DER BOSS HAT SICH WAS AUSGEDACHT - Jean Becker

Türkploitation, isländische Kannibalenfilme und alles andere aus Europa
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Richie Pistilli
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DER BOSS HAT SICH WAS AUSGEDACHT - Jean Becker

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Der Boss hat sich was ausgedacht (D)
Échappement libre (F)
Scappamento aperto (IT)
A escape libre (ES)
Escape livre (POR)
Ouro, Brilhantes e Morte (BRA)
Oro, brillantes y muerte (ARG)
Backfire!


F / IT / D / ES 1964

R: Jean Becker
D: Jean-Paul Belmondo, Jean Seberg, Gert Fröbe, Enrico Maria Salerno, Fernando Rey, Wolfgang Preiss, Renate Ewert, Jean-Pierre Marielle, Diana Lorys, Fernando Sancho, Margarita Gil u.a.



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Deutsche Erstaufführung: 21. August 1964

Synchronkartei (Aura-Film, München)

Synchron-Forum (DEFA-Studios)

Super-8-Fassung

Score: Martial Solal & Gregorio García Segura

IMCDb

OFDb



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"Ab jetzt nehme ich die Sache in die Hand"!


Der Franzose David (Jean-Paul Belmondo) holt sich von seinem deutschen Boss (Gert Fröbe) den nächsten Schmuggelauftrag ab, der dieses Mal größer und mysteriöser ist als je zuvor. David weiß nur, dass er mit Hilfe eines Sportwagens Gold transportieren soll, und zwar in den Libanon. Außerdem bekommt er eine äußerst erfahrene und attraktive Begleitung für den Auftrag. Die schöne Olga (Jean Seberg) wehrt aber seine Verführungsversuche ab und möchte sich auf ihre Mission konzentrieren. Nur sie ist in die Details eingeweiht … David wird mit der Zeit ungeduldig, erst recht, als die beiden bei ihrer Ankunft im Libanon von der Polizei verhört werden. Dann entdeckt er, dass der ganze Wagen aus Gold besteht, und entscheidet sich kurzerhand, damit abzuhauen. Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel durch Europa, bei dem David einen Käufer für das Auto sucht und gleichzeitig von den Handlangern seines Bosses verfolgt wird. Schaffen Olga und er es, davonzukommen? In dieser flotten Komödie brillieren Jean-Paul Belmondo als charmanter Gangster und Jean Seberg als kühl-kalkulierte Schmugglerin, die ein ungleiches Paar werden. Mit Spannung und Witz bietet der Krimi perfekte Unterhaltung. [Quelle: ARTE]



Der französische Regisseur Jean Becker drehte mit DER BOSS HAT SICH WAS AUSGEDACHT im Jahr 1964 eine ganz hervorragende Krimi-Komödie, die hierzulande am 21.08.1964 ihre Kinopremiere feierte. Ein Jahr später folgte der Kinostart in der DDR, bevor der Film wiederum 1972 im West-Fernsehn ausgestrahlt und 1977 als zweiteilige Super-8-Fassung zum Kauf veröffentlicht wurde. Gedreht wurde DER BOSS HAT SICH WAS AUSGEDACHT an Schauplätzen in Italien, Spanien, Frankreich, Griechenland, dem Libanon, der Schweiz und der deutschen Hansestadt Bremen. Basierend auf einem Roman von Clet Coroner verfassten Didier Goulard, Maurice Fabre und Jean Becker ein gut durchdachtes Drehbuch, das daraufhin mit einer prominenten Besetzung astrein in Szene gesetzt wurde. Der Film besticht nicht nur mit einer tollen S/W-Fotografie, sondern auch mit gut aufgelegten Schauspielern, die mit ihren Darbietungen allesamt überzeugen. Als Hauptdarsteller verpflichtete Jean Becker die beiden aufstrebenden Filmstars Jean Seberg und Jean-Paul Belmondo, die vier Jahre zuvor bereits gemeinsam in Jean-Luc Godards „Atemlos“ zu sehen waren. In der Rolle des David Ladislas spielt Belmondo einen hitzköpfigen Kleinkriminellen, der rein nur ans Geld denkt. Als er von seinem Boss damit beauftragt wird, einen Wagen mit 300kg Gold von Paris über Barcelona in den Libanon zu überführen, reißt sich Poiccard das Auto unter den Nagel, um darin verarbeitete Gold selbst gewinnbringend zu verkaufen. Dummerweise wird ihm die Fotografin Olga zur Seite gestellt, die wiederum von Jean Seberg verkörpert wird. Während Olga den Avancen Davids zunächst ablehnend gegenübersteht, kommt es im weiteren Verlauf doch noch zu einem Techtelmechtel, wobei aber unklar bleibt, ob Olga dem Draufgänger gegenüber wahre Gefühle hegt, oder ob diese aus taktischen Gründen nur vorgeheuchelt sind. Zumindest sollte jedem klar sein, dass Davids Mission von vorne herein zum Scheitern verurteilt ist, denn einem Gangsterboss wie Karl Fehrman pinkelt man nicht so schnell an den Colt. Fehrmann wird übrigens von keinem Geringeren als Gert Fröbe verkörpert, der in seiner Rolle eine erstklassige Darbietung abgibt. Verstärkung erhalten die Drei von solch illustren Darstellern wie beispielsweise Enrico Maria Salerno, Wolfgang Preiss, Fernando Rey, Fernando Sancho, Diana Lorys, Jean-Pierre Marielle und Renate Ewert, die allesamt ihre Nebenrollen überzeugend verkörpern. Den Platz des Regieassistenten durfte übrigens Costa-Gavras einnehmen. Was die deutsche Synchronfassung der Münchener Aura-Film anbelangt, so ist diese durchweg mit erstklassigen Sprechern besetzt. Für die letzte TV-Ausstrahlung wurden von Seiten des Senders ARTE die vormals gekürzten Stellen neu synchronisiert. Dabei wurde hervorragende Arbeit geleistet, denn die Sprecherwechsel fielen mir nur bei ganz genauem Hinhören auf. Abschließend schließe ich im vorliegenden Fall ausnahmsweise mal der Kritik des Filmdienstes an, die besagt: Prominent besetzter Film mit einer nahezu spielerischen Kameraführung und einem geschickt durchgehaltenen Spannungsbogen.


Fazit: "Ich mache was mir gefällt, wann es mir gefällt, wo es mir gefällt"!


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