DER HEIẞE TOD - Jess Franco

Peitschenhiebe, laute Explosionen, wilde Abenteuer und anderer Filmstoff aus Italien.
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Prisma
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DER HEIẞE TOD - Jess Franco

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DER HEIE TOD


● DER HEIẞE TOD / 99 DONNE / 99 MUJERES / 99 WOMEN (D|FL|I|E|GB|1969)
mit Maria Schell, Mercedes McCambridge, Maria Rohm, Elisa Montés, Rosalba Neri, Luciana Paluzzi, Valentina Godoy und Herbert Lom
eine Corona Filmproduktion | Cinematografica Associati | Hesperia Films | Towers of London | im Nora Verleih
ein Film von Jess Franco

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»Du bist ein Stück Scheiße!«


Langsam bewegt sich ein Boot mit neuen Strafgefangenen auf eine Insel zu. Marie (Maria Rohm), Helga (Elisa Montés) und Natalie (Luciana Paluzzi) wurden gerade verurteilt und nun in das berüchtigte Gefängnis überführt. In dieser Festung herrscht Willkür und Angst, denn die Direktorin Thelma Diaz (Mercedes McCambridge) hat sehr eigenwillige Ansichten vom Strafvollzug. Sie regiert mit harter Hand und unmenschlichen Methoden, bekommt dabei die Absolution von oben. Der Gouverneur (Herbert Lom) trägt jede noch so zweifelhafte Entscheidung mit, da er im Gefängnis mit jungen Frauen versorgt wird. Als sich jedoch einige ungeklärte Todesfälle hinter diesen Mauern ereignen und sich Hinweise auf Unregelmäßigkeiten häufen, beauftragt das zuständige Ministerium die ambitionierte Inspectrice namens Leonie Caroll (Maria Schell), die für Aufklärung sorgen soll. Schon nach kürzester Zeit tun sich Abgründe auf und es entsteht ein erbittertes Tauziehen zwischen allen Parteien, das im Kampf ums Überleben gipfelt...

In seiner langen Karriere sollte Regisseur Jess Franco zahlreiche Gelegenheiten ergreifen, oder vielmehr konstruieren, um seine berüchtigten Women-in-Prison-Streifen umzusetzen. Der 1968 in Spanien und Italien gedrehte "Der heiße Tod" kann ohne jeden Zweifel als eines der Prunkstücke dieser Kategorie und sogar in der Franco'schen Filmografie bezeichnet werden. Einige Grundvoraussetzungen machen diesen Beitrag zu einem sehenswerten Flick, denn die Geschichte wirkt nicht ganz so seicht wie sonst vielerorts aufgetischt, auch die Ausstattung kann sich durchaus sehen lassen und alles wirkt noch ein bisschen seriöser als in späteren Jahren. Was sich zunächst wie ein Hemmschuh in diesem Genre anhört, bewirkt hier aber wahre Wunder, denn man kommt in den Genuss von Ausgewogenheit und guter Dosierung. Am spektakulärsten ist allerdings die große Starbesetzung, die diesen Frauengefängnisfilm in höhere Sphären hebt. Franco konzentriert sich auf die üblichen Zutaten, die den Stoff bilden, aus dem die Alpträume für Gefangene aller Couleur sind. Willkür, Sadismus, Missbrauch und Erniedrigung sind auf der Gefängnisinsel an der Tagesordnung und die ausführenden Arme der Ungerechtigkeit bekommen die passenden Gesichter von Herbert Lom und insbesondere Mercedes McCambridge. Vieles wirkt in diesem Beitrag zwar wesentlich weniger explizit, als in späteren Filmen des Spaniers, allerdings darf gleichzeitig attestiert werden, dass das anvisierte Ziel, zu beunruhigen, zu strapazieren und selbstverständlich reißerisch zu unterhalten in jedem Moment aufgeht, da aufgrund der wesentlich stichhaltigeren Inszenierung eine erhöhte Glaubwürdigkeit entsteht und "Der heiße Tod" weniger als abwegiges Märchen, durchzogen mit den eigentümlichen Ideen eines unverbesserlichen Voyeurs, zurück bleibt, wie es bei gewissen überspitzten Genre-Konkurrenten zu sehen ist.

Jess Franco und Starbesetzung ist immer ein besonderes Vergnügen und angesichts der präziseren Zeichnungen der beteiligten Interpreten kommt es zu vielen hervorragenden Szenen und Dialogen, die zu einem hochwertigen Profil beitragen können. Sicher darf man sich hinter vorgehaltener Hand fragen, wie eine Schauspielerin von Maria Schells Format in diesem exploitativen Gerangel landen konnte, doch es sollte nicht die einzige Kollaboration zwischen ihr und Franco bleiben, denn wenig später bereicherte Maria Schell noch den Reißer "Der Hexentöter von Blackmoor" durch ihre bloße Präsenz. Über ihre Partizipation scheiden sich vermutlich die Geister, doch im Geschehen stellt sie tatsächlich eine der größten Überraschungen dar, die zwischen Idee und Ausführung, Logik und Güte, sowie Ökonomie und Hingabe hin und her pendelt. Miss Caroll begibt sich auf eine Fahrt ins Ungewisse, sie ist zunächst hoch ambitioniert und glaubt, die Geschehnisse im Gefängnis positiv beeinflussen zu können. Mit ihrer Partei ergreifenden Art und dem Demonstrieren von Wertevorstellungen verschafft sie sich schnell Vertrauen und sie hat ihr Ziel fest vor Augen, dem Schrecken und der Willkürherrschaft ein Ende zu setzen. Maria Schell war zu den Dreharbeiten schon gut über vierzig Jahre jung und sie wirkt reifer, hatte jedoch nichts von ihrer Anmut verloren. So beschäftigt sich die Kamera mit ausgiebigen Großaufnahmen ihres sanften Gesichtes und konzentriert sich auffallend auf die Sprache ihrer kraftvollen Augen, die in diesem Szenario jede Gefühlslage frappant untermauern. Sie wirkt wie der einzige Hoffnungsschimmer in diesem trostlosen Ambiente, doch ihre anfängliche Übermotivation und die selbst erzwungene Gelassenheit werden von allen Seiten her unterwandert, bis man ihr dabei zusehen kann, wie sie gegen hohe Widerstände kapitulieren, und gegen die eigene Resignation ankämpfen muss. Eine beachtliche Leistung von Maria Schell.

Ihre Kontrahentin bekommt von der US-Amerikanerin und Oscar-Preisträgerin Mercedes McCambridge ein durch und durch perfides Gesicht verliehen. Dabei geht dem Zuschauer in der englischsprachigen Version ihre unverwechselbare Stimme durch Mark und Bein, die aber in der deutschen Sprachvariante nicht weniger eindringlich wirkt. Mercedes McCambridge lieh beispielsweise der besessenen Linda Blair ihre infernale Stimme in William Friedkins "Der Exorzist" aus dem Jahr 1973. Sie transportiert eine Art lüsternen Gesang in der Stimme, insbesondere wenn sie andere demütigen, quälen und ihnen Befehle erteilen kann. Ihre Superintendantin Thelma Diaz muss man einfach fürchten, möglicherweise sogar abgrundtief hassen, ihre Performance hingegen anerkennen und bewundern. Hochklassig ist, wie sie das knallharte Regiment in ihrem Gefangenenlager führt, und ausgefeilt ist die Darstellung einer Frau, die plötzlich mit unvorhergesehenen Kompetenzproblemen konfrontiert wird, sich dabei natürlich permanent zusammennehmen muss, damit sie nicht explodiert. Vor Wut kocht sie innerlich dennoch, bekommt aber von Herbert Lom, als widerwärtiger Gouverneur, ausreichend Schützenhilfe, um die neuen Methoden des unerwünschten Gastes zu torpedieren. Er rundet das teuflische Duo gekonnt mit einer Präzisionsvorstellung ab und stärkt der Aufseherin des Gefängnisses bei jeder Entscheidung den Rücken, da er im Gegenzug gewisse Annehmlichkeiten, in Form von vorzugsweise blonden Insassinnen verschafft bekommt. Ansonsten besticht Herbert Lom durch eisige Kälte und sein unerbittliches, dominantes Wesen. Die besonderen Momente im Rahmen der personellen Konstellationen entstehen nicht zuletzt durch dieses zunächst unermüdliche, aber letztlich ungleiche Tauziehen und wird abgerundet durch die gepeinigten Insassinnen des Gefängnisses.

Die eigentliche Hauptrolle in dieser Produktion spielt wie so oft, und entgegen der Anordnungen in den jeweiligen Titelcredits, Maria Rohm. Sie zählte über Jahre hinweg zur Stammbesetzung des spanischen Regisseurs und konnte viele Geschichten bereichern. Ihr zerbrechlich wirkendes Wesen und die dunklen, traurigen Augen, prädestinierten sie für Opferrollen im Franco-Kosmos. Ihre Interpretation meistert sie hier mit leichter Raffinesse ohne sie jedoch mit großartiger Tiefe auszustatten. Die tragische Heldin wirkt daher beinahe exotisch neben all diesem Pack im Gefängnis. Mit Partnerin Rosalba Neri gehen auch die obligatorischen Wünsche der Regie in Erfüllung, denn es werden ein paar erotische Einlagen zum Besten gegeben, die im Sinne des Zeitfensters aber wohlgemerkt noch im gezügelten Rahmen vonstatten gehen. Neri spielt das durchtriebene Luder wie immer mit Bravour, ihre Striptease-Szene in einer der Rückblenden zählt unbedingt zu den erotischen Höhepunkten des kompletten Films. Elisa Montés wirkt herrlich verkommen und ordinär, hat dafür aber einen guten Kern zu bieten und wirkt schlussendlich ziemlich sympathisch. Außerdem freundet sie sich mit der Protagonistin an, was die konspirativen Kräfte hinter den Gefängnismauern andeutet. Was man von Luciana Paluzzi geboten bekommt, stimmt beinahe schon etwas ratlos, denn sie kommt nicht über eine kleine Gastrolle hinaus, vielleicht als Lockvogel für potentielle Interessenten. Ihre fünf Worte hat der Zuschauer nach einmaligem Anschauen auswendig gelernt und es ist schade, dass aus dieser Rolle nicht das Geringste herauszuholen war. So bleibt sie leider ausdruckslos zurück und geht neben der stärkeren Konkurrenz hoffnungslos unter. Insgesamt ist hier aber wirklich eine spektakuläre Besetzung vereint, die entweder auf darstellerischer Ebene, oder im optischen Sinn eine durchschlagende Überzeugungskraft vermitteln kann.

"Der heiße Tod" zählt ohne jeden Zweifel zu den besseren, wenn auch konservativeren Filmen von Jess Franco. Über die Starbesetzung braucht nicht weiter geschwärmt zu werden, denn sie spricht definitiv für sich selbst. Aber auch als Komplettpaket funktioniert diese Produktion erstaunlich gut. Die Schauplätze sind aussagekräftig und offenbaren einen abwechslungsreichen Verlauf, selbst die Vorhersehbarkeit verschwindet gegen Ende des Verlaufs plötzlich hinter Gittern. Hinzu kommt, dass man mit Carlo Savina musikalisch gesehen auf der sicheren Seite ist, der dem Geschehen einen eingängigen Schliff gibt. Die Rückblenden, in denen die Gefangenen schildern, warum sie letztlich verurteilt wurden, sorgen für eine gelungene Abwechslung fernab der Strafanstalt, wenngleich sie auch manchmal nicht besonders originell erscheinen. Spannung und Action kommen insbesondere bei einem Fluchtversuch durch unwegsames Gebiet zum Tragen, das mit all den tödlichen Gefahren gekonnt inszeniert wurde. In den Bereichen Erotik und Brutalität ist eine globale Zurückhaltung nicht zu leugnen. In diesem Zusammenhang sind relativ wenige charakteristische Effekte aufzuspüren, wie etwa Folter, Nötigung oder diverse Veranschaulichungen aus dem Lexikon der Abscheulichkeiten, doch dafür überwiegen einfach andere Ansatz- und Schwerpunkte, die alles andere als uninteressant wirken. Aus den geschilderten Gründen rangiert "Der heiße Tod" im persönlichen Franco-Orbit seit jeher ganz weit oben, da man einfach eine sehr gelungene Inszenierung geboten bekommt, die unterhaltsam, kurzweilig und grundsolide ist, außerdem noch mit einem ungewöhnlich greifbaren Schuss Tragik ausgestattet ist. Für Frauenknast-Veteranen mag das Ganze vielleicht ein bisschen zu züchtig daher kommen, für diejenigen, die jedoch WIP-Fans werden möchten, ist "Der heiße Tod" als empfehlenswerter Einstieg unbedingt geeignet.

samgardner
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Re: DER HEIẞE TOD - Jess Franco

Beitrag von samgardner »

Prisma hat geschrieben:
Sa., 19.12.2020 18:55
Für Frauenknast-Veteranen mag das Ganze vielleicht ein bisschen zu züchtig daher kommen, für diejenigen, die jedoch WIP-Fans werden möchten, ist "Der heiße Tod" als empfehlenswerter Einstieg unbedingt geeignet.
Ja, ich kann mich im Großen und Ganzen anschließen und finde den Film in gewisser Weise auch unterschätzt. Für den Kinostart Anfang das Jahres 1969 wurde hier durchaus schon das Maximum an Sleaze geboten und trotzdem finde ich hier auch die Story vergleichsweise stark. Wobei ich die deutsche Schnittversion der gekürzten und teils umgeschnittenen US-Version deutlich vorziehe. Lange Zeit gab es die deutsche Fassung ja nur als TV-Aufzeichnung, aber inzwischen ist von Pidax sogar eine Langfassung (99 Minuten) erschienen, die auf der deutschen Fassung basiert und zusätzlich noch diverse Kürzungen rückgängig macht. Die habe ich vor einigen Tagen gesehen und für mich hat der Film so nochmal gewonnen. Kann ich also sehr empfehlen (leider nur als DVD, denn in HD gibt's bisher nur die US-Fassung).

Der Film dürfte übrigens der international erfolgreichste Film von Jess Franco überhaupt gewesen sein und trat im Folgenden die Welle der "Women in Prison"-Filme der 1970er erst richtig los (Roger Corman war mal wieder einer ersten, der mit seinen auf den Philippinen gedrehten Filmen an den Erfolg des Franco-Films anknüpfte).

BTW: die Musik ist von Bruno Nicolai, nicht von Carlo Savina.

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Richie Pistilli
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Re: DER HEIẞE TOD - Jess Franco

Beitrag von Richie Pistilli »

samgardner hat geschrieben:
Mi., 17.11.2021 16:46


Lange Zeit gab es die deutsche Fassung ja nur als TV-Aufzeichnung, aber inzwischen ist von Pidax sogar eine Langfassung (99 Minuten) erschienen, die auf der deutschen Fassung basiert und zusätzlich noch diverse Kürzungen rückgängig macht. Die habe ich vor einigen Tagen gesehen und für mich hat der Film so nochmal gewonnen. Kann ich also sehr empfehlen (leider nur als DVD, denn in HD gibt's bisher nur die US-Fassung).

Danke für die Info :hut:

Werde mir dann bei der nächsten Gelegenheit die DVD von PIDAX ebenfalls abgreifen.


samgardner hat geschrieben:
Mi., 17.11.2021 16:46
BTW: die Musik ist von Bruno Nicolai, nicht von Carlo Savina.

Und zwar sowas von... :)


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Prisma
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Re: DER HEIẞE TOD - Jess Franco

Beitrag von Prisma »

samgardner hat geschrieben:
Mi., 17.11.2021 16:46
BTW: die Musik ist von Bruno Nicolai, nicht von Carlo Savina.

Stimmt! Keine Ahnung wieso, aber die beiden verwechsle ich immer mal wieder. :oops:

Ich hätte bei "Der heiße Tod" ja damit gerechnet, dass das Echo ein bisschen größer sein würde, denn der Film ist wirklich sehr gelungen.
Liegt vermutlich hauptsächlich daran, dass es keine Blu-Veröffentlichung gegeben hat.

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Dschallogucker
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Re: DER HEIẞE TOD - Jess Franco

Beitrag von Dschallogucker »

Mich hätte mal interessiert wie sich das bei PIDAX verkauft hat. In deren Hitparade liegen fast immer solche Filme vorn, die mich überhaupt nicht interessieren!
Bei ofdb sind auch einige Scheiben gekauft worden.
Ich kaufe auch noch gern DVD's, so war das kein Problem für mich. Bin recht zufrieden mit der Scheibe, natürlich war das noch recht zurückhaltend verfilmt, andererseits hätten Stars wie Maria Schell wohl auch nicht mitgespielt ;)

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Prisma
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Re: DER HEIẞE TOD - Jess Franco

Beitrag von Prisma »

Dschallogucker hat geschrieben:
Do., 18.11.2021 22:51
Mich hätte mal interessiert wie sich das bei PIDAX verkauft hat.

Ja, das würde mich auch interessieren. Man kann sich vielleicht höchstens herleiten, welche Veröffentlichungen sich nicht besonders gut verkauft haben, wenn die relativ schnell bei den Restposten landen. Denke ich zumindest mal. Ich schätze aber, dass "Der heiße Tod" nicht zu der Spezies der Ladenhüter gehört, aber es ist schwer abzuschätzen, weil die meisten vermutlich nicht über eine DVD erfreut gewesen sein dürften. Ich lege mit gerade wegen des hohen Outputs von Pidax auch noch viele DVDs zu, womit ich überhaupt kein Problem habe.

Dschallogucker hat geschrieben:
Do., 18.11.2021 22:51
andererseits hätten Stars wie Maria Schell wohl auch nicht mitgespielt

Die End-60er und anfangenden 70er waren ja sozusagen Maria Schells, naja, "wilde" Phase. :mrgreen: Für mich sind hier mitunter einige ihrer interessantesten Filme entstanden, wozu ich auch beispielsweise "Der Hexentöter von Blackmoor" oder "Dans la poussière du soleil" zähle. Ganz andre Rollen und vollkommen konträre Interpretationen als üblich. Ich denke aber mal, dass sie sich die Rollen insbesondere zu dieser Zeit nicht gerade aussuchen konnte, aber es stimmt schon, dass sie in vollkommen zügellosen Reißern wohl auch nicht mitgespielt hätte. Dann schlug man eher den Weg zum Fernsehen ein oder wechselte ans Theater.

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Re: DER HEIẞE TOD - Jess Franco

Beitrag von Dschallogucker »

Die Lieblingsschauspielerin von italo hat sich ja nie ausgezogen, soweit ich weiß :mrgreen:
Ist natürlich okay, muss jede für sich entscheiden.

TRAXX
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Re: DER HEIẞE TOD - Jess Franco

Beitrag von TRAXX »

Dschallogucker hat geschrieben:
Fr., 19.11.2021 20:30
Die Lieblingsschauspielerin von italo
Das war aber doch Karin Dor. :mrgreen:

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Dschallogucker
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Re: DER HEIẞE TOD - Jess Franco

Beitrag von Dschallogucker »

Genau die meinte ich ja. ;)
So als Vergleich nur.
Oder hat sich Maria Schell mal ihrer Kleidung entledigt?

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Prisma
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Re: DER HEIẞE TOD - Jess Franco

Beitrag von Prisma »

Dschallogucker hat geschrieben:
Fr., 19.11.2021 20:51
Oder hat sich Maria Schell mal ihrer Kleidung entledigt?

Nein, da ist nicht von auszugehen.
Wenn, dann hätte das aber unter Jess Franco stattfinden müssen. :mrgreen:

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Re: DER HEIẞE TOD - Jess Franco

Beitrag von Dschallogucker »

Naja, sie war ja auch schon um die 40, als das mit dem Nackigmachen in der Filmbranche losging.

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Re: DER HEIẞE TOD - Jess Franco

Beitrag von Prisma »

Wobei es auch viele nette Damen gibt, die in diesem Alter und ab dieser Zeit überhaupt kein Problem damit hatten, die Hüllen fallen zu lassen. :D

samgardner
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Re: DER HEIẞE TOD - Jess Franco

Beitrag von samgardner »

Hat hierzu jemand schon mal einen detaillierten Schnittvergleich gemacht? Ich selbst komm derzeit nicht dazu und hab immer auf schnittberichte.com gehofft, aber dort ist der Film wohl unter dem Radar geblieben. Seltsam eigentlich, da dies doch die Mutter des exploitativen WIP-Films ist.

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Richie Pistilli
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Re: DER HEIẞE TOD - Jess Franco

Beitrag von Richie Pistilli »

samgardner hat geschrieben:
Mo., 14.03.2022 00:29
Hat hierzu jemand schon mal einen detaillierten Schnittvergleich gemacht? Ich selbst komm derzeit nicht dazu und hab immer auf schnittberichte.com gehofft, aber dort ist der Film wohl unter dem Radar geblieben. Seltsam eigentlich, da dies doch die Mutter des exploitativen WIP-Films ist.

Ehrlich gesagt, habe ich bis dato zeitlich immer noch nicht geschafft, mir die PIDAX-DVD in Ruhe zu Gemüte zu führen.
Es kann sich aber nur noch um ein paar Wochen handeln... ;)

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Richie Pistilli
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Re: DER HEIẞE TOD - Jess Franco

Beitrag von Richie Pistilli »

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Der heiße Tod (D)
99 donne (IT)
Les brûlantes (F)
L'amour dans les prisons des femmes (F)
99 Mujeres (ES)
99 Women
Island of Despair
Isle of Lost Women
Prostitutes in Prison
Sex im Frauengefängnis


IT / GB / D / LIE / ES 1969

R: Jess Franco
D: Maria Schell, Rosalba Neri, Maria Rohm, Herbert Lom, Mercedes McCambridge, Luciana Paluzzi, Jess Franco, Elisa Montés, Valentina Godoy u.a.



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Deutsche Erstaufführung: 14.03.1969

Italo-Cinema.de

Filmportal

Score: Bruno Nicolai

OFDb



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Zwischenzeitlich habe ich es endlich geschafft, mir die DVD von PIDAX zu Gemüte zu führen. DER HEIßE TOD zählt zu meinen persönlichen Jess Franco-Highlights und hat trotz mehrfacher Sichtungen nichts von seinem ursprünglichen Glanz eingebüßt. Der wohl am ästhetischen inszenierte VIP-Film aller Zeiten. Zwar beinhaltet die PIDAX-DVD die ungeschnittene Fassung des Films, dafür wirken aber die Farben im Vergleich zur älteren TV-Fassung etwas kraftlos. Als Bonus wird neben der Englischen Schnittfassung auch noch ein alternatives Ende angeboten, zu dem es am Ende des Beitrags noch etwas zu lesen gibt.


Zunächst einmal der BILDVERGLEICH zwischen der DVD von PIDAX und der TV-Fassung:
► Text zeigen




Grober SCHNITTVERGLEICH zwischen der neukonstruierten Langfassung (DVD) und der TV-Fassung:

Laufzeiten der einzelnen Fassungen:

Kinofassung: 94 Min.
TV-Fassung: 88:55 Min.
Langfassung DVD: 99 Min.
Englische Fassung (DVD - Bonus): 85:53 Min.

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Alternatives Ende:
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Trailer:


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Re: DER HEIẞE TOD - Jess Franco

Beitrag von Dschallogucker »

Tolle Arbeit, vielen Dank. Ich kenne nur die Pidax-DVD, die ich mir gleich nach VÖ angeschaut habe

samgardner
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Re: DER HEIẞE TOD - Jess Franco

Beitrag von samgardner »

Danke auch von mir!

Die Langfassung von Pidax ist tatsächlich meine bevorzugte Fassung, während ich die US-Fassung am schwächsten finde (von der grauenvollen franz. Pornofassung reden wir lieber gar nicht). Die Positionierung der Rückblende/Traumszene von Maria Rohm gefällt mir in der deutschen Fassung/Langfassung besser. Das gibt der Figur gleich etwas mehr Background.

Das alternative Ende ist aus der spanischen Fassung und wurde - irgendwo wurde das mal erwähnt - extra für die spanische Zensurbehörde gedreht. Die italienische Fassung wäre noch interessant. Die soll damals die längste Laufzeit gehabt haben, ist aber wohl seit dem Kinoeinsatz 1969 nicht mehr aufgetaucht.
Zuletzt geändert von samgardner am Sa., 09.04.2022 16:40, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: DER HEIẞE TOD - Jess Franco

Beitrag von Richie Pistilli »

samgardner hat geschrieben:
Mo., 04.04.2022 12:18
Die Positionierung der Rückblende/Traumszene von Maria Rohm gefällt mir in der deutschen Fassung/Langfassung besser. Das gibt der Figur gleicht etwas mehr Background.

Das mit der Positionierung der Traumszene sehe ich übrigensgenauso.
Unfassbar, dass diese beeindruckende Szene samt der grandiosen Filmmusik in der TV-Fassung verstümmelt wurde.

Es wäre natürlich super, wenn sich die Experten von Schnittberichte.com noch detaillierteren Schnittberichten widmen würden.


samgardner hat geschrieben:
Mo., 04.04.2022 12:18
Das alternative Ende ist aus der spanischen Fassung und wurde - irgendwo wurde das mal erwähnt - extra für die spanische Zensurbehörde gedreht. Die italienische Fassung wäre noch interessant. Die soll damals die längste Laufzeit gehabt haben, ist aber wohl seit dem Kinoeinsatz 1969 nicht mehr aufgetaucht.

Vielen Dank für die Info hinsichtlich der spanischen Fassung. Habe aufgrund 'Fin' unüberlegt gemutmaßt, dass es sich hierbei um die italienische Fassung handelt.
Sehr schade, dass diese nicht mehr zur Verfügung steht :|

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Re: DER HEIẞE TOD - Jess Franco

Beitrag von Dschallogucker »

Im Juli kommen ja 5 Mediabooks von NSM Records. Vier davon enthalten 3 Filmvarianten. Die französische Fassung enthält sogar Hardcore-Elemente.
Die erweiterte Pidax-Fassung ist auch dabei.

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