Flüsternde Schatten (D)
Chase a Crooked Shadow (GB)
Acqua alla gola (IT)
Sombras acusadoras (ES)
L'homme à démasquer (F)
A Última Verdade (POR)
La sombra maligna (ARG)
The Prescott Affair
Sleep No More
GB 1958
R: Michael Anderson
D: Richard Todd, Anne Baxter, Herbert Lom, Faith Brook, Alexander Knox, Alan Tilvern, Thelma D'Aguilar, Douglas Fairbanks Jr. u.a.
Deutsche Erstaufführung: 19. September 1958
Synchronkartei
Score: Julian Bream
OFDb
Die attraktive, ledige Kimberly Prescott (Anne Baxter) lebt zurückgezogen in Spanien in einer Villa am Meer. Chandler Brisson (Alexander Knox), ihr eigener Onkel Chan, gehört zu den wenigen Kontakten, die sie inmitten der idyllischen Landschaft zur Außenwelt unterhält. Eines Abends steht plötzlich ein Fremder (Richard Todd) in ihrem Wohnzimmer und behauptet, ihr leiblicher Bruder Ward Prescott jr. zu sein. Kimberly weist dies als absurd zurück, denn Ward kam vor einem Jahr in Südafrika bei einem Autounfall ums Leben. Doch nicht allein die Papiere des Fremden sondern auch dessen Erinnerungen belegen, dass er mit den Familienverhältnissen der reichen Familie Prescott bis ins Detail vertraut ist. Zudem wird er von allen sofort als Kimberlys Bruder akzeptiert – inklusive ihres eigenen Onkels Chan. Als sich der vermeintliche Ward mit dem Anspruch auf sein Teil des Familienerbes im Haus der Schwester breitmacht und über sie zu bestimmen sucht, fürchtet Kimberly zusehends um ihr Leben und Seelenheil. In ihrer Verzweiflung sucht sie Rat und Unterstützung beim örtlichen Polizeikommissar Vargas (Herbert Lom), dessen Art ihr Vertrauen einflößt… (Quelle: der Film Noir)
Michael Andersons Schwarzweiß-Thriller entpuppt sich nicht nur als eine Sternstunde des britischen Film Noirs, sondern auch als ein grandioses Stück Schauspielerkino, dem obendrein ein spannungegeladener Psycho-Plot zugrunde gelegt wurde. "Flüsternde Schatten basiert auf einem Hörspiel aus der Whistler-Reihe (1943). Derselbe Stoff wurde später noch dreimal für das amerikanische und einmal für das deutsche Fernsehen (Die Falle, 1983) neuverfilmt. (...) Gedreht wurde Flüsternde Schatten in den Elstree Studios, Hertfordshire, England, die Außenaufnahmen entstanden an der Costa Brava in Spanien. Die Autorennszene wurde an der Küstenstraße nahe Sitges gefilmt. Die deutsche Erstaufführung fand am 19. September 1958 statt. Die FSK gab den Film ab 16 Jahren frei." (Quelle)
Der Großteil des Films spielt sich auf dem Anwesen der von Anne Baxter verkörperten Hauptprotagonistin ab, nämlich der Villa del Mar. An der rauen Küste nördlich von Barcelona gelegen, entpuppt sich das Chateau als eine reizvolle Kulisse, in der ein grausames Katz-und-Maus-Spiel vonstattengeht, bei dem sich unweigerlich fragt, wer hier eigentlich wen jagt? Das vermeintliche Opfer ist die Millionenerbin Kimberly Prescott, die eines Tages in ihrem Haus von einem fremden Mann aufgesucht wird, der vorgibt, ihr verstorbener Bruder Ward Prescott jr. zu sein. Während Kimberly mit allen Mitteln versucht, den Eindringling wieder loszuwerden, stößt dieser in ihrem sozialen Umfeld auf Akzeptanz, denn der Unbekannte besitzt nicht nur die Papiere des verstorbenen Bruders, sondern mixt auch die Cocktails wie er und beherrscht darüber hinaus seinen persönlichen Trinkspruch. Dies erweckt wiederum bei den Außenstehenden den Eindruck, dass Kimberly an Gehirngespinsten leidet, denen sie zwanghaft nachjagt. Je weiter die Handlung fortschreitet, desto bedrohlicher wird die Atmosphäre des Films. Zugleich driftet die bereits nervlich angeschlagene Kimberly immer mehr in den Wahnsinn ab, was wiederum der Verdienst des sinisteren Psychospiels darstellt, das der Unbekannte mit hilflos ausgelieferten Millionenerbin veranstaltet. Der Streifen wurde nicht nur durchweg spannend in Szene gesetzt, sondern versprüht auch eine beklemmende Atmosphäre, die für die Hauptprotagonistin sogar bis zur Paranoia führt. Außerdem legen die Schauspieler durch die Bank weg erstklassige Darbietungen an den Tag. Und die deutsche Synchronfassung ist schlussendlich auch noch allererste Sahne. Alles in allem ein wendungsreicher Thriller, der am Ende sogar mit einer unvorhersehbaren Überraschung aufwartet.
Fazit des Filmdiensts: "Eine junge Frau und Erbin wird durch einen Fremden in Panik versetzt, der sich bei ihr einnistet und behauptet, ihr verstorbener Bruder zu sein. Der scheinbar klare Fall von Erpressung nimmt ein unerwartetes Ende. Geschickt konstruiert, von guten Darstellern und einer suggestiven Kamera unterstützt, ist der Film (auf den Spuren Hitchcocks) präzise auf den Kulminationspunkt der Spannung hin inszeniert." (Quelle)
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