Das Schlitzohr und der Bulle (D)
Il trucido e lo sbirro (IT)
Le Cave sort de sa planque (F)
Le truand sort de sa planque (F)
Le clan des pourris (F)
Con la ley y con el hampa (ES)
A Lei dos Duros (POR)
Free Hand for a Tough Cop
Tough Cop
IT 1976
R: Umberto Lenzi
D: Tomas Milian, Claudio Cassinelli, Henry Silva, Nicoletta Machiavelli, Giuseppe Castellano, Robert Hundar, Biagio Pelligra, Umberto Raho, Luciano Rossi, Tano Cimarosa, Giovanni Cianfriglia, Claudio Ruffini u.a.
Deutsche Erstaufführung: 1984 (VHS-Premiere)
Synchronkartei
Schnittbericht #1: Anolis DVD - Cinestrange Blu-ray
Schnittbericht #2: Britische Blu-ray - Cinestrange Blu-ray
Nischenkino
Bretzelburger
Score: Bruno Canfora
IMCDb
OFDb
"Pass von nun an genau auf was du machst. Wenn aus meiner Pistole zufällig ein Schuss losgeht, dann vergiss nicht, dass ich Polizist bin und dass mir nicht mal der Prozess gemacht wird!"
Eine Gangsterbande unter der Leitung ihres charismatischen Anführers Brescianelli (Henry Silva) entführt ein Mädchen. Die Kleine leidet unter einer schweren Krankheit und muss alle 48 Stunden ein Medikament gespritzt bekommen. Der ermittelnde Kommissar Antonio Sarti (Claudio Cassinelli) sieht sich mit dem Problem der Regelmäßigkeit langwieriger Ermittlungen konfrontiert, für welche ihm in diesen Fall keinerlei Zeit bleibt. Extreme Situationen erfordern mitunter extreme Maßnahmen und so wendet sich Sarti an den Privatdetektiv Sergio Marazzi (Tomas Milian). Das Schlitzohr nimmt es mit dem Gesetz nicht so genau und befindet sich zu diesem Zeitpunkt in Haft. Der Beamte ermöglicht jedoch seine Entlassung und schleust ihn in die Entführerbande ein. Im Verlauf der nächsten zwei Tage fasst Marazzi einen folgenschweren Entschluss: Brescianelli muss sterben und jedes Mittel ist recht! [Quelle: Anolis]
Der gerissenste, schlitzohrigste Detektiv in der Stadt - genannt Makkaroni (Tomas Milian) - hat es zu wild getrieben und sitzt deshalb selbst im Knast. Kommissar Sarti (Claudio Cassinelli), ein knallharter Supper-Bulle, holt ihn raus und schleust ihn die Unterwelt ein, um die Profi-Bande hochgehen zu lassen, die nach großkalibrigen Banküberfällen jetzt ein 12-jähriges Mädchen eiskalt entführt hat. Das Mädchen ist krank. Es stirbt, wenn es nicht innerhalb von zwei Tagen die rettende Spritze bekommt. Der wahnwitzige Wettlauf mit der Zeit beginnt. Makkaroni muss tief in die Trickkiste greifen... [Quelle: VPS Video]
Sergio Marazzi (Tomas Milian), genannt Makkaroni, nimmt es mit dem Gesetz nicht immer so genau, deswegen sitzt er im Knast. Kommissar Antonio Sarti (Claudio Cassinelli) muss sich derweil mit einer Gangsterbande herumschlagen, die unter der Leitung des charismatischen Brescanelli (Henry Silva) bereits mehrere Überfälle verübt hat. Als auch noch die junge Tochter eines Freundes entführt wird, muss Sarti umdenken, denn das Mädchen benötigt alle 48 Stunden ein bestimmtes Medikament gespritzt. Sarti holt Marazzi aus dem Knast und schleust das Schlitzohr in Brescanellis Bande ein. Was Marazzi in den nächsten zwei Tagen erlebt, lassen in ihm einen folgenschweren Entschluss reifen: Brescanelli muss sterben. Koste es, was es wolle! [Quelle: Cinestrange Extreme]
"Verirrter Hund ruft Vatikan II"
Im Gegensatz zu Lenzis vorausgegangenen Polizeifilmproduktionen, entpuppt sich DAS SCHLITZOHR UND DER BULLE weitaus weniger garstig, wobei mir immer noch nicht ganz klar ist, ob sich dabei ursprünglich um einen komödienhaften Actionfilm handeln sollte, dem Lenzi kurzerhand etwas Ernsthaftigkeit verlieh, oder umgekehrt - im Netz lassen sich zumindest beide Begründungen vorfinden. Letztlich auch egal, denn der Film rockt nicht nur vom Anfang bis zum Ende, sondern bietet auch sämtliche Ingredienzien, die das Polizeifilmliebhaberherz höher schlagen lässt. Lenzis Inszenierungsstil weist sowohl einen erstklassigen Filmfluss sowie einen flotten Schnitt auf, was wiederum zur Folge hat, dass der Zuschauer problemlos vom Gezeigten mitgerissen wird. Obendrein bildete DAS SCHLITZOHR UND DER BULLE die Blaupause für den erst sechs Jahre später erscheinenden NUR 48 STUNDEN von Walter Hill, denn in beiden Filmen stehen Ermittler im Mittelpunkt, die binnen einer knappen Frist einen Gangster überführen müssen und sich deshalb einen Knastinsassen zur Verstärkung holen. Was die Hintergründe des Charakters von Monezza betrifft, der lediglich in der deutschen Synchronfassung als Makkaroni ausgegeben wird, blicke ich genauso wenig durch, wie bei allen anderen Superbullen, Schlitzohr- oder Strickmützenfilmen, in denen Tomas Milian komödiantische Polizisten oder Gauner verkörperte, die ständig andere Namen trugen. Zumindest gelingt es Umberto Lenzi im vorliegenden Fiilm, die Grenze zur Albernheit nicht zu überschreiten, denn obwohl Tomas Milian ständig flotte Sprüche klopft, bleibt deren Humornote meistens trocken. Für die Rolle des Ermittlers wurde dieses Mal Claudio Casinelli auserkoren, der nicht nur, wie in all seinen anderen Polzeifilmen auch, eine hervorragende Darbietung aufs Parkett legt, sondern auch im Zusammenspiel mit Milien brilliert. Als Gegenspieler tritt ihnen Henry Silva gegenüber, der in der Rolle des Gangsters Brescanelli sich nicht nur ein neues Gesicht per OP verpassen lassen hat, sondern auch ein nierenkrankes Mädchen entführt hat, das binnen 48 Stunden einer lebensnotwendigen Dialysetherapie bedarf. Unterstützung erhalten sie dabei von drei Kriminellen, die von Biagio Pelligra, Robert Hundar und Giuseppe Castellano gespielt werden. Unter Vortäuschung falscher Tatsachen gelingt es dem Kommissar und seinem Schlitzohr, die drei schließlich zur Mitarbeit zu überreden. Was die weiteren Nebenrollen anbelangt, so kommen diese im Schaulauf an italienischen Genrefilmstars gleich: Während Tano Cimarosa einen kleinen Ganoven spielt, der von Biagio Pelligra und Robert Hundar ordentlich in die Mangel genommen wird, verkörpert Ernesto Colli einen unrühmlichen Tippgeber, der den Bruder Monezzas an Henry Silva verrät. In weiteren Nebenrollen sind dann auch noch Umberto Raho, Giovanni Cianfriglia, Luciano Rossi, Claudio Ruffini, Fulvio Mingozzi, Antonio Casale, Tom Felleghy, Salvatore Billa und Nicoletta Machiavelli zu bestaunen.
Alles in Allem entpuppt sich DAS SCHLITZOHR UND DER BULLE als ein sehenswerter Genrevertreter, der trotz seiner gemäßigteren Inszenierungsweise immer noch mehr als genug polizieifilmtypische Action und Gewalt bietet. Zudem wurde der Film mit viel Sorgfalt produziert. Die Bildkompositionen des Kamermanns überzeugen auf ganzer Line und die Filmmusik von Bruno Cafora ist einfach nur großartig. Ebenfalls als gelungen würde ich die deutsche Synchronfassung beschreiben, die durchweg mit passenden Sprechern und Sprecherinnen besetzt wurde. Ein toller Poliziottesco, der bis in die hinterste Ecke überzeugt.
Filmplakate:
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Score:
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Trailer:






