HEINTJE - EINMAL WIRD DIE SONNE WIEDER SCHEINEN - Hans Heinrich

Sexwellen, Kriminalspaß und andere Krautploitation.
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Prisma
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HEINTJE - EINMAL WIRD DIE SONNE WIEDER SCHEINEN - Hans Heinrich

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● HEINTJE - EINMAL WIRD DIE SONNE WIEDER SCHEINEN (D|1969)
mit Heintje, Heinz Reincke, Gerlinde Locker, Agnes Windeck, Helmut Förnbacher, Jan Hendriks, Christiane Rücker,
Robert Meyn, Martin Jente, Rudolf Schündler, Ralf Wolter, Friedrich Schoenfelder, Erika Rehhahn und Paul Dahlke
ein Allianz Film | der Terra Filmkunst | im Constantin Filmverleih
ein Film von Hans Heinrich

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»Das Meer ist weit und tief!«


In der Engelhardt-Privatbank ist eine Summe von 120 000 D-Mark unterschlagen worden, die nach Kanada geflossen sein soll. Da der Buchhalter Klaus Helwig (Heinz Reincke) dorthin auswandern will, fällt der Verdacht auf ihn und er kommt in Untersuchungshaft. Mithilfe seiner Anwältin, Dr. Renate Ahrens (Gerlinde Locker), wird sein Sohn Heintje (Heintje) bei seinem Großvater (Paul Dahlke) untergebracht. Der schwerreiche Industrielle ist jedoch alles andere als begeistert von dieser Maßnahme, da er seinen Schwiegersohn für den frühen Tod seiner Tochter verantwortlich macht und auch den Jungen nicht sehen will. Während eine leichte Annäherung zwischen Enkel und Großvater stattfindet, versucht Heintje die Unschuld seines Vaters zu beweisen …

Die "Heintje"-Trilogie entwickelte sich zu einem großen kommerziellen Erfolg, sodass der Debütfilm "Heintje - Ein Herz geht auf Reisen" ein Jahr nach Erscheinen mit der Goldenen Leinwand für mindestens 3,5 Millionen Zuschauer ausgezeichnet wurde. Auch Hans Heinrichs Nachfolger konnte die Kinokassen wieder klingeln lassen, wenngleich der Erfolg nicht mehr ganz so immens wie zu Beginn ausgefallen war. Obwohl man es in diesem zweiten Teil mit einer anderen Regie zu tun bekommt, ist das Gesamtergebnis nahezu identisch. Der komplette Verlauf ist ungeniert um den jungen Titelhelden herumkonstruiert worden, ohne dass es jedoch erdrückend wirkt, denn immerhin handelt es sich um einen Film, der konsequent auf ein bestimmtes Zielpublikum abzielt. Interessant ist ebenso die Tatsache, dass man mit Heintje, Heinz Reincke und Gerlinde Locker eine identische Besetzung für die Hauptrollen sieht, allerdings in unterschiedlichen Rollenprofilen. So handelt es sich de facto um keine Fortsetzung von Teil 1, sondern um einen eigenständigen Film, der keine Vorgeschichte braucht, um Wege zu gehen. Dies ist allerdings nur thematisch sowie an den Schauplätzen zu erkennen, da ansonsten alles wie bereits gesehen abgehandelt wird. Viel Sentiment und Musik strecken den Film über die natürlichen Ränder der Substanzlosigkeit hinweg. Ein neues Thema heißt in diesem Fall, dass man die völlig gleiche Strategie serviert bekommt, denn man sieht einen Jungen, der erneut selbstständiger und reifer agiert, als viele der Erwachsenen, auch wenn er zugunsten der laufenden Geschichte mit ein bisschen Naivität ummantelt werden muss, um ein Mindestmaß an Spannung herausschlagen zu können. Der Grundtenor lautet schließlich, dass ein armes, höfliches und liebenswertes Kind durch miese Machenschaften anderer in die Bredouille gerät, um anschließend natürlich selbst aktiv gegen die Misere ankämpfen zu müssen. Aber Musik macht das Leben leichter, falls man ein Ohr für Heintjes sechs dargebotene Schnulzen mitbringt. Der Fluss wird dadurch zumindest nicht unterbrochen und ist relativ geschickt in das Geschehen integriert worden, womit man hier schließlich leben muss, auch falls eine harte Probe auf einen zusteuert. Sicher bei einer derartigen Produktion dürfte allerdings sein, dass man nur darin landen wird, wenn irgendein Stein des Anstoßes zu finden ist.

Als Heintjes Vater unschuldig im Untersuchungsgefängnis landet, gerät die geregelte Welt ins Wanken. Er muss zu seinem Großvater, einem mürrischen, alten Geldsack, der den Vater des Jungen hasst und diesem demonstriert, dass er für ihn nicht existiert. Die Grundlage der Geschichte, dass er Halbwaise ist und jetzt auch noch ohne Vater dasteht, provoziert klassische Anhänger der Titelfigur gleich dazu, die Taschentücher zu zücken, denn alles was passiert, ist betont ungerecht. Glücklicherweise nimmt die junge und attraktive, in Klammern ledige, Anwältin Dr. Ahrens sich dem Kind an und bringt ihn in cleverer Weise bei seinem frustrierten Großvater unter. Betrachtet man alleine dieses Quartett, bestehend aus Heintje, Heinz Reincke, Gerlinde Locker und Paul Dahlke, kann von überzeugenden Leistungen gesprochen werden, da sie sich der strikten thematischen Konzentrierung kompromisslos unterwerfen. Heintje begeht schließlich einen determinierten Boulevard der gängigen Klischees, der überraschend exklusive Schauplätze aufzeigt, gegen Ende sogar von Nizza bis Cannes. Hier bekommt das Publikum einen netten Krimi-Part offeriert, der die gegeneinander aufgebrachten Gemüter zusammenführen sollte. Des Weiteren gut besetzt mit Helmut Förnbacher, Christiane Rücker, Jan Hendriks und vor allem Agnes Windeck, entwickeln sich glücklicherweise noch Typen neben Heintjes Dominanz, sodass man auf Basis eines Schauspielerfilms auf seine Kosten kommen dürfte. Hier stehen Robert Meyn, Friedrich Schoenfelder oder Rudolf Schündler tatkräftig zur Seite. Gerade diese genannten Schauspieler befinden sich hier absolut in ihrem vorgefertigten Element und liefern im Grunde das, was das Zielpublikum von ihnen verlangt. Ansonsten bleibt das Angebot gewollt seicht, sentimental und schlussendlich betont schmeichlerisch, was die Emotionen aller Beteiligten angeht. Gespickt mit einigen Zugaben aus der deutschen Klamauk-Klamottenkiste, kommt ein Entgegenwirken bei so viel Ungerechtigkeit zustande, was aber kaum nötig erscheint, da der entgegenkommende Zug namens Happy End deutlich wahrzunehmen ist. "Heintje - Einmal wird die Sonne wieder scheinen" liefert insgesamt die Gewissheit, dass für damalige Bedürfnisse alles richtig gemacht wurde und doch bleibt im Grunde genommen nur alter Wein in neuen Schläuchen ohne ein wirkliches Prädikat zurück.

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Count Yorga
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Re: HEINTJE - EINMAL WIRD DIE SONNE WIEDER SCHEINEN - Hans Heinrich

Beitrag von Count Yorga »

Neuer Filmkurier NFK (12 Seiten):

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:hut:

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Prisma
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Re: HEINTJE - EINMAL WIRD DIE SONNE WIEDER SCHEINEN - Hans Heinrich

Beitrag von Prisma »



Hätte ich mir nicht anders vorstellen können :mrgreen:
12 Seiten stellt allerdings schon eine besondere Exklusivität dar, was mir zeigt, dass man fest davon Ausging, dass der Film ein Erfolg wird.

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