DIE FREUNDIN WAR IMMER DABEI
● CERTO CERTISSIMO, ANZI... PROBABILE / DIE FREUNDIN WAR IMMER DABEI (I|1969)
mit Claudia Cardinale, Catherine Spaak, John Phillip Law, Robert Hoffmann, Nino Castelnuovo, Alberto Lionello, Lars Bloch, Francesco Mulè,
Aldo Giuffrè, Mimma Biscardi, Dada Gallotti, Giuseppe Terranova, Clara Colosimo, Lino Banfi, Luigi Barbini, Luigi Barbieri und Antonio Sabàto
eine Produktion der Clesi Cinematografica | San Marco | im Constantin Filmverleih
ein Film von Marcello Fondato
»Das war die Gewalttätigkeit, jetzt kommt die Nachgiebigkeit!«
Die Telefonistin Marta (Claudia Cardinale) zieht bei ihrer Freundin Nanda (Catherine Spaak) ein, die als Friseurin arbeitet. Männer avancieren zum Hauptgesprächsthema der beiden alleinstehenden Freundinnen, wobei sich Kontakte mit dem anderen Geschlecht als schwierig herausstellen, da eine von beiden immer mit dabei zu sein scheint. Außerdem versucht die eifersüchtige Nanda ihrer Mitbewohnerin jeden Freund auszuspannen. Nach einigen amourösen Misserfolgen lernt Marta den gut aussehenden Pietro (Nino Castelnuovo) kennen, den sie schnell heiratet und mit ihm zusammenzieht. Als eines Tages sein amerikanischer Freund Henry (Lars Bloch) auftaucht und sich bei ihnen einnistet, ist der Freund plötzlich immer dabei …
Marcello Fondatos "Die Freundin war immer dabei" stellt einen sehenswerten Vertreter der Commedia all’italiana dar, der sich weniger über Slapstick als über eine spürbare satirische Schärfe und eine präzise Alltagsbeobachtung definiert, ohne dabei in Plattitüden abzudriften. Die Geschichte der beiden Freundinnen geht originelle Wege, nimmt gewitzte Hürden und zeigt eine Doppelbödigkeit, die für einen Vertreter des Genres insgesamt überraschend wirkt. Marta und Nanda verbindet in erster Linie ihre Attraktivität und die daher unverständliche Einsamkeit, denn sie lernen keine adäquaten Männer kennen, weil alle irgendeine Macke haben. Bereits 1969 hergestellt, gelangte der Film erst vier Jahre später durch den Großverleih Constantin in die bundesdeutschen Kinos, was darauf schließen lässt, dass er lediglich als Programmfüller eingekauft und vermarktet wurde, am Ende schließlich keinen kommerziellen Erfolg erzielen konnte. Wie seinerzeit üblich, wurde auch hier die Strategie verfolgt, den Film über eine humorvoller wirkende Synchronisation massentauglicher zu machen, was sich jedoch in Grenzen hält, denn die Dialoge wirken auch heute noch gut konsumierbar. Top besetzt mit Claudia Cardinale und Catherine Spaak, kommt die interessant aufgebaute Struktur der Geschichte zum Tragen, die mit feinen humorigen Spitzen zu animieren weiß. Als die beiden Frauen zusammenziehen, kommt eher der Eindruck einer Zweckgemeinschaft auf, von Freundinnen kann beinahe keine Rede sein, aber sie finden sich notgedrungen auf einer gemeinsamen Ebene wieder. Dass eine beinahe ausschließliche Definition über Männer stattfindet, klingt zwar einfach und treibend für die Geschichte, jedoch wenig ertragreich, da alle Freier über irgendeinen Makel verfügen, der nicht so leicht wegzudiskutieren ist. Der eine arbeitet lieber als zu lieben, der andere liebt lieber eine nach der anderen, ohne großartig zu arbeiten, und so weiter. In der Reihe stehen namhafte männliche Darsteller, die zu dieser Zeit ebenfalls als Stars des internationalen Kinos gehandelt wurden. Robert Hoffmann, John Phillip Law, Nino Castelnuovo und Antonio Sabàto. Mit ihnen werden jeweils Affären zustande kommen, die in amüsanten Komplikationen gipfeln.
Das Duo Cardinale und Spaak präsentiert sich hier als gut eingespielte Wucht, es ist klar, dass sich die Wohnung schon bald zu einem hoch frequentierten Liebesnest entwickeln wird. Doch es gibt Abstriche. Als der stotternde John Phillip Law mit auf die Bude gebracht wird, beginnt er gleich, sich wortlos auszuziehen. Die verblüffte Marta zieht nach und freut sich über die unerwartete Spontanität der Aktion, doch dann kommt alles anders. Der Maler zieht gleich darauf seine Arbeitsmontur an, um die Wohnung zu streichen und lässt die verdutzte Frau im Negligé einfach stehen. Robert Hoffmann ist als Vertreter für Modeschmuck in erster Linie daran interessiert, seine Waren an die Frau zu bringen. Als die eine ihre ablehnende Haltung nicht aufgibt, springt Nanda ein, doch man hört kaum etwas anderes als die Betonung von unschlagbaren Sonderpreisen. Antonio Sabàto spielt einen verlobten Draufgänger, der sich von Bett zu Bett hangelt, da seine Braut nichts für Bettakrobatik übrigzuhaben scheint. So wird jeder Etappe Frau erzählt, dass sie viel besser sei als die vorige. Marcello Fondato schafft es durchgehend, ein besonderes Flair durch Schauplätze, Kulissen, Carlo Rustichellis Easy-Listening-Sound und die schauspielerische Dynamik aufkommen zu lassen. Die dabei wahrzunehmende Situationskomik wirkt echt und nicht überfrachtet. Viele Alltagssituationen erscheinen überaus familiär und vertraut, man sieht die Protagonisten bei der Arbeit, Haushaltsaktivitäten, beim Essen, Tanzen, Einkaufen und Zanken, sodass man dieser leichtfüßigen und dicht wirkenden Geschichte sehr gerne folgt. Auch wenn hier alles mit einer Leichtigkeit des Seins versehen ist, kommt es zu einer überraschenden Wendung gegen Ende des Films, die in dieser Fasson nicht zu erwarten war. Es entwickelt sich sozusagen eine große Tragik der Komödie, die das Angebot schlussendlich unerwartet veredeln kann. Im weitläufigen und qualitativ sehr unterschiedlich ausgefallenen Spektrum der italienischen Komödie avanciert "Die Freundin war immer dabei" zu mehr als einem Achtungserfolg und es macht einfach Spaß, dem gut dosierten Humor, den ideenreichen Turbulenzen und vor allem den beiden Hauptdarstellerinnen Claudia Cardinale und Catherine Spaak bei ihrem entfesselten Treiben zuzusehen.
Marcello Fondatos "Die Freundin war immer dabei" stellt einen sehenswerten Vertreter der Commedia all’italiana dar, der sich weniger über Slapstick als über eine spürbare satirische Schärfe und eine präzise Alltagsbeobachtung definiert, ohne dabei in Plattitüden abzudriften. Die Geschichte der beiden Freundinnen geht originelle Wege, nimmt gewitzte Hürden und zeigt eine Doppelbödigkeit, die für einen Vertreter des Genres insgesamt überraschend wirkt. Marta und Nanda verbindet in erster Linie ihre Attraktivität und die daher unverständliche Einsamkeit, denn sie lernen keine adäquaten Männer kennen, weil alle irgendeine Macke haben. Bereits 1969 hergestellt, gelangte der Film erst vier Jahre später durch den Großverleih Constantin in die bundesdeutschen Kinos, was darauf schließen lässt, dass er lediglich als Programmfüller eingekauft und vermarktet wurde, am Ende schließlich keinen kommerziellen Erfolg erzielen konnte. Wie seinerzeit üblich, wurde auch hier die Strategie verfolgt, den Film über eine humorvoller wirkende Synchronisation massentauglicher zu machen, was sich jedoch in Grenzen hält, denn die Dialoge wirken auch heute noch gut konsumierbar. Top besetzt mit Claudia Cardinale und Catherine Spaak, kommt die interessant aufgebaute Struktur der Geschichte zum Tragen, die mit feinen humorigen Spitzen zu animieren weiß. Als die beiden Frauen zusammenziehen, kommt eher der Eindruck einer Zweckgemeinschaft auf, von Freundinnen kann beinahe keine Rede sein, aber sie finden sich notgedrungen auf einer gemeinsamen Ebene wieder. Dass eine beinahe ausschließliche Definition über Männer stattfindet, klingt zwar einfach und treibend für die Geschichte, jedoch wenig ertragreich, da alle Freier über irgendeinen Makel verfügen, der nicht so leicht wegzudiskutieren ist. Der eine arbeitet lieber als zu lieben, der andere liebt lieber eine nach der anderen, ohne großartig zu arbeiten, und so weiter. In der Reihe stehen namhafte männliche Darsteller, die zu dieser Zeit ebenfalls als Stars des internationalen Kinos gehandelt wurden. Robert Hoffmann, John Phillip Law, Nino Castelnuovo und Antonio Sabàto. Mit ihnen werden jeweils Affären zustande kommen, die in amüsanten Komplikationen gipfeln.
Das Duo Cardinale und Spaak präsentiert sich hier als gut eingespielte Wucht, es ist klar, dass sich die Wohnung schon bald zu einem hoch frequentierten Liebesnest entwickeln wird. Doch es gibt Abstriche. Als der stotternde John Phillip Law mit auf die Bude gebracht wird, beginnt er gleich, sich wortlos auszuziehen. Die verblüffte Marta zieht nach und freut sich über die unerwartete Spontanität der Aktion, doch dann kommt alles anders. Der Maler zieht gleich darauf seine Arbeitsmontur an, um die Wohnung zu streichen und lässt die verdutzte Frau im Negligé einfach stehen. Robert Hoffmann ist als Vertreter für Modeschmuck in erster Linie daran interessiert, seine Waren an die Frau zu bringen. Als die eine ihre ablehnende Haltung nicht aufgibt, springt Nanda ein, doch man hört kaum etwas anderes als die Betonung von unschlagbaren Sonderpreisen. Antonio Sabàto spielt einen verlobten Draufgänger, der sich von Bett zu Bett hangelt, da seine Braut nichts für Bettakrobatik übrigzuhaben scheint. So wird jeder Etappe Frau erzählt, dass sie viel besser sei als die vorige. Marcello Fondato schafft es durchgehend, ein besonderes Flair durch Schauplätze, Kulissen, Carlo Rustichellis Easy-Listening-Sound und die schauspielerische Dynamik aufkommen zu lassen. Die dabei wahrzunehmende Situationskomik wirkt echt und nicht überfrachtet. Viele Alltagssituationen erscheinen überaus familiär und vertraut, man sieht die Protagonisten bei der Arbeit, Haushaltsaktivitäten, beim Essen, Tanzen, Einkaufen und Zanken, sodass man dieser leichtfüßigen und dicht wirkenden Geschichte sehr gerne folgt. Auch wenn hier alles mit einer Leichtigkeit des Seins versehen ist, kommt es zu einer überraschenden Wendung gegen Ende des Films, die in dieser Fasson nicht zu erwarten war. Es entwickelt sich sozusagen eine große Tragik der Komödie, die das Angebot schlussendlich unerwartet veredeln kann. Im weitläufigen und qualitativ sehr unterschiedlich ausgefallenen Spektrum der italienischen Komödie avanciert "Die Freundin war immer dabei" zu mehr als einem Achtungserfolg und es macht einfach Spaß, dem gut dosierten Humor, den ideenreichen Turbulenzen und vor allem den beiden Hauptdarstellerinnen Claudia Cardinale und Catherine Spaak bei ihrem entfesselten Treiben zuzusehen.