● SCHREI - DENN ICH WERDE DICH TÖTEN! / SCHOOL'S OUT - SCHREI, DENN ICH WERDE DICH TÖTEN! / ZEIG KEINE ANGST (D|1999) [TV]
mit Katharina Wackernagel, Niels-Bruno Schmidt, Marlène Meyer-Dunker, Nils Nelleßen, Rita Lengyel, Sandra S. Leonhard,
Raphaël Vogt, Enie van de Meiklokjes, Michael Habeck, Dmitri Alexandrov, Ludwig Boettger, Robert Sigl sowie Urs Remond
eine Produktion der Real Film | im Auftrag von RTL
ein Fernsehfilm von Robert Sigl
»Ich könnte Norman Bates sein!«
Der Abend einer Abi-Feier soll für Spaß und neue Perspektiven stehen, doch die ausgelassene Feierlaune wird durch puren Wahnsinn überschattet. In den dunklen Gängen und Räumen der Schule treibt ein maskierter Killer sein Unwesen und trachtet den Schülern nach dem Leben. Es dauert nicht lange, bis das erste Todesopfer in diesem klaustrophobischen Ambiente zu beklagen ist. Auch Nina (Katharina Wackernagel) wurde von dem Mörder mit einer roten Maske verfolgt und konnte ihm gerade noch entkommen. Niemand ahnt, wer sich hinter der Verkleidung verbirgt und schon wenig später schlägt der Killer erneut zu …
Nachdem der US-Erfolg "Scream - Schrei!" das traditionell beliebte Slasher-Genre wiederbelebt hatte, kam es zu einer Vielzahl nachfolgender Blockbuster aus dem diesem Bereich. Sogar der Kölner Privatsender RTL wagte sich an eine deutsche Version mit nahezu identischen Stilmitteln, außerdem ebenso bekannter Thematik. Animiert und getragen von einem regelrecht aufgekommenen Hype wurde "Schrei - denn ich werde dich töten!" inklusive Nachfolger produziert und avancierte zu einem Quotenhit. Mit 6,7 Millionen Zuschauern konnte sich Robert Sigls weitgehend imitierte deutsche Antwort auf große Vorbilder alleine von den Zahlen her sehen lassen, wurde jedoch von der Kritik hauptsächlich verhalten bis negativ aufgenommen, obwohl ihm ein solider Inszenierungsstil bescheinigt wurde. Falls man die Beiträge rund um den blutigen und oft doppelbödigen Teenie-Slasher seinerzeit gerne konsumiert hat, war die Wahrscheinlichkeit nicht gerade gering, auch in diese Version zu schalten, zumal sie frei Haus geliefert wurde. Bestückt mit einer Art ausgewiesener RTL-Entourage, wird eine leidlich originelle Geschichte aufgerollt, die ganz im guten Ton des Genres vordergründig auf Schock-Effekte angelegt ist. Das Angebot wirkt vergleichsweise natürlich kleiner, ideenloser und beinahe provinzieller, doch falls man in diesem Subgenre ein dankbarer Konsument von allem Möglichen war, wollte man sich die blutige Abi-Feier zumindest nicht entgehen lassen. Der Verlauf beginnt düster und verheißungsvoll, in strömendem Regen auf einer abgelegenen Straße. Eine Abiturientin trifft auf einen liegen gebliebenen Wagen und lässt den Fahrer aus Angst einfach stehen. Erstaunlicherweise ruft dieser unmittelbar danach auf dem Diensthandy des Taxis an, das sie sich von ihrem Vater "ausgeliehen" hat, denn die Reklame samt Telefonnummer war am Auto zu sehen. Zu sehen und hören ist ein nahezu identisches Gespräch wie mit Casey Becker alias Drew Barrymore aus "Scream", was kaum noch als spektakulär eingestuft werden kann, da auch die Dialoge einfach nicht besonders gut sind. Frühe Ungereimtheiten wecken den Kritiker im Zuschauer, sodass alles noch viel genauer unter die Lupe genommen wird, als ohnehin schon. Das weitere Setting ist eine Abi-Feier, die in einer Art Grusel-Gemäuer stattfindet. Vieles wirkt gleich zu Beginn etwas dick aufgetragen, doch man hält sich mit der hohen Wahrscheinlichkeit über Wasser, dass kommende Slasher-Momente ebenso wirkungsvoll inszeniert und falsche Fährten gelegt werden, als anderswo.
Die junge Frau aus dem Taxi ist spurlos verschwunden, obwohl das Auto vor der Schule geparkt ist, dennoch kommt einem diese Tatsache kaum komisch vor, denn immerhin gibt es ja Kofferräume oder andere Möglichkeiten. Dennoch schaut man auf Geschehnisse, die von Beginn an reichlich konstruiert wirken, doch es geht ganz stringent im Text weiter, nachdem die wichtigsten Personen vorgestellt wurden. Ein Abi-Streich soll vorbereitet werden, um die Lehrer das Fürchten zu lehren. Zu diesem Zweck soll ein regelrechtes Gruselkabinett in den Klassenräumen platziert werden, aus dem sich eine Art Harlekin noch selbstständig machen wird. Mit Scheren und Stichwaffen aller Art geht es auf Jagd nach den Schülerinnen und Schülern und hier können sich die Verfolgungsszenen und Morde tatsächlich ganz gut sehen lassen. Der Film schafft es trotz seiner Grobschlächtigkeit etwa eine Stunde lang gut zu unterhalten, bis man dem Finale entgegensieht, welches am Ende einfach nur plump wirkt und dem Empfinden nach keine glückliche Allianz mit der Wahrscheinlichkeit eingeht. Das Schauspielensemble setzt sich auch mehr oder minder angesagten Gesichtern der Jahrtausendwende zusammen und kann in Teilen überzeugen. Hier zu nennen ist vor allem Katharina Wackernagel, die eine gut anzunehmende Variante der verfolgten Unschuld anbietet. Sie schafft es im Handumdrehen, Sympathie und den Eindruck von Tugenden aufzubauen, sodass es nicht schwerfällt, mit ihr mitzufiebern. Niels-Bruno Schmidt, Nils Nelleßen, Sandra S. Leonhard oder etwa Urs Remond inszenieren sich mitunter recht wirkungsvoll, wenngleich sich auch viele Charaktere unter den Abiturienten oder Opfern befinden, die keinen besonderen Zugang für das Publikum anbieten. Das eigentlich wenig überraschende Ende der tödlichen Abi-Veranstaltung wirkt wie gesagt zu konstruiert und verliert sich im eigenen Übertrumpfen ausgefallener Ideen, bis man zu dem Schluss kommt, dass "Schrei - denn ich werde dich töten!" insgesamt unterhaltsam ausgefallen ist, allerdings keine wirklich ernstzunehmende Konkurrenz für den Durchschnitt des Genres darstellt. Dass der Film seinerzeit sehr erfolgreich im Fernsehen gelaufen ist, stell schlussendlich auch keine sehr große Überraschung dar, denn das Angebot ist zumindest für RTL-Verhältnisse gar nicht einmal so schlecht ausgefallen, doch Robert Sigls Beitrag lässt sich eben nur im direkten Vergleich auf- oder abwerten, da er über zu wenig Individualität und eigene Substanz verfügt, die bei ausgewiesenen Klassikern des Genres so wichtig ist.
Nachdem der US-Erfolg "Scream - Schrei!" das traditionell beliebte Slasher-Genre wiederbelebt hatte, kam es zu einer Vielzahl nachfolgender Blockbuster aus dem diesem Bereich. Sogar der Kölner Privatsender RTL wagte sich an eine deutsche Version mit nahezu identischen Stilmitteln, außerdem ebenso bekannter Thematik. Animiert und getragen von einem regelrecht aufgekommenen Hype wurde "Schrei - denn ich werde dich töten!" inklusive Nachfolger produziert und avancierte zu einem Quotenhit. Mit 6,7 Millionen Zuschauern konnte sich Robert Sigls weitgehend imitierte deutsche Antwort auf große Vorbilder alleine von den Zahlen her sehen lassen, wurde jedoch von der Kritik hauptsächlich verhalten bis negativ aufgenommen, obwohl ihm ein solider Inszenierungsstil bescheinigt wurde. Falls man die Beiträge rund um den blutigen und oft doppelbödigen Teenie-Slasher seinerzeit gerne konsumiert hat, war die Wahrscheinlichkeit nicht gerade gering, auch in diese Version zu schalten, zumal sie frei Haus geliefert wurde. Bestückt mit einer Art ausgewiesener RTL-Entourage, wird eine leidlich originelle Geschichte aufgerollt, die ganz im guten Ton des Genres vordergründig auf Schock-Effekte angelegt ist. Das Angebot wirkt vergleichsweise natürlich kleiner, ideenloser und beinahe provinzieller, doch falls man in diesem Subgenre ein dankbarer Konsument von allem Möglichen war, wollte man sich die blutige Abi-Feier zumindest nicht entgehen lassen. Der Verlauf beginnt düster und verheißungsvoll, in strömendem Regen auf einer abgelegenen Straße. Eine Abiturientin trifft auf einen liegen gebliebenen Wagen und lässt den Fahrer aus Angst einfach stehen. Erstaunlicherweise ruft dieser unmittelbar danach auf dem Diensthandy des Taxis an, das sie sich von ihrem Vater "ausgeliehen" hat, denn die Reklame samt Telefonnummer war am Auto zu sehen. Zu sehen und hören ist ein nahezu identisches Gespräch wie mit Casey Becker alias Drew Barrymore aus "Scream", was kaum noch als spektakulär eingestuft werden kann, da auch die Dialoge einfach nicht besonders gut sind. Frühe Ungereimtheiten wecken den Kritiker im Zuschauer, sodass alles noch viel genauer unter die Lupe genommen wird, als ohnehin schon. Das weitere Setting ist eine Abi-Feier, die in einer Art Grusel-Gemäuer stattfindet. Vieles wirkt gleich zu Beginn etwas dick aufgetragen, doch man hält sich mit der hohen Wahrscheinlichkeit über Wasser, dass kommende Slasher-Momente ebenso wirkungsvoll inszeniert und falsche Fährten gelegt werden, als anderswo.
Die junge Frau aus dem Taxi ist spurlos verschwunden, obwohl das Auto vor der Schule geparkt ist, dennoch kommt einem diese Tatsache kaum komisch vor, denn immerhin gibt es ja Kofferräume oder andere Möglichkeiten. Dennoch schaut man auf Geschehnisse, die von Beginn an reichlich konstruiert wirken, doch es geht ganz stringent im Text weiter, nachdem die wichtigsten Personen vorgestellt wurden. Ein Abi-Streich soll vorbereitet werden, um die Lehrer das Fürchten zu lehren. Zu diesem Zweck soll ein regelrechtes Gruselkabinett in den Klassenräumen platziert werden, aus dem sich eine Art Harlekin noch selbstständig machen wird. Mit Scheren und Stichwaffen aller Art geht es auf Jagd nach den Schülerinnen und Schülern und hier können sich die Verfolgungsszenen und Morde tatsächlich ganz gut sehen lassen. Der Film schafft es trotz seiner Grobschlächtigkeit etwa eine Stunde lang gut zu unterhalten, bis man dem Finale entgegensieht, welches am Ende einfach nur plump wirkt und dem Empfinden nach keine glückliche Allianz mit der Wahrscheinlichkeit eingeht. Das Schauspielensemble setzt sich auch mehr oder minder angesagten Gesichtern der Jahrtausendwende zusammen und kann in Teilen überzeugen. Hier zu nennen ist vor allem Katharina Wackernagel, die eine gut anzunehmende Variante der verfolgten Unschuld anbietet. Sie schafft es im Handumdrehen, Sympathie und den Eindruck von Tugenden aufzubauen, sodass es nicht schwerfällt, mit ihr mitzufiebern. Niels-Bruno Schmidt, Nils Nelleßen, Sandra S. Leonhard oder etwa Urs Remond inszenieren sich mitunter recht wirkungsvoll, wenngleich sich auch viele Charaktere unter den Abiturienten oder Opfern befinden, die keinen besonderen Zugang für das Publikum anbieten. Das eigentlich wenig überraschende Ende der tödlichen Abi-Veranstaltung wirkt wie gesagt zu konstruiert und verliert sich im eigenen Übertrumpfen ausgefallener Ideen, bis man zu dem Schluss kommt, dass "Schrei - denn ich werde dich töten!" insgesamt unterhaltsam ausgefallen ist, allerdings keine wirklich ernstzunehmende Konkurrenz für den Durchschnitt des Genres darstellt. Dass der Film seinerzeit sehr erfolgreich im Fernsehen gelaufen ist, stell schlussendlich auch keine sehr große Überraschung dar, denn das Angebot ist zumindest für RTL-Verhältnisse gar nicht einmal so schlecht ausgefallen, doch Robert Sigls Beitrag lässt sich eben nur im direkten Vergleich auf- oder abwerten, da er über zu wenig Individualität und eigene Substanz verfügt, die bei ausgewiesenen Klassikern des Genres so wichtig ist.