SÜNDE MIT RABATT - Rudolf Lubowski

Sexwellen, Kriminalspaß und andere Krautploitation.
Antworten
Benutzeravatar
Prisma
Beiträge: 6078
Registriert: Sa., 31.10.2020 18:11

SÜNDE MIT RABATT - Rudolf Lubowski

Beitrag von Prisma »



Sünde mit Rabatt.JPG

● SÜNDE MIT RABATT (D|1968)
mit Claus Holm, Silvia Frank, Eva Astor, Nino Korda, Paula Braendt, Rolf Wanka, Li Menon, Werner Cartano, Annemarie Dick, Christine Schuberth, Irene Fritsche,
Ursula Tröndle, Karl Arnold, Renate Pichler, Joachim Reinecke, Lothar Grytzmann, Heinrich Kiefer sowie Adrian Hoven, Margarete Reinhardt und Mona Baptiste
ein Gopa Film | im Auftrag der Reinhardt Film | im AB Verleih
ein Film von Rudolf Lubowski

Sünde mit Rabatt (1).JPG
Sünde mit Rabatt (2).JPG
Sünde mit Rabatt (4).JPG
Sünde mit Rabatt (5).JPG
Sünde mit Rabatt (6).JPG
Sünde mit Rabatt (9).JPG
Sünde mit Rabatt (12).JPG
Sünde mit Rabatt (17).JPG
Sünde mit Rabatt (19).JPG

»Wer heute noch weint, ist selber dran schuld!«


Eine Prostituierte wird ermordet aufgefunden. Die Spur führt in ein berüchtigtes Nachtlokal mit Bordellbetrieb namens "Apollo", in dem die Gäste zunächst mit Tanzeinlagen und Stripteasenummern animiert werden, um anschließend mit den Damen ihrer Wahl in den Hinterzimmern zu verschwinden. Der Polizei ist dieses Etablissement samt Chefin (Margarethe Reinhardt) einschlägig bekannt. Unter der Führung von Kriminalkommissar Weber (Claus Holm) werden die Ermittlungen in diesem bislang undurchsichtigen Fall aufgenommen, doch in der Zwischenzeit ereignet sich ein weiteres Verbrechen …

Die Regie-Karriere des Filmemachers Rudolf Lubowski beschränkt sich lediglich auf vier Spielfilme, die im Gros unter dem Sex-Krimi-Gütesiegel in die Kinos kamen. Um die Herstellung von "Sünde mit Rabatt" halten sich nach wie vor zahlreiche Mythen, die mitunter auf Margarete Reinhardt zurückzuführen ist, die im Film sogar in einer Rolle zu sehen ist. Die aus kleinbürgerlichen Verhältnissen stammende Reinhardt prägte das Rotlichtmilieu in Stuttgart und Karlsruhe über Jahrzehnte als sogenannte "Rotlicht-Königin" und legte eine regelrechte Karriere hin, um nebenbei sogar als Filmproduzentin in Erscheinung zu treten. Die von ihrer im Jahr 1962 gegründeten Produktionsfirma beauftragte Gopa Film wurde bereits Anfang der 70er-Jahre abgewickelt. Lubowski inszenierte noch thematisch ähnlich gelagerte Reißer wie "Wer weint denn schon im Freudenhaus" oder "Immer bei Vollmond", die teils sogar kleine Achtungserfolge einfahren konnten, jedoch einstimmig von der Kritik verrissen wurden. "Sünde mit Rabatt" erinnert in vielerlei Hinsicht an den ebenfalls von Reinhardt und Gopa hergestellten Ákos von Ráthonyi-Film "St. Pauli Herbertstraße", der jedoch insgesamt in qualitativ höheren Sphären anzusiedeln ist. So kann man sich bei Ansicht dieses einige Jahre später entstandenen Films nicht des Eindrucks verwehren, dass das hier präsentierte Angebot bereits hinlänglich bekannt ist. Der Verlauf beginnt mit einer schönen Panoramafahrt durch die Stadt, der Vorspann präsentiert dabei einige gute alte Bekannte, die dieses Szenario gut aufmischen dürften. Die Kamera ist um dynamische Bildeindrücke bemüht, kann sich mit diesem Vorhaben jedoch nicht global durchsetzen, da die Studiokulissen oft zu eintönig und schäbig wirken. So entsteht eine deutliche Diskrepanz zwischen den wenigen atmosphärischen Außenaufnahmen und den Interieurs. Attraktive Frauen animieren Gäste und Publikum vor Ort und unter den Zuschauern mit lasziven Tanzeinlagen, die mit ihrer klassischen Untermalung von etwa Tschaikowskis Klavierkonzert Nr.1 op.23 in b-Moll oder Maurice Ravels Boléro vor allem akustisch zu gefallen wissen. Durch die Ankündigung des Titels wäre ein ordinäreres Angebot jedoch wünschenswerter gewesen. Überhaupt wirkt der Verlauf mit seiner dünnen kriminalistischen Handlung arg durch derartige Einlagen aus dem "Apollo" gestreckt, sodass beinahe der Eindruck von Substanzlosigkeit aufkommt.

Eine gut wahrzunehmende Ferne zu gehobenem sprachlichen Niveau wertet die Dialogarbeit in vielen Szenen im Sinne der Veranstaltung auf, bis man schließlich ohne Probleme in das Geschehen eintauchen kann, ohne wohlgemerkt Wunder erwarten zu können. Interessant ist die Besetzungsliste, in die sich wieder einmal ein paar wenige Interpreten verirrt haben, die man dort nicht unbedingt vermutet hätte. Dies gilt dem Empfinden nach vielleicht vornehmlich für Claus Holm, Paula Braendt, Rolf Wanka und Adrian Hoven, aber der Zeitgeist geht bekanntermaßen nur an den wenigsten vorbei. Im Grunde genommen lässt sich keine einzige Rolle finden, die besonders große Screentime beansprucht oder einen expliziten Stellenwert im Szenario einnimmt, vielmehr lässt sich in ausgewählten Intervallen ein gutes Händchen für die Materie herauslesen, sodass der Verlauf seine Unterhaltsamkeit langsam aber sicher aufbauen kann. Bekannte Sternchen des Genre-Films, wie etwa Eva Astor, Sylvia Frank oder Christine Schuberth, sorgen für die nötigen erotischen Präparationen und Schwingungen, können sich jedoch nicht gegen den Eindruck stemmen, dass insgesamt recht zahm agiert wird und die entsprechenden Bildeindrücke zu keiner Zeit zur Sünde, sondern eher in Richtung Rabatt gehen. Interessant bleiben die Mitwirkungen von Margarete Reinhardt und Nino Korda, der als widerlicher Zuhälter ohne Skrupel überzeugen kann. Vor allem aber Paula Braendt als olle Puffmutter macht ihre Sache wirklich gut, da sie schlussendlich absolut konträr zu dem besetzt wirkt, wie man sich eine Geschäftsfrau dieses Schlages eigentlich vorstellt. Der Film verfügt leider über Phasen des Leerlaufs, schöpft aber auch hier sein unterhaltendes Grundpotenzial aus spekulativem Sex und Crime ab, sodass man dem Geschehen auch dann folgen wird, wenn es denn etwas zu wünschen übrig lässt. Gegen Ende stellt sich natürlich die Frage, wer für die Mordserie verantwortlich ist, doch es tun sich weder Abgründe auf, noch Überraschungen hervor, sodass natürlich auch beim Thema Spannung zahlreiche Möglichkeiten liegen gelassen werden. Alles in allem kann die Sichtung von "Sünde mit Rabatt" eine Lücke im Genre schließen und vertreibt einem die Zeit trotz aller Kritikpunkte recht gut. Richtet man jedoch einen konkreten Blick auf die Genre-Konkurrenz, verliert sich Rudolf Lubowskis Beitrag in der Peripherie des Durchschnitts.

Benutzeravatar
Dschallogucker
Beiträge: 774
Registriert: Do., 10.12.2020 14:02

Re: SÜNDE MIT RABATT - Rudolf Lubowski

Beitrag von Dschallogucker »

Hast du die Blu gekauft? Da sollen doch neben dem kleinen Booklet 2 oder 3 Filmfassungen drauf sein?

Benutzeravatar
Richie Pistilli
Beiträge: 5590
Registriert: Sa., 31.10.2020 17:25
Wohnort: Provinzmetropole an Rhein und Mosel
Kontaktdaten:

Re: SÜNDE MIT RABATT - Rudolf Lubowski

Beitrag von Richie Pistilli »

Schnittbericht: Alternative Filmfassung - Kinofassung
https://www.schnittberichte.com/schnitt ... ?ID=855657


"Am 21. November 2025 erschien der Film von TG Vision Gate erstmals als HD- und DVD-Premiere in der Amaray. Nach seiner Kinopremiere im Jahr 1968 blieb Sünde mit Rabatt unveröffentlicht für den Heimkinobereich. Das Bildmaster ist 2K-Remastered. Neben der Kinofassung ist eine alternative Schnittfassung enthalten. In der alternativen Fassung wurden einige der Erotikszenen abgeschwächt, entweder durch Kürzungen oder durch die Verwendung von alternativem Bildmaterial. Die Szene von der Beerdigung von Inge fehlt komplett. Bei der alternative Fassung diente der 2K-Transfer als Grundlage. Die exkusliven Szenen dieser Fassung wurden von einer SD-Quelle eingefügt. In der Kinofassung stammen ebenfalls ca. 2 Minuten von dieser SD-Quelle, da diese scheinbar nicht komplett war. Eine sehr schöne Veröffentlichung dieses raren Films."




Muss noch ein paar Tage warten, bis mir die BD vorliegt. :(

Benutzeravatar
Dschallogucker
Beiträge: 774
Registriert: Do., 10.12.2020 14:02

Re: SÜNDE MIT RABATT - Rudolf Lubowski

Beitrag von Dschallogucker »

Ich hatte vor paar Tagen den Hersteller angeschrieben, der prompt geantwortet hat
Dummerweise ist die Mail unabsichtlich gelöscht, ich weiß aber noch, dass auf der DVD nur 1 Fassung, auf der Blu dagegen gleich 3 sein sollen
Beiden Datenträgern liegt aber das Booklet bei

TRAXX
Beiträge: 516
Registriert: Fr., 30.10.2020 03:13

Re: SÜNDE MIT RABATT - Rudolf Lubowski

Beitrag von TRAXX »

Dschallogucker hat geschrieben:
Sa., 22.11.2025 22:13
Hast du die Blu gekauft? Da sollen doch neben dem kleinen Booklet 2 oder 3 Filmfassungen drauf sein?
Sind 3 Fassungen drauf:

- Kinofassung (restauriert)
- Kinofassung (nicht restauriert)
- Alternative Fassung (würde man im Englischen als "Clothed" bezeichnen, also ohne Nacktszenen)

Benutzeravatar
Prisma
Beiträge: 6078
Registriert: Sa., 31.10.2020 18:11

Re: SÜNDE MIT RABATT - Rudolf Lubowski

Beitrag von Prisma »

Dschallogucker hat geschrieben:
Sa., 22.11.2025 23:59
ich weiß aber noch, dass auf der DVD nur 1 Fassung, auf der Blu dagegen gleich 3 sein sollen

Das mit der Blu stimmt, aber auf der DVD sind auch zwei Fassungen enthalten.
Die reguläre Kinofassung und eine andere Schnittfassung mit alternativem Ende.

Benutzeravatar
Dschallogucker
Beiträge: 774
Registriert: Do., 10.12.2020 14:02

Re: SÜNDE MIT RABATT - Rudolf Lubowski

Beitrag von Dschallogucker »

danke für die schnellen Antworten (dafür ist TRAXX sogar mitten in der Nacht aufgestanden :mrgreen: )

KRIMI!
Beiträge: 94
Registriert: So., 10.11.2024 11:41

Re: SÜNDE MIT RABATT - Rudolf Lubowski

Beitrag von KRIMI! »

Die Blu-Ray liegt bei mir auch schon parat. Tolle Informationen im Booklet, auch wenn's eher ein Faltblatt ist. Aber so wünsche ich mir das bei einigen anderen VÖs...
LG

Benutzeravatar
Dschallogucker
Beiträge: 774
Registriert: Do., 10.12.2020 14:02

Re: SÜNDE MIT RABATT - Rudolf Lubowski

Beitrag von Dschallogucker »

Ich kriege den Film wahrscheinlich Anfang Dezember. Schön, dass das booklet gut ist. Bei dieser Firma war das in der Vergangenheit eher nicht so, auf 8 Seiten viele Fotos und kaum Text

Benutzeravatar
Richie Pistilli
Beiträge: 5590
Registriert: Sa., 31.10.2020 17:25
Wohnort: Provinzmetropole an Rhein und Mosel
Kontaktdaten:

Re: SÜNDE MIT RABATT - Rudolf Lubowski

Beitrag von Richie Pistilli »

Schnittbericht: unrestaurierte Kinofassung - Kinofassung
https://www.schnittberichte.com/schnitt ... p?ID=35267

Benutzeravatar
Richie Pistilli
Beiträge: 5590
Registriert: Sa., 31.10.2020 17:25
Wohnort: Provinzmetropole an Rhein und Mosel
Kontaktdaten:

Re: SÜNDE MIT RABATT - Rudolf Lubowski

Beitrag von Richie Pistilli »

MV5BODVjZDNkOTQtNzFjNS00MTljLWFkMTctNTVkNGZmYWYxODM0XkEyXkFqcGc@._V1_.jpg


Filmportal

OFDb



Rudolf Lubowskis Sittenreißer SÜNDE MIT RABATT bewegt sich zwischen Exploitation und Aufklärung, wobei der Film aber keinem der beiden Pole gerecht wird. Einerseits entpuppt sich der Film hinsichtlich nackter Tatsachen als äußerst zahm, anderseits konterkariert er die aufklärerische Ebene mit viel zu viel aufreizenden Schauwerten, die der mahnenden Stimme des Streifens diametral entgegenstehen. Als Schauplatz dient ein Nachtclub, in dem fast die ganze Handlung vonstattengeht. Obwohl die Krimihandlung quasi nebenher läuft, und erst im letzten Drittel etwas in Fahrt kommt, hat mir der Film gut gefallen. Das einzige Manko stellten für mir die ausufernden Showeinlagen dar, die den Filmfluss oftmals ausbremsen. Ein bisschen weniger Füllmaterial und dafür etwas mehr Handlung hätte dem Film äußerst gut getan.


Filmrezensionen:

Udo Rothenberg

Oliver Nöding

Benutzeravatar
Prisma
Beiträge: 6078
Registriert: Sa., 31.10.2020 18:11

Re: SÜNDE MIT RABATT - Rudolf Lubowski

Beitrag von Prisma »

Richie Pistilli hat geschrieben:
So., 14.12.2025 20:56
Ein bisschen weniger Füllmaterial und dafür etwas mehr Handlung hätte dem Film äußerst gut getan.

Das war auch mein Eindruck und dennoch habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt. Dann kommt man gegen Ende natürlich auf den Gedanken, welches Gesamtbild entstanden wäre, wenn das ganze Szenario nicht so gestreckt gewirkt hätte. Ich wollte mit[ i]"Sünde mit Rabatt"[/i] aber nochmal zeitnah anschauen, da habe ich nämlich nochmal Lust drauf.

Benutzeravatar
Dschallogucker
Beiträge: 774
Registriert: Do., 10.12.2020 14:02

Re: SÜNDE MIT RABATT - Rudolf Lubowski

Beitrag von Dschallogucker »

Mit der längeren Fassung bin ich heute durch (die andere lohnt wohl kaum). Einige Minuten vor Ende werden die Farben für einige Zeit ganz schlecht, aber die paar letzten Minuten ist es wieder besser, komisch.
► Text zeigen

Benutzeravatar
Richie Pistilli
Beiträge: 5590
Registriert: Sa., 31.10.2020 17:25
Wohnort: Provinzmetropole an Rhein und Mosel
Kontaktdaten:

Re: SÜNDE MIT RABATT - Rudolf Lubowski

Beitrag von Richie Pistilli »

Prisma hat geschrieben:
Di., 16.12.2025 19:23
Richie Pistilli hat geschrieben:
So., 14.12.2025 20:56
Ein bisschen weniger Füllmaterial und dafür etwas mehr Handlung hätte dem Film äußerst gut getan.

Das war auch mein Eindruck und dennoch habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt. Dann kommt man gegen Ende natürlich auf den Gedanken, welches Gesamtbild entstanden wäre, wenn das ganze Szenario nicht so gestreckt gewirkt hätte. Ich wollte mit[ i]"Sünde mit Rabatt"[/i] aber nochmal zeitnah anschauen, da habe ich nämlich nochmal Lust drauf.

Seltsamerweise geht es mir genauso. Obwohl der Film einige Schwächen aufweist, lässt er mich seit der Sichtung nicht mehr los.
Werde mir den Streifen auch zeitnah ein zweites Mal ansehen.


Dschallogucker hat geschrieben:
Mi., 17.12.2025 00:17
Mit der längeren Fassung bin ich heute durch (die andere lohnt wohl kaum). Einige Minuten vor Ende werden die Farben für einige Zeit ganz schlecht, aber die paar letzten Minuten ist es wieder besser, komisch.
► Text zeigen

Habe mir in der alternativen Fassung nur kurz die veränderten und entschärften Szenen angesehen, von denen es im gesamten Film einige gibt. Ansonsten ist die eigentliche Kinofassung zu bevorzugen. Die Szene mit dem Polizist ist mir übrigens bei der Erstsichtung durchgegangen. Danke für den Hinweis.

Werde beim nächsten Mal genauer hinsehen. :)

Antworten