SCREAM, PRETTY PEGGY
● SCREAM, PRETTY PEGGY (US|1973) [TV]
mit Sian Barbara Allen, Ted Bessell, Charles Drake, Allan Arbus, Tovah Feldshuh, Jessica Rains sowie Christiane Schmidtmer und Bette Davis
eine Produktion der Universal Television | für ABC
ein Fernsehfilm von Gordon Hessler
»Leave this house while you still can!«
Die junge Kunststudentin Peggy (Sian Barbara Allen) nimmt eine Anstellung als Haushälterin in der abgelegenen Villa des Bildhauers Jeffrey Elliot (Ted Bessell) an, da ihre Vorgängerin Agnes (Tovah Feldshuh) spurlos verschwunden ist. Zunächst trifft Peggy auf Jeffreys dominante Mutter (Bette Davis), doch die Alkoholikerin möchte Peggy wieder so schnell wie möglich aus dem Haus haben. Ihr Sohn stellt sie jedoch gegen deren Willen ein. Peggy wird Zeugin unheimlicher Vorkommnisse, da sie häufiger eine weiß gekleidete Gestalt in der Dunkelheit wahrnimmt, die im gleichen Haus zu leben scheint. Es soll sich angeblich um Jeffreys geisteskranke Schwester Jennifer (Christiane Schmidtmer) handeln …
Zwischen 1969 und 1975 lief der ABC Movie of the Week jeden Dienstagabend und später noch mittwochs zur besten Sendezeit und hatte zahlreiche Genre-Vertreter im Repertoire. Zu den produktivsten Zeiten wurden bis zu 25 TV-Produktionen pro Jahr hergestellt, unter denen auch "Scream, pretty Peggy" zu finden war. Angeboten wird ein atmosphärischer Mix aus Psycho-Thriller und Gothic-Horror, der in knapp 75 Minuten zu überzeugen weiß. Bereits der Beginn verbreitet eine sehr unheimliche Aura, Unbehagen und schlussendlich Tod, denn die bisherige Haushälterin der Elliots wird von einer in Weiß gekleideten Gestalt mit einem Messer getötet, die das Szenario fortan wie ein immer wieder auftauchendes Phantom beherrschen wird. Nach diesen finsteren Eindrücken kommt es zu entschleunigenden Phasen, denn die wichtigsten Figuren und deren Intentionen werden erst einmal vorgestellt. Schnell stellt sich die entscheidende Frage, wem man von den wenigen angebotenen Charakteren überhaupt trauen darf, was selbst für ausgewiesene Sympathieträger oder betont unschuldig wirkende Personen gilt. Das Setting der abgelegenen Villa ist mit viktorianischen Stilelementen beeindruckend, was auch für die furchteinflößenden Skulpturen des Bildhauers gilt. Erneut wird die Kunst mit möglichem Wahnsinn verknüpft, woraus sich schließlich einige Verdächtige ergeben. Es ist erstaunlich, dass man bei round about nur vier relevanten Personen immer wieder aufs Neue zum Überlegen gezwungen wird, was hinter der noch aufkommenden Mordserie stecken könnte. Zwar malt man sich jede Möglichkeit schnell aus, immerhin wirkt die Story, die das Gleiche tut, wie eine General-Anleihe aus weltbekannten Horror-Vertretern. Die Regie führt einen allerdings immer wieder geschickt in die Irre und streut Zweifel, sodass es auch ohne viel Spektakel ziemlich spannend bleibt. Die größten Stärken sind die Ermordungsszenen mit dem weißen Phantom, das aus dem Nichts herbei schnellt, um nach ein paar Messerstichen wieder genau dort zu verschwinden. Diese Gestalt bekommt ihre Identität lediglich durch Fotos der nicht real wirkenden Schwester Jennifer verliehen, welches mit den schönen Gesichtszügen der seinerzeit in den USA noch hoch im Kurs stehenden deutschen Hollywood-Exil-Ikone Christiane Schmidtmer versehen ist.
Als großer Gast-Star ist allerdings Bette Davis in Hochform zu sehen, die ihre herrisch wirkende Dominanz in jeder ihrer Szenen ausspielt. Schnell wird klar, dass es sich bei der alten Dame, die ständig mit einer Teetasse im Haus herumschwebt, um eine Alkoholikerin handelt, deren Unberechenbarkeit sich von Drink zu Drink nur steigern wird. Davis bekommt neben Schmidtmer die intensivsten Szenen vom Skript zugebilligt, wenngleich auf völlig unterschiedlichen Ebenen. Mrs. Elliot lebt von einer unnahbar wirkenden Aura und bestimmenden, teils kryptisch aufgebauten Dialogen, wobei ihre nicht greifbare Tochter Jennifer ihren Geisterstatus ausspielen kann. Die eine wirkt somit real, die andere, als ob sie gar nicht existent sei, obwohl sie immer wieder in Silhouetten und Ahnungen wahrgenommen werden kann. Ein Sturz beim Erklimmen eines Versteckes für harte Sachen fesselt die Alte ans Bett, sodass die neue Haushaltshilfe in der Villa einziehen kann. Temperamentvoll, etwas impulsiv aber sehr sympathisch dargestellt von Sian Barbara Allen, werden gute Szenen für den Verlauf angeboten, die vor allem im Zusammenspiel mit Ted Bessell zum Tragen kommen. Die Grusel-Atmosphäre wird durch das Ambiente und die Abgeschiedenheit befeuert, auch die Skulpturensammlung des Bildhauers kann für derartige Eindrücke sorgen. Zwar merkt man dem Film stets sein TV-Gewand an, aber dennoch kann sich ein Unterhaltungswert des gehobenen Niveaus entfalten, wofür vor allem die Phantom-Thematik verantwortlich ist. Es ist klar, dass sich die Ereignisse noch überschlagen werden und ein Finale geboten wird, in dem sich zahlreiche Überraschungen hervortun, auch wenn man die Ereignisse bestimmt schon irgendwie ausgemalt sind. Die spannende Frage, ob man richtig gelegen hat, bleibt jedoch bis zum Ende bestehen, sodass unterm Strich von einem kleinen Highlight gesprochen werden darf. "Scream, pretty Peggy" tut unter der Regie von Horror-Spezialist Gordon Hessler gut daran, sich auf seine ausgewiesenen Stärken zu konzentrieren und diese auch konsequent auszuspielen. Die Schauspieler tun ihr Bestes in besonders ausgefeilt wirkenden Studien und überraschen im Spektrum eines Minimal-Maximalprinzips, was schlussendlich für erstaunliche Impressionen sorgen kann. So bleibt ein kleiner Geheimtipp des einschlägigen US-TV-Horrors zurück.
Zwischen 1969 und 1975 lief der ABC Movie of the Week jeden Dienstagabend und später noch mittwochs zur besten Sendezeit und hatte zahlreiche Genre-Vertreter im Repertoire. Zu den produktivsten Zeiten wurden bis zu 25 TV-Produktionen pro Jahr hergestellt, unter denen auch "Scream, pretty Peggy" zu finden war. Angeboten wird ein atmosphärischer Mix aus Psycho-Thriller und Gothic-Horror, der in knapp 75 Minuten zu überzeugen weiß. Bereits der Beginn verbreitet eine sehr unheimliche Aura, Unbehagen und schlussendlich Tod, denn die bisherige Haushälterin der Elliots wird von einer in Weiß gekleideten Gestalt mit einem Messer getötet, die das Szenario fortan wie ein immer wieder auftauchendes Phantom beherrschen wird. Nach diesen finsteren Eindrücken kommt es zu entschleunigenden Phasen, denn die wichtigsten Figuren und deren Intentionen werden erst einmal vorgestellt. Schnell stellt sich die entscheidende Frage, wem man von den wenigen angebotenen Charakteren überhaupt trauen darf, was selbst für ausgewiesene Sympathieträger oder betont unschuldig wirkende Personen gilt. Das Setting der abgelegenen Villa ist mit viktorianischen Stilelementen beeindruckend, was auch für die furchteinflößenden Skulpturen des Bildhauers gilt. Erneut wird die Kunst mit möglichem Wahnsinn verknüpft, woraus sich schließlich einige Verdächtige ergeben. Es ist erstaunlich, dass man bei round about nur vier relevanten Personen immer wieder aufs Neue zum Überlegen gezwungen wird, was hinter der noch aufkommenden Mordserie stecken könnte. Zwar malt man sich jede Möglichkeit schnell aus, immerhin wirkt die Story, die das Gleiche tut, wie eine General-Anleihe aus weltbekannten Horror-Vertretern. Die Regie führt einen allerdings immer wieder geschickt in die Irre und streut Zweifel, sodass es auch ohne viel Spektakel ziemlich spannend bleibt. Die größten Stärken sind die Ermordungsszenen mit dem weißen Phantom, das aus dem Nichts herbei schnellt, um nach ein paar Messerstichen wieder genau dort zu verschwinden. Diese Gestalt bekommt ihre Identität lediglich durch Fotos der nicht real wirkenden Schwester Jennifer verliehen, welches mit den schönen Gesichtszügen der seinerzeit in den USA noch hoch im Kurs stehenden deutschen Hollywood-Exil-Ikone Christiane Schmidtmer versehen ist.
Als großer Gast-Star ist allerdings Bette Davis in Hochform zu sehen, die ihre herrisch wirkende Dominanz in jeder ihrer Szenen ausspielt. Schnell wird klar, dass es sich bei der alten Dame, die ständig mit einer Teetasse im Haus herumschwebt, um eine Alkoholikerin handelt, deren Unberechenbarkeit sich von Drink zu Drink nur steigern wird. Davis bekommt neben Schmidtmer die intensivsten Szenen vom Skript zugebilligt, wenngleich auf völlig unterschiedlichen Ebenen. Mrs. Elliot lebt von einer unnahbar wirkenden Aura und bestimmenden, teils kryptisch aufgebauten Dialogen, wobei ihre nicht greifbare Tochter Jennifer ihren Geisterstatus ausspielen kann. Die eine wirkt somit real, die andere, als ob sie gar nicht existent sei, obwohl sie immer wieder in Silhouetten und Ahnungen wahrgenommen werden kann. Ein Sturz beim Erklimmen eines Versteckes für harte Sachen fesselt die Alte ans Bett, sodass die neue Haushaltshilfe in der Villa einziehen kann. Temperamentvoll, etwas impulsiv aber sehr sympathisch dargestellt von Sian Barbara Allen, werden gute Szenen für den Verlauf angeboten, die vor allem im Zusammenspiel mit Ted Bessell zum Tragen kommen. Die Grusel-Atmosphäre wird durch das Ambiente und die Abgeschiedenheit befeuert, auch die Skulpturensammlung des Bildhauers kann für derartige Eindrücke sorgen. Zwar merkt man dem Film stets sein TV-Gewand an, aber dennoch kann sich ein Unterhaltungswert des gehobenen Niveaus entfalten, wofür vor allem die Phantom-Thematik verantwortlich ist. Es ist klar, dass sich die Ereignisse noch überschlagen werden und ein Finale geboten wird, in dem sich zahlreiche Überraschungen hervortun, auch wenn man die Ereignisse bestimmt schon irgendwie ausgemalt sind. Die spannende Frage, ob man richtig gelegen hat, bleibt jedoch bis zum Ende bestehen, sodass unterm Strich von einem kleinen Highlight gesprochen werden darf. "Scream, pretty Peggy" tut unter der Regie von Horror-Spezialist Gordon Hessler gut daran, sich auf seine ausgewiesenen Stärken zu konzentrieren und diese auch konsequent auszuspielen. Die Schauspieler tun ihr Bestes in besonders ausgefeilt wirkenden Studien und überraschen im Spektrum eines Minimal-Maximalprinzips, was schlussendlich für erstaunliche Impressionen sorgen kann. So bleibt ein kleiner Geheimtipp des einschlägigen US-TV-Horrors zurück.