EXIL ON MAIN ST. - The Rolling Stones

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Sid Vicious
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EXIL ON MAIN ST. - The Rolling Stones

Beitrag von Sid Vicious »

EXIL ON MAIN ST. - The Rolling Stones

Erscheinungsjahr: 1972

STONES EXILE.jpg

Rocks Off .
Rip This Joint
Shake Your Hips
Casino Boogie
Tumbling Dice

Sweet Virginia
Torn And Frayed
Sweet Black Angel
Loving Cup

Happy
Turd On The Run
Ventilator Blues
I Just Want To See His Face
Let It Loose

All Down The Line
Stop Breaking Down
Shine A Light
Soul Survivor

„Ich denke nicht, dass es ein besonders tolles Album ist.“ (Mick Jagger über „Exil on Main St.“)


Keith Richards mochte diese Aussage jedoch nicht bestätigen und bezeichnet(e) „Exil“ neben „Beggars“ als sein liebstes STONES-Album. Die zeitgenössische Musikpresse stufte „Exil“ überwiegend negativ ein. Trägheit und Schlampigkeit warf man den Songs vor und attestierte der gesamten Platte eine mindere Klangqualität. Nur wenige Kritikerstimmen klangen wohl gesonnen. Eine von ihnen sprach beinahe in Edgar Allan Poe-Manier von einem „verschwommenen, nebulösen Meisterwerk“.

Heute klingen die Worte mit Blick auf „Exil“ anders - vornehmend positiv und hin und wieder gar euphorisch. Ich habe auf Plattenbörsen mit Leuten gesprochen, die die STONES seit deren Anbeginn verfolgen und „Exil“ nicht nur als das beste STONES-Album, sondern gar als das beste Rock-Album aller Zeiten ansehen.

Mich persönlich konnte und kann das von Robert Christgau als „ausgepumptes Meisterwerk“ charakterisierte, 18 Songs inkludierende, Doppelalbum („Exil on Main St.“) jederzeit mit seinen nasskalten Griffeln packen und tief in sich hineinziehen.

Die Behauptung, dass „Exil“ keinen eindeutigen wie bedeutenden Klassiker enthält, kann ich nicht (!) bestätigen. Denn „Shine a Light“ steht eindeutig in der Tradition von „Gimme Shelter“ als auch „You can´t always get what you want“. „Shine a Light“ liefert alles, was zu einem großen Klassiker dazugehört. Trotzdem ist „Shine a Light“ nicht mein eindeutiger Favorit auf „Exil“. Ich schätze nämlich vornehmlich das Songkollektiv, welches mir „Exil“ offeriert und welches den möglichen Individualisten an der kurzen Leine hält und vom Ausbruch aus der gleichberechtigten Gemeinschaft abhält. „Rocks off“, „Happy“, „Turd on the Run“, “Let it loose”. Funk, Soul, R&B, Rock, Punk. Dekadenz, Unberechenbarkeit, Nicht-Vorhersehbarkeit. „Exil“ schöpft aus vielen Töpfen und mischt das Auserkorene zu einem schmackhaften Allerlei, zu einem allumfassend funktionierenden Kollektiv.

Ich habe mir „Exil“ seit dem Kauf Anfang Oktober 2023 dreimal von Vinyl angehört, und es werden noch viele Male folgen und vermutlich wird irgendwann auch der Tag kommen, an dem ich dem Doppelalbum 10 von 10 zugestehe. Bis dato sind es allerdings nur 9 von 10. Dieserhalb und desterwegen bleibt „Let it bleed“ auch weiterhin meine unangefochtene Nummer 1 im STONES-Kosmos.

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