MENSCH UND BESTIE
● MENSCH UND BESTIE / DIE FLUCHT / COVEK I ZWER (D|JUG|1963)
mit Götz George, Günther Ungeheuer, Katinka Hoffmann, Alexander Allerson, Nada Kasapic, Petar Banicevic, u.a.
eine Produktion der cCc Filmkunst | Avala Film | im Gamma Filmverleih
ein Film von Edwin Zbonek
»Jetzt werden wir denen da unten mal zeigen, wo Gott wohnt«
Franz Köhler (Götz George) wird in das Konzentrationslager Mauthausen überstellt, weil er sich gegen das Nazi-Regime aufgelehnt hat. Köhler fasst den Entschluss, bei einer günstigen Gelegenheit zu fliehen, zumal er auch noch erfahren hat, dass alle Inhaftierten vor dem Eintreffen der Russen liquidiert werden sollen. Es gelingt ihm schließlich zu entkommen und es entsteht ein Wettlauf gegen den Tod, zumal er von SS-Untersturmführer Willi Köhler (Günther Ungeheuer) gehetzt wird, der sein eigener Bruder ist. Franz' Weg nimmt viele Etappen und wird immer gefährlicher, zumal Willi seinem Ziel näher kommt, seinen Bruder zu stellen...
Der österreichische Regisseur Edwin Zbonek begann seine Karriere mit dem Inszenieren schwieriger Stoffe, die zwar anerkennend wahrgenommen wurden, jedoch nicht zu den ganz großen Klassikern avancieren konnten. Beachtliche Filme wie sein Spielfilmdebüt "Am Galgen hängt die Liebe" von 1960, oder eben auch "Mensch und Bestie", wurden mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen bedacht. Edwin Zbonek wechselte schließlich in das Unterhaltungsfach um beispielsweise zwei Kriminalfilme für die erfolgreiche Bryan-Edgar-Wallace-Serie zu inszenieren, bevor sich seine Karriere leider in der relativen Belanglosigkeit verlor. Seine frühen Filme sind geprägt von Pragmatismus, schwarzweißer Bildgewalt und der ungeschönten Simulationder kalten Realität. Dabei kamen sehr bemerkenswerte Arbeiten heraus, wenngleich sie zunächst auch nicht besonders massentauglich waren, wofür wie so oft auch groteskerweise das Prädikat »wertvoll« irgendwie sinnbildlich zu stehen scheint. Der einfach klingende Alternativtitel "Die Flucht" bringt den Verlauf vielleicht am besten auf den Punkt, da man es mit einer regelrechten Hetzjagd zu tun bekommt, bei der aggressive Offiziere und deren helfende Hände und ein bissiger Vierbeiner den tragischen Helden der Geschichte unerbittlich verfolgen. Es entstehen sehr eindringliche Bilder in den kargen Sets und der Schneelandschaft, über die ein eiskalter Wind pfeift, der förmlich zu spüren ist. Ein Kampf ums Überleben gestaltet sich naturgemäß als reich an einer bestimmten Art von Action und passenden Szenen, die an den Nerven zerren. Erneut sind es die Funktionäre, die schreckliche Fratzen der Willkür zeichnen und für äußerst unbehagliche Zustände sorgen.
Nach dem Fluchtversuch aus dem Arbeitslager im Steinbruch hagelt es erst einmal Kollektivstrafen und irritiert nimmt man Aussagen wie: »Bis jetzt war das hier ein Sanatorium« wahr, nachdem es bereits zu Folter und Bestrafung gekommen ist. In der Hauptrolle hat Götz George die vollkommene Freiheit, sich fernab des seichten Angebots zu profilieren, allerdings sollte tatsächlich betont werden, dass dieser Film sicherlich nicht im gewöhnlichen Sinn unterhalten will und auch nicht kann, da er vollkommen konträr dazu angelegt wurde. Mit George wird man als Zuschauer jedenfalls durch einen Albtraum gezerrt, der aufgrund seiner Eintönigkeit hin und wieder dazu animiert, das Grund-Interesse ein wenig infrage zu stellen. Für uneingeschränkte Aufmerksamkeit sorgen hingegen die phantastischen Bilder, die alle Möglichkeiten auszuschöpfen scheinen. Kontraste, Licht- und Schattenspiel, unbarmherzige Nähe und eine demonstrativ-allgegenwärtige Grausamkeit tragen zu einer äußerst angespannten Atmosphäre bei. Sehr gute Leistungen sind einerseits von Günther Ungeheuer zu sehen, der seinen realen Nachnamen in den Dienst der SS zu stellen scheint, und anderseits weiß Katinka Hoffmann zu überzeugen, die man leider viel zu selten für Spielfilme ihrer Zeit nutzte. "Mensch und Bestie" funktioniert als Kain-und-Abel-Variation letztlich sehr effektiv, nicht zuletzt weil mit Edwin Zbonek ein Regisseur am Werk war, der solche Stoffe sehr handlungsorientiert umsetzen konnte. Sein Film konzentriert sich auf ganz wenige, aber essentielle Inhalte und schildert einen nahezu exemplarischen, nur auf ein einziges Ziel gerichteten Verlauf, der in seiner Nüchternheit erschütternd wirkt. Ein besonderer Film, der allerdings nicht jedermanns Sache sein dürfte.
Der österreichische Regisseur Edwin Zbonek begann seine Karriere mit dem Inszenieren schwieriger Stoffe, die zwar anerkennend wahrgenommen wurden, jedoch nicht zu den ganz großen Klassikern avancieren konnten. Beachtliche Filme wie sein Spielfilmdebüt "Am Galgen hängt die Liebe" von 1960, oder eben auch "Mensch und Bestie", wurden mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen bedacht. Edwin Zbonek wechselte schließlich in das Unterhaltungsfach um beispielsweise zwei Kriminalfilme für die erfolgreiche Bryan-Edgar-Wallace-Serie zu inszenieren, bevor sich seine Karriere leider in der relativen Belanglosigkeit verlor. Seine frühen Filme sind geprägt von Pragmatismus, schwarzweißer Bildgewalt und der ungeschönten Simulationder kalten Realität. Dabei kamen sehr bemerkenswerte Arbeiten heraus, wenngleich sie zunächst auch nicht besonders massentauglich waren, wofür wie so oft auch groteskerweise das Prädikat »wertvoll« irgendwie sinnbildlich zu stehen scheint. Der einfach klingende Alternativtitel "Die Flucht" bringt den Verlauf vielleicht am besten auf den Punkt, da man es mit einer regelrechten Hetzjagd zu tun bekommt, bei der aggressive Offiziere und deren helfende Hände und ein bissiger Vierbeiner den tragischen Helden der Geschichte unerbittlich verfolgen. Es entstehen sehr eindringliche Bilder in den kargen Sets und der Schneelandschaft, über die ein eiskalter Wind pfeift, der förmlich zu spüren ist. Ein Kampf ums Überleben gestaltet sich naturgemäß als reich an einer bestimmten Art von Action und passenden Szenen, die an den Nerven zerren. Erneut sind es die Funktionäre, die schreckliche Fratzen der Willkür zeichnen und für äußerst unbehagliche Zustände sorgen.
Nach dem Fluchtversuch aus dem Arbeitslager im Steinbruch hagelt es erst einmal Kollektivstrafen und irritiert nimmt man Aussagen wie: »Bis jetzt war das hier ein Sanatorium« wahr, nachdem es bereits zu Folter und Bestrafung gekommen ist. In der Hauptrolle hat Götz George die vollkommene Freiheit, sich fernab des seichten Angebots zu profilieren, allerdings sollte tatsächlich betont werden, dass dieser Film sicherlich nicht im gewöhnlichen Sinn unterhalten will und auch nicht kann, da er vollkommen konträr dazu angelegt wurde. Mit George wird man als Zuschauer jedenfalls durch einen Albtraum gezerrt, der aufgrund seiner Eintönigkeit hin und wieder dazu animiert, das Grund-Interesse ein wenig infrage zu stellen. Für uneingeschränkte Aufmerksamkeit sorgen hingegen die phantastischen Bilder, die alle Möglichkeiten auszuschöpfen scheinen. Kontraste, Licht- und Schattenspiel, unbarmherzige Nähe und eine demonstrativ-allgegenwärtige Grausamkeit tragen zu einer äußerst angespannten Atmosphäre bei. Sehr gute Leistungen sind einerseits von Günther Ungeheuer zu sehen, der seinen realen Nachnamen in den Dienst der SS zu stellen scheint, und anderseits weiß Katinka Hoffmann zu überzeugen, die man leider viel zu selten für Spielfilme ihrer Zeit nutzte. "Mensch und Bestie" funktioniert als Kain-und-Abel-Variation letztlich sehr effektiv, nicht zuletzt weil mit Edwin Zbonek ein Regisseur am Werk war, der solche Stoffe sehr handlungsorientiert umsetzen konnte. Sein Film konzentriert sich auf ganz wenige, aber essentielle Inhalte und schildert einen nahezu exemplarischen, nur auf ein einziges Ziel gerichteten Verlauf, der in seiner Nüchternheit erschütternd wirkt. Ein besonderer Film, der allerdings nicht jedermanns Sache sein dürfte.