KARIN FIELD

Leinwandsternchen und verkannte Stars im Blickpunkt
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Prisma
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Re: KARIN FIELD

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● KARIN FIELD als BIGGI in
DAS MÄDCHEN MIT DEM MINI (A|1964)



Die Überlegung, DEN ultimativen Karin Field-Film benennen zu müssen, beantwortet sich beim spektakulären Gang durch "Das Mädchen mit dem Mini" in selbstverständlicher Manier von selbst, der thematisch, visuell und inszenatorisch komplett um die Schauspielerin herumkonstruiert ist. In dem englischen Magazin "Beautiful Britons" gab Field im Jahr 1966 als attraktives Cover-Girl zu Protokoll, dass ihr lustigerweise nachgesagt werde, zu sexy für deutsche Filme zu sein. Ob hierbei vornehmlich Zensur, Produktion oder Publikum gemeint waren, lässt sich nur erahnen, auch wenn man seinen persönlichen Tipp schnell abgeben kann. Hieraus ergibt sich jedoch eine recht spannende Fragestellung: Lässt sich von ihr aus eine Haupt-Intention dafür ableiten, primär den erotischen Markt bedienen zu wollen oder hatte sie eben dieser Markt ganz natürlich im Visier? Karin Fields Filmografie pendelt in dieser Hinsicht zwischen eindeutigen Expertisen in Sachen Zeigefreudigkeit und beliebigen Einsätzen in Random-Parts hin und her, wobei sich im Gros doch ein eindeutiges Profil beobachten lässt. Beim Thema eines prickelndes Angebots leistet sie in Paul Milans "Das Mädchen mit dem Mini" jedoch eine Art unkonventionelle Pionierarbeit, denn der Verlauf bietet für das frühe und immer noch prüde Produktionsjahr ungewöhnlich explizite Seheindrücke. Eingebettet in ein originelles Thema, mit einer noch mehr für Aufsehen erregend wirkenden Zurschaustellung, funktioniert das Angebot wie von selbst, was sich dem Vernehmen nach jedoch nicht über den Gesamterfolg der Produktion sagen lässt, denn der Film floppte. »Für die Produzenten schien der Erfolg, angesichts der überreichen Tatsachen Karin Fields, gesichert. Auch das Drehbuch entstand rasch über Nacht. […] So schlichen sich denn die Premierengäste bei Nacht und Nebel durch die Hintertüren des Kinos in den Saal. Um mit heißem Kopf und rotem Gesicht diskrete Blicke auf das Geschehen dort droben auf der Leinwand zu wagen. […] Schließlich verließen auch Karin Field und die Produzenten Österreich bei Nacht und Nebel. Man hatte mit dem Sexfilm-Vorfahren pleite gemacht.« Inwieweit derartige Aussagen den Tatsachen entsprechen, lässt sich bei derartig gut angepasst wirkender Entrüstungskritik heute nur noch schwer beurteilen. Interessant zu lesen ist es jedoch allemal.

Karin Field betritt das alleine wegen der Titelankündigung mit Erotik aufgeladene Szenario selbstbewusst, beinahe mit Selbstverständnis und Nonchalance, obwohl sie angesichts dieser barbusigen Anforderung dem Vernehmen zunächst skeptisch gewesen sein soll. Ihr Weg durch die mit Leben erfüllten Einkaufsstraßen Wiens wird mit offensiven Blicken von Passanten belohnt, obwohl sie noch ein Ensemble trägt, das von nicht wenigen vielleicht auch als zu aufreizend klassifiziert worden wäre. Field vereinnahmt das bunte Geschehen wie auf einem Laufsteg - der Applaus ist dabei garantiert. Als sie das angekündigte Kleidungsstück unkonventioneller oder vielmehr provokanter Art in einem Schaufenster entdeckt, scheint sie einem natürlichen Impuls nachzugeben, der bei Damen und Mode vielleicht am besten mit einer chemischen Reaktion verglichen werden könnte. Der Monokini steht ihr gut, immerhin hat sie die entsprechenden oder angeblichen Maße (102 - 58 - 97) anzubieten. Dem interessierten Publikum erschließt sich ein – auf die Entstehungszeit bezogenen – unbeschwert zugeschnittener wirkender Weg durch ein eigentlich prekäres Projekt, doch es kommt nie Schwere auf, auch dank der Hauptattraktion Field. Ihre zentralen Hauptrollen in Filmen sind schnell aufgezählt, diese bleibt ohne jeden Zweifel eine ihrer spektakulärsten. Um sich voll und ganz mit der Person der Biggi zu synchronisieren, sind für den Zuschauer keine aufgesetzten oder sperrigen Züge zu erkennen, lediglich eine leichte und ungezwungene Attitüde, die den Verlauf zu einem besonderen Happening avancieren lässt. Dabei ist die Person der Biggi doch mit einer eigenartigen Ambivalenz ausgestattet. Hin und wieder glaubt man naive Züge zu erkennen, da ihr offenbar die Fantasie oder Weitsicht fehlt, aufgrund ihrer Textilfreiheit zum Wiener Politikum werden zu können. Andererseits könnte man es auch mit Abhängigkeiten zu tun haben, da sie ganz im Klischee an einen älteren und vor allem solventen Liebhaber gebunden ist. Es ist sogar in Erwägung zu ziehen, dass man eine Exhibitionistin vor sich hat, da ein natürlicher Entkleidungsdrang in der Öffentlichkeit zu beobachten ist. Dennoch handelt es sich um keine in Stein gemeißelten Eindrücke, da die Geschichte heiter bleiben möchte und dementsprechend keine derartigen Fragen aufwirft.

Biggi ist selbstbewusst und möchte vor allem autonom bleiben, was im Klartext heißt, dass sie sich nicht aushalten lassen will. Hierauf verweist sogar der Off-Kommentar ihres Freundes, der sich fragt, warum sie trotz der gut geordneten Verhältnisse überhaupt noch zur Arbeit geht. Betrachtet man das Titel-Kleidungsstück, weist dieses genau die Grenzen ihrer nudistischen Ader auf, sodass Biggi nie einen billigen oder leichtfertigen Eindruck hinterlässt. Geht man einen Schritt weiter, wird sogar Fields Kariere charakterisiert, da sie nie die Hälfte von dem zurückbekam, was sie bereit war zu geben. Karin Field interpretiert dem Empfinden nach mit Wonne und Spaß an der nicht alltäglichen Sache, die ja im Grunde genommen als heikel identifiziert werden könnte, zumindest retrospektiv. Aber genau so kam es zu eindeutigen Festlegungen bestimmter Interpretinnen, die sich fortan mit den immer gleichen eindeutigen Angeboten begnügen mussten, oder eben gar keinen. Dass in der Geschichte keine Dialoge zwischen den Schauspielern zu hören sind, macht die Aufgabe vielleicht um einiges schwieriger, da das Publikum auf eine greifbare und leicht verständliche Körpersprache neben den laufenden Off-Kommentaren angewiesen ist, und eine Aura, die genau die anvisierte Leichtigkeit des Nichtvorhandenseins der Textilie demonstrieren soll. Der Karriereweg unter dem Markennamen Karin Field, der interessanterweise im österreichischen Film begann, war geprägt von Rollen, die nicht nur zeigen sollten, was sie drauf hat, sondern gerne auch drunter. Wo sich die Regie in "Der Fluch der grünen Augen" noch in zahlreichen erotischen Andeutungen verlieren sollte, war es schließlich Regisseur Paul Milan, der die Hamburgerin enthüllen konnte. Karin Fields Filme waren fortan geprägt von erotischem Unterton oder gleich einem aufs Ganze gehen, was durch einen kurzen Intervall seriöser wirkender Rollen unterbrochen wurde. In der zweiten Hälfte ihrer Karriere sollte sich dieses Muster nahezu ähnlich wiederholen sollte, bis sie komplett von der Bildfläche verschwand. Was hier jedoch bleibt, ist zumindest eine leichtfüßige Darbietung unter erschwerten Bedingungen, welche sich gesellschaftlich herleiten lassen und sich meist zu den Ungunsten der Künstler regulieren. Für den Fan gibt es hier jedoch mehr als nur etwas für das durchaus erfreute Auge.

samgardner
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Re: KARIN FIELD

Beitrag von samgardner »

Auch bei Karin Field gibt es einen Neuzugang in der Filmographie (füllt ein bisschen die Lücke zwischen 1969 und 1971):

https://www.ofdb.de/film/23233,Prostitution-heute/

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Re: KARIN FIELD

Beitrag von Prisma »

samgardner hat geschrieben:
Mo., 17.11.2025 00:45
Auch bei Karin Field gibt es einen Neuzugang in der Filmographie (füllt ein bisschen die Lücke zwischen 1969 und 1971)

Cool, danke für den Hinweis! Das hätte ich ja nicht gedacht, in ihrer Filmografie einen neuen Credit angezeigt zu bekommen. Aber schön wäre es wirklich! Zuerst war ich da natürlich ein bisschen skeptisch, wie bei der Meldung, dass sie in "Wünsche" mitspielt, da ich mir immer nicht vorstellen kann, dass Schauspielerinnen in Filmen über Jahrzehnte unentdeckt bleiben können. Aber die Meldung bestätigt sich auch, ohne den Film zu überprüfen, denn ich dachte da gleich an Richie Pistillis umfangreiche Bildergalerien, in denen sich in der Regel immer etwas finden lässt. Und siehe da, ich denke, dass die beiden Screenshots eindeutig beweisen, dass es sich um Karin Field handelt. Ich habe mir die passenden Screenshots einmal aus dem "Prostitution heute"- Thread ausgeliehen. Vielen Dank an dieser Stelle!

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Re: KARIN FIELD

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● KARIN FIELD als KÄTHE ESSER in
PROSTITUTION HEUTE (D|1970)



Der reißerische und mit Sex sowie Erotik aufgeladene Film und Karin Field wirken wie zwei untrennbare Komponenten, doch es kann betont werden, dass diese Zusammenkunft wie eine perfekte chemische Reaktion wirkt, wobei die Perfektion als relativ anzusehen ist. Fields Zeigefreudigkeit und ihre auffällige Attitüde wirken in Geschichten wie Ernst Hofbauers "Prostitution heute" wie eine Art Quintessenz, die nur unter bestimmten Bedingungen auf den Punkt gebracht werden konnte. Attraktivität und gutes Aussehen brachten die meisten Kolleginnen ohnehin mit, die Bereitschaft, einige Schritte weiterzugehen möglicherweise nicht. Am Ende wirkt dieser Karriereweg natürlich auch wie eine Art Tunnel, da Buchungen und Einsätze außerhalb dieses isolierten Genres weniger salonfähig erschienen, entsprechende Interpretinnen wie Karin Field somit kaum in den Radius anderer Produktionen gerückt wurden, auch wenn es natürlich immer wieder zu Ausnahmen kommen sollte. Im Film selbst sind übrigens zahlreiche Starlets des deutschen Erotikfilms zu sehen, die sich beinahe ausschließlich dort auszutoben hatten. Karin Field betritt das Szenario liegend in der Sequenz Duisburg - wie sollte es auch anders sein? So denkt man angesichts des filmischen Angebots zumindest an die Horizontale. Allerdings findet man ihre Käthe Esser, 23 Jahre jung, zusammengeschlagen, blutüberströmt und abgeladen zwischen einem Haufen Abfall und Schrott. Sie wurde offenbar totgeprügelt. Der Weg führt die Polizei und den Zuschauer zu ihrem schmierigen Zuhälter, der bei dem anstehenden Verhör behauptet, dass Käthe seine Verlobte sei. Doch jedes seiner Pferdchen dürfte seine angebliche Verlobte sein. Da sie ihn wegen schwerer Körperverletzung und Zuhälterei auf dem Revier angezeigt hatte, gerät er in Zugzwang. Anschließend wird die Anzeige zurückgezogen und die Prostituierte machte von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht gebrauch, nur um noch eine schlimmere Tracht Prügel zu kassieren. Alles was folgt ist daher kaum mit anzusehen, denn die Aggression wirkt in zugegebenermaßen authentischer Simulation brutal und kaum zu ertragen. Empfindet man Klaus Kinskis Handhabe mit Karin Field in "Zwei durch dick und dünn" schon ziemlich deftig, bekommt man hier noch deutlich mehr geboten, denn die exzessive Gewalt wirkt ausufernd. Um ihrem Peiniger zu entkommen, bietet Käthe sich im kurzerhand an, doch die Gewaltorgie geht weiter. Auch wenn diese Szenen von ihrer Dauer her sehr übersichtlich ausgefallen sind, bleibt Karin Fields Auftritt - der in manchen Einstellungen an ihre Rosanna in "Schwarzer Markt der Liebe" erinnert - in deutlicher, durch die Veranschaulichung sogar unangenehmer Erinnerung.

Ein weiterer Field-Credit, der dieses Mal kaum die Zweiminutenmarke übersteigt, ist trotzdem ein großer Grund zur Freude, da sich das Potenzial erschließt, vielleicht noch weitere Rollen mit ihr ausfindig machen zu können. Ganz in Manier eines Report-Films, werden die Schauspieler der Geschichte namentlich nicht im Vorspann erwähnt, sodass es eben gut möglich ist, sie trotz dieser visuellen Keule zu übersehen. Die kurze Beschäftigung mit Käthe Esser zeigt Spuren der Gewalt, die distanzlose Kamera lässt sich hier nicht lumpen, dies auch minutiös einzufangen. Im klassischen Sinn stellt eine derartige Performance wahrscheinlich keine große Herausforderung dar, immerhin müssen die Stilmittel des Handwerks nicht gerade ausgeschöpft werden. Die Anerkennung gebührt dennoch Karin Field, die sich im Gros des Verlaufs den zweifelhaften Luxus erlaubt, einige der deftigsten Szenen zu interpretieren und somit einen Charakter zu spielen, der am längsten nachhallt. Ihre Nacktheit rückt bei so viel Gewalt in den Hintergrund, genau wie die Mechanik ihrer Profession. Schon bald werden Erklärungsversuche laut, aus welchen Gründen sich Frauen in derartigen Situationen und Alltagshöllen wiederfinden. »Warum haben Prostituierte Zuhälter? Das hat zwei Gründe: Sie fühlen sich von der Gesellschaft ausgeschlossen. Wenn sie einmal begriffen haben, wie bindungslos sie geworden sind, dann schaffen sie sich eine Art Ersatzwelt. Als Gütemarke gilt ihnen hierbei der vom teuersten Schneider modisch aufgedonnerte Schmarotzer im Straßenkreuzer. Der zweite Grund ist der Masochismus vieler Dirnen. Sie wollen gequält werden. Sie bleiben also bei ihrem Zuhälter, obwohl er sie ausbeutet und schlägt. Dies kommt dem unbewussten Bedürfnis der Prostituierten nach Strafe entgegen. Deshalb gehen die Dirnen mit ihrem Zuhälter durch dick und dünn.« Wäre der Film an einer wirklichen Diskussionsgrundlage interessiert, wäre dies ein interessanter Ansatzpunkt zum Diskurs. Bleibt man bei dieser Rolle, bei der es sich definitiv um den kürzesten Auftritt in Karin Fields Karriere handeln dürfte, bleibt unterm Strich der Eindruck einer breit angelegten Bereitschaft, alles Geforderte auf Zelluloid zu bringen, und koste es auch die Reputation. In sexuellen Belangen hatte die Schauspielerin bereits wesentlich mehr geboten, als der Blick auf ihren Körper, der wegen heruntergerissener Kleider zustande kommt, sodass ein Credit in ihrer Filmografie bleibt, der bezeichnend und gleichzeitig vervollständigend wirkt.

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Richie Pistilli
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Re: KARIN FIELD

Beitrag von Richie Pistilli »

Prisma hat geschrieben:
Mo., 17.11.2025 01:47
Und siehe da, ich denke, dass die beiden Screenshots eindeutig beweisen, dass es sich um Karin Field handelt. Ich habe mir die passenden Screenshots einmal aus dem "Prostitution heute"- Thread ausgeliehen. Vielen Dank an dieser Stelle!

Ja Himmeldonnerwetter noch einmal! Mir fehlen gerade die Worte. :shock:

Ohne den Hinweis von samgardner hätte ich wohl nie bemerkt, dass es sich bei der Dame auf meinen Screenshots um Karin Field handelt.
Muss mir den Film mit dem Wissen demnächst mal wieder zu Gemüte führen.

So etwas nenne ich eine gelungene Überraschung :)

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Prisma
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Re: KARIN FIELD

Beitrag von Prisma »

Richie Pistilli hat geschrieben:
Mo., 17.11.2025 22:12
So etwas nenne ich eine gelungene Überraschung :)

Das kann man wohl sagen. Dass für Karin Fields Filmografie irgendwann noch ein zusätzlicher Credit auftaucht, hätte ich nicht für möglich gehalten. Die Tendenz war in den letzten Jahren ja auch leider eine andere, da viele Filme gestrichen werden mussten, weil sie nur irrtümlich angegeben waren. Als ich Deine Screenshots gestern gesehen habe, dachte ich mir, wie kann ich sie denn nur übersehen haben, da man ja ein paar schöne Großaufnahmen sieht und sie unverkennbar ist. Als ich mir den Film dann gestern angesehen hatte, stellte sich aber heraus, dass es sich um eine Erstansicht handelt. Ich bin immer nur davon ausgegangen, den wirklich hochinteressant besetzten "Prostitution heute" schon gesehen zu haben, Aber da sehe ich, dass ich bei den ganzen verschiedenen Titeln zu den Reportfilmen wieder mal nicht durchblicke. Ist aber egal, denn so eine schöne Premiere wird natürlich sehr gerne genommen, auch wenn die Rolle nicht sehr umfangreich ist.

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Re: KARIN FIELD

Beitrag von Prisma »



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Karin Stoltenfeldts Auftritt in Alfred Vohrers Jugend-Drama "Schmutziger Engel" erfordert bei der Suche nach der Schauspielerin einiges an Aufmerksamkeit, da es sich mehr um eine Statistenrolle handelt, die dennoch über den gesamten Film wieder auftaucht. Ihr Part ist nicht mit einem Rollennamen versehen, außerdem hat sie keine Sprechrolle. Stoltenfeldt ist lediglich beim Durcheinanderreden der Mädchen beteiligt, oder sie darf mit anderen im Chor lachen und jubeln, wenn die Stars des Films etwas zu sagen haben. Die Kamera interessiert sich nicht explizit für die in der Peripherie platzierte Interpretin und es ist manchmal schwer, sie zu entdecken beziehungsweise auseinanderzuhalten, da noch eine blonde Schülerin mit von der Partie ist, die ihr aufgrund der schlechten Bildqualität der vorliegenden Kopie ähnlich sieht. Interessant hierbei ist Stoltenfeldts eigene Berichterstattung zum Film, der ihr die bis dato höchste Gage von 1000 D-Mark eingebracht haben soll, zudem die meisten Drehtage. Wenn man weiß, dass Karin Stoltenfeldt in der Komparserie ausfindig zu machen ist, sieht man sie auch immer wieder durchs Bild huschen, falls man sie jedoch nicht im Szenario vermutet, fällt sie keineswegs auf. Die weiblichen Jung-Stars der Produktion heißen eben Corny Collins und Sabine Sinjen, füllen ihre Rollen dementsprechend dicht und überzeugend aus. Karin Stoltenfeldts Engagement berichtet hier vielleicht ein wenig von Hoffnung: Eines Tages das gleiche Glück zu haben, im Vordergrund des Bildes zu sein und das Interesse der Kamera unmissverständlich auf sich zu ziehen. Das Potenzial und gute Aussehen wäre immerhin vorhanden gewesen. Es bleibt nur zu hoffen, dass der Film eines Tages in einer gut aufgearbeiteten Präsentation erhältlich sein wird.

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Dschallogucker
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Re: KARIN FIELD

Beitrag von Dschallogucker »

da war sie ja noch gar keine "Interpretin" sondern hat nur irgendwo rumgestanden oder rumgesessen. :mrgreen:
Aber interessant ist das schon.
Ich wünsche mir jedenfalls im ARD Nachtprogramm eine Sendung, wo du Karin Field gefunden hast und mit ihr ein Interview führst ;)

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Prisma
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Re: KARIN FIELD

Beitrag von Prisma »

Dschallogucker hat geschrieben:
Do., 27.11.2025 23:34
Ich wünsche mir jedenfalls im ARD Nachtprogramm eine Sendung, wo du Karin Field gefunden hast und mit ihr ein Interview führst

Ein schöner Gedanke. Allerdings fürchte ich, dass es kaum jemanden interessieren würde.
Wobei das ja dann schon wieder genau ins laufende Programm passen würde. :mrgreen:

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Prisma
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Re: KARIN FIELD

Beitrag von Prisma »



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Es stellt dieses Mal keine schwierige Herausforderung dar, Karin Stoltenfeldt direkt in dem Medizin-Drama "Nachtschwester Ingeborg" ausfindig zu machen, da sie hier nicht aus der dritten Reihe zu spielen hat. Zwar ist ihre Rolle wieder einmal sehr klein ausgefallen und erst im letzten Drittel des Films zu sehen, aber als Schwester Melanie hat sie doch ein paar exponiertere Szenen als in vergleichbaren Filmen dieser Zeit und bleibt nicht namenlos. Stoltenfeldt hat gleich mehrere Sätze zu sprechen und es entwickelt sich sogar ein längerer Dialog mit ihrer Partnerin Edith Nordberg alias Immy Schell, bevor das kurze Vergnügen auch schon wieder beendet ist. In dieser Produktion ist es daher sehr gut möglich, auf ihre etwas gedrückt wirkende Originalstimme achten zu können und sie hinterlässt trotz der Übersichtlichkeit der Rolle einen sehr angenehmen Eindruck. Zwar sind nur zwei kleinere Intervalle mit ihr zu sehen, aber es ist im Gegensatz zu beispielsweise "Die zornigen jungen Männer" oder "Schmutziger Engel" eine deutlichere Funktion zu erkennen. Von einem Wiedererkennungswert lässt sich allerdings nicht sprechen. Wenn man bedenkt, dass die Schauspielerin sich mit diesen kleinen Filmeinsätzen eher über Wasser gehalten haben wird und auf den großen Durchbruch gewartet haben dürfte, ist es rückblickend sehr schade, dass man ihr in Filmen dieser Zeit keine größeren Chancen eingeräumt hat. Als Beobachter kommt es einen schließlich so vor, als ob ihr Angebot oder Repertoire zu wenig und gleichzeitig zu viel gewesen ist. Karin Stoltenfeldt passt schlussendlich gut in dieses Klinik-Ambiente, denn sie verbreitet eine aufmunternde bis heitere Note, was bei den Patienten und Kolleginnen gut anzukommen scheint. Auch dient sie als Informationsquelle für die Titelrolle, die sie aufgrund der durch Melanie erhaltenen Informationen plötzlich im Raum stehen lässt und ihren kurzen Auftritt somit abrupt besiegelt.

samgardner
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Re: KARIN FIELD

Beitrag von samgardner »

Prisma hat geschrieben:
Do., 27.11.2025 20:04


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Karin Stoltenfeldts Auftritt in Alfred Vohrers Jugend-Drama "Schmutziger Engel" erfordert bei der Suche nach der Schauspielerin einiges an Aufmerksamkeit, da es sich mehr um eine Statistenrolle handelt, die dennoch über den gesamten Film wieder auftaucht. Ihr Part ist nicht mit einem Rollennamen versehen, außerdem hat sie keine Sprechrolle. Stoltenfeldt ist lediglich beim Durcheinanderreden der Mädchen beteiligt, oder sie darf mit anderen im Chor lachen und jubeln, wenn die Stars des Films etwas zu sagen haben. Die Kamera interessiert sich nicht explizit für die in der Peripherie platzierte Interpretin und es ist manchmal schwer, sie zu entdecken beziehungsweise auseinanderzuhalten, da noch eine blonde Schülerin mit von der Partie ist, die ihr aufgrund der schlechten Bildqualität der vorliegenden Kopie ähnlich sieht. Interessant hierbei ist Stoltenfeldts eigene Berichterstattung zum Film, der ihr die bis dato höchste Gage von 1000 D-Mark eingebracht haben soll, zudem die meisten Drehtage. Wenn man weiß, dass Karin Stoltenfeldt in der Komparserie ausfindig zu machen ist, sieht man sie auch immer wieder durchs Bild huschen, falls man sie jedoch nicht im Szenario vermutet, fällt sie keineswegs auf. Die weiblichen Jung-Stars der Produktion heißen eben Corny Collins und Sabine Sinjen, füllen ihre Rollen dementsprechend dicht und überzeugend aus. Karin Stoltenfeldts Engagement berichtet hier vielleicht ein wenig von Hoffnung: Eines Tages das gleiche Glück zu haben, im Vordergrund des Bildes zu sein und das Interesse der Kamera unmissverständlich auf sich zu ziehen. Das Potenzial und gute Aussehen wäre immerhin vorhanden gewesen. Es bleibt nur zu hoffen, dass der Film eines Tages in einer gut aufgearbeiteten Präsentation erhältlich sein wird.

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Auch hier ein verspätetes Dankeschön für den ausführlichen Bericht. Auch wenn ihre frühen Auftritte oft klein waren, ist's doch bemerkenswert, dass sie sonst doch (fast?) immer Text hatte.

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Prisma
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Re: KARIN FIELD

Beitrag von Prisma »



Karin Field Augen (1).JPG
Karin Field Augen (2).JPG
Karin Field Augen (3).JPG


● KARIN FIELD als KARIN SCHUMANN in
DER FLUCH DER GRÜNEN AUGEN (D|JUG|1963)



Die Filmografie von Karin Field stellt nach wie vor eine spannende Angelegenheit dar, birgt sie doch die hohe Wahrscheinlichkeit, dass noch irgendwelche vergessene Credits auftauchen könnten. Zum Produktionszeitpunkt 1963 firmierte die Schauspielerin erstmals unter dem Namen Karin Field und wurde in Ákos von Ráthonyis "Der Fluch der grünen Augen" gleich für die weibliche Hauptrolle engagiert. Diese Tatsache ist insofern interessant, als sie zuvor und innerhalb mehrerer Jahre nur in Kleinst- und Nebenrollen zu sehen war, sich es somit im Endeffekt nicht um ihren ersten Film handelt, was lange Zeit angenommen wurde. Der Namenswechsel, der ihre Wurzeln deutlich beibehält, markiert somit einen Neuanfang und eine modifizierte Neuausrichtung in Filmgeschäft, die eigentlich keine war. Bereits bekannt für ihre Zeigefreudigkeit, jedoch gefesselt an limitierte Entfaltungsmöglichkeiten, ist sie hier in klassischer Funktion, jedoch nicht in komplett handelsüblicher Vermarktung zu sehen, was sich vor allem auf dramaturgische Voraussetzungen bezieht. Im Grunde genommen stellt diese Verpflichtung keinen großen Wurf dar, falls man sie einmal nüchtern betrachten will, aber im Vergleich zu vorher gegangenen Rollen eine deutliche Steigerung und sozusagen ein Sprungbrett in den engeren Bekanntenkreis der Branche. Versehen mit dem Aushängeschild des zu beschützenden und unschuldigen Opfers, aber mit einer vergleichsweise wesentlich selbstbewussteren Attitüde versehen, bekommt das Publikum eine hybride Rolle angeboten, die zunächst nur mit Mühe zugeordnet werden kann, weil sie nicht gleich über jeden Verdacht erhaben zu sein scheint. Die Geschichte lässt ihr daher zahlreiche Wege offen: Sie könnte Opfer des Vampirs werden, Komplizin sein, aber auch in ganz klassischer Funktion die Frau, für die sich die männliche Hauptperson zu interessieren hat, was einem bei den Field'schen Visitenkarten wahrscheinlich vorkommt, wenngleich sie im weiteren Verlauf ihrer Karriere kaum für als Projektionsfläche für Beschützerinstinkte zur Verfügung stand. So müsste sie hier trotz einer eigenständigen Note von aufkommenden Gefahren bewahrt werden und ihren Partner Adrian Hoven anhimmeln, was sich jedoch eine Stunde lang kaum abbildet wird.

In ihrer ersten Szene taucht Karin Fielt in einer Vollmondnacht aus dem Nichts auf. Das bedrohliche Setting lässt sie dabei geheimnisvoll wirken, ein selbstbewusster Entwurf der Rolle fällt sofort auf. Die Witterung sorgt jedoch dafür, dass sie durch ihr zugeknöpftes, beinahe provinziell wirkendes Ensemble fast konservativ wirkt, doch wer Karin Field kennt oder kennenlernen will, weiß, dass es sich dabei um einen Trugschluss handeln dürfte und eine für das Herstellungsjahr 1963 recht laszive Wandlung folgen darf. Trotz Neustarts unter modifiziertem Handelsnamen macht sie schließlich genau dort weiter, wie sie bislang meistens wahrgenommen werden konnte. Ihre Bereitschaft, mehr anzubieten, zahlte sich somit im Kleinen aus, verhinderte jedoch ganz naturgemäß einen Karriereverlauf, der sozusagen höhere oder seriösere Sphären der Beschäftigung garantierte. Unter dem Namen Karin Field sind insgesamt nur sehr wenige Filme aufzuspüren, in denen sie wie mit ihrer etwas gedrückt wirkenden Originalstimme zu hören ist und hier sogar den Verdacht einer Fremd-Synchronisation aufkommen ließ. In diesem Zusammenhang gab sie einst selbst zu Protokoll, dass ihre Schauspiellehrerin, Eva Fiebig - lange Jahre Leiterin des von ihr gegründeten „Schauspielseminars Eva Fiebig“ in den Hamburger Kammerspielen - ihr einst angeraten haben soll, sich an der Schilddrüse operieren zu lassen, da diese mutmaßlich dafür verantwortlich sei, dass ein Schleier über der Stimme liege. Zur ganzen Wahrheit gehört allerdings auch, dass Field in folgenden internationalen Produktionen ohnehin synchronisiert wurde und sie sich nicht selbst ins Studio bemühte, oder dies einfach nicht zur Debatte stand. Fields Karin Schumann wirkt zunächst eigenartig spröde, was sich vor allem auf Wolfgang Preiss, ihren rätselhaften Chef, überträgt. Doch dieser Eindruck etabliert sich zunächst nur hier, sodass sie wenig später bereits aufreizend im Negligé zu bewundern ist. Die Kamera verhält sich dabei diskret und spielt mit der Fantasie des Zuschauers, doch unterm Strich handelt es sich um ein visuelles Angebot, dass sich nicht in jedem Film dieser Zeit aufspüren lässt. Ihr Ensemble verrät als Hauch von Nichts genug, um im Bilde zu sein. Karin Field war schließlich bereit, ein erweitertes Angebot zu präsentieren, was ihre Karriere in eindeutig-zweideutige Bahnen lenken sollte.

Karin Schumann ist die Assistentin des Professors auf Zeit, und auch wenn sie sich an das schauerliche Ambiente gewöhnt zu haben scheint, ist der Drang zu erkennen, das unbehagliche Schloss so schnell als möglich verlassen zu wollen. Doch so einfach kann es nicht sein, denn immerhin treibt ein Serientäter sein Unwesen, der es auf junge, schöne Damen abgesehen hat. Karin Schumann wirkt trotz der Mordserie eigenartig unerschrocken, lange Zeit fast teilnahmslos, wofür vielleicht der eiskalte und einschüchternde Kontakt mit ihrem Chef verantwortlich ist. So ist zwar nicht unbedingt Angst wahrzunehmen, sondern deutliche Skepsis. Die persönliche Assistentin übernimmt die Teilfunktion, den mysteriösen Geschehnissen auf den Grund zu gehen, doch ihr Partner in spe schläft schließlich auch nicht. Dass sich zwischen ihm und der attraktiven Blondine etwas anzubahnen hat, stellt ganz einfach das Gesetz des damaligen Films dar. Allerdings wird diese Sparte nicht allzu ausgiebig bedient, da eine unterkühlte Distanz von Karin Field auszugehen scheint, die konträr zu ihrer betont offenen Art steht. Aber hier wird es schlussendlich auch noch mehr als nur Andeutungen geben. Field passt somit gut in das laufende Szenario, aufgrund ihres Mehrfachangebots sogar optimal. Da der Film nur schleppend und ohne signifikanten Erfolg im Kino lief und so gut wie Jahrzehnte in der Versenkung verschwand, kam es für die Interpretin leider zu keiner übermäßig förderlichen Reichweite, wenngleich Regisseur von Ráthonyi sie wenig später wieder in seinem Reißer "St. Pauli Herbertstraße" besetzte. So kann zumindest davon gesprochen werden, dass schnell erkannt wurde, Field als Frau für gewisse Stunden aufbauen zu können. Karrieren wie diese verlaufen sich naturgemäß in Einbahnstraßen oder enden in Sackgassen, außerdem werden Talent und Qualifikation oftmals der Bereitschaft oder dem Zwang untergeordnet, liefern zu müssen. Diese Karin Field-Premiere bleibt am Ende als kleines Ausrufezeichen in Erinnerung, denn es macht Spaß, ihr zuzusehen, obendrein erfüllt sie ihre Funktion passgenau, auch wenn es sich am Ende nur um eine streng zugeschnittene Schablone handelt. Dennoch glaubt man die Freiheit der Individualität wahrzunehmen, die fortan immer wieder hervorblitzen sollte. Es lohnt sich also, ihre Filmografie genau zu studieren.

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