Frankreich, Italien 1963
Originaltitel: Symphonie pour un massacre
Darsteller:
Michel Auclair
Claude Dauphin
José Giovanni
Charles Vanel
Jean Rochefort
Michèle Mercier
Daniela Rocca
Fünf Männer, die ihr Geld auf unterschiedliche, mehr oder weniger legale Weise verdienen, tun sich zusammen, um eine große Drogenlieferung zu ordern. Einer der fünf soll das Bargeld mit dem Zug zum Dealer bringen. Wie das bei Gangstern eben so ist, übt so ein Koffer voller Dollars aber eine gewisse Anziehungskraft aus, so dass einer der fünf den Plan schmiedet, sich die Tasche anzueignen, bevor sie an ihrem Bestimmungsort ankommt. Der Plan ist gut und seine Ausführung klappt wie am Schnürchen. Der Geldkoffer ist verschwunden, der Kurier tot, die Gangsterkollegen ratlos. Doch der Teufel steckt bekanntlich im Detail...
Gemächlicher, aber packender Krimi mit hervorragender Besetzung und gelungenem Drehbuch. Jean Rochefort geht unter die Haut, Charles Vanel sehe ich immer sehr gerne und die beiden Damen Mercier und Rocca sind trotz ihrer verhältnismäßig geringen Screentime ein Gewinn für den Film, der sich hinter anderen, bekannteren Werken Derays nicht verstecken muss. Überdurchschnittlich.
SIEBEN TOTE HAT DIE WOCHE - Jacques Deray
Re: SIEBEN TOTE HAT DIE WOCHE - Jacques Deray
Der läuft morgen bei Arte, falls Interesse besteht.
- Richie Pistilli
- Beiträge: 5801
- Registriert: Sa., 31.10.2020 17:25
- Wohnort: Provinzmetropole an Rhein und Mosel
- Kontaktdaten:
- Richie Pistilli
- Beiträge: 5801
- Registriert: Sa., 31.10.2020 17:25
- Wohnort: Provinzmetropole an Rhein und Mosel
- Kontaktdaten:
Re: SIEBEN TOTE HAT DIE WOCHE - Jacques Deray
Sieben Tote hat die Woche (D)
Symphonie pour un massacre (F)
Sinfonia per un massacro (IT)
Ronda de crímenes (ES)
Sinfonia para um massacre (POR)
Symphony for a Massacre
The Mystifiers
F / IT 1963
R: Jacques Deray
D: Michel Auclair, Claude Dauphin, José Giovanni, Charles Vanel, Jean Rochefort, Michèle Mercier, Daniela Rocca, Claude Cerval, Marcello Pagliero u.a.
Deutsche Erstaufführung: 23.04.1964
Synchron-Forum
Mediathek (ARTE)
Score: Michel Magne
OFDb
In Paris beschließen die fünf Männer Jabeke (Jean Rochefort), Moreau (José Giovanni), Paoli (Charles Vanel), Clavet (Michel Auclair) und Valoti (Claude Dauphin), gemeinsam in ein großes Drogengeschäft zu investieren. Jeder bringt einen Teil des benötigten Geldes auf, um eine Lieferung von Marseille zu finanzieren. Die Durchführung scheint sorgfältig geplant, doch hinter der Fassade gegenseitigen Vertrauens verfolgt mancher Beteiligter eigene Interessen. Einer der Männer, Jabeke, schmiedet heimlich den Plan, seine Komplizen auszuspielen und die gesamte Beute für sich zu behalten. Während die Vorbereitungen laufen, wächst das Misstrauen innerhalb der Gruppe, alte Rivalitäten brechen auf und persönliche Beziehungen werden zu Schwachstellen. Als schließlich Moreau von Paoli mit dem Geld in den Zug nach Marseille gesetzt wird, um den Drogendeal abzuschließen, folgt Jabeke ihm inkognito und beginnt sein mörderisches Spiel... Aus dem gemeinsamen Coup entsteht ein Machtkampf, in dem Verrat, Manipulation und Gewalt die Oberhand gewinnen. Während Jabeke versucht, seine Spuren zu verwischen und die anderen gegeneinander auszuspielen, geraten nach und nach alle Beteiligten in eine Spirale aus Angst und gegenseitigen Verdächtigungen, Tod und Verderben. [Quelle: ARTE)
Ein ganz hervorragender Film, den Jacques Deray 1963 nach einem ausgeklügelten Drehbuch von Claude Sautet und José Giovanni inszenierte. Dabei handelte es sich um Derays dritten Film, den er als Regisseur auf die Beine stellte. Letztlich entpuppt sich der überdurchschnittliche Kriminalfilm als eine Melange aus französischem Film Noir und psychologischem Thriller, der mit fast schon spartanischen Dialogen aufwartet. Hinzu gesellt sich eine beklemmende Atmosphäre, die durchgängig für ein hohes Spannungspotenzial sorgt. Obwohl der Film auf pompöse Virtuosität und Effekthascherei verzichtet, kann die schnörkellose Bildgestaltung des Kameramanns Claude Renoir voll und ganz überzeugen. Außerdem bevorzugte Jacques Deray seinen Gangsterfilm an realen Drehorte in Paris zu drehen. Was die Schauspieler betrifft, so legen diese durch die Bank weg eindrucksvolle Darbietungen an den Tag. Dabei ist jeder Einzelne von ihnen dermaßen verwegen, dass es dem Zuschauer schwer fällt, unter den fünf skrupellosen Teilhabern, die allesamt emotionslos und selbstbezogen agieren, auch nur eine einzige Identifaktionsfigur auszumachen. Umso größer ist der Verdienst der fünf Schauspieler, solche Mistkerle mit asketischer Strenge und sparsamen Dialogen auf erstklassige Art und Weise darzustellen. Was den deutschen Filmtitel anbelangt, so stellt sich dieser als der größte Unfug heraus, denn anstatt der suggerierten sieben Morde sind es letzten Endes nur fünf, wobei die letzte Tat zugleich für eine größere Überraschung sorgt, die dem Film wiederum einen bitterbösen Abgang bereitet. Aktuell bietet ARTE den Film noch bis zum 24.11.2026 in ihrer Mediathek an, wobei neben der französischen Sprachfassung auch die seltene, deutsche Synchronfassung zur Verfügung steht, die seit der damaligen Kinoaufführung nicht mehr zu sehen und zu hören war. Dabei handelt es sich um eine ganz exzellente Synchro, für die seit gestern Abend die ersten Hintergrundinfos im Synchron-Forum zusammengetragen werden. Alles in Allem ein überragender Film, der in allen Belangen überzeugt.
Danke an ephedrino für den heißen Tipp!
"Jaques Deray wurde am 19. Februar 1929 in Lyon geboren und starb am 9. August 2003 in Paris im Alter von 74 Jahren. Er drehte vor allem Kriminalfilme und wurde häufig als Hitchcock des französischen Films bezeichnet. Filme wie "Der Swimmingpool" und "Mörderischer Engel" machten Deray auch international berühmt. Mit "Sieben Tote hat die Woche" knüpfte er an das Genre des amerikanischen Gangsterfilms an, der von Action lebt, und erweiterte es um die psychologische Komponente. Ihm gelang ein präzise konstruiertes Kriminaldrama, das zeigt, wie Gier und Misstrauen selbst eingespielte Partnerschaften zerstören können."
(Quelle)
"Überdurchschnittlicher Kriminalfilm; bemerkenswert in der Spannungsdramaturgie, den darstellerischen Leistungen und der Kameraarbeit."
(Quelle)
Filmplakate:
► Text zeigen
Score:
► Text zeigen
Trailer:
Re: SIEBEN TOTE HAT DIE WOCHE - Jacques Deray
Freut mich, dass er dir auch so gut gefallen hat.
- Richie Pistilli
- Beiträge: 5801
- Registriert: Sa., 31.10.2020 17:25
- Wohnort: Provinzmetropole an Rhein und Mosel
- Kontaktdaten:
Re: SIEBEN TOTE HAT DIE WOCHE - Jacques Deray
Die Synchronfassung ist auch durchweg gelungen.
Finde, dass der Film bereits ein klein wenig den Melville-Spirit vorwegnimmt.
Finde, dass der Film bereits ein klein wenig den Melville-Spirit vorwegnimmt.