EWA STRÖMBERG

Leinwandsternchen und verkannte Stars im Blickpunkt
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Prisma
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Re: EWA STRÖMBERG

Beitrag von Prisma »

samgardner hat geschrieben:
Mo., 24.11.2025 20:38
Tatsächlich gibt's jetzt noch einen Neuzugang in Ewa Strömbergs Filmographie:

https://www.ofdb.de/film/402023,Zum-Ruhme-des-Sports/

Es handelt sich um einen Fernsehfilm vom NDR, der vom realen Fall eines in den Westen geflüchteten DDR-Leichtathleten (Jürgen May) inspiriert ist. Ob man den Film mal sehen können wird, steht wohl in den Sternen. Aber Ewa Strömbergs Rolle dürfte ähnlich klein wie die in "Flucht in die Sonne" sein. Auf den Fotos, die sich zum Film im Netz finden lassen, ist sie nur auf zweien zu sehen, die noch dazu die selbe Einstellung/Szene zeigen...

Das ist wieder mal eine tolle Entdeckung. Mir ist es ja völlig gleich, ob es sich um tragende Rollen oder Mini-Auftritte handelt, Hauptsache ich kann die entsprechenden Filmografien für mich vervollständigen. Leider hat der NDR seinen Mitschnittservice schon vor Jahren eingestellt, sodass man da nicht einfach mal anfragen kann, um sich den Fernsehfilm zu bestellen. Interessant ist aber auch zu sehen, dass Ewa Strömberg gegen Ende ihrer Karriere offenbar noch einmal einiges versucht hat, um in Fernsehen unterzukommen, sozusagen auf seriöserem Parkett. Danke jedenfalls für den Hinweis, das waren ja jetzt schon zwei Credits innerhalb kürzester Zeit.

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Prisma
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Re: EWA STRÖMBERG

Beitrag von Prisma »



Ewa Strömberg Hochzeitsreise (3).JPG
Ewa Strömberg Hochzeitsreise (6).JPG
Ewa Strömberg Hochzeitsreise (8).JPG

● EWA STRÖMBERG als KAY in
DIE HOCHZEITSREISE (D|I|1969)



Nach Ewa Strömbergs Auftritten in schwedischen Produktionen sollten zahlreiche Auftritte in deutschen beziehungsweise deutsch-coproduzierten Filmen folgen, was wie ein Beleg dafür wirkt, dass man stets nach derartig charismatischen Gesichtern Ausschau hielt. So stehen etwa drei unmittelbar aufeinanderfolgende Auftritte in der seinerzeit immer noch populären Edgar Wallace-Reihe zu Buche und vor allem Verpflichtungen bei Artur Brauner mit zehn Kinofilmen an der Zahl. So ist davon auszugehen, dass Strömberg sowohl bei der Rialto Film als auch cCc Filmkunst für eine bestimmte Anzahl von Filmen unter Vertrag stand oder zumindest immer wieder auf sie zurückgegriffen wurde. Gerade die Zusammenarbeit mit Jess Franco führte zu einem einseitig geebneten Karriereweg, allerdings lassen sich auch Ausnahmen wie die zweiteilige Großproduktion "Kampf um Rom" oder mit Abstrichen auch Ralf Gregans "Die Hochzeitsreise" finden. In dieser Komödie ist Ewa Strömbergs Einsatz wie so häufig weitgehend auf einen attraktiven Blickfang mit beinahe obligatorischen Nackteinlagen zu reduzieren, wenngleich man eine bemerkenswerte Spiellaune und die Fähigkeit sieht, sich der komödiantisch gefärbten Materie optimal anzupassen. Die attraktive Schwedin ist somit fester Bestandteil des komischen Ensembles dieser Geschichte und sticht in einer Vierer-Konstellation durch exaltiertes Verhalten und künstlerische Bewusstseinserweiterung hervor. In Kombination mit ihrer extravaganten Aufmachung, die sich besonders bei ihren Frisuren zeigt, ist es ihr spielend möglich, für Situationskomik zu sorgen. Als Amerikanerin spricht sie mit ihrem Partner Dieter Hallervorden einen Mischmasch aus Englisch und Deutsch, sodass Hallervorden wie üblich loslegen und am Gegenüber vorbeireden kann. Nebenbei erwähnt, hatte er mit seiner Klamauk-Partnerin Helga Feddersen einen musikalischen Hit namens "Du, die Wanne ist voll", welcher genauso wie die hier angebotenen Konversationen aufgebaut ist. Ewa Strömberg betritt das Szenario unter einem Schleier von Extravaganzen und sturzbetrunken, was vielleicht der hauptsächliche Grund dafür ist, dass sie sich Hals über Kopf in Herrn Schmidt verknallt. Oder ist es Ekstase? Geklärt wird dieses überschäumende Temperament nicht, aber es gibt allerlei Körpereinsatz der sympathischen Blondine zu sehen. Ihr Dasein als Künstlerin wird kurzerhand gleichgesetzt mit ihrer schrillen Exzentrik, die sich auch in ihren Werken widerspiegelt. Was für die einen Kunst ist, stellt für die anderen Trivialität aus dem Bilderbuch dar, aber sie scheint mit Leib und Seele und einer sich gut durch die leidenschaftliche Leistung Strömbergs anbahnenden Inbrunst bei der Sache zu sein.

Wer die attraktive und hier immer mehr heiß laufende Interpretin kennt, weiß ganz genau, dass es auch jederzeit körperlich zur Sache gehen könnte, bis diese Möglichkeit auch schnellstmöglich abgeschöpft wird und Kay plötzlich völlig entblößt vor ihrem Auserkorenen steht. Dieser wehrt sich zwar mit Händen und Füßen, aber die Amerikanerin kennt keinerlei Kompromisse und ist offenbar gewöhnt, das zu bekommen, was sie sich in den Kopf gesetzt hat. So ist eine beinahe fiebrige Impulsivität zu erkennen, die sie zu einem unberechenbaren Gegenpol werden lässt. Dem Empfinden nach hat Ewa Strömberg hier Spaß bei der Sache, was ihrem heiter wirkenden Naturell vollkommen entspricht. Dem Skript und ihrer Rolle entsprechend, wird es mit ihr noch zu zahlreichen Übertreibungen kommen, welche vordergründig auf schnelle Lacher abzielen und in Verbindung mit ihrer Performance auch nicht selten zünden. Die Malerin Kay scheint in einer Art Paralleluniversum zu leben, was sie in ihrer abstrakten Kunst zum Ausdruck bringt. Sie malt sich derartig in eine Isolation, dass die im Grunde genommen frustriert und einsam ist, durch ihren Alkoholkonsum aber dennoch gut drauf, was allerdings schnell wieder kippen kann. Vielleicht kam so der Impuls zustande, dass sie sich dem ersten Mann, der ihr über den Weg läuft, anbietet und sich nach ihren eigenen Angaben verliebt. Dabei ist es fraglich, ob es sich tatsächlich um starke Gefühle handelt, oder um einen extremen künstlerischen, durch Unmengen an Alkohol beflügelten Rausch. Obwohl die Malerin mehr als sympathisch wirkt, ist sie dem Zuschauer ein Dorn im Auge, immerhin bedroht sie die eigentliche Hochzeitsreise der Schmidts und deren bestehende Ehe gleich mit. Da hier jedoch alles über den Humor abgefedert wird, ist die Wahrscheinlichkeit von Seitensprüngen dementsprechend niedrig. Die Schwedin zeigt hier erneut, was sie unter der Garderobe zu bieten hat und scheut sich innerhalb dieser Gewissheit auch nicht, ihre Zeigefreudigkeit unter Beweis zu stellen. Zwar achtet die Regie darauf, mehr im Bereich der Andeutungen zu präsentieren, was vermutlich angesichts einer günstigen Altersfreigabe für den Film zu werten ist. In Ewa Strömbergs Werkschau handelt es sich trotz obligatorischer Angebote jedoch um einen kleinen filmischen Ausreißer, der ihre komödiantische Note zwischen allerhand Sex & Crime betont in den Vordergrund rückt, auch wenn Jess Franco es auch immer wieder mit dem Abruf derartiger Eigenschaften bei ihr probierte. So bleibt "Die Hochzeitsreise" schlussendlich ein kleiner Mehrwert in ihrer Filmografie, denn falls einen hier sonst überhaupt nichts interessieren sollte, macht dieser in mehrere Intervalle eingeteilte Auftritt wirklich Freude.

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