HAUPTSACHE FERIEN - Peter Weck

Sexwellen, Kriminalspaß und andere Krautploitation.
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Prisma
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HAUPTSACHE FERIEN - Peter Weck

Beitrag von Prisma »



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● HAUPTSACHE FERIEN (D|1972)
mit Peter Alexander, Christiane Hörbiger, Theo Lingen, Marietta Schupp, Balduin Baas, Blandine Ebinger, Hans Quest, Ursula Reit,
Regina Claus, Bruno Hübner, Max Grießer, Eckehardt Belle, Gerhard Acktun, Bruno W. Pantel, Gerd Wiedenhofen und Martin Held
ein Rialto Film Preben Philipsen | Terra Filmkunst | im Constantin Filmverleih
ein Film von Peter Weck

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»Und wo ist dann nach Ihrer Meinung der Haken?«


Der Lehrer Dr. Peter Markus (Peter Alexander) träumt davon, irgendwann ein Eigenheim mit seiner Tochter Gaby (Marietta Schupp) beziehen zu können, doch es sieht noch lange nicht danach aus. Ausgerechnet die gefährdete Versetzung der verwöhnten Schülerin Corinna Kannenberg (Regina Claus) bringt ihn seinem Ziel näher: um nicht sitzen bleiben zu müssen, überredet sie ihren Vater (Theo Lingen), seines Zeichens reicher Bauunternehmer, Dr. Markus bei einem fingierten Preisausschreiben ein Fertighaus gewinnen zu lassen. Da dieser keinen Verdacht schöpft und das Haus schon bald bezugsfertig wäre, scheint die Rechnung der unbelehrbaren Schülerin aufzugehen, wenn da nicht ihre ältere Schwester Ursula (Christiane Hörbiger) wäre …

Als Harald Reinl Ende 1970 als Vertragsregisseur der Constantin Film zu Gloria wechselte, wurden angekündigte Filmprojekte nicht leider mehr realisiert. Eines von ihnen stellte die Produktion "Wir bauen uns ein Ferienhaus" dar, der 1972 von Rialto Film Preben Philipsen, Terra Filmkunst und dem Constantin Filmverleih unter dem Namen "Hauptsache Ferien" als bereits 15 Paukerfilm in die deutschen Kinos gebracht wurde. Thematisch gesehen geht dieser vom Wiener Regisseur Peter Weck inszenierte Film etwas andere Wege, denn der Großteil des Verlaufs spielt sich nicht in der Penne ab, sondern an alternativen, sehr malerischen Schauplätzen. Überlieferungen zufolge musste Peter Alexander hier zu seinem letzten Kinofilm überredet werden und vielleicht konnte eine ausgehandelte Gage von beachtlichen 400.000 D-Mark diese Entscheidung geringfügig beeinflussen. Alexander war in den Jahren 1968 und 1969 bereits in den Paukerfilmen "Zum Teufel mit der Penne" und "Hurra, die Schule brennt" zu sehen, die jeweils mit der Goldenen Leinwand für mindestens 3 Millionen Kinozuschauer ausgezeichnet wurden. So ist die Besetzungscouch mit Peter Alexander sehr simpel zu erklären, denn man erkannte ihn als Garanten für einen Erfolgsfilm, zumindest in diesem Genre. Nach 15 Produktionen lässt sich sagen, dass man hier trotz einiger Modifikationen nicht mehr viele neue Erfindungen angeboten bekommt, wenngleich sich der Film mit grobschlächtigem Lümmel-Klamauk deutlich zurückhält. Einer der größten strategischen Unterschiede bleibt allerdings die Besetzungsliste, die im Grunde genommen fast ausschließlich über charakterliche Veränderungen verfügt. Peter Alexander war zwar bereits in der Rolle des progressiven und daher beliebten Lehrers zu sehen, doch dann hagelt es beinahe nur Neubesetzungen, auch wenn ein paar Interpreten bereits in vorigen Filmen dabei waren: Balduin Baas, Gerhard Acktun, Bruno W. Pantel und natürlich Theo Lingen, der in dieser Geschichte zwar auch einen Direktor zu spielen hat, allerdings nicht von einer Schule. Der Film wird getragen von unterschiedlichen Ansätzen der Dominanz in Szene und hierfür ist ausschließlich das Trio Peter Alexander, Theo Lingen und Martin Held verantwortlich. Obwohl "Hauptsache Ferien" seinen drei männlichen Stars die großen Bühnen der Geschichte einräumt, ist es Peter Alexander, um den die gesamte Angelegenheit herumkonstruiert wirkt und die auf dessen ausgewiesene Stärken zugeschnitten ist.

Er macht die Musik, gibt generell den Ton an, sorgt für selbstgefällige Gags und kann nicht anders, als stets das zum Besten zu geben, was man bereits hinlänglich von ihm gewöhnt war. So ist es gut möglich, dass der Film mit der Personalie des Österreichers steht oder fällt. Martin Held agiert ebenfalls, wie man ihn kennt, aber das auf eine mehr ungezwungene Art und Weise. Besondere Stärken kommen im Zusammenspiel der beiden zum Vorschein und man nimmt sogar etwas Situationskomik wahr; eine Fackel, die auch Theo Lingen bereits ist, weiterzutragen. Der Humor wirkt insgesamt etwas zu sehr konstruiert, wenngleich gut choreografiert. Kurze Intervalle aus dem Schulalltag bauen Brücken zu den Erfolgsfilmen des Genres. Überraschend und erfreulich zugleich ist einer der selten gewordenen Kino-Auftritte von Christiane Hörbiger, die hier durch ihr besonders eingängiges Schauspiel zunächst einmal en passant darauf verweist, welche Chancen dem bundesdeutschen Film durch den verhaltenen Einsatz entgangen sind. Es ist interessant zu sehen wie Hörbiger es schafft, einen Frauenentwurf auszugestalten, der eine Melange aus modern, gewitzt und kultiviert eingeht. Sympathische Dynamik bieten Marietta Schupp, Regina Claus und Blandine Ebinger an, sodass die Produktion unterm Strich sehr gut besetzt wirkt und darüber ihre Stärken aufbauen kann. Die Geschichte soll eine heitere Note vermitteln, was sie insgesamt auch tut, allerdings zeigen sich auch hier zu viele inflationäre Einsätze des landläufig vermarkteten Humors; ein Eindruck, der vor allem vergleichsweise aufkommen will. Vielleicht nimmt man Peter Wecks Angebot nicht als reinen Paukerfilm auf, da sich die meiste Zeit in den angekündigten Ferien abspielt, aber Peter Alexander, Martin Held, Balduin Baas und Hans Quest profilieren sich hier als nicht entwurfsgetreue Lehrkörper wirklich gut. Am Ende muss die Entscheidung fallen, ob man dazu bereit ist, ein Alternativangebot anzunehmen, das obendrein als gelungen zu bezeichnen ist, oder ob es Abklatsch vom Abklatsch zu verdauen gibt, der dem Empfinden nach schon besser aufbereitet wurde. "Hauptsache Ferien" kann schlussendlich sehr versöhnliche Eindrücke hinterlassen, zumal die Inszenierung technisch einwandfrei aufgezogen wirkt und es Schauspieler zu sehen gibt, die eben das anbieten, was seinerzeit gefragt war. Dass insgesamt eine Verjährungsfrist für jeden einzelnen Gag und jede Gebärde wahrzunehmen ist, sollte fairerweise nicht auf das Produktionsjahr gemünzt werden.

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Count Yorga
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Re: HAUPTSACHE FERIEN - Peter Weck

Beitrag von Count Yorga »

Neuer Filmkurier (12 Seiten):

Ferien.jpg
:hut:

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Prisma
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Re: HAUPTSACHE FERIEN - Peter Weck

Beitrag von Prisma »



Oh, gleich 12 Seiten. Wäre bestimmt interessant mal durchzublättern.
Leider wirkt das Bild von Christiane Hörbiger und Peter Alexander sehr gestelzt.

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Prisma
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Re: HAUPTSACHE FERIEN - Peter Weck

Beitrag von Prisma »



Hauptsache einmal gesehen. Der gut komprimierte Trailer:


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