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IT / Türkei 1973
R: Frank Agrama
D: Richard Harrison, Erika Blanc, Ian Flynn, Krista Nell, Figen Han, Ayhan Isik u.a.
it. Kinopremiere: 24.12.1972
Score: Fred Bongusto
OFDb








"Kill Corsini and you can leave the family! OK?"
Richard Maddock (Richard Harrison) ist der Abgesandte des großen "Gottvaters" aus Neapel und erledigt für diesen die erwünschten Liquidierungsdienste in Istanbul. Die entsprechenden Namen der vorbestimmten Opfer werden Richard per Telegramm vom Ober-Don aus Italien persönlich zugestellt.
Todesengel Maddock beseitigt seine Opfer zwar auf eine sehr ruhige Art und Weise, wobei deren Todesweg dabei aber sehr grausam verläuft: Denn Richard verwendet Gas!
Ein mit speziellem Gas gefülltes Feuerzeug ist hierbei seine Mordwaffe, die er im Verlauf des Films mehrmals gekonnt zum Einsatz bringt. Zwischen seinen ganzen Geschäftsterminen trifft er dann auch noch auf seine Ex-Geliebte Jenny (Erika Blanc) und nachdem diese von ihrem aktuellsten Liebhaber sitzen gelassen wurde, wirft sie sich wieder unverzüglich dem gleichfalls willigen Richard an den Hals.
Von da an wird sich nicht nur wieder äußerst großzügig das gemeinsame Bett geteilt, sondern auch der weitere Lebensweg gemeinsam (und eng umschlungen) beschritten.
Doch Maddock ist auch von einem schrecklichen Kindheitstrauma geplagt, da eines Kindergeburtstages eine Gruppe von Mafia-Mitgliedern die Feierrunde im kleinen Familienkreis sprengt und dabei vor den Augen des kleinen Richards den Rest der Familie auf nicht gerade zimperliche Art in Richtung Himmel schickt. Diese Erinnerungen lassen ihn bis heute nicht mehr los und er sehnt sich innerlich zutiefst nach Rache für den abscheulichen Mord an seiner Familie.
Als Richard eines Tages unverhofft zu einem persönlichen Gespräch mit dem Gottvater in ein Hotel in der Bosporus-Metropole bestellt wird, sieht dieser seine Chance zur Änderung seines verwerflichen Lebenswandels gekommen und bittet den Ober-Don in aller Höflichkeit die Familie verlassen zu dürfen.
Unter der Bedingung, dass er noch einen allerletzten Job für die Familie erledigt, würde ihm der Gottvater im Anschluss die Freiheit schenken und Richard aus der mafiösen Familie entlassen. Richard stimmt dieser Vereinbarung freudig zu und macht sich auch direkt an die Arbeit. Sein letztes potenzielles Opfer trägt den Namen Corsini und ist seines Zeichens zwar ein Don, aber da sich dieser gegen die restliche Familie auflehnte, ist er dem Gottvater ein Dorn im Auge.
Aber Richards letzter Auftrag läuft letztendlich ganz anders als erwartet und überraschenderweise befindet er sich auf einmal nicht nur auf der Flucht vor dem mächtigen Corsini, sondern wird auch noch zusätzlich von Familienmitgliedern im Auftrag des Gottvaters gejagt, da diese plötzlich hinter seiner Person einen Verräter vermuten.
Weiterhin unterhält Richard eine merkwürdige berufliche Zusammenarbeit mit seinem Pendant von der Seite Corsinis und kommt in dem ganzen Chaos auch noch urpötzlich hinter die Identität des Mörders seiner Eltern.
Ab diesem Moment tauscht er dann sein altgedientes Gasfeuerzeug gegen eine hochglanzpolierte Schrotflinte ein und setzt damit seinen vorbestimmten Weg ins Ungewisse fort....








Gestern Abend flimmerte dieses kleine, dreckige Polizeifilmchen erstmals über meine bescheidende Bildschirmdiagonale und hinterließ dabei einen geteilten Eindruck.
Zum einen bietet diese italienisch-türkische Co-Produktion in manchen Szenen ordentlich Schmierstoff und kann den Betrachter dabei sogar einige wenige Male etwas verblüffen oder ihm bei manchen Szenen auch ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern.
Andererseits ist die Inszenierung dieser Low-Budget-Co-Produktion leider ein wenig lahm ausgefallen und größere Action-Einlagen erwartet man hier vergebens. Gas wird hier lediglich in sehr wenigen Szenen gegeben, aber nichts desto trotz konnte die andere Seite den fehlenden Spannungsverlauf mit ihrem kurzweiligen Unterhaltungsgrad überbieten.
Das Finale ist dann aber durchaus als gelungen zu bezeichnen.
Die ersten paar Minuten dieses Films brachten mich zunächst zum Staunen: Richard Harrison befindet sich in der Eröffnungsszene des Films bei einem Pferderennen und lacht sich dort gleich mal die erste, etwas nett aussehende Dame an. Im nächsten Moment heißt es dann aber auch schon: Eben noch auf der Pferderennbahn und jetzt schon gemeinsam im flauschigen Bett der Dame!
Nachdem sich Richard ausgiebig seinen körperlichen Betätigungen hingegen hat, verlässt dieser plötzlich unerwartet das Bett, legt zügig seine Kleidung an und begibt sich über den schmalen Flur direkt ins Nachbarzimmer. In sekundenschnelle hält er daraufhin einem schlafenden Unbekannten sein mit Spezial-Gas gefülltes Feuerzeug unter das Nasenloch und drückt ab. Kurz darauf stirbt sein Auftragsopfer an einem grausamen Erstickungstod....
Aber danach lernt Richard die Erika kennen und ab da flacht der Film im Vergleich zu seinem recht fulminanten Auftakt immer mehr ab und es schieben sich immer häufiger regelrechte "Liebes-Kitsch-Szenen" in den Vordergrund, die aber stellenweise wiederum so unglaublich dar gestellt sind, dass sich ein Grinsen nur noch schwerlich unterdrücken lässt.
Der Gipfel ist dann die Inszenierung der Bootsszene, in der sich die flotte Erika vor dem heißen Richard in den unmöglichsten Posen präsentiert
An anderer Stelle zieht die flotte Erika dann auch mal blanc, äh blank...
Der heiße Richard präsentiert über einen Großteil der Laufzeit seinen bis auf den Naturpelz unbekleideten Oberkörper und schlägt sich auch ansonsten in dieser Low-Budget-Produktion recht tapfer.
Die Filmmusik ist jetzt nicht großartig im Ohr hängengeblieben, wirkte aber auch nicht gerade aufdringlich. Hier geben sich türkische Folklore, Crime Sounds und schnulzige Kompositionen ohne Rücksicht aufeinander die Klinke in die Hand.
Wer hier einen spannungsgeladenen und dramaturgisch-gelungenen Crime-Feger erwartet, der sollte lieber die Finger von diesem Exemplar lassen...
Wer aber gerne zäh-inszenierte, dafür aber auch stellenweise recht schmierige Low-Budget-Co-Produktionen steht und gerne auch bekannte Genrelieblinge in eher merkwürdigeren Rollen liebt, der ist hier recht gut aufgehoben :dh:














(Beitrag aus dem alten Forum: 03.03.2015)