● GÖTZ GEORGE als GOTTFRIED SCHUSTER in
DER KOMMISSAR - SOMMERPENSION (D|1973)
Der unscheinbare Titel "Sommerpension" weist nicht auf die kaltblütigen Verbrechen hin, die in der Nähe des besagten Etablissements im Moor passieren, aber dennoch auf einen der denkwürdigsten Klassiker der langjährigen Reihe. Wäre der letzte Tote nicht rechtzeitig beziehungsweise zu früh gefunden worden, hätte das Moor für immer geschwiegen. Sommer, Sonne und Erholung prägen diese bereits 65. "Kommissar"-Folge also keineswegs, sondern die Suche nach einem skrupellosen Mörder, der wie in üblicher Manier unter den Feriengästen und ansässigen Personen zu finden sein dürfte. Die Episode wird in offensichtlicher Manier von dem Kalkül der Frauen dominiert, innerhalb welcher sich die Männer oft schwertun, auszubrechen. Einer von ihnen ist Gottfried Schuster alias Götz George, der das Szenario vom Empfinden her en passant und erst nach 18 Minuten betritt. Er beliefert die Wirtin der Pension mit allem, was das Herz des Gastes begehrt und wird allseits ungeduldig erwartet, denn er gilt als Aspirant, die Tochter des Hauses zu heiraten. Schön und gut, denkt man sich zumindest, immerhin bilden Götz George und die engelsgleiche Gerlinde Döberl als "Barbie" eine Art perfect match, doch irgendetwas scheint nicht zu stimmen. Schuster muss überredet und fast genötigt werden, überhaupt im Haus vorstellig zu werden, wo er gleich von allen Seiten her hofiert und bedient wird, damit er so lange wie möglich dort bleibt. Doch der junge Mann im besten Heiratsalter zieht einfach nicht, was an einem Schock liegt, der viele Monate zurückliegt. Einst lernte er die junge Frau bei einem Tanzabend in seinem eigenen Wirtshaus kennen und es war Liebe auf den ersten Blick, was auf absoluter Gegenseitigkeit beruhte, bis der Wirt das Handicap seiner kurz angebeteten sehen musste, denn sie hat ein hinkendes Bein durch einen Unfall zurückbehalten. Um im Betrieb mithelfen zu können war sie plötzlich unbrauchbar geworden. So kommt es zu einer Tragik, die selbst dem Publikum nicht verborgen bleibt, immerhin hatte man beide ebenfalls sofort als ideales Paar identifiziert.
Götz Georges Schauspiel ist in diesem Zusammenhang sehr gut in verschiedene Phasen des eigenen Befindens aufgeteilt und er teilt sozusagen über seine Körpersprache aus, sodass es zahlreiche Personen beabsichtigt oder unbeabsichtigt trifft. So weichen anfängliche Sympathien fallenden Masken, perfekte Voraussetzungen der bitteren Realität und glänzende Präsentierteller dunklen Geheimnissen. In diesem Kriminalfall wirkt George wie der mögliche Täter ohne Motiv, sodass man ihn zumindest unter den Hauptverdächtigen abspeichern möchte. Zu diesem Zweck lernt man ihn privat kennen, sodass der anfängliche Eindruck eines unscheinbaren, hilfsbereiten und etwas feigen Burschen, der sich nicht gerne Entscheidungen stellt, plötzlich hinfällig wird. In seinen eigenen vier Wänden reagiert er gereizt auf die Präsenz der Polizei, immerhin soll das Geschäft gut laufen. Seine Angestellte und möglicherweise Affäre quatscht ihm zu viel aus dem Nähkästchen, bis sich seine Miene verdunkelt und die Antworten immer kürzer angebunden wirken, immerhin könnte die Spur zu ihm selbst führen. In der Sommerpension war höfliche Zurückhaltung zu sehen, in seiner Wirtschaft die Gebärden eines Großgrundbesitzers und in Rückblenden wird man den sicherlich hart arbeitenden Mann nochmals von einer anderen Seite kennenlernen. Personen des Szenarios bescheinigen ihm, dass er den heruntergewirtschafteten Laden wieder auf Vordermann gebracht hat und es bleibt tatsächlich ein offenes Geheimnis, dass er eine Frau an seiner Seite sucht, die anzupacken weiß. Ob sie nun will oder nicht. "Barbie" kommt für diesen Part leider nicht infrage, das weiß sie, das weiß er, das wissen alle. Dennoch werden gerade ihre Mutter und deren Hausdame nicht müde, immer weitere Versuche zu unternehmen, eine Beziehung herbeizufabulieren, die niemals existieren wird, was den Zuschauer unangenehm berührt. Derweil wird das Hauptaugenmerk vehement auf die recht merkwürdigen Gäste der Sommerpension gelegt, die ihren Urlaub dort alle schon Jahre verbringen, somit über alles informiert sind.
Zu sehen ist eine verwirrende Form der Eigendynamik, bei der das eigentliche Thema des letzten Mordes und auch das der Form der herbeigeredeten Liebesbeziehung in den Hintergrund rückt, als Schlüssel zur Lösung jedoch immer im Auge behalten werden sollte. Götz Georges Art zu interpretieren wirkt hierbei wie gehabt, wenngleich ihm Nuancen in der Gestaltung zugestanden werden. Körpersprachlich wird erneut maskulines angeboten, Schuster stellt sich als Macher dar, der die Fäden gerne in der Hand behält und keine Widerworte schätzt. Die externen Widerstände und nie formulierten, aber auf der Hand liegenden Forderungen der wichtigsten Damen des Szenarios, provozieren ihn und lassen eine für ihn unbequeme Nervosität aufkommen, die Rückzugstendenzen nach sich zieht. Im Prinzip scheint er auch allen Grund dafür zu haben, denn man kann sich in dieser Einöde einfach schlecht aus dem Wege gehen. Im Gegenzug lernt man die launischen Seiten einer "Barbie" kennen; ein Name, der von einer Puppe sein könnte. Kommissar Keller saugt die verschiedenen Emotionen und Verhaltensweisen der Beteiligten wie ein Schwamm auf, um diese zu ordnen und seine folgerichtigen Schlüsse zu ziehen. So gerät selbstverständlich auch Gottfried Schuster ins Visier, der sich aufgrund seiner verschiedenen Profile nur schwer berechnen lässt. So handelt es sich um eine von Götz Georges interessanten Figuren derartiger Serien-Formate, die in Erinnerung bleiben wird, nicht zuletzt, weil sich die Kamera noch spät mit seinen fassungslosen Blicken beschäftigen wird. Das Publikum zieht bei dieser Gelegenheit eigene Schlüsse über einen eigentlich schwachen Charakter, der sich stets dem kritischen Blick der Menge beugen wird. Auch wenn er und alle anderen mit Nachdruck daran arbeiten, nicht greifbar zu werden, bleibt die immer wieder angesprochene Beziehung zwischen "Barbie" und ihm die einzige berechenbare Position, was eine empfundene Tragik fabriziert, die Mitgefühl fabriziert. Georges gut ausbuchstabierter Charakter bleibt schlussendlich untergeordnet zwischen Sonnenstrahlen und Tanzvergnügen.
Götz Georges Schauspiel ist in diesem Zusammenhang sehr gut in verschiedene Phasen des eigenen Befindens aufgeteilt und er teilt sozusagen über seine Körpersprache aus, sodass es zahlreiche Personen beabsichtigt oder unbeabsichtigt trifft. So weichen anfängliche Sympathien fallenden Masken, perfekte Voraussetzungen der bitteren Realität und glänzende Präsentierteller dunklen Geheimnissen. In diesem Kriminalfall wirkt George wie der mögliche Täter ohne Motiv, sodass man ihn zumindest unter den Hauptverdächtigen abspeichern möchte. Zu diesem Zweck lernt man ihn privat kennen, sodass der anfängliche Eindruck eines unscheinbaren, hilfsbereiten und etwas feigen Burschen, der sich nicht gerne Entscheidungen stellt, plötzlich hinfällig wird. In seinen eigenen vier Wänden reagiert er gereizt auf die Präsenz der Polizei, immerhin soll das Geschäft gut laufen. Seine Angestellte und möglicherweise Affäre quatscht ihm zu viel aus dem Nähkästchen, bis sich seine Miene verdunkelt und die Antworten immer kürzer angebunden wirken, immerhin könnte die Spur zu ihm selbst führen. In der Sommerpension war höfliche Zurückhaltung zu sehen, in seiner Wirtschaft die Gebärden eines Großgrundbesitzers und in Rückblenden wird man den sicherlich hart arbeitenden Mann nochmals von einer anderen Seite kennenlernen. Personen des Szenarios bescheinigen ihm, dass er den heruntergewirtschafteten Laden wieder auf Vordermann gebracht hat und es bleibt tatsächlich ein offenes Geheimnis, dass er eine Frau an seiner Seite sucht, die anzupacken weiß. Ob sie nun will oder nicht. "Barbie" kommt für diesen Part leider nicht infrage, das weiß sie, das weiß er, das wissen alle. Dennoch werden gerade ihre Mutter und deren Hausdame nicht müde, immer weitere Versuche zu unternehmen, eine Beziehung herbeizufabulieren, die niemals existieren wird, was den Zuschauer unangenehm berührt. Derweil wird das Hauptaugenmerk vehement auf die recht merkwürdigen Gäste der Sommerpension gelegt, die ihren Urlaub dort alle schon Jahre verbringen, somit über alles informiert sind.
Zu sehen ist eine verwirrende Form der Eigendynamik, bei der das eigentliche Thema des letzten Mordes und auch das der Form der herbeigeredeten Liebesbeziehung in den Hintergrund rückt, als Schlüssel zur Lösung jedoch immer im Auge behalten werden sollte. Götz Georges Art zu interpretieren wirkt hierbei wie gehabt, wenngleich ihm Nuancen in der Gestaltung zugestanden werden. Körpersprachlich wird erneut maskulines angeboten, Schuster stellt sich als Macher dar, der die Fäden gerne in der Hand behält und keine Widerworte schätzt. Die externen Widerstände und nie formulierten, aber auf der Hand liegenden Forderungen der wichtigsten Damen des Szenarios, provozieren ihn und lassen eine für ihn unbequeme Nervosität aufkommen, die Rückzugstendenzen nach sich zieht. Im Prinzip scheint er auch allen Grund dafür zu haben, denn man kann sich in dieser Einöde einfach schlecht aus dem Wege gehen. Im Gegenzug lernt man die launischen Seiten einer "Barbie" kennen; ein Name, der von einer Puppe sein könnte. Kommissar Keller saugt die verschiedenen Emotionen und Verhaltensweisen der Beteiligten wie ein Schwamm auf, um diese zu ordnen und seine folgerichtigen Schlüsse zu ziehen. So gerät selbstverständlich auch Gottfried Schuster ins Visier, der sich aufgrund seiner verschiedenen Profile nur schwer berechnen lässt. So handelt es sich um eine von Götz Georges interessanten Figuren derartiger Serien-Formate, die in Erinnerung bleiben wird, nicht zuletzt, weil sich die Kamera noch spät mit seinen fassungslosen Blicken beschäftigen wird. Das Publikum zieht bei dieser Gelegenheit eigene Schlüsse über einen eigentlich schwachen Charakter, der sich stets dem kritischen Blick der Menge beugen wird. Auch wenn er und alle anderen mit Nachdruck daran arbeiten, nicht greifbar zu werden, bleibt die immer wieder angesprochene Beziehung zwischen "Barbie" und ihm die einzige berechenbare Position, was eine empfundene Tragik fabriziert, die Mitgefühl fabriziert. Georges gut ausbuchstabierter Charakter bleibt schlussendlich untergeordnet zwischen Sonnenstrahlen und Tanzvergnügen.