die besagter Goldfund auslöst. Ergo sorgt die Allianz von Rausch und Bewegung dafür, dass sich viele Menschen an einem Ort versammeln, sodass zwangsläufig eine Stadt entsteht. Eine Stadt, in der das organisierte Verbrechen, deren Oberhaupt sich mit legalen Organisationen arrangiert, kurzerhand (s)eine dominante Schaltzentrale errichtet. An dieser umrissenen Spielart orientiert sich - egal ob grob oder weniger grob - Aldo Florios Westerninszenierung „Knie nieder und friss Staub“. Drei skrupellose Personen haben ein Monopol (an dem auch die ortsansässige Bank beteiligt ist) konstruiert, das die mexikanischen Goldsucher respektive Bergleute ausbeutet und - wenn es aus ihrer Sicht erforderlich ist - mittels ihrer Schergen beseitigen lässt. In diesen von Mord und Gewalt beherrschten Mikrokosmos tritt der schweigsame Fremde ein, um entweder - denn das steht lange Zeit in den Sternen - den letzten Willen seines ehemaligen Mithäftlings (Emiliano) zu erfüllen oder um ausreichend Edelmetall für einen unbeschwerlichen Lebensabend einzuhamstern.

Ungeachtet der offenen Ambition wird dem Zuschauer flink vermittelt, dass mit der Nennung des Namen Emiliano sämtliche Alarmsirenen aktiviert werden und zahlreiche unkoschere Personen in wilde Panik verfallen. Das Rätsel, welches der Film dem Zuschauer aufgibt, erhält auf diese Weise freilich eine zusätzliche Würze, welche die anstehenden Psychospielchen zwischen dem Racket (an dessen Führungsspitze es gewaltig brodelt, was Roy Greenford zu seinem Vorteil nutzt, um Redfield, Newman und Lawrence gegeneinander auszuspielen), dem Antihelden, erwähnter Roy Greenford, und dem femininen Charakter Jessica additional befruchtet. Jene von Charo López verkörperte Jessica, die mich optisch an Pilar Velázquez in ihrer Rolle als Isabella Carrasco in „Seine Kugeln pfeifen das Todeslied“ erinnert, fungiert ad interim als ein Objekt der Begierde, das mit dem Eintreffen des Antihelden einen Silberstreif am verdunkelten Horizont registriert. Jessica verkörpert das ausgelieferte Lustobjekt, die Versklavte in einer Männerdomäne, deren Vertreter (im Speziellen Lawrence) zusätzliche Wollust aus ihrer (Jessicas) Hilflosigkeit ziehen. Ein als Ware etikettierter Mensch, dessen Widerstand graduell und unaufhaltsam zerstört wird. Ähnlich dem qualvollen Tropfenfall der chinesischen Wasserfolter.

Bei der Auflösung des bereits mehrfach erwähnten Rätsels helfen uns diverse Rückblenden wie bestens montierte Parallelmontagen, sodass wir sukzessive mehr verstehen und erfolgreich zu einem Film verführt werden, der uns immer tiefer in sich hineinzieht. Ich kann jedem, der diesen beeindruckenden Western nicht kennen sollte, empfehlen, diesen unhaltbaren Zustand schnellstmöglich aus der Welt zu schaffen, da die Sichtung meines Erachtens ein Pflichtprogramm für jeden IW-Fan darstellt. Schließlich bietet „Knie nieder und friss Staub“ all das, was ich von einem intelligenten und technisch einwandfreien Western erwarte. Womit ich auch gleich eine Eselsbrücke zur Kameraarbeit von Emilio Foriscot konstruiert habe, welche manch großartige Bildkomposition in petto hat. So erinnert ein Duell zwischen Roy Greenford und einigen Galgenvögeln gar an die Fotografie mit der „Spiel mir das Lied vom Tod“ (man denke an den Empfang von Harmonica sowie an das McBain Massaker) fortwährend zu glänzen weiß.

Fazit: „Knie nieder und friss Staub“ transportiert neben bleihaltigen und spannenden sowie tragischen und melodramatischen Momenten eine sehr wohl politisch interpretierbare Message, welche besagt, dass die Ausgebeuteten aus den zurückliegenden Strapazen, Erniedrigungen wie Misshandlungen, kurzum aus den kollektiven Leiden der Repression ihre Lehren zogen. Denn nach dem Ende des Rackets wird die Erneuerung desselben postwendend abgewehrt. Ergo konnten die Anstrengungen des Antihelden, der demgemäß nicht nur den Tod, sondern auch Gutes in den verkommenen Mikrokosmos getragen hat, und der geistige Widerstand eines alten Goldsuchers, die Unterdrückten zur Gegenwehr ermuntern. Summa summarum stellt „Knie nieder und friss Staub“ unter Beweis, dass die große Zeit der italienischen Bleiopern in den 1970ern noch nicht gänzlich vorbei war. So reflektiert Aldo Florios zweite Westernregiearbeit einen minutiös inszenierten wie vorzüglich fotografierten IW, der gemeinsam mit manch großen Namen in der ersten italienischen Westernliga spielt. Intelligent, packend sowie technisch beachtlich.
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Anti-Hero
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Re: KNIE NIEDER UND FRISS STAUB - Aldo Florio

Beitrag von Anti-Hero »

Spitzenfilm, hat auch nach Jahren nicht verloren.

Da wäre mal eine Bluray angebracht
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Sid Vicious
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Re: KNIE NIEDER UND FRISS STAUB - Aldo Florio

Beitrag von Sid Vicious »

Bisher hat jeder, mit dem ich über KNIE NIEDER UND FRISS STAUB gesprochen habe, gesagt, dass er den Film sehr gut findet. Ich habe die DVD (mittlerweile ganz schwierig sie zu ergattern) vor rund 3 Jahren für 26 Euro gekauft, und sie ist wirklich jeden Cent wert. Ganz toller Western!
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ephedrino
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Re: KNIE NIEDER UND FRISS STAUB - Aldo Florio

Beitrag von ephedrino »

Für mich der letzte richtig gute Italo-Rache-Western klassischer Prägung, was Plot, Stimmung, Musik usw. angeht. Danach kamen nur noch einige Komödien sowie Revolutions-, Acid/Hippie- oder Twilight-Western über den Durchschnitt hinaus.

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Anti-Hero
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Re: KNIE NIEDER UND FRISS STAUB - Aldo Florio

Beitrag von Anti-Hero »

Ja, das kann man so sagen.

Und wenn man von dem Weltklasse-Score absieht, eigentlich mit Hausmitteln, die anderen auch im Jahr 1971 noch möglich gewesen wären.
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Il nero
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Re: KNIE NIEDER UND FRISS STAUB - Aldo Florio

Beitrag von Il nero »

Anti-Hero hat geschrieben:
Di., 16.03.2021 10:49
Da wäre mal eine Bluray angebracht
Das war auch mein Gedanke nach der letzen Sichtung vor ein paar Wochen :)
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Richie Pistilli
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Re: KNIE NIEDER UND FRISS STAUB - Aldo Florio

Beitrag von Richie Pistilli »

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Knie nieder und friß Staub (D)
Komm mit, du frierst, Gringo (D)
Knie nieder Gringo und friß Staub (DE)
Anda muchacho, spara! (IT)
Il Sole sotto la terra (IT)
Ma dernière balle sera pour toi! (F)
El sol bajo la tierra (ES)
Ele Aí Está! (POR)
O Pistoleiro do Inferno (BRA)
A Volta do Pistoleiro (BRA)
A Volta de Sartana (BRA)
At the End of the Rainbow
Dead Men Ride


IT / ES 1971

R: Aldo Florio
D: Fabio Testi, Eduardo Fajardo, Massimo Serato, Romano Puppo, Luciano Pigozzi, Charo López, Goffredo Unger, José Calvo, Ben Carra, Daniel Martín, Mario Morales, José Nieto, Fabián Conde u.a.



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Deutsche Erstaufführung: 23. Juni 1972

Synchronkartei

Italo-Cinema

Filmclub Bali

Indizierungsbeschluss

Score: Bruno Nicolai

OFDb



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"Sein Name war Emilio!!"


Roy (Fabio Testi) und Emiliano (Massimo Serato) sind zusammen aus dem Gefängnis entflohen und beschließen, sich eines Goldschatzes zu bemächtigen, der in einem Dorf in der Nähe der mexikanischen Grenze verborgen liegt. Aber Roy schafft den Weg dorthin leider nur allein. An Ort und Stelle erfährt er von einem Goldmienenarbeiter, dass die Arbeiter von drei Individuen skrupellos ausgebeutet werden: Redfield (Eduardo Fajardo), Newsman (Romano Puppo) und Lawrens (Ben Carra). Sie haben den Schatz in Sicherheit - in einem Keller ihres Hauses. Da an der Grenze eine Gruppe von Revolverhelden nur darauf wartet, dass jemand mit dem Schatz über die Grenze will, überlegt sich Roy einen Plan, den er dann minutiös ausführt. Er lernt die drei Gangster kennen, die mit dem Mädchen Jessica (Charo López) zusammenleben. Es beginnt ein Kampf auf Leben und Tod, bei dem Newman und Lawrens auf der Strecke bleiben. Jetzt vertraut ihm Redfield an, dass er das Geld über die Grenze bringen wird. Natürlich ist das eine Falle, in der sich Roy bald wiederfindet. Aber jetzt tritt Jessica auf den Plan, die in Roy einen Freund fand, befreit ihn und bringt ihn zu den Mienenarbeitern, die ihn verstecken. Nun könnte Roy sich mit dem Geld aus dem Staub machen, aber dann überlegt er sich eine andere Lösung... [Quelle: Mike Hunter VHS-Cover]



Aldo Florios zweiter Western, der fünf Jahren nach DIE UNERBITTLICHEN FÜNF entstand, basiert nicht nur auf einem außergewöhnlichen und gut durchdachten Drehbuch, für das sich neben dem Regisseur auch noch Bruno Di Geronimo und Eduardo Manzanos verantwortlich zeichneten, sondern weist auch zahlreiche Parallelen zu Sergio Leones FÜR EINE HANDVOLL DOLLAR auf, denen aber wiederum eine eigenständige Note verliehen wurde. Gedreht wurde der Film in der Gegend von Madrid, genauer gesagt in der Westernstadt Hoyo de Manzanares und in Colmenar Viejo. Inszenatorisch bedient sich der Film einem ganz besonderen Kniff in Form von Rückblenden, die nicht nur schrittweise die Motivation der jeweiligen Charaktere offen legen, sondern auch den Beweggrund für Roys gnadenlosen Rachefeldzug, den er ohne Rücksicht auf Verluste vollzieht. Dementsprechend brutal und rücksichtslos muten zahlreiche Filmmomente an, in denen er seinen Gegnern ordentlich den Marsch bläst. Im Gegenzug erleidet Roy ein genretypisches Martyrium, bei dem es einen alleine schon beim Zusehen schmerzt. Doch Fioris mitreißender Western lebt nicht nur allein von der besagten Gewalt, sondern bietet neben tragischen Momenten auch viel nackte Haut - und zwar in einem Ausmaß, das für einen Italo-Western äußerst ungewöhnlich erscheint. Abgerundet wird das Ganze mit einer politischen Message: Während die Kapitalismuskritik sich erst in ganz langsamen Schritten entwickelt, die wiederum untrennbar mit einem allmählich einhergehenden Wertewandel des halunkenhaften Filmhelden verwoben sind, wirkt die Rassismuskritik auf Anhieb offensichtlicher. Ein weiterer Pluspunkt ist die eindrucksvolle Bildgestaltung des Kameramanns Emilio Foriscot, durch die der niedrigbudgetierte Western optisch sehr edel wirkt.


Kommen wir zur Besetzung dieses hurmorlosen Films, in dem Fabio Testi als Hauptdarsteller eine brillante Darbietung abgibt. Gleiches gilt für den Spanier Eduardo Fajardo, der hervorragenden den Erzbösewicht verkörpert. Während die Rolle seines Handlangers von Romano Puppo gespielt wird, treten Luciano Pigozzi in der Rolle des Barbiers und Massimo Serato als Emiliano leider viel zu kurz in Erscheinung. Ganz anders sieht das bei der charmanten Charó Lopez aus, die in der Rolle der Jessica ein grausames Schicksal erdulden muss, welches sich über weite Strecken des Films hinzieht. Komplettiert wird das Ganze mit einer fantastischen Filmmusik von Bruno Nicolai sowie einer erstklassigen Synchronfassung, die eigens für den deutschen Kinostart produziert wurde. Was bleibt, ist ein todernster Western, der zwar aus der zweiten Reihe stammt, inszenatorisch aber in weitaus höher gelegenen Genregefilden mitspielt.


Ulrich P. Bruckner meint in seinem Standardwerk zum Italowestern, „dieser ziemlich unbekannte Film (zähle) sicherlich zu den besten, spannendsten, ergreifendsten und brutalsten Italo-Western jener Zeit. Aldo Florio (bediene) sich einiger Erfolgsrezepte von Sergio Leone wie Rache, Wiedergutmachung, schafft es jedoch trotzdem, einen eigenständigen Film mit interessanten Charakteren und einer aufregenden Geschichte zu inszenieren.“

Der Film präsentiert sich als harter Western durchaus ernster Prägung, dem auch nicht mit einer witziggemeinten Synchro zuleibe gerückt wurde.
(…) er serviert ordentliche Unterhaltung für Käpt'n Rauhbeine überall
.“ – Christian Keßler: Willkommen in der Hölle

Ein in Mexiko spielender Italo-Western mit Hochspannungs-Action; spekulativer Schurken-Reißer ohne Gnade; todernste Kino-Killerei“ – Hans-Jürgen Weber: Filmecho/Filmwoche

(Quelle)


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Trailer:


ephedrino
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Re: KNIE NIEDER UND FRISS STAUB - Aldo Florio

Beitrag von ephedrino »

Den muss ich mir echt mal wieder anschauen. Ich bezeichne ihn immer als den letzten richtig guten Italowestern im klassischen Stil, so wie ich ihn interpretiere - also weder parodistisch noch revisionistisch.

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Richie Pistilli
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Re: KNIE NIEDER UND FRISS STAUB - Aldo Florio

Beitrag von Richie Pistilli »

Wenn man bedenkt, wie viele Genre-Graupen zu diesem Zeitpunkt schon veröffentlicht wurden, dann wirkt KNIE NIEDER UND FRISS STAUB wie ein regelrechter Heilsbringer. Von seiner Machart würde ich den Film normalerweise im Zeitfenster 1968/1969 einordnen, wenn da nicht die offenherzigen Nackstszenen wären.


Ernesto Gastaldis Erinnerung an seinen Freund Aldo Florio:

"Heute ist der talentierte Regisseur Aldo Florio verstorben. Ein großartiger Mann, 60 Jahre lang mein Freund, der mir bei meiner Ankunft in Rom so tatkräftig zur Seite stand, als wären wir beste Freunde. Ich hatte ihn 1953 in Ferruas, einer Bar in Biella, kurz getroffen. Er bot mir ein "Punt e Mes" an und gab mir, da er wusste, dass ich Filme machen wollte, seine Adresse – in der Annahme, ich würde nie nach Rom kommen. Stattdessen klingelte ich 1955 mit Peppo Sacchi, dem späteren Gründer von Telebiella, bei ihm. Damals waren wir beide junge Männer ohne jegliche Erfahrung oder Talente, nur mit dem Wunsch, Filme zu machen. Er nahm uns bei sich auf, bewirtete uns, besorgte uns ein Zimmer und verschaffte uns in Cinecittà Statistenrollen für den Film „Guerra e pace“. Außerdem half er uns, ins Centro Sperimentale in Rom zu kommen. Seitdem verbindet uns eine 60-jährige Freundschaft. Ich trank einen "Punt e Mes", wie wir es 60 Jahre lang bei jedem Treffen getan hatten. Er war mein letzter großer römischer Freund, nachdem Tonino Valerii vor zwei Monaten verstorben war. Ich trank einen "Punt e Mes", den letzten, in Gedenken an ihn. Jetzt bleibt mir nur noch zu weinen." (Quelle)


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ephedrino
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Re: KNIE NIEDER UND FRISS STAUB - Aldo Florio

Beitrag von ephedrino »

Inzwischen habe ich ihn mir noch einmal angeschaut und er hat bei mir wieder gut gezündet. Der ist einfach gut gemacht.

Im Interview auf der DVD sagt Florio, er glaube, dass Charo López nach seinem Film keine besondere Schauspielkarriere hingelegt habe, was man so nicht stehen lassen kann, finde ich. Immerhin hat sie in über 100 Produktionen mitgewirkt (u.a. unter Camus und Almodóvar) und einen Goya gewonnen, was ich aber auch erst anlässlich ihrer Ehrung beim Almeria Western Film Festival erfahren habe. Außerhalb Spaniens ist sie allerdings weitgehend unbekannt geblieben.

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Richie Pistilli
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Re: KNIE NIEDER UND FRISS STAUB - Aldo Florio

Beitrag von Richie Pistilli »

Danke für die Richtigstellung. Hatte mir das Interview ebenfalls nach der letzten Sichtung angesehen, was zu den gleichen ??? führte.
Vermutlich trügten ihn falsche Erinnerungen.

ephedrino
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Re: KNIE NIEDER UND FRISS STAUB - Aldo Florio

Beitrag von ephedrino »

Bin ich eigentlich der einzige, für den es sich so anhört, als würde Testi bzw. Kindler immer von einem "Emil Jano" sprechen? :-)

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Richie Pistilli
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Re: KNIE NIEDER UND FRISS STAUB - Aldo Florio

Beitrag von Richie Pistilli »

Das müsste ich mir am Wochenende noch einmal anhören. Bewusst aufgefallen ist es mir nicht :)

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