DAS LUDER - Oscar Brazzi

Peitschenhiebe, laute Explosionen, wilde Abenteuer und anderer Filmstoff aus Italien.
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Richie Pistilli
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DAS LUDER - Oscar Brazzi

Beitrag von Richie Pistilli »

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Das Luder (D)
Vita segreta di una diciottenne (IT)
To teleftaio tango stin Romi (GR)
The Eyes


IT 1969

R: Oscar Brazzi
D: Mimma Biscardi, Rossano Brazzi, Renzo Petretto, Dante Cona, Donatella Fossi, Néstor Garay, Marcello Bonini Olas, Giulia Licastro, Gianni Pulone, Julia Tanzi, Sergio Ammirata u.a.



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Deutsche Erstaufführung: 26. Juni 1970

Synchronkartei

Schnittbericht: Deutsche Kinofassung - Rekonstuierte Fassung

Schnittbericht: Italienische Kinofassung - Rekonstuierte Fassung

Score: Gianni Marchetti

OFDb



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"Warum ziehst Du Dich aus? Ist Dir etwa zu heiß?"


Allen Verführungskünsten widersteht die junge Römerin Franca (Mimma Biscardi). Deshalb wird sie von ihren Freundinnen ironisch "die Keusche" genannt. Erst plötzliche Not des Vaters zwingt sie, beim Gelderwerb weniger wählerisch zu sein. Franca wird Aktmodell in einer Kunstschule, hat nunmehr "aufgelockert" ein lesbisches Erlebnis, und beginnt eines Tages spontan als Freudenmädchen zu arbeiten. Im anrüchigen Bordell trifft sie alle Kavaliere wieder, die ihr vorher so ehrbar begegnet sind. Hier verkauft sie sich auch ihrem früheren Dienstherrn, einem Rechtsanwalt (Rossano Brazzi), dem sie sich einst so konsequent versagt hat. Aber jetzt ist sie schon ein ausgekochtes Luder geworden. Sie beherrscht perfekt alle einschlägigen Praktiken, die zwar nicht zur Seligkeit, aber zu Reichtum führen. [Quelle: Erotic Cinema]



Damalige Werbeslogans: "Man nannte sie "die Keusche", dann "das Luder"[...] Bekenntnisse einer Mannstollen! [... ]Liebe, Erotik, Sex und Perversion einer jungen Römerin, die sich von einem anständigen Mädchen zum ausgekochten Luder entwickelt [...] Großer Farbfilm aus Italien." [Quelle: Bonusmaterial der DVD]



Oscar Brazzi war nicht nur ein italienischer Regisseur, der außergewöhnliche Filme erschuf, sondern auch der zwei Jahre jüngere Bruder von Rossano Brazzi, der seit 1942 erfolgreich als Schauspieler in der italienischen Filmwelt tätig war. Bevor Oscar Brazzi 1968 sein Regiedebüt IL DIARIO SEGRETO DI UNA MINORENNE veröffentlichte, das zugleich den Auftakt einer Trilogie darstellte, die im gleichen Jahr mit DAS LUDER fortgesetzt und 1970 mit INTIMITÀ PROIBITA DI UNA GIOVANE SPOSA abgeschlossen wurde, war er bereits seit Anfang der 50er-Jahre in der italienischen Filmindustrie als Sekretär, Inspizient und Produktionsleiter tätig. Fernerhin übte sich Oscar Brazzi als Filmproduzent, wofür er eigenes seine eigene Firma, Chiara Film gründete, über die er entsprechend seine eigenen Filme produzierte, für die er auch noch größtenteils die Drehbücher schrieb. Während sein Bruder Rossano Brazzi, der in fast allen seinen Filmen als Schauspieler mitwirkte, am 24. Dezember 1994 in Rom verstarb, verschied Osacar Brazzi am 24. Februar 1998 ebenfalls in der italienischen Landeshauptstadt.


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"Woher sollte ich denn wissen, dass ich mich verliebt habe?"


Nachdem ich jahrelang erfolglos Brazzis Frühwerk DAS LUDER gesucht habe, veröffentlichte das Label "Erotic Cinema" den Film nun erstmals weltweit als DVD. Dementsprechend gespannt war ich auf die Sichtung des Films, die vorgestern mit der rekonstruierten italienischen Langfassung begonnen und gestern mit der deutschen Kinofassung ihren Abschluss fand. Da Oscar Brazzis Filme bis Mitte der 70er zusammen mit den ähnlich gelagerten Werken von Renato Polselli, Sergio Bergonzelli und Alessandro Santini gewissermaßen einen eigenen filmischen Kosmos darstellen, erhoffte ich mir auch bei DAS LUDER eine entfesselte Kameraführung sowie das gewisse Quäntchen Wahnsinn, was den meisten Filmen der besagten Regisseure anhaftete. Zwar entpuppt sich der Film von seiner inszenatorischen Seite weitaus gemäßigter als erhofft, bietet aber dafür ein nicht minder außergewöhnliches Szenario, mit dem ich in dieser Form nie und nimmer gerechnet hätte. Oscar Brazzi, der nicht nur jahrelang mit Renato Polselli zusammenarbeitete, sondern mit diesem auch eng befreundet war, schuf letztlich eine zeitkolorithaltige Melange aus Melodram und Erotikfilm, die mit teils absurden Dialogen, karikaturhaften Figuren und zahlreichen grotesken Momenten angereichert wurde. Kein Wunder, denn Renato Polselli zeichnete sich bei dem vorliegenden Film nicht nur als Produktionsleiter verantwortlich, sondern verfasste auch noch gemeinsam mit den beiden Brazzi-Brüdern das zugrundeliegende Drehbuch. Ebenfalls in dieser glorreichen Konstellation entstanden die Drehbücher zu den Brazzi-Filmen SALVARE LA FACCIA, TRITTICO - IL SESSO DEL DIAVOLO und INTIMITÀ PROIBITA DI UNA GIOVANE SPOSA. Fernerhin gehe ich schwer davon aus, dass Polselli, wenn auch in einem geringen Maß, bei den Dreharbeiten mitwirkte. Explizit die Eröffnungsszene der italienischen Fassung, die eine zunächst noch unbekannte Frau zeigt, die ihr Trauma, das sie seit ihrer Kindheit nicht mehr loslässt und sie bereits in jungen Jahren zu einer radikalen Männerhasserin werden ließ, im Rahmen einer psychotherapeutischen Sitzung aufzuarbeiten versucht, könnte 1:1 aus einem Polselli-Film der "G.R.P.-Cinematografica-Ära" stammen. Hinzu gesellen sich auch bei den Nacktszenen, die ausschließlich in der deutschen Kinofassung enthalten waren, posellitypische Anleihen, die so wirken, als seien sie allesamt seinen eigenen Filmen entsprungen. Und zu guter Letzt wären auch noch mit Ugo Brunelli sein fest angestammter Kameramann und Marcello Bonini Olas einer seiner treuesten Stammschauspieler bei DAS LUDER mit an Bord.


Im Mittelpunkt steht die von der liebreizenden Mimma Biscardi verkörperte Franca Francesconi im Mittelpunkt der Geschichte. Da sie aus einem Elternhaus stammt, in dem jede müde Lire für ein Leben am Existenzminimum benötigt wird, versucht die junge Römerin händeringend einen Job als Lohnarbeiterin zu finden. Jedoch werden ihr gleich bei der ersten Jobzusage sowohl ihre Schönheit als auch die unverschämte Übergriffigkeit manch ihrer männlichen Kollegen zum Verhängnis. Obwohl sie an der Kündigung ihres ersten Jobs keinerlei Schuld trägt, bekommt sie zuhause von ihrem Vater, der zumindest in deutschen Synchronfassung Dreck am Stecken hat, heftige Vorwürfe gemacht. Tags drauf wird sie von diesem mit zu dessen Chef geschleppt, damit sie bei dem von Rossano Brazzi gespielten Rechtsanwalt seine Schulden abarbeitet, die in der deutschen Synchronfassung infolge einer Verurteilung wegen Unterschlagung entstanden. Die italienische Fassung enthält im Gegenzug eine zusätzliche Dialogszene, aus der hervorgeht, dass die finanziellen Sorgen der Familie aufgrund eines verpatzten Berufsaufstiegs resultierten, auf den der Vater jahrelang hart hingearbeitet hatte. Aber auch das zweite Beschäftigungsangebot findet bereits ein Ende, bevor es erst richtig angefangen hat. Als Franca ihrem Vater abends am Küchentisch klagend mitteilt, dass der saubere Herr Anwalt sie bereits angefasst hatte, noch bevor sie überhaupt den Job bekommen habe, übersät dieser sie, anstatt ihr elterlichen Beistand zu gewähren, mit unverschämten Vorwürfen, die in der deutschen Kinofassung folgendermaßen klingen: "Das macht doch nichts. Er wollte eben nett sein, ein bisschen väterlich. Na und? Überall witterst Du etwas Schmutziges. Du bist total verdorben [...] Du hast nur Unsinn im Kopf. Und wie Du rumläufst. Man könnte glauben, dass Du ein Flittchen bist. Wenn Du nicht endlich vernünftig anfängst zu arbeiten, mein Kind, dann wird nie im Leben etwas aus Dir werden. Du bist doch schon erwachsen, Kind. Du musst doch wissen, was Du willst. Na los. Wenn Du bloß nicht so dumm wärst.". Ihre Mutter, die ebenfalls am Küchentisch sitzt, kommentiert die Unverschämtheiten ihres Mannes lapidar mit den Worten: "Natalino, bitte reg Dich nicht auf. Du weißt, das wird Dein Kreislauf übel nehmen", anstatt ihrer unschuldig gebeutelten Tochter in dieser Situation helfend zur Seite zustehen.

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Obwohl Franca noch Jungfrau ist, die jeglichen unlauteren Angeboten, bei denen sie auf die Schnelle gutes Geld hätte verdienen können, bis dato eine klare Absage erteilt hat, nimmt sie sich die Worte des Vaters dermaßen zu Herzen, dass sie plötzlich ernsthaft darüber nachzudenken beginnt, vielleicht doch ins Horizontalgewerbe einzusteigen. Doch bevor es soweit ist, schlendert sie erst gemütlich durch die Straßen Roms, wo sie nach kurzer Zeit auf auf einen jungen Mann trifft, bei dem sie sich auf Anhieb vorstellen kann, dass dieser der richtige Mann für ein glückliches Leben in Zweisamkeit sein könnte. Nino, so der Name des liebenswerten Zeitgenossen, weiß plötzlich nicht mehr wie ihm geschieht, als sich ihm eine unbekannte Schönheit gegenüber als eine Nobel-Prostituierte vorstellt, die in einem Edel-Etablissement das dicke Geld verdient. Als sie ihm dann auch ein unmoralisches Angebot unterbreitet, für welches sie ihn sogar bezahlen würde, fühlt Nino sich von der adretten Franca verhohnepipelt, was er sie auch leicht angesäuert wissen lässt. Doch Franca ist es mit Absichten ernst, was sie aber aufgrund ihrer Einfältigkeit nicht direkt äußert, sondern eben einen solchen Affentanz aufführt, an dessen Ende die Beiden doch noch gemeinsam in der Kiste landen. Doch als Nino sie am nächsten Morgen nicht daran hindert das Haus zu verlassen, begibt sie sich enttäuscht zum Edel-Bordell einer gewissen Febi Fiorentini, um -obwohl es ihr widerstrebt- fortan gegen Geld die ausgefallensten Wünsche der vermögenden Kunden zu erfüllen. Dabei wird sie ausgepeitscht, geschlagen, gewürgt, ans Bett gefesselt und mit einer Feder in den Wahnsinn gekitzelt oder von einem selbsternannten Professor praxisnah in Sexualkunde unterrichtet. Derweil kommt Nino endlich zur Besinnung, als er plötzlich realisiert, dass er sich unsterblich in Franca verliebt hat. Von da an setzt er alles dran, um Franca aus den Fängen von Madame Febi zu befreien.


Eine herrlich abstruse Geschichte, die Oscar Brazzi 1970 auf die Leinwände der deutschen Lichtspielhäuser brachte. Angereichert mit jeder Menge Naivität und Unbeschwertheit reiht sich DAS LUDER genau in die Reihe von turbulenten Filmen der damaligen Zeitdekade ein, die ich aufgrund ihres Zeitgeistes besonders mag. Während Mimma Biscardi ihre Hauptrolle mit Bravour meistert, wirkt die Darbietung Renzo Petrettos ein wenig unausgegoren, was wiederum in erster Linie mit den komischen Momenten zu tun hat, die seine Figur verursacht. Was Rossano Brazzi betrifft, so spielt er seine Rolle als Schwerenöter mit der gewohnten Souveranität, die er stets in seiner jahrzehtenlangen Schauspielkarriere an den Tag legte. Und Marcello Bonini Olas, der weiter oben schon kurz Thema war, tritt als rabiater Kunde des Edelbordells in Erscheinung, der die arme Franca würgt und mit Fausthieben traktiert. Abgerundet wird Das Ganze mit einer tollen Filmmusik von Gianni Marchetti sowie einer beeindruckenden Bildgestaltung, für die sich kein Geringerer als Polsellis Stammkameramnns Ugo Brunelli mit Unterstützung von Luciano Trasatti verantwortlich zeichneten.


Die deutsche "DVD enthält zwei unterschiedliche Schnittfassungen: Zum einen einen Transfer einer deutschen Kinokopie, zum anderen eine rekonstruierte Fassung, die auf einer gekürzten italienischen Kinokopie basiert. Die fehlenden Szenen wurden dabei aus der deutschen Fassung ergänzt. Ob diese rekonstruierte Version vollständig ist, lässt sich zwar nicht eindeutig beurteilen, umso erfreulicher ist jedoch der Aufwand, der betrieben wurde, um eine möglichst vollständige Fassung des Films zugänglich zu machen." (Quelle).


Angesicht des dürftigen Materiallage wurden zum einen eine deutsche 35mm-Fassung aus dem Privatbesitz eines Filmsammlers sowie eine ramponierte italienische Kinokopie abgetastet, die laufstreifentechnisch sehr verregnet ist. Im Gegensatz zur deutschen Kinofassung, die eine Laufzeit von 79 Minuten aufweist, wurden bei der italienischen Fassung von der Zensur fast alle anzüglichen Szenen entfernt, so dass der Film letztlich mit einer Laufzeit von nur 61 Minuten in den italienischen Kinos startete. Für die deutsche DVD versuchte das Label entsprechend die italienische Langfassung zu rekonstruieren, indem die von der Zensur entfernten Szenen aus der deutschen Kinofassung übernommen wurden. Fernerhin bietet die italienische Fassung einige vertiefende Dialogszenen, die wiederum vom deutschen Filmverleiher herausgekürzt wurden. Diese Szenen befinden sich auf der DVD mit italienischem Ton, der wiederum mit deutschen Untertiteln unterlegt wurde. Obwohl für die Langfassung auch eine komplette italienische Tonspur zur Verfügung steht, wurde bei doeser auf eine entsprechende Untertitelung verzichtet, was ich abgesichts der offensichtlichen Unterschiede der jeweiligen Sprachfassungen sehr schade finde. Was sich aber wiederum lohnt, ist die pralle Bildergalerie im Bonus der DVD: Neben zahlreichen Kinoanzeigen gibt es auch einen mehrseitigen Bericht aus dem Schmierblatt "Neue Revue", der sich mit dem skandalträchtigen Leben einer gewissen Domenica Biscardi auseinandersetzt, die als Tochter eines italienischen Staranwalts zum Star unter den römischen Call-Girls wurde. Ich gehe mal stark davon aus, dass es sich hierbei um eine fiktive Geschichte handelt, die im Rahmen des Kinostarts von DAS LUDER erschien. Die Artikel sind mit vielen Bildern gespickt, die nicht nur aus den Filmen mit Mimma Biscardi stammen, sondern diese auch zeigen - aber halt mit dem Namen Domenica Biscardi . Da ich über die aufgezeigten Enthüllungen weder etwas im Zusammenhang mit Domenica Biscardi, noch mit Domenica Biscardi vorfinden konnte, liegt die Vermutung nahe, dass es sich um eine fiktive Enthüllungsgeschichte aus der Reihe "Die Sex-Spiele der Super-Reichen" handelt. Weiß hierzu vielleicht jemand mehr?


Bilder der italienischen Kinofassung sowie ein paar weitere Infos folgen im Laufe des morgigen Tages.


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Filmplakate:
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Filmausschnitt:
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Score:
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Richie Pistilli
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Re: DAS LUDER - Oscar Brazzi

Beitrag von Richie Pistilli »

Italienische Fassung:


"Leider fehlen in der aktuell verfügbaren Kopie (einer ziemlich schlechten Telecine-Kopie) fast alle anzüglichen Szenen, wodurch die Gesamtlaufzeit nur eine Stunde und eine Minute beträgt, während die der Zensur vorgelegte Fassung etwa 86 Minuten lang war. Die auf Antrag der Zensurkommission vorgenommenen Kürzungen waren folgende:
Die Beschwerdekommission, bestehend aus den Sektionen III und VIII, hat den Film gesichtet und den Vertreter der genannten Produktionsfirma konsultiert und beschlossen mit Mehrheitsbeschluss, folgende Kürzungen vorzuschlagen: a) die Szene, in der die Lesben beim Liebesspiel eng beieinander zu sehen sind; b) die Szene der Auspeitschung; c) die Szene, in der der Freund des Chinesen mit dem Mädchen auf dem Schlafsofa schläft. Sie setzt ihr Urteil aus und behält sich das Recht vor, den Film mit den vorgeschlagenen Kürzungen erneut anzusehen. Die Beschwerdekommission, bestehend aus den Sektionen III und VIII, hat das Protokoll geprüft und festgestellt, dass die vorgeschlagenen Kürzungen vorgenommen wurden. Sie spricht sich daher für die öffentliche Vorführung aus, jedoch mit einem Verbot für Minderjährige unter 18 Jahren
." (Quelle)


Dank der rekonstruierten Fassung, bei der die fehlenden Szenen der italienischen Fassung aus der deutschen Kinofassung eingefügt wurden, dürfte der Film "in etwa" wieder der ursprünglich intendierten Fassung entsprechen, die in dieser Form in Italien noch nie zu sehen war. Dafür sind in der italienischen Fassung wiederum einige Dialogszenen enthalten, die in der deutschen Fassung der Schere zum Opfer fielen. Gleiches gilt für die polsellihafte Eröffnungssequenz, die es ausschließlich in der italienischen Kinofassung zu sehen gibt. Was wiederum die deutsche Synchronfassung betrifft, so wurde diese mit sehr guten Sprechern besetzt. Obwohl mir die Synchronfassung großen Spaß bereitete, hege ich dennoch den Verdacht, dass sich diese gegenüber der italienischen Fassung nicht nur inhaltlich ein klein wenig unterscheidet, sondern sich im Großen und Ganzen auch einer deftigeren Rhetorik bedient. Daher finde ich es sehr schade, dass auf der DVD lediglich die Fehlstellen der deutschen Kinofassung untertitelt wurden, obwohl die rekonstruierte Fassung auch eine komplette italienische Tonspur mit an Bord hat.

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Ausstattung der DVD:


Rekonstruierte Langfassung (87 Minuten)

Ton:

deutsch Dolby Digital 2.0
italienisch Dolby Digital 2.0

Untertitel:

Deutsch (für die fehlenden Szenen der italienischen Fassung)


Deutsche Kinofassung (79 Minuten)

Ton:

deutsch Dolby Digital 2.0

Bonus:

- Bildergalerie (Sehenswert! Ich empfehle diese bis zum Ende anzusehen)
- Schnittreste der italienischen Fassung



Die Bildergalerie enthält neben den deutschen und ialienischen Aushangfotos/Filmplakaten zahlreiche Zeitungsannoncen zu den deutschen Kinovorführungen. Eine dieser Vorführungen scheint hierzulande explizit für italienische Gastarbeiter stattgefunden zu haben, denn laut der abgebildeten Zeitungsannonce wurde der Film hierzulande in einer italienischen Sprachfassung gezeigt, die sowohl mit deutschen als auch französischen Untertiteln versehen war. Fernerhin habe ich anhand der französischen Annoncen erstmals gelesen, dass solche Filme in Frankreich erst ab 20 Jahren freigegeben waren. Abgerundet wird die Bildergalerie mit dem mehrseitigen Bericht aus dem Schmierblatt "Neue Revue", über den ich bereits weiter oben etwas geschrieben habe. Was die farbkorrigierte deutsche Kinofassung betrifft, so gehe ich stark davon aus, dass die 35mm-Fassung farblich bereits sehr lilastichig war (siehe hierzu das in der Spoilerklappe des Eröffnungsposts veröffentlichte Logo der "Gloria Film").


Bilder der italienischen Kinofassung:


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